Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Das zweite Küken ist geschlüpft
Herzlichen Dank an D.B., M.H. und andere Gäste!


Das erste Foto am 15.April !
Dank & Kompliment an Frau J.B., die um 3. 27 Uhr das erste Küken sah!

Vor dem ersten Schlupf: Ein zögerlicher Brutwechsel!
Gestern Abend:
Die Nähe zur Webcam 2 macht es uns schwer, die Falken zu erkennen: Wer nahe an der Kamera steht, erscheint uns groß, wer entfernter brütet, erscheint uns kleiner zu sein.
LISELOTTE brütet, RUPERT kommt zur Ablösung. Nun, kurz vor dem ersten Schlupf, wird erst nach zögerlichem – ich schreib` menschlich: – Nachdenken/Überlegen gewechselt. RUPERT übernimmt, LISELOTTE geht.
Danke, S.F.!
Das erste Küken ist geschlüpft!
Wie wir in dem Gästebuch lesen dürfen, ist das erste Küken um 3.27 Uhr geschlüpft!
Herzlichen Dank für die Nachrichten!
Foto: M.H. Danke!

“ Ach, wie gut, dass niemand weiß…“
Die Falken machen mich wieder einmal zum Rumpelstilzchen.
Aber ich finde es wunderbar, dass meine Berechnungen, der Blick in den Kalender, das Abzählen von Tagen, der Blick in unser Archiv müßig, vergeblich und falsch waren und die NATUR mir wieder einmal zeigt: LISELOTTE & RUPERT sind nicht berechenbar.
Wir Menschen müssen abwarten, was dort oben im Nistkasten geschieht. (Also heute gibt es kein Bild vom Lehrer Lämpel.) Dieser ist froh, dass er das heutige Geschehen – falls es richtig gesehen wird – bereits gestern ausführlich beschrieben hat.
Und wir freuen uns, dass es jedes Jahr wieder spannend bleibt!
Nun wird es spannend! Es sind Picks zu sehen.
Die Vergrößerung des Fotos – Herzlichen DANK! – zeigt recht deutlich, dass zumindest zwei Eier deutliche Anzeichen für einen PICK haben! Dass also zwei der Küken bereits kurz vor dem Schlupf sind!
Danke, M.H.!


Körpersprache zeigt, wer das Sagen bei einem Wanderfalkenpaar hat
Rechts: LISELOTTE kommt zur Ablösung.
Links: RUPERT verlässt geduckt das Gelege und umgeht mit Abstand LISELOTTE.
Danke, M.H.!

Noch blitz-blanke Eier ohne „Pick“
Ja, wir müssen noch einige Tage warten …
Danke, S.F.

Nun schlüpfen die ersten Küken auch in Baden-Württemberg

Auch RUPERT schaut nach „Picks“!
Danke, M.H.!
In Heidelberg, wo in den vorausgegangenen Jahrzehnten oft die ersten Küken in den Webcams zu sehen waren, werden wir uns noch einige Tage gedulden müssen. (Es handelt sich ja nicht um ein Wettrennen.)
Für unsere neuen Gäste aus den Tiefen meines Tagebuchs der Vorjahre einige Informationen zum Schlupf :
Vor dem Schlupf durchbricht der Schnabel des Kükens die Membran zur Luftkammer (Diese erkennen wir, wenn wir beim hart-gekochten Ei die Schale entfernen.) und das Küken kann dann erstmals atmen.
Bevor der Sauerstoffvorrat zu Ende geht, bewegt das Küken die Nacken- und Beinmuskeln. So durchlöchert der “Eizahn” auf dem Oberschnabel des Kükens die Eischale mehrfach – quasi am Äquator – von innen! (Das ist selbstverständlich kein Zahn, sondern eine winzige, aber spitze Ausstülpung, wirkt aber wie ein Dosenöffner. )
In den Vorjahren haben einige Gäste über die Webcam 2 diese ersten „Picks“ erkannt!
Nach einigen Atemzügen frischer Heidelberger Luft – heute noch immer recht kühl – und einer Erholungsphase, die einige Stunden dauern kann, wird das spitze Eischalenende weggedrückt. (Wir werden dann an den Schalenresten sehen, dass die Schale an der richtigen Stelle geknackt wurde.) LISELOTTE unterstützt keineswegs diese “Flucht“ aus dem Ei.
Manche behaupten, Mutter & Kind würden bereits vor dem Schlupf akustisch miteinander – wie sagt man heutzutage? – kommunizieren. Wir haben das hier, trotz der guten Mikrophone, noch nie vernommen.
Das feuchte, rosige und völlig erschöpft liegende Küken wird unter der wärmenden Mutter sehr schnell getrocknet und sieht bereits nach wenigen Minuten als schneeweißes wolliges Kleinkind – na, ja! – irgendwie “süß” aus.
In den Vorjahren, bitte zurück blättern, konnte dieser Vorgang mehrfach gut dokumentiert werden. Es gab aber auch Jahre, wo in der Morgendämmerung beim ersten Blick auf die Mutter bereits ein abgetrocknetes, fluffiges Küken unter ihr sichtbar wurde, wenn diese ihre Brut- nun Huderhaltung – änderte.
Taubenbesuch am Abend
Abendlicher Blick in die „Höhle des Löwen“!
Danke M.H.!

Noch etwa eine Woche Geduld!
Wenn ich richtig gezählt habe, sind wir heute etwa am 23. oder 24.Tag der Brutzeit, die in diesem Jahr in ziemlicher Kälte stattfand.
In den Eiern haben sich die befruchteten Eizellen längst zu Embryonen verwandelt. Der Nachwuchs ist inzwischen fast ausgereift und nahezu vollständig entwickelt!
Nun dreht sich der Embryo bald in die richtige Position, um die Eischale demnächst zu sprengen. Ein recht komplizierter Ablauf!

Etwa um den 26. Tag der Brutzeit, 2025 etwa am kommenden Wochenende, wird der Embryo den Kopf nach rechts unten unter den rechten Flügelstummel drehen, so dass der Schnabel in Richtung der Luftkammer zeigt. (Die Luftkammer kennen wir aus dem hart gekochten Hühnerei.) Der Schnabel drückt so bereits dann gegen die Membran, die den Embryo noch von der Luftkammer trennt. So bewegt sich der Embryo allmählich in die Schlupfposition:
Der große Kopf wird am stumpfen Ende des Eies liegen und die Beine können sich in Richtung spitzes Ende strecken. (Dazu fehlt ihnen jetzt noch die Kraft.) Läge der Kopf im spitzen Ende des Eies, könnte der “Eizahn” auf dem Oberschnabel die Schale nicht am “Äquator” öffnen. In den letzten Tagen vor dem Schlupf ruht das Küken und sammelt seine Kräfte im Nackenmuskel, der die Schalenhälften beim Schlupf auseinander drücken muss. Seine Nahrung, die ihm im Dottersack mitgegeben wurde, hat der Embryo bereits nahezu aufgebraucht, der Kalk für seine zarten Knöchelchen kam aus der Eischale, die nun allmählich dünner geworden ist.
(Wir Älteren erinnern uns an die 196o-er/1970-er Jahre, als Pestizide in der Nahrungskette der Greifvögel deren Eischalen so dünn werden ließ, dass diese unter dem Gewicht der brütenden Eltern zerbrachen.)
Kalter Wind aus dem Osten

Bei dem brütenden RUPERT sträubt sich heute das Gefieder gegen den eindringendenWind. Federn werden im Kasten aufgewirbelt.
Oben im „Falkenzimmer“ des Turms bin ich immer über den Temperaturunterschied im Vergleich zum Marktplatz unten überrascht. Im Winter ist es dort oben kälter, im Sommer (Sonneneinstrahlung auf das schwarze Schieferdach) heißer als unten! Als ich vor zwei Jahrzehnten dort oben oft längere Zeit am Nistkasten stand, habe ich oft jämmerlich gefroren und auch oft sehr geschwitzt. Dann half natürlich, unten angekommen, – in/vor der MAX-Bar am Marktplatz ein heißer Tee oder ein kalter Drink! „Nun haben Sie sich doch nicht so! Es doch heute gar nicht so kalt/heiß“, wunderten sich dann die Menschen am Nachbartisch über mich.
Wir beobachten deshalb seit 25 Jahren, dass die Falken – wenn sie von der Nistkasten-Anflugstange zu einem Jagdflug starten – flugs zur Schleuse fliegen, sich dort den Wind stellen und sich in engen, dann immer größer werdenden Kreisen vom Wind, wie in einem Fahrstuhl nach oben tragen lassen, bis sie dann – oft nach Minuten – als winziger Punkt über „alle Berge davon“ sind.RUPERT lockt eine nasse LISELOTTE
RUPERT, im Nistkasten, lockt mit einer kleinen „Morgengabe“eine durchnässte LISELOTTE in den Kasten.

Danke, D.B.!
RUPERT, patschnass
Danke, M.H.!

RUPERT noch solo unterwegs
Danke M.H.!

RUPERT räumt auf

Diese Besuche bieten Gelegenheit, sich die seitliche Kopf- und Halspartie des Besuchers einzuprägen, an denen die Falken individuell zu erkennen sind. Die Bearbeitung des Bodens gehört zu den vorbereitenden Aufgaben.
Danke, M.H.!
RUPERT, wie in den Vorjahren
Er übernachtet wieder in der traditionellen Nordwestecke.
Danke, A. Sch.!

DAS macht uns Freude: Das Paar im Nistkasten
Danke, D.B.!

