Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

8.Jun, 2024

Entspannt und gelassen

0 Kommentare

sind wir heute am Abend in der Abendsonne durch Heidelberg gefahren, wo zehntausende von Menschen sich am Neckar auf das Feuerwerk gegen 22.15 Uhr freuen. Alt & Jung der Heiliggeist-Wanderfalken werden dann von ihren Ruheplätzen abfliegen und das Weite suchen.  Prima, dass sie bereits seit einer Woche gut unterwegs sind.

Nein, wir wissen nicht wo sie sich in der Nacht aufhalten. Wahrscheinlich auf dem Turm der nahen Jesuitenkirche oder in der Schlossruine.

Auch der „Dicke Turm“ der Schlossruine ist nun hell beleuchtet, denn im halb  offenen Innenraum finden wieder die jährlichen Theateraufführungen statt. Sechs-sieben Reihen übereinander sitzen die Zuschauer und schauen hinunter auf die Spielfläche. Oder hinaus über die Stadt in den Abendhimmel, eine großartige Aussicht!

Einmal beobachtete ich dort während einer Aufführung, wie trotz der Scheinwerfer unten, über uns ein Wanderfalke seinen Schlafplatz hoch oben im Turminneren anflog.

3.Jun, 2024

Hurra! Wetterfeste Jungfalken sind wohlauf!

1 Kommentar

J.und N.  – herzlichen Dank! – berichten uns im „Gästebuch“ – siehe dort!- dass die beiden Jungfalken gut unterwegs sind. Wie erhofft, pendeln sie, begleitet von einem Elternteil  zwischen den Türmen der Heidelberger Altstadt. (Ideal ist 2024, dass der Turmumlaufbalkon der Heiiggeistkirche zur Zeit gesperrt ist. So können ANDREAS & JOHANN sich dort  und auf dem Umlaufbalkon der „Schwesterkirche “ ungestört aufhalten. Dort ist der Umlaufbalkon nicht öffentlich zugänglich.)

Der Zeitpunkt des Erststarts von ANDREAS & JOHANN am Freitagabend mit nachfolgendem anhaltenden Starkregen gefiel uns gar nicht. Heute sind in unserer Lokalzeitung dramatische Foto-Aufnahmen des nahen Flusses zu betrachten! Sein keltischer Name NECKAR bedeutet “ der Wilde“  und so benimmt er sich auch seit Tagen. (Von der Anflugstange des Nistkasten hätten die beiden Jungfalken ohne Flügelschlag in die etwa 100 Meter entfernten wilden Fluten „segeln“ können. Sie hätten das nicht überlebt.)

Wieder einmal ist alles gut gegangen. RUPERT & LISELOTTE hatten in den vergangenen Tagen auch keine Probleme den Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen.  Nun sind die beiden Jungfalken schon seit drei Tagen unterwegs, sie können inzwischen geschickt fliegen und sicher landen.

Mein Foto aus 2023  – ! – zeigt die beschriebene Situation: Wir haben den notgelandeten ICARUS  am 4. Juni 2023 auf die Brüstung des Umlaufbalkons der HEILIGGEISTKIRCHE  gestellt, damit er zum Zweitstart den „Falkenfamilien-Treffpunkt“, das ist die Turmspitze der nahen JESUITENKIRCHE im Hintergrund, sieht und erreicht.

Das gelang ihm dann – wie vielen seiner Vorgänger und nun auch den Nachfolgern in 2024 – in einem Flug ohne Bodenlandung und mit perfekter Landung in der Höhe.

31.Mai, 2024

Beide Jungfalken am 30.Mai gestartet

0 Kommentare

Wie ich in den Einträgen im Gästebuch lese, sind ANDREAS und JOHANN fast gleichzeitig ausgeflogen! Da ich z.Zt. für einige Tage nicht in Heidelberg bin, kann ich keine weiteren Angaben machen. Vermutlich sind sie beide noch in der Nähe der Heiliggeistkirche.

Wenn auch z.Zt. das feuchte Wetter nicht ideal ist.,werden die beiden hoffentlich zum Zweitstart gut in die Luft kommen.

Danke, A.Sch. und an andere für eines der letzten Fotos!

30.Mai, 2024

Was ist der auslösende Moment zum ersten Start?

0 Kommentare

Es ist der Hunger! Die Eltern liefern nun seltener Nahrung.

Wir können, falls wir uns auf dem Marktplatz aufhalten, heute und in den nächsten Tagen  RUPERT oder LISELOTTE mit Beute in den Fängen im Schleichflug um den Turm kreisen sehen. Sie provozieren damit die bettelnd rufenden Jungfalken und locken sie so zum Abflug.

Meist erfolgt der Erstflug am frühen Vormittag. Oft sind es die Terzel, die vor den Weibchen starten. Hier in Heidelberg war es auch gelegentlich umgekehrt.

Uns Menschen erscheint das Verhalten von RUPERT und LISELOTTE nicht mehr so intensiv und eifrig, wie wir das in den ersten Wochen zu erkennen glaubten. Denn wir betrachten sie mit unserem menschlichem Blick und neigen dazu, bei ihnen ebenfalls – irgendwie –  menschliche Eigenschaften zu erkennen.

Ich erinnere wieder einmal: Wir dürfen unsere Verhaltensmuster nicht bei  Tieren erwarten! Deren Verhalten ist geprägt von Mustern, die vom Überlebenserfolg seit Jahrmillionen geprägt wurden. So sind die Jungfalken auch in diesem Jahr im Nistkasten nun bestens ernährt und wiegen jetzt etwa 700 g (Terzel), und 900 g (Weibchen). Für ihr Leben,  zunächst Überleben, sind sie gut ausgestattet. Aber die Sterblichkeit junger Wanderfalken ist in den ersten Lebensmonaten hoch!

 

30.Mai, 2024

„Babyspeck“

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Diese Bezeichnung für das Aussehen der beiden Jungfalken ist nicht freundlich, hat aber einen wahren Kern. Beide haben nun – kurz vor dem Ausfliegen – ein Gewicht (Masse), das jenem der Eltern gleicht! (Die Optik der Cam 1 vergrößert uns die nahe stehenden Jungfalken, so sieht der etwas entfernter stehende erwachsene Altfalke größer aus als er ist.)

Selbstverständlich beherrschen die Jungfalken nun die anstrengende Technik der Nahrungsaufnahme: Mindestens mit einem Fang die Beute festhalten, also mit diesem auf dem runden Vogelkörper balancieren, dessen Federn entfernen, den Schnabel an der richtigen Stelle einhaken, mit großem Krafteinsatz nach oben und hinten Fleischstücke abreißen, mit dem Schnabel portionieren, auch große und sperrige Teile schlingen … Alles in größter Eile, denn das Geschwister hat ebenfalls Hunger! Oft versperrt man der Konkurrenz die Sicht, stellt sich quer, zerrt die Beute zurück oder „mantelt“ – indem man mit den Fittichen die Sicht  und den Zugriff versperrt.  Das gilt auch gegenüber den Eltern.

Wir erinnern uns an „unappetitliche“ Szenen der Vorjahre, als sogar vier Jungfalken um die Nahrung kämpften.

 

28.Mai, 2024

Wir sind schwindelfrei! Nein, wir stürzen nicht ab.

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Nun heißt es bald Abschied nehmen für uns Zuschauer.  Längst haben die beiden ihre „kindliches“ Aussehen verloren und zeigen nun das typische Aussehen junger Wanderfalken: u. a. den dunklen Kopf mit Bartstreif, das braune Gefieder, das auf der Brustseite längs gestreift erscheint. Die letzten Flaumfederchen sehen wir noch am Scheitel.

Nun können wir uns noch einige Tage an ihrem Muskeltraining erfreuen. Für uns ist das oft nervig mitzuverfolgen , denn – jetzt! – sollen sie noch nicht abheben. Sie sollen schon einige  – lange – Sekunden kräftig mit den Flügel schlagen können, damit sie nicht schon nach wenigen Metern auf dem Kirchendach, nahen Hausdächern oder gar auf dem Boden landen! Ideal wäre es aus meiner Sicht, wenn sie den Erstflug  wie viele ihrer Vorgänger, direkt hinüber zur Jesuitenkirche mit einer hoch gelegenen Landung schaffen würden. Der Turm und Umlaufbalkon der katholischen Jesuitenkirche, die ebenfalls dem Heiligen Geist gewidmet ist, wird wieder der  Treffpunkt mit den Eltern und ihr Schlafplatz für Wochen werden.

Danke, M.H., A.Sch. und D.B.!

28.Mai, 2024

Jedes Jahr gibt es neue Beobachtungen und Erkenntnisse

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Erstmals beobachten wir, dass LISELOTTE auch in der letzten Phase der Aufzucht nachts die beiden Jungfalken beaufsichtigt. Erstmals sehen wir, dass ein Jungfalke außen auf dem schmalen Verbindungsbrettchen zwischen Schwelle und Stange übernachtet. Dabei war die vergangene Nach recht kühl und es regnete zeitweise.

Danke, D.B.!

24.Mai, 2024

Ein unbekanntes Element

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erleben nun die beiden Küken hautnah. Wir denken nicht daran, dass die beiden in ihrem Leben noch nie getrunken haben!  Ausgeflogene – die Ornithologen sagen adulte – erwachsene Wanderfalken sind sehr reinlich, baden täglich ausführlich an einem stillen Bachlauf und trinken dort auch Wasser.

Die Küken haben bisher alle Feuchtigkeit, die sie zum Leben brauchen, aus ihrer Nahrung entnommen. Ihre Verdauung ist von jener der Säugetiere (und der von uns Menschen) völlig verschieden! Wir erkennen das an dem weißen Kot – „Schmeiss“ – sagen dazu die „Ornis“ und Falkner, den wir an den Wänden des Nistkastens und auch unterhalb der Anflugstange  sehen.

(Dort habe ich am 12. Mai 1999 erstmals eine weiße Spur entdeckt und ahnte, dass in dem neuen Nistkasten eine Eule oder ein Greifvogel war. Ich stieg an jenem Nachmittag die 210 Stufen und 12 Leitertritte hoch  auf den Turm, spähte durch ein „Spionloch“ in der Kastenwand und blickte auf einen Wanderfalken, der auf das Spionloch starrte, mir also auf 10 cm Distanz in das Auge schaute. (Er hatte das fremde Geräusch exakt verortet, als mein Brillenrand die Wand berührte.)

OH!

(Bisher hatte ich Wanderfalken nur über Feldstecher und Teleskop auf große Entfernung gesehen! Ein unvergessliches Erlebnis.)

Danke, K. ,M.H. u.a.!

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Entspannt und gelassen

sind wir heute am Abend in der Abendsonne durch Heidelberg gefahren, wo zehntausende von Menschen sich am Neckar auf das Feuerwerk gegen 22.15 Uhr freuen. Alt & Jung der Heiliggeist-Wanderfalken werden dann von ihren Ruheplätzen abfliegen und das Weite suchen.  Prima, dass sie bereits seit einer Woche gut unterwegs sind.

Nein, wir wissen nicht wo sie sich in der Nacht aufhalten. Wahrscheinlich auf dem Turm der nahen Jesuitenkirche oder in der Schlossruine.

Auch der „Dicke Turm“ der Schlossruine ist nun hell beleuchtet, denn im halb  offenen Innenraum finden wieder die jährlichen Theateraufführungen statt. Sechs-sieben Reihen übereinander sitzen die Zuschauer und schauen hinunter auf die Spielfläche. Oder hinaus über die Stadt in den Abendhimmel, eine großartige Aussicht!

Einmal beobachtete ich dort während einer Aufführung, wie trotz der Scheinwerfer unten, über uns ein Wanderfalke seinen Schlafplatz hoch oben im Turminneren anflog.

08. Juni 2024|0 Kommentare

Hurra! Wetterfeste Jungfalken sind wohlauf!

J.und N.  – herzlichen Dank! – berichten uns im „Gästebuch“ – siehe dort!- dass die beiden Jungfalken gut unterwegs sind. Wie erhofft, pendeln sie, begleitet von einem Elternteil  zwischen den Türmen der Heidelberger Altstadt. (Ideal ist 2024, dass der Turmumlaufbalkon der Heiiggeistkirche zur Zeit gesperrt ist. So können ANDREAS & JOHANN sich dort  und auf dem Umlaufbalkon der „Schwesterkirche “ ungestört aufhalten. Dort ist der Umlaufbalkon nicht öffentlich zugänglich.)

Der Zeitpunkt des Erststarts von ANDREAS & JOHANN am Freitagabend mit nachfolgendem anhaltenden Starkregen gefiel uns gar nicht. Heute sind in unserer Lokalzeitung dramatische Foto-Aufnahmen des nahen Flusses zu betrachten! Sein keltischer Name NECKAR bedeutet “ der Wilde“  und so benimmt er sich auch seit Tagen. (Von der Anflugstange des Nistkasten hätten die beiden Jungfalken ohne Flügelschlag in die etwa 100 Meter entfernten wilden Fluten „segeln“ können. Sie hätten das nicht überlebt.)

Wieder einmal ist alles gut gegangen. RUPERT & LISELOTTE hatten in den vergangenen Tagen auch keine Probleme den Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen.  Nun sind die beiden Jungfalken schon seit drei Tagen unterwegs, sie können inzwischen geschickt fliegen und sicher landen.

Mein Foto aus 2023  – ! – zeigt die beschriebene Situation: Wir haben den notgelandeten ICARUS  am 4. Juni 2023 auf die Brüstung des Umlaufbalkons der HEILIGGEISTKIRCHE  gestellt, damit er zum Zweitstart den „Falkenfamilien-Treffpunkt“, das ist die Turmspitze der nahen JESUITENKIRCHE im Hintergrund, sieht und erreicht.

Das gelang ihm dann – wie vielen seiner Vorgänger und nun auch den Nachfolgern in 2024 – in einem Flug ohne Bodenlandung und mit perfekter Landung in der Höhe.

03. Juni 2024|1 Kommentar

Beide Jungfalken am 30.Mai gestartet

Wie ich in den Einträgen im Gästebuch lese, sind ANDREAS und JOHANN fast gleichzeitig ausgeflogen! Da ich z.Zt. für einige Tage nicht in Heidelberg bin, kann ich keine weiteren Angaben machen. Vermutlich sind sie beide noch in der Nähe der Heiliggeistkirche.

Wenn auch z.Zt. das feuchte Wetter nicht ideal ist.,werden die beiden hoffentlich zum Zweitstart gut in die Luft kommen.

Danke, A.Sch. und an andere für eines der letzten Fotos!

31. Mai 2024|0 Kommentare

Was ist der auslösende Moment zum ersten Start?

Es ist der Hunger! Die Eltern liefern nun seltener Nahrung.

Wir können, falls wir uns auf dem Marktplatz aufhalten, heute und in den nächsten Tagen  RUPERT oder LISELOTTE mit Beute in den Fängen im Schleichflug um den Turm kreisen sehen. Sie provozieren damit die bettelnd rufenden Jungfalken und locken sie so zum Abflug.

Meist erfolgt der Erstflug am frühen Vormittag. Oft sind es die Terzel, die vor den Weibchen starten. Hier in Heidelberg war es auch gelegentlich umgekehrt.

Uns Menschen erscheint das Verhalten von RUPERT und LISELOTTE nicht mehr so intensiv und eifrig, wie wir das in den ersten Wochen zu erkennen glaubten. Denn wir betrachten sie mit unserem menschlichem Blick und neigen dazu, bei ihnen ebenfalls – irgendwie –  menschliche Eigenschaften zu erkennen.

Ich erinnere wieder einmal: Wir dürfen unsere Verhaltensmuster nicht bei  Tieren erwarten! Deren Verhalten ist geprägt von Mustern, die vom Überlebenserfolg seit Jahrmillionen geprägt wurden. So sind die Jungfalken auch in diesem Jahr im Nistkasten nun bestens ernährt und wiegen jetzt etwa 700 g (Terzel), und 900 g (Weibchen). Für ihr Leben,  zunächst Überleben, sind sie gut ausgestattet. Aber die Sterblichkeit junger Wanderfalken ist in den ersten Lebensmonaten hoch!

 

30. Mai 2024|0 Kommentare

„Babyspeck“

Diese Bezeichnung für das Aussehen der beiden Jungfalken ist nicht freundlich, hat aber einen wahren Kern. Beide haben nun – kurz vor dem Ausfliegen – ein Gewicht (Masse), das jenem der Eltern gleicht! (Die Optik der Cam 1 vergrößert uns die nahe stehenden Jungfalken, so sieht der etwas entfernter stehende erwachsene Altfalke größer aus als er ist.)

Selbstverständlich beherrschen die Jungfalken nun die anstrengende Technik der Nahrungsaufnahme: Mindestens mit einem Fang die Beute festhalten, also mit diesem auf dem runden Vogelkörper balancieren, dessen Federn entfernen, den Schnabel an der richtigen Stelle einhaken, mit großem Krafteinsatz nach oben und hinten Fleischstücke abreißen, mit dem Schnabel portionieren, auch große und sperrige Teile schlingen … Alles in größter Eile, denn das Geschwister hat ebenfalls Hunger! Oft versperrt man der Konkurrenz die Sicht, stellt sich quer, zerrt die Beute zurück oder „mantelt“ – indem man mit den Fittichen die Sicht  und den Zugriff versperrt.  Das gilt auch gegenüber den Eltern.

Wir erinnern uns an „unappetitliche“ Szenen der Vorjahre, als sogar vier Jungfalken um die Nahrung kämpften.

 

30. Mai 2024|0 Kommentare
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