Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Größenvergleich
Heute bot sich eine seltene Möglichkeit, die unterschiedliche Größe/Masse des Terzels und des Falkenweibchens zu erkennen, denn beide stehen im gleichen Abstand zu Cam 2! (Wenn die beiden längs aufgereiht, wie oft, im Blick der Cam 2 stehen, erscheint uns der nahestehende Falke immer riesig, der fernerstehende Falke als klein. )
Heute standen die beiden endlich einmal in gleicher Distanz zur Cam 2.!
Wir sehen links RUPERT und rechts LISELOTTE.
Wir sehen nun deutlich den Unterschied zwischen Terzel (vom latein. tertium = Drittel) und dem größeren Weibchen. Der Terzel ist etwa ein Drittel kleiner/leichter als das Falkenweibchen.
Beide wollen gleichzeitig die beiden Küken füttern (atzen), RUPERT bettelt und erhält einen Happen. Er entscheidet: Passend klein? – Wird den Küken gereicht! Zu groß: – Verschlingt er selbst!
Gestern Nachmittag konnte ich über Cam 1 beobachten, wie LISELOTTE in rasendem Tempo eine gelieferte Beute verzehrte. Sie hat nun keine Zeit selbst zu jagen. Nun muss sie, vor allem nachts, die beiden Küken hudern.
Dass RUPERT, ein guter Versorger ist, hat LISELOTTE im Februar-März überprüft. das fällt ihm nicht schwer. (Wir beobachten z.Zt. über der Stadt eine auffallend große Zahl von Tauben.)
Danke, M.H.!


Es wird kein drittes Küken geben
Wie im Vorjahr, wird es auch in diesem Jahr „nur“ zwei Jungfalken geben. Der zeitliche Abstand zum Schlupf der beiden Küken ist für ein drittes zu groß. Die Picks, die wir am verbliebenen Ei zu erkennen glaubten, waren keine optischen Täuschungen.
Warum aus dem dritten Ei nichts schlüpft, darüber wissen wir nichts. Ich hoffe, dass es bei der Beringung der beiden Küken geborgen werden kann. Wir werden das Restei dann untersuchen lassen.
LISELOTTE & RUPERT zeigten uns im März zwar viel an „Sex & Rock&Roll“, aber es reichte nicht für eine Viererbrut, so wie wir es hier über einen langen Zeitraum erleben konnten.
Es ist das vierte Jahr in Folge, dass der Bestand und der Bruterfolg der Wanderfalkenpaare in Baden -Württemberg abnimmt! Es ist leider weltweit ein Einbruch des Bestands und der Reproduktion festzustellen.
Ursache ist vor allem die H5N1-Vogelepidemie, die sich weltweit ausbreitet. In Baden-Württemberg gab es 2024 keine Befunde von H5N1 bei Wanderfalken, dennoch bemerken wir tiefgreifende Störungen!
Ich höre aus dem Nordschwarzwald, dass dort viele traditionelle Wanderfalkenbruten ausfallen. Die Brutplätze sind vom Uhu besetzt. An drei traditionellen Wanderfalken-Brutplätzen, die mir dort über Jahrzehnte vertraut waren, sieht man keine Wanderfalken mehr!
Freuen wir uns deshalb an unserer 2025-er Brut, bei der wir wieder eine spannende Aufzucht miterleben dürfen!

„Hunger!“
Die beiden Küken entwickeln sich sichtlich und werden gut genährt und gehudert. Wir warten gespannt auf die Entwicklung des dritten Ei.
Danke, D.B.!

Das dritte Ei ist auffällig
Es zeigt deutliche Picks! Es bleibt spannend.
Danke, M.H.!

Erste Mahlzeiten (Atzungen)
Es erreichen mich eine Fülle von Dokumentationen der ersten Fütterungen, so dass ich mich nicht mehr einzeln bei den Einsender/-innen bedanken kann! Ich bitte um Verständnis, danke!
Aus zwei Video-Mitschnitte ( die ich leider nicht in ihrer Datenmenge bewältige), – dennoch danke T.B. -, berichte ich mit Vergnügen:
Beide Küken, auch das zweite, zeigen eine erfreuliche Vitalität. RUPERT kam mit Beute und die Eltern atzten vorbildlich den Nachwuchs.


Das zweite Küken ist geschlüpft
Herzlichen Dank an D.B., M.H. und andere Gäste!


Das erste Foto am 15.April !
Dank & Kompliment an Frau J.B., die um 3. 27 Uhr das erste Küken sah!

Vor dem ersten Schlupf: Ein zögerlicher Brutwechsel!
Gestern Abend:
Die Nähe zur Webcam 2 macht es uns schwer, die Falken zu erkennen: Wer nahe an der Kamera steht, erscheint uns groß, wer entfernter brütet, erscheint uns kleiner zu sein.
LISELOTTE brütet, RUPERT kommt zur Ablösung. Nun, kurz vor dem ersten Schlupf, wird erst nach zögerlichem – ich schreib` menschlich: – Nachdenken/Überlegen gewechselt. RUPERT übernimmt, LISELOTTE geht.
Danke, S.F.!
Das erste Küken ist geschlüpft!
Wie wir in dem Gästebuch lesen dürfen, ist das erste Küken um 3.27 Uhr geschlüpft!
Herzlichen Dank für die Nachrichten!
Foto: M.H. Danke!

“ Ach, wie gut, dass niemand weiß…“
Die Falken machen mich wieder einmal zum Rumpelstilzchen.
Aber ich finde es wunderbar, dass meine Berechnungen, der Blick in den Kalender, das Abzählen von Tagen, der Blick in unser Archiv müßig, vergeblich und falsch waren und die NATUR mir wieder einmal zeigt: LISELOTTE & RUPERT sind nicht berechenbar.
Wir Menschen müssen abwarten, was dort oben im Nistkasten geschieht. (Also heute gibt es kein Bild vom Lehrer Lämpel.) Dieser ist froh, dass er das heutige Geschehen – falls es richtig gesehen wird – bereits gestern ausführlich beschrieben hat.
Und wir freuen uns, dass es jedes Jahr wieder spannend bleibt!
Nun wird es spannend! Es sind Picks zu sehen.
Die Vergrößerung des Fotos – Herzlichen DANK! – zeigt recht deutlich, dass zumindest zwei Eier deutliche Anzeichen für einen PICK haben! Dass also zwei der Küken bereits kurz vor dem Schlupf sind!
Danke, M.H.!


Körpersprache zeigt, wer das Sagen bei einem Wanderfalkenpaar hat
Rechts: LISELOTTE kommt zur Ablösung.
Links: RUPERT verlässt geduckt das Gelege und umgeht mit Abstand LISELOTTE.
Danke, M.H.!

Auch dieser Anblick ist für uns neu
Sonntag, 8. Februar, 2026:
Ein gesättigter Jungfalke aus der vergangenen Brut 2025 , erkenntlich am längs gestreiften, braunen Brustgefieder, besucht seine Geburtsstätte.
In den beiden Jahrzehnten zuvor war der Nachwuchs aus dem Vorjahr längst anderenorts.
Danke, H.K.!

Ein Heidelberger in den Niederlanden
In Weert, nahe Limburg, NL hat sich unser Terzel BENJAMIN aus dem Jahrgang 2022 mit der auf den Fotodokumenten deutlich ablesbaren Beringung S° RC – erneut verpaart und wird wohl wieder Vater werden.
Das schöne Foto von A.L. – herzlichen Dank! – zeigt rechts das Weibchen auf der oberen Plattform. Wie A.L. uns schreibt, hatte BENJAMIN im Kasten den Boden „gepflügt“ und will nun an seiner Partnerin vorbei das Weite suchen.

Ein “ Brautgeschenk“
Endlich ist ein Hinweis auf die Balz zu sehen.
Danke, H.K.!

Wir warten auf die Balz.
Die Balzsaison 2026 wird mit einer sorgfältigen Prüfung des zukünftigen „Kinderzimmers“ beginnen:
Wenn es keine neue Verpaarung geben sollte, wird RUPERT als Terzel – für unsere neuen Gäste: der männliche Falke – dem Weibchen LISELOTTE den bewährten, inzwischen traditionellen – Nistplatz aus dem Jahr 1999 im Turm der Heiliggeistkirche anbieten.
Er wird sie mit kleinen „Brautgeschenken“ , also Beuteresten, zur Kirche, zum Nistkasten locken. Denn die Falkenweibchen bestimmen das zukünftige Geschehen!
(Wir denken: Das ist doch nicht notwendig, LISELOTTE ist doch seit 2023 Revierbesitzerin, sie kennt doch das ALLES längst! Ist das notwendig?)
Ja, es ist ein notwendiges Ritual!
LISELOTTE vergewissert sich in den nächsten Wochen, ob ihr Nistplatz auch 2026 passend ist und ob ihr Partner geeignet ist, sie und den Nachwuchs in diesem Jahr während der Brut und Aufzucht zu versorgen. (Es ist durchaus möglich, dass ein neues, stärkeres Falkenweibchen LISELOTTE verdrängt, oder ein neuer Terzel auftritt!)
Ob hier, mit diesem höchst erfolgreichen Nistkasten, weitere Nistplätze angeboten und geprüft werden? Auch das ist möglich!
Ganz nah, auf gleicher Höhe, mit noch besserer Aussicht, gibt es einige – mit unseren Menschenaugen bewertet – gut geeignete Nischen in der Nordfront der Schlossruine!
Zuletzt, vor unserem Projekt, brüteten 1953 letztmals Wanderfalken an der Südseite der Schlossruine im „Krautturm“, dessen abgesprengte Wand halb im Burggraben liegt. (Heute wird dieses Bruchstück jeden Tag hundertfach von Touristen fotografiert.)
Ob RUPERT seine Partnerin auch zu solchen geeigneten Plätzen in der Schlossruine leitet? Wir wissen es nicht.
Wir hoffen beide Falken gemeinsam wieder in diesem Nistkasten zu sehen!
Sowohl RUPERT, wie auch LISELOTTE prüfen – nach ihrem Balzritual im Kasten – einzeln die Seitenwände und Decke mit den Augen und mit Schnabel und Fängen den Untergrund: Sie“pflügen“ geradezu mit dem Schnabel ringsum den Sand. Beide legen sich auch flach mit der Brust in den Untergrund und schieben mit den Fängen den Sand nach hinten. Wir nennen das „Probe sitzen“. In eine flache Grube wird LISELOTTE dann Anfang März die Eier legen.
Das „Nest“ wird bei den Falken nicht mit isolierenden Federn oder Pflanzenmaterial gepolstert. Sie brüten auf „nacktem“ Boden.
LISELOTTE am 26. Januar
Danke, M.H.!

Jungfalke aus 2025
Morgenbesuch eines satten Jungfalken.
Danke, M.H.!
