2020

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1. Apr., 2020

Wir warten auf den Schlupf

Von |2020-04-01T15:13:01+02:0001. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

In der kommenden Woche  können wir den Schlupf erwarten, denn die Brutzeit in diesem Nistkasten lag bisher zwischen 34 und 39 Tagen. Mit Fellbach war Heidelberg einer der ersten – von Kameras überwachten –  Wanderfalken-Nistkästen Europas mit einer Eiablage, entsprechend werden unsere Küken wohl auch bei den ersten ein, die in diesem Jahr schlüpfen werden!

Der Nachwuchs in den Eiern ist – heute am 28. Tag – inzwischen fast ausgereift und nahezu vollständig entwickelt! Bereits um den 21. Tag der Brutzeit drehte sich der Embryo in die richtige Position, um die Eischale demnächst zu sprengen. Etwa um den 26. Tag der Brutzeit,  so lese ich in den Büchern, drehte der Embryo den Kopf nach rechts unten unter den rechten Flügelstummel, so dass der Schnabel in Richtung der Luftkammer zeigt. Der Schnabel drückt bereits gegen die Membran, die den Embryo noch von der Luftkammer trennt. So bewegt sich der Embryo, – oder soll ich ihn schon Küken nennen? – , allmählich in die Schlupfposition:  Der große Kopf wird am stumpfen Ende des Eies liegen und die Beine strecken sich in Richtung spitzes Ende. Läge der Kopf im spitzen Ende des Eies, könnte der “Eizahn” auf dem Oberschnabel die Schale nicht am “Äquator”  öffnen. In den letzten Tagen vor dem Schlupf  ruht das Küken und sammelt gewissermaßen seine Kräfte im Nackenmuskel, der die Schalenhälften beim Schlupf auseinander drücken muss. Seine Nahrung, die ihm im Dottersack mitgegeben wurde, hat der Embryo bereits nahezu aufgebraucht, der Kalk für seine zarten Knöchelchen kam aus der Eischale, die nun allmählich dünner geworden ist. (Wir Ältere erinnern uns schaudernd an die 196o-er/1970-er Jahre, als Pestizide in der Nahrungskette der Greifvögel deren Eischalen so dünn werden ließ, dass diese unter dem Gewicht der brütenden Eltern zerbrachen.)

1. Apr., 2020

Wanderfalke am Uhuhorst (Ahrtal) war nicht VINCENZO

Von |2020-04-01T13:32:48+02:0001. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Dr.F.R. Freiburg, Vorstandsmitglied der AG Wanderfalkenschutz, Baden Württemberg, hat das vorliegende Bildmaterial gemeinsam  mit der Vogelwarte Radolfzell überprüft und schreibt mir: “ … zumindest das erste (untere) liegende „K“ ist eindeutig erkennbar. Die Bestimmung des zweiten liegende Buchstaben erfolgt nachdem Ausschlussverfahren: Von den im Jahr 2019 verwendeten Ringen mit R°K stimmt lediglich R°KF mit dem erkennbaren Anteil des dritten Buchstaben
auf den Bildern überein. Darüber hinaus konnte die Identität des beobachteten Individuums anhand eines Fotos, auf dem die Zahlenkombination auf dem goldenen Vogelwartenring ablesbar ist, eindeutig geklärt werden.
Insofern kann ich natürlich nicht sagen, wie es Vincenzo derzeit ergehen mag, sicher aber ist, dass er nicht im Ahrtal auf der Uhu-WebCam auftauchte…“

Das lesen wir gerne und hoffen mit F.R., dass VINCENZO sicher weiterhin seines Lebens erfreut!

30. März, 2020

Die häufigste Frage (aus Buben-und Männermund)

Von |2020-03-30T17:11:31+02:0030. März 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

die mich immer wieder erreicht, ist: “ Wie schnell kann ein Wanderfalke fliegen?“

Ich habe in langen Jahren ganz unterschiedliche Angaben in den Vogelbüchern und Dokumentionen gefunden, die dann auch noch sehr schwankten.

Auf den zahlreichen Beutelisten des Wanderfalken, z.B. bei Rockenbauch, Dieter für Baden-Württemberg, finden wir schnell fliegende Beutevögel in allen Ökosystemen. Der Wanderfalke ist für die Jagd auf schnell fliegende Vögel seit Jahrmillionen bestens angepasst! Spektakulär für uns Menschen – Stop! Falsches Wort! Denn unser menschliches Auge ist zu langsam um  seine Jagdmethode  genau zu verfolgen – also: Höchst erstaunlich für uns Menschen sind seine Sturzflüge (das englische Wort „stoop“ trifft es hübscher), die er kopfüber nach unten rasend aus großer Höhe beginnt! Er beschleunigt sogar zu Beginn seinen Sturz mit energischen Flügelschlägen um noch schneller Höhe zu verlieren.

Der Falkner und Fallschirmspringer Ken Franklin stürzte sich vor einigen Jahren mit dem – den Falken lockenden – Federspiel in der Hand aus 900 m Flughöhe aus einer Cessna 172. Für lange Sekunden ließ er sich ungebremst in die Tiefe fallen, bis er schließlich die Reißleine seines Fallschirms ziehen musste. Sein Falkenweib FRIGHTFUL  folgte ihm nahe  im Sturz mühelos und griff sich das Federspiel mit dem Happen Fleisch.

Das geschah mit einer – elektronisch gemessenen –  Fallgeschwindigkeit von 160 km/h. Bei weiteren Versuchen erreichte FRIGHTFUL 242 mph, das sind 389 km/h im Sturzflug. Man findet die Videos noch bei YouTube und National Geographic.

29. März, 2020

Kampf um das Territorium

Von |2020-03-29T15:50:44+02:0029. März 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Nicht anzuschauen, wenn man schwache Nerven hat!

Wir freuen uns bereits heute, dass unsere Webcams hier  bald anrührende Szenen zeigen werden. Wie  PALATINA behutsam die winzigen, flauschigen Küken füttern – atzen, sagen die Falkner  –  wird und ZEPHYR die passenden Häppchen liefern wird. „Oh, wie süß ist das anzusehen !“ wird  da über manche Lippen kommen …

Ich habe mir lange überlegt, die unten stehende Szene vom 23. März hier einzustellen, die den Abschluss eines  Kampfes zweier Wanderfalkenweibchen in Grimbergen/Belgien zeigt. (Geradezu identisch trug sich am 25. März 2009 das Ende eines Kampfes zwischen AURORA und JETTA im (!) Nistkasten von Heiliggeist zu, siehe im Tagebuch-Archiv!)

Eindringende Wanderfalken werden meist gemeinsam vom residierendem Paar energisch abgedrängt und aus dem Territorium vertrieben. Hier in Heidelberg war ich nur ein-zweimal Augen -und Ohrenzeuge, aber es geschieht bestimmt jährlich auch am Heidelberger Himmel. Meist ist das Revierpaar, hier z.Zt. also PALATINA & ZEPHYR, dabei erfolgreich. Gelegentlich kommt es aber auch zu –  wiederholten und langen – Luftkämpfen zwischen zwei Weibchen, die keineswegs nur in einem – man könnte es  Fingerhakeln/Fängehakeln nennen – gegenseitigem Kräftemessen erfolgen, sondern gelegentlich mit dem Tod einer der Kontrahentinnen enden.

Auch hier endet der Luftkampf, bei dem sich die Weibchen kreischend und ineinander verkrallt überschlagend an die Gurgel gehen, mit einer grobem Landung auf einem Dach. Sie stemmen sich gegeneinander ab, um ihren Körper, vor allem den Hals, voneinander fern zu halten.

Letztlich siegt ein Falke durch die Flucht des anderen.

 

Hierbij nog enkele filmpjes van het slechtvalkengevecht op 23 maart ’s morgens. Twee vrouwtjes die vechten om de nestkast. Hier is duidelijk te zien hoe wreed het er aan toe kan gaan…

27. März, 2020

Brutwechsel am 27. März

Von |2020-03-27T17:42:53+01:0027. März 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Für unsere neuen Gäste: Hier kann man sich gut die beiden Eltern einprägen! ZEPHYR, Terzel, ist deutlich kleiner und verlässt das Gelege, PALATINA, das Weibchen, ist deutlich größer und übernimmt das Brüten.  Prägen Sie sich bitte die Musterung des Gefieders an Kopf, Backenstreif, Kehle und Brust ein, denn das sind individuelle Kennzeichen. PALATINA ist an ihren Fängen rot – nun verblasst – beringt.

 

Danke K.!

27. März, 2020

„Auch andere Familien haben hübsche Töchter!“

Von |2020-03-27T11:47:52+01:0027. März 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

sagte früher unsere Oma. Ich erhalte in den letzten Wochen immer wieder freundliche Hinweise, da und dort gäbe es ebenfalls Wanderfalken-Cams und da und dort gäbe es Cams über andere nette und possierliche Tiere.

ich bitte um Verständnis, dass unsere Website keine Litfasssäule ist. Hier geht es zuvörderst um Wanderfalken in Heidelberg. Wenn ich gelegentlich auf  Ereignisse und Neuigkeiten der Wanderfalken an anderen Orten in der  Welt hinweise, bleibt das meine Entscheidung.

Es gibt weltweit in dieser Saison in der Tat viel zu sehen, man freut sich über viele Vierergelege in Europa. Eine guten Überblick bietet

Slechtvalken – Nestkalenders – Google Sites

25. März, 2020

VINCENZO (?) im Ahrtal in gefährlicher Umgebung

Von |2020-03-25T12:19:58+01:0025. März 2020|Tagebucheintrag|1 Kommentar

Zum ersten mal in 20 Jahren erhalten wir die Rückmeldung – Dank an Frau C. K und Her G. N. ! – eines jungen Wanderfalken, der am 30. April 2019 auf Heiliggeist mit Kennnummer RRF beringt wurde. Er wurde am 22. März 2020 – in Bild und Ton dokumentiert (auf der Website der „Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.“)  in der Nähe eines brütenden Uhupaars entdeckt:

Uhu Webcam | Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.uhu.webcam.pixtura.de

VINCENZO – wenn dieser Falke im Jugendkleid  tatsächlich diese Ringnummer trägt – balzte in unmittelbarer Nähe dieses Uhupaars im Ahrtal! Das wäre ein ungeeigneter Nistplatz für ihn, denn seine Fliegen und Lahnen wurde von den Uhus bemerkt und mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie ihn und seine Partnerin bei Nacht erbeuten.

 

 

24. März, 2020

Die Eier müssen bewegt werden

Von |2020-03-24T12:28:11+01:0024. März 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Heute fällt uns auf, dass die Nistmulde mit den brütenden Falken sich etwas nach hinten bewegt hat. Ob es an der nächtlichen Kälte liegt, z.Zt. etwas unter dem Gefrierpunkt? Wahrscheinlich eher an dem scharfen Ostwind – eher selten hier in Heidelberg -, der direkt in den Nistkasten bläst! Ich war gestern vormittag zur technischen Kontrolle kurz oben am Nistkasten ( Mit dem Auto bis zur Kirchentür, kein Kontakt zu Menschen): Ich habe dort oben selten so starke Böen erlebt. Auch heute, als ich in Heidelberg im Auto eine Brücke querte, knatterten die zahlreichen grünen Banner, die zum Festival „Heidelberger Frühling“  – leider abgesagt! – einladen, im Ostwind. Für die Falken ist Kälte und Starkwind kein Problem.

Die Eier müssen regelmäßig ab und zu bewegt werden, damit nicht immer die gleiche Stelle der Schale „beheizt“ wird.Die Hagelschnüre kennen wir alle vom rohen Hühnerei, nicht wahr? Die beiden ineinander verdrehten Eiweißstränge sorgten dafür, dass die wichtige Keimscheibe auf dem Dotter immer nach  oben – zu den beiden warmen Brutflecken an  Bauch der brütenden Falken  – gerichtet bleibt. Wir können über die Kastenkamera  manchmal  beobachten, wie die Falken mit der Schnabelspitze die Eier sorgsam bewegen und dabei darauf achten, dass jedes Ei seine notwendige Portion Wärmenachschub erhält. Aber selbstverständlich immer unter dem Falkenkörper im Warmen bleibt.

22. März, 2020

Temperaturunterschiede

Von |2020-03-22T10:13:39+01:0022. März 2020|Tagebucheintrag|1 Kommentar

sind in diesen Tagen kein Problem. Heute früh las ich an meinem Fenster -Thermometer 2° C ab. Nun  sind es um 10 Uhr dort in der Sonne bereits 8° C.  PALATINA und ZEPHYR sind erfahrene Eltern und haben gemeinsam bereits acht Küken hier zum Ausfliegen gebracht, PALATINA 21 Küken! Die beiden lassen das Gelege nicht auskühlen. Heute ist in etwa HALBZEIT ihrer Brut!

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