Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Das wird für die Tauben nicht gut ausgehen
Ich war einige Tage nicht in Heidelberg und sehe mit Sorge – nicht um die Falken! – dass hier unerwünschte Gäste einziehen und brüten werden. Wie im Vorjahr, so werden die Falken auch in dieser Saison das nicht dulden.
Danke, D.B. und M.H.!


Eine schlimme Nacht steht bevor
Für Hund & Katze, aber auch für die Vogelwelt! Uns Menschen freut die Stunde, über unsere Cams kann man vielleicht die „1. Schlossbeleuchtung 2022“ nach zwei Jahren Covid-19-Pause – ab 22.15 Uhr – ein wenig mitverfolgen. Die Falken werden panisch das Weite suchen, werden aber bereits am Sonntag Vormittag wieder in der Stadt zu sehen sein.

Das „Kinderzimmer“ für 2023 ist gerichtet
Heute haben wir den Boden im Nistkasten ausgetauscht, die Wände gereinigt und gestrichen. Ja, es waren zwei Stunden Arbeit und zwei Säcke Abfall.


Dem Nachwuchs geht es gut
Auch aus einer zweiten Zuschrift erhalte ich die Bestätigung, dass zumindest drei Jungfalken an den traditionellen Aufenthaltsorten zu sehen sind:


Drei Jungfalken auf dem Balkon der Jesuitenkirche
In diesem Jahr erhalten wir leider nur selten Meldungen über die ausgeflogenen jungen Wanderfalken. Ich bin in den letzten beiden Wochen nur drei mal kurz in der Altstadt gewesen und habe dabei keine Falken gesehen.
Um so mehr freue ich mich heute über die Nachricht von Frau B. G.! Darf ich aus Ihrer eMail zitieren?
„Lieber Herr Gäng,
heute Morgen bin ich in aller Hergottsfrühe und Morgenkühle nach Heidelberg gefahren und durch die Altstadt gestreift, bevor sie mit ihrer typischen Lautstärke erwacht; tatsächlich hörte ich den unverkennbaren Bettelruf eines Jungfalken – kurz darauf entdeckte ich ihn und weitere 2 Falken am Turm der Jesuitenkirche. Sie sind also noch da. Es war ein eher kurzes Vergnügen – aber es war es wert!

Zum Ende der Saison 2022: Danke für Ihre Spenden!
Es ist eine besondere Freude, wenn nach dem Ausfliegen der vier Jungfalken noch weitere Spenden eingehen! Das ist auch in diesem Jahr der Fall. Seit dem 22. Mai, als ich mich für den Spendeneingang bis zum 9. Mai bedanken konnte, sind weitere Spenden eingegangen, wie mir der Kassier des NABU Heidelberg mitteilt:
HERZLICHEN DANK an Frau M. Sch., Herrn G. B., Frau L. Sch., Frau M.U. S., Frau S. Sch., Frau S. M., Frau A. L., Herr S. B., Frau N. K., Frau K.D., Frau P.F. und Frau H.H.
Wanderfalkenbuch für Erwachsene
Jetzt konnten wir einige Monate „Wanderfalken zum Gucken“ anbieten, aber nun kommen einige Monate , um über diesen „Vogel der Vögel“ (Konrad Lorenz?) etwas zu lesen.
“Können Sie mir etwas über Wanderfalken zum Lesen empfehlen?”
Falken in der Literatur? Na, klar gibt es das! Freunden und Freundinnen der Krimis fällt als erstes wohl Dashiell Hammett “Der Malteser Falke” ein.
Näher an unseren Interessen liegt J. A. Baker “The Peregrine”, Collins, London 1967. Gibt es auch auf Deutsch: J. A. Baker “Ich folgte dem Falken”, Hoffmann und Campe, Hamburg 1969, neu übersetzt und von vielen gelobt als J. A. Baker “Der Wanderfalke” bei NATURKUNDEN NO. 10. Inspiriert wurde Baker wohl von Robert Murphy “The Peregrine Falcon”, The Riverside Press Cambridge 1963, gut illustriert. Beide schildern sehr romantisch das Leben wilder Wanderfalken! (Ich würde als Kritiker schreiben: „Der Wanderfalke als mythisches Geschöpf“ )
Sie wollen nur ein Buch lesen, das nicht nur literarisch ist, sondern ALLES über Falken berichtet?
Da empfehle ich Helen Macdonald “Falke -Biographie eines Räubers”, C.H.Beck, 2017 (Mich ärgert im deutschen Titel der veraltete Begriff “Räuber” und empfehle die handliche englische Ausgabe “Falcon”, REAKTION Books, London, 2006 mit ausdrucksstarken farbigen Bildern!)
Schließlich gibt es – für uns Heidelberger besonders zu kennen! – in der Manesse -Lieder-Handschrift (Universitätsbibliothek Heidelberg, bestimmt auch im Internet) ein reizendes Gedicht/Lied aus dem 12.Jahrhundert : Der von Kürenberg “Ich zoch mir einen valcken”. Es handelt von einem Falken, der wieder freigelassen wird (was bei arabischen Falknern guter Brauch ist) und ist selbstverständlich nicht ornithologisch gemeint, sondern beschreibt – seufz! – zwei getrennte Liebende!
L
Kinderbuch über Wanderfalken
Zu einer Anfrage im Gästebuch: Ja, es gibt ein nettes Kinderbuch ( ab 6 Jahre) im Altberliner Verlag, Berlin 1990 , ISBN 3-367-00290-6
Im Buchhandel ist es wohl vergriffen, man muss sich selbst die Mühe machen, es über die üblichen Wege im Internet zu besorgen. Ich habe es mehrfach antquarisch für wenig Geld erwerben können.

Von wo schaut HMG nach den Falken?
Ich gestehe: Wenn man seit etwa 55 Jahren von diesen wunderbaren Vögeln fasziniert ist, muss man diese nicht täglich mit dem Feldstecher verfolgen. Zudem habe ich viele andere Interessen. Aber vor der MAX-Bar sitze ich gelegentlich gern und schaue dann auch zum Turm hoch.
Denn der Marktplatz zu Füßen der Heiliggeistkirche bietet ganzjährig einen guten Blick auf die Vielfalt und oft spektakulären Ansichten unserer Spezies („Wer zählt die Völker, nennt die Namen“ F. Sch.), aber auch auf die Turmspitze!
Oberhalb der schiefergedeckten „Welschen Haube“ in deren Mitte Sie den Nistkasteneingang von den Bildern der Cam 3 erkennen, sehen Sie, dass auf der Turmhaube, darin das „Falkenzimmer“, ein kleines Türmchen steht. Auf ihm dann das Turmkreuz, auf dessen Querbalken täglich die Wanderfalken stehen.
Ein Geländer führt um dieses kleine Zier-Türmchen (man nennt es „Kapellchen„), das für uns Menschen funktionslos ist. Die Falken nutzen das Innere und das Geländer oft, auch zur nächtlichen Ruhe. Das ist in den nächsten Wochen oft ein Treffpunkt und Ansitz für die Jungfalken. Also recht kommod mit einem Espresso oder Cocktail vor sich zu genießen!
Für mich dann oft Anlass zu netten Gesprächen: “ Warum schauen Sie mit dem Fernglas da hoch? – „SIE sind doch der mit den Falken da, gell?“ – „Darf ich auch mal schauen?“

Von welchem Standort in Heidelberg kann ich jetzt die Wanderfalken beobachten?
Auch in diesem Jahr werden die ausgeflogenen Jungfalken sich immer auf der Höhe, also auf den Turmspitzen der Kirchen in der Altstadt, auf den Dächern und Türmen der Schlossruine (talseitig), auf exponierten hohen Bäumen auf beiden Talseiten aufhalten und zeigen.
Nicht wegen der schönen Aussicht, sondern um frühzeitig die Eltern (Mit Beute, bitte schön!) zu erkennen und mit wüsten Geschrei herbei zu bitten. Mit einem guten Feldstecher, besser einem Spektiv auf Stativ, kann man das Familienleben in den nächsten beiden Wochen recht gut vom Universitätsplatz (Blick auf den Umlaufbalkon der nahen Jesuitenkirche aus, vom Umlaufbalkon der Heiliggeistkirche oder von der Schloss-Straße (Einfahrt am Schloss zum Bus-Parkplatz mit Blick auf nahe Kirchtürme und Dächer), Brüstung des Stückegarten (im vorderen Teil des Schlossgartens, mit Blick über die Altstadt), Scheffel-Terrasse im Schlosspark aus beobachten.
PALATINA vor dem leeren Nistkasten
Sie ist von 7 Uhr bis gegen 9 Uhr, wie man mir mitteilt, in der Morgensonne, pflegt ihr Gefieder und schläft auch zwischendurch.Danke, D. Sch., D.B. M.H.
!
Auch finanziell beginnt eine neue Saison
Zum Jahresende habe ich die Streamingkosten, die Kosten der Website und geringe Materialkosten im Turm mit dem Schatzmeister des NABU Heidelberg und dem Umweltamt der Stadtverwaltung abgerechnet. Wir haben weiterhin „schwarze Zahlen“ auf unserem Sonderkonto beim NABU Heidelberg (Siehe Titelseite unserer Website!).
Das gelingt uns, weil SIE mit Ihren Spenden das Projekt am Leben erhalten. Auch im letzten Monat 2023 sind Spenden eingegangen:
Ein herzliches DANKESCHÖN geht an Dr. ThW.H. mit Dr.I.B. H-P., an U. und S.C., an Frau M.W., an Frau M.Sch., an Frau K.M.Z., an W.und G.E. an K-D und E.G.,und Herrn B.K. !
Die Saison 2024 beginnt früh
Wie jedes Jahr beginnt die Balzsaison mit einer sorgfältigen Prüfung des zukünftigen „Kinderzimmers“: Die Terzel, in unserem Revier ZEPHYR, bieten dem Weibchen, bei uns LISELOTTE, potentielle Nistplätze an. Bald sehen wir deshalb beide Falken in den Nistkasten hinein rauschen …
Ob hier, mit diesem höchst erfolgreichen Nistkasten, weitere Nistplätze angeboten und geprüft werden? Ganz nah, auf gleicher Höhe, mit noch besserer Aussicht, gibt es einige – aus unseren Menschenaugen bewertet – gut geeignete Nischen in der Nordfront der Schlossruine! (Zuletzt, vor unserem Projekt, brüteten 1953 Wanderfalken an der Südseite der Schlossruine im „Krautturm“, dessen abgesprengte Wand heute halb im Burggraben liegt, jeden Tag hundertfach von Touristen fotografiert.) Ob ZEPHYR seine Partnerin auch zu diesen Plätzen leitet? Wir wissen und hoffen es nicht.)
Sowohl ZEPHYR, wie auch LISELOTTE prüfen die Seitenwände und Decke mit den Augen , nun vor allem mit Schnabel und Fängen den Untergrund: Sie“pflügen“ geradezu mit dem Schnabel ringsum den Sand. Beide legen sich auch flach mit der Brust in den Untergrund und schieben mit den Fängen den Sand nach hinten. Wir nennen das „Probe sitzen“. Siehe unten! Denn in eine flache Grube wird LISELOTTE die Eier legen und auch sie selbst will sich dann in der Grube beim Brüten wohl fühlen.
Nein, das Nest wird bei den Falken nicht mit isolierenden Federn oder Pflanzenmaterial gepolstert. Sie brüten auf „nacktem“ Boden.
Danke, M.H.!



LISELOTTE nach ihrem Frühstück am 26. 12.2023
Danke, M.H.!


Start von LISELOTTE in einen nassen Tag
Nachtrag zu meinem Kurzbericht auf unserer Website zur „Saison 2023“:
Im Jahresgruß der AGW Baden-Württemberg schreibt der Vorstand F.R. u.a. zur Vogelgrippe H5N1 und allgemein zur Saison 2023 in Baden-Württemberg:
„Nachdem in den beiden letzten Jahren diese kaum oder nur geringe Auswirkungen auf die Populationen von Wanderfalken und Uhu zeigte, erlebten wir in diesem Jahr deren Auswirkungen – unmittelbar durch viele positive Befunde bei zahlreichen Totfunden und viele Brutverluste teilweise ganzer Gelege, aber auch durch eine vielerorts festgestellte tiefgreifende Störung der „normalen“ Brutzeit. Zu nennen wären da die häufig dokumentierten Neuverpaarungen zu Beginn und noch während der Brutsaison, die ungewöhnlich zahlreichen subadulten Brutpartner beiderlei Geschlechts, ein hoher Anteil sehr später Bruten und häufiger Verdacht auf Nachgelege sowie die deutliche Zunahme verwaister Standorte.“
Ja, aus unserer Heidelberger Sicht kann ich das – mit Fettdruck – bestätigen. Aber bei uns ist alles gut ausgegangen!
Schöne Festtage uns allen und ein gutes 2024!
HMG
Danke, K.!
Später Tagesbeginn am 22. Dezember, auch für LISELOTTE
Kein Wunder, nach einer stürmischen Nacht!
Danke, K.!
Depot in der süd-östlichen Kastenecke
Gestern erreichten mich Anfragen, welch toter Vogel vorn in der Ecke läge. Es ist eine Taube, die dort für erfolglose Jagdzeiten (Nebel, anhaltender Regen) abgelegt wurde. Interessant ist für uns, dass alle Heidelberger Wanderfalken (AURORA, JETTA, PALATINA, auch die Terzel) dort solche Vorräte ablegten. nicht in den anderen Ecken. Wanderfalken legen mehrere Depots an, die Heidelberger bestimmt auch gegenüber in den zahlreichen Nischen der Schlossruine. Diese „geheim“ vor dem Partner und anderen Vögeln zu halten, gelingt wohl kaum. Wanderfalken haben auch oft besuchten „Kröpfplätze“, wo sie die Beutevögel rupfen und verzehren. Auch diese sind an den zahlreichen verstreuten Vogelfedern erkennbar.
Danke, K.!