Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
LISELOTTE am 1.Oktober
Danke, M.H.!

Wie gerufen: Auch LISELOTTE ist zurück
So haben wir alle gehofft: Nach einem aufregendem Wochenende sind Menschen und Falken wieder im Alltag angekommen. Auch wenn es kalt ist und es regnet.
Danke, M.H.!


Spinne und Falken, was geschieht weiter?
Inzwischen haben wir alle – herzlichen Dank für die aufklärende und vernünftige Eintragung im Gästebuch! – neues Wissen und nun auch wochenlange Erfahrung mit dem Zusammenleben von harmloser Spinne (die UNS stört) mit den Falken (vor allem RUPERT) , die sichtlich „genervt“ vom Flattern der Spinnfäden waren.
Inzwischen haben die Falken sich daran gewöhnt. Beide zeigen sich im Kasten und RUPERT übernachtet häufig.
Wir Betreuer haben keine Gelegenheit, dort oben im Nistkasten „aufzuräumen“ und zu „putzen“. Das ist leicht gesagt, aber schwierig für mich und Helfer, das zu tun.
Die Falken haben sich, vor allem auch am vergangenen Wochenende, auch an den starken Dauerlärm unten auf dem Marktplatz gewöhnt. Dort bewegten in den letzten Tagen und Nächten sich zehntausende von Gästen beim „Heidelberger Herbst“! Es spielten in nächster Nähe lautstark mehrere Bands begleitet von Lightshows.
Sehr viele Menschen hatten Freude während dieser Tage. Und ich bin immer wieder sehr erstaunt, dass die Falken sich an ALLES gewöhnen. Für uns ist das erfreulich, denn wir werden in wenigen Monaten wieder Balz und Aufzucht – störungsfrei! – erleben dürfen.
Ja, auch ich habe gemischte Gefühle, aber vertraue auf die Belastbarkeit der Falken und auf die hohe Attraktivität diese Brutplatzes.
Probleme mit der Website
Leider hatten wir einige technische Probleme mit der Website. Nun sind diese hoffentlich behoben.
Ein großes Dankeschön an unseren Webmaster T.J.! Er musste viel Zeit und Mühe aufwenden.
Wie junge Wanderfalken lernen
Ich entdecke in der Presse einen Artikel, der uns gefällt! Das preisgekrönte Foto zeigt das Federkleid eines jungen Wanderfalken. Wir erkennen die kleinen Steuerfedern (Mesken) an der Oberseite der Fittiche. Diese dienen der Steuerung beim rasanten Sturzflug, wenn der Falke wegen der hohen Geschwindigkeit noch nicht die Flügel und Stoß zum Bremsen ausbreiten kann. Auf diesem schönen Foto sehen wir, wie der Falke mit Flügeln und Stoß eine „Vollbremsung“ ausführt. Er wird den Schmetterling greifen und auch verzehren. Dass junge Wanderfalken zum Üben/Training Insekten und fliegende Blätter greifen, habe ich in „Gängs Tagebuch – Archiv“ mehrfach notiert.

LISELOTTE am 26. September
Inzwischen zeigt sie sich uns – gut genährt – im Alterskleid. Sie ist, mit RUPERT, täglich hier zu sehen und wir erkennen so, dass sie diesen Brutplatz , trotz Spinne, unter Kontrolle hat. Wie von ihren Vorgängerinnen können wir für 2025 von diesem Paar wieder eine erfolgreiche Brut erwarten.
Danke, M.H.!

LISELOTTE am 12.September
Danke, M.H.!


Herbstbalz am 10. September
Es ist nicht einfach zu erkennen, wer RUPERT und wer LISELOTTE ist! Wer nahe an der Kamera steht, erscheint uns groß, der Falke in der Ecke als klein. Wer hat wen in den Kasten gelockt?
Danke, M.H.


LISELOTTE zur Visite
Danke, M.H.!


LISELOTTE trotzt Wind und Regen
Danke, M.H.!

Falken und Spinnen
Das für die Falken unsichtbare IR-Licht zeigt – uns – dass heuer im Kasten auch Spinnen leben. Ob das die Falken stört? Nein, wir können/werden das nicht beseitigen.
Danke, M.H.!


RUPERT prüft den Kastenboden
Typisch für diese Jahreszeit.
Man nennt dies „Herbstbalz“. Sie dient der Festigung der Paarbeziehung. Die Bindung der Heidelberger Falken an diesen Brutplatz ist sehr stark. Wir sehen auch 2024 die beiden Revierfalken hier – einzeln – jeden Tag. Sie halten ihr Revier aufmerksam unter Kontrolle. An dem „Luftverkehrskreuz“ Rheinebene mit Neckartal, wo sich der Turm der Heiliggeistkirche zentral wie eine Felsnadel erhebt, fliegen häufig einzelne junge Wanderfalken vorbei, die auf der Suche nach einem Revier sind. Das Revier Heidelberg-Altstadt, das beidseitig des Tals Felswände, Ruheplätze (Warten) auf hohen Bäumen, in der Schlossruine, aufweist, ist für passierende Wanderfalken sehr attraktiv. Es gibt hier eine großen Zahl an Beutevögeln, die im engen Tal leicht zu erbeuten sind.
In den vergangenen Jahren erlebten wir – siehe Gängs -Tagebuch (Archiv) – mehrfach heftige Kämpfe des Revierweibchens (AURORA, JETTA) mit jungen Weibchen, die dieses Territorium übernehmen wollten. Es floss Blut, an anderen Orten wurden Falkenweibchen sogar getötet. Die Terzel halten sich bei solchen Kämpfen meist abwartend zurück „Männer halt.“ war der Kommentar einer Besucherin.
Danke, MH.!

Die beiden Küken werden in dieser Woche beringt
Die Küken sind nun so weit entwickelt, dass der Beauftragte des Max-Planck-Instituts für Ornithologie, Vogelwarte Radolfzell, Dr. M. P. in dieser Woche die beiden Küken an den Fängen individuell beringen wird. Dazu werden sie für etwa eine halbe Stunde aus dem Nistkasten entnommen. Keine Sorge! Das haben alle 83 Küken -!- bisher überstanden und sie leisten in unserer Universitätsstadt einen wichtigen Beitrag für das Wissen um den Bestand und die Entwicklung der Wanderfalken! Die Daten geben uns seit einigen Jahren Anlass zur Sorge, ich habe darüber hier kürzlich berichtet.
Foto: S.H. Beringung 2023

In jedem „süßen“ Küken steckt ein kleiner Saurier
Bald werden wir hier im Nestkasten – ich schreibe: Tischsitten, entdecken, die uns gar nicht gefallen werden! Manchmal mögen wir dann gar nicht zuschauen. Das blutige Verhalten erinnert uns an die Abstammung der Vögel.
Vor etwa 68 Millionen Jahren schlug ein Meteorit auf der Yucatan-Halbinsel im heutigen Mexiko ein. Eine Kettenreaktion aus einer Sonnenverdunkelung mit starker Erdabkühlung, sowie einem anschließenden Treibhauseffekt, führten schrittweise zum Aussterben der Dinosaurier.
Vögel sind Nachkommen einer Untergruppe der Dinosaurier, zu denen auch der berüchtigte Tyrannosaurus Rex gehörte.
Dagegen entwickelten sich erst vor etwa 2 Millionen Jahren unsere Vorfahren (Homo erectus). Aus ihm entstand der Homo heidelbergensis (vor 700 000 bis 300.000 Jahren)
Ihm folgte Homo neanderthalensis (vor 130.000 bis 40.000) und Homo denisova (vor 30.000 bis 14.500 Jahren), dann endlich wir als Homo sapiens (seit etwa 300.000 Jahren)
Kurz und bündig:
Vögel, mit ihren Vorläufern, gibt es schon sehr lange! Wir Menschen sind erst seit sehr kurzer Zeit auf Erden.
Und wir benehmen uns so, dass wir wohl bald wieder verschwinden werden.
Bald bewegen sich die Küken im Nistkasten
Danke, M.H.!

Die Küken sind ergraut

Als die beiden Küken vor 10 Tagen uns vor die Augen kamen, waren diese blütenweiß. Nun sind sie nicht etwa schmutzig, sondern sie tragen bereits ihr zweites Federkleid!
Es sind nun die grauen PELZDUNEN, welche die beiden Küken wärmen.

Die Oberhaut der Vögel ist von unserer Haut völlig verschieden, sie erinnert uns an deren Abstammung von den Saurieren.Bei uns Menschen wird die Hornsubstanz der Oberhautzellen, das Keratin, fortlaufend abgestoßen und von innen erneuert. Als Schuppen auf unseren Schultern, als Hornhaut an unserer Fußsohle und Handinnenflächen, als Haare und Finger- und Zehennägel werden diese abgestorbenen Zellen von nachwachsenden lebenden Zellen verdrängt und als tote Substanz nach außen geschoben.
Die Oberhaut der Vögel bildet Federn aus. Bei der Vogelfeder wird zunächst im Schutz einer Hornhülle (Blutkiel) ein kompliziert eingerolltes „Gebäude“ gebildet, das sich dann zu einer verhornten und hochspezialisierten Federfahne entfaltet,wenn diese Hornscheide aufsplittert. Denn jede Feder dient, je nach ihrer Lage am Falkenkörper, ganz bestimmten Zwecken und wird erst nach der Mauser völlig erneuert! Die harten Armschwingen von LISELOTTE und RUPERT unterscheiden sich völlig von ihrem weichen Bauchgefieder.
Bei unseren Küken formen sich diese „Federorgane“ nun aus. Blutkiele, weil sie bei Verletzung leicht bluten, heißen die bläulich glänzenden Hornscheiden der Zapfen, die nun am Stoß und an den Flügeln bald sichtbar werden. Dann werden diese Hornzapfen an der Spitze eintrocknen und es erscheint die zunächst noch eingerollte Federfahne, die sich allmählich zur Fläche entrollt. Dabei wird die Pelzdune aus ihrer Hauttasche ausgeschoben.
Das „niedliche“ Aussehen der beiden Küken ändert sich nun rasch und sie werden uns bald nicht mehr so „gefallen“ wie bisher. Vor allem ihre tierischen „Tischsitten“ und ihr „Benehmen“ wird uns gar nicht gefallen!
Alles hat einen Preis.
Liebe Gäste!
Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder an dem Einblick in „Wildes Leben in der Stadt“.
Sie wissen oder ahnen, wieviele Stunden Arbeit und welch großer ehrenamtlicher Einsatz dazu notwendig sind, das kostenlos Ihnen zur Verfügung zu stellen. Dank von meiner Seite wieder an die vielen Mitarbeiter im Hintergrund, in meinen Jahresrückblicken habe ich diese oft aufgezählt.
Dank an Sie, liebe Gäste, für Ihre Mitarbeit durch Zusendung von Fotos und Videos und Beiträgen im Gästebuch.
Wir finden auch 2025 großes Interesse: Es gab z.B. im April täglich bis zu 4.800 Zugriffe auf die Cams und mein Tagebuch! (Auch außerhalb der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit zählen wir täglich mehrere hundert Zugriffe auf unsere Website.)
Wieder gibt es treue und aufmerksame Gäste, die dieses Projekt mit Spenden – siehe Titelseite! – finanzieren. Ohne diese kleinen und großen Spenden gäbe es diese Website nicht!
Für die ersten Monate in diesem Jahr sage ich HERZLICHEN DANK an Frau Anne M., an Frau Barbara H., an Herrn Jochen Sch., erneut an das Paar H.und P.R., an das Paar E.und I.? -danke für Ihr Lob!, erneut an Frau A.M., an Herrn H.G., an Herrn Schw.,an Herrn M.R., erneut an das Paar H.und.P.R., an Frau K.B., erneut an Frau A.M., an Frau J.B., erneut am das Paar H.und P.R., erneut an Frau A.M und an das Paar H.und P.R. im April!
(Ich konnte heute leider einige Namen auf dem Ausdruck des Sonderkonto “ für Heiliggeist Wanderfalken“ beim NABU Heidelberg nicht vollständig entziffern.)
Dominanz des Falkenweibchens
ist wieder einmal deutlich zu sehen.
Danke, M.H.!

