PALATINA am 28. Mai
ruht lässig auf dem linken Fang und überblickt den Luftverkehr im Neckartal.
Die Platzhalterin des Territoriums hat wohl alles unter Kontrolle.
Danke, K.!
ruht lässig auf dem linken Fang und überblickt den Luftverkehr im Neckartal.
Die Platzhalterin des Territoriums hat wohl alles unter Kontrolle.
Danke, K.!
Wir haben in den letzten Wochen beobachten können, dass der Nachwuchs vieles – gewissermaßen automatisch – von einem Tag auf den anderen beherrschte: Kopf heben, Schnabel aufsperren, Bettelrufe, Drängeln, Beutereste festhalten und selbst Essbares abreißen, Hoppeln, zielgerichtet zugreifen, mit den Flügeln schlagen, – ja sogar das Fliegen! Das ist alles angeborenes Verhalten und gehört zur Grundausstattung wie Federkleid und Schnabel.
Nun beginnt die Zeit des Lernens, der Nachahmung, der Jagd! Das geht nicht als home- schooling, sondern ist eine Open-Air-Veranstaltung!
Vielleicht ist das für ZEPHYR & PALATINA nun die anstrengendste Periode.
Das QUARTETT ist noch lange Zeit völlig abhängig von der Nahrungslieferung durch die Eltern!. Die Jungfalken fliegen zwar nun schon ab und zu längere Strecken, sogar bis auf große Höhe. Sie versuchen bereits ihre Geschwister, andere Vögel, irgend ein Laubblatt, das vom Wind hoch getragen wurde, ein Insekt zu verfolgen, aber sie stehen/ruhen noch lange Zeit des Tages an einem sicheren hohen Ort. Sie kehren von ihren Kurzflügen immer wieder in die Altstadt zurück.
Früh erblicken sie ein mit Beute herbei fliegendes Elternteil, fliegen ihm entgegen und verfolgen es hartnäckig. ZEPHYR und PALATINA geben keineswegs die Beute großzügig preis! Oft steigen sie im letzten Moment in die Höhe, legen sich auf die Seite, manchmal lassen sie die Beute auch aus großer Höhe fallen und hoffen, dass die Jungfalken die zu Boden stürzende Beute noch vor den Dächern ergreifen. Einmal sah ich, dass kurz vor dem Aufprall der Beute auf den Hausdächern, – wie aus dem Nichts -, das andere Elternteil sehr tief herbei fliegend, den herab fallenden toten Vogel noch in der Luft ergriff und mit ihm wieder in die Höhe flog, verfolgt von den kreischenden Kindern! Auf ein Neues!
Lehrmethode ist: “Fang mich doch! Nimm mir die Beute weg! Nein, ich gebe sie nicht freiwillig her! Du musst sie gegen Deine Geschwister verteidigen, sonst bleibst Du hungrig!” Das Lernziel ist jetzt, eine Beute im Flug den widerstrebenden Eltern zu entreissen. Meist von unten anfliegend, sich auf den Rücken drehend und mit ausgestreckten Fängen zugreifend!
Dann nichts wie weg, an einen sicheren Ort zum Kröpfen, meist verfolgt von den Geschwistern. Nur so – aus Hunger – lernen sie Schritt für Schritt, – nein, Flugangriff auf Flugangriff – selbst einmal einen fliehenden Vogel zu greifen.Es dauert etwa einige Wochen, bis die Jungfalken das gelernt haben. Erst dann ziehen sie allmählich weitere Kreise um die Altstadt und wandern schließlich ab.
Nun sind die jungen Falken nicht mehr ununterbrochen beieinander. Vielleicht steht einer auf dem Turm der Jesuitenkirche, der andere darunter auf dem Kirchendach, der dritte auf Heiliggeist und der vierte auf der Schlossruine. Noch bleiben sie in Sichtkontakt und eilen den Eltern entgegen, wenn diese mit Beute kommen. Die Kröpfplätze sind “meeting points”, dort ist die Chance am größten, fast alle noch gemeinsam zu sehen. Also die Turmspitzen der Jesuiten- und Heiliggeistkirche, aber auch der Mauerkranz des “Dicke Turm” und die Ostseite der Turmruine. Gelegentlich hören wir das “Gieren” und Bettelgeschrei aus den Bäumen des Klingenteichtals oder gegenüber vom Heiligenberg herab. Noch lebt die Falkenfamilie in der Altstadt, aber die Flüge der Jungfalken ziehen bereits größere Kreise. In den nächsten Tagen/Wochen empfehle ich als Beobachtungsplatz – mit Feldstecher und gespitzten Ohren – den Philosophenweg im Norden oder die Scheffelterrasse im Süden. s.u.
Über Lob und Anerkennung und die zahlreichen Danksagungen habe ich mich natürlich – mit unseren Helfern, Unterstützern und Spendern im Hintergrund – sehr gefreut. Herzlichen Dank an Sie alle! Aber in meiner schnellen Art habe ich einige Zuschriften, die Lob mit Anmerkungen verknüpft haben, zu schnell und leichtfertig zur Veröffentlichung frei gegeben. Bitte lesen Sie die Regeln zu unserem Gästebuch und beschränken Sie sich auf kurze Beiträge, die einen Bezug zu den HEIDELBERGER WANDERFALKEN haben! Auch für mich ist es neu, dass so viele Besucher/-innen das Gästebuch lesen und nutzen. Es wäre schade, wenn ich es – wie anderswo – schließen müsste.
Es war eine gr0ße Freude für mich, dass ich heute Nachmittag eingeladen war, auf einer ideal gelegenen Dachterrasse in der Altstadt den Falkenhimmel zu beobachten. Schöner und besser konnte meine Kontrolle nicht erfolgen! Drei Jungfalken tummelten sich – mal hier, mal dort, mal brüderlich, mal zänkisch – auf dem Umlaufbalkon der JESUITENKIRCHE. Und gleichzeitig konnten wir einen Jungfalken auf dem Umlaufbalkon der HEILIGGEISTKIRCHE erblicken. Immer wieder flogen auch diese Falken über unseren Köpfen hin und her. Schließlich kam der erhoffte Augenblick, dass zwei hier und zwei dort zu erkennen waren. Schließlich freuten wir uns daran, dass zwei Jungfalken über uns bereits miteinander flogen und spielerisch einander zu greifen versuchten!
Beglückt und hoch zufrieden bin ich zurück! HERZLICHEN DANK für diese Einladung!
am 23. Mai den Nistkasten. Für unsere neuen Gäste: Achten Sie auf die quer gefleckte weiße Brust, Kennzeichen eines erwachsenen Wanderfalken, die Jungfalken haben eine längs gestreifte Brust. Auf einem Fang/Fuß zu stehen ist ein Zeichen der Entspannung.
Danke, A.S.


Da können wir Menschen von der Natur lernen. Dass SOPHIE, vielleicht auch die Geschwister, auf jeden Fall die Eltern, noch immer im Nistkasten eintreffen, hat einen Grund. Sie schauen dann als erstes nach links in die Depotecke (von Cam 1 aus gesehen: rechts am Ausgang). Denn die Falken suchen nach Nahrungsresten in ihren Depots, bevor sie erneut auf Beutesuche fliegen.
Für unsere Augen sieht es jetzt auf dem Boden des Nistkastens aus „wie bei Hempels unterm Sofa“! Die sprichwörtliche „schwäbische Hausfrau“ in uns möge aber einen Vergleich anstellen:
Im Nistkasten sehen wir jetzt den Müll der vergangenen 46 Tage des sechsköpfigen Heidelberger Haushalts der Familie Z & P! Dieser Müll wird demnächst vom betagten Hausmeister (Wann geht der endlich in Rente?) des Falkenzimmers des Anwesens in einem einzigen Müllsack entsorgt werden. Nun bitte schön: Stellen wir uns doch die Müllmenge vor, die unser Haushalt in diesen 46 Tagen zur Beseitigung ansammelte!
Wir konnten in den letzten beiden Wochen beobachten, wie das QUARTETT konzentriert den Boden nach Skelettresten absuchte und noch das letzte Fetzchen Nahrung abknabberte. ZEPHYR und PALATINA entfernten sorgfältig größere Beutereste. Was wir jetzt noch sehen, sind nur noch Federn. Wenn der „Hausmeister“ mit dem Müllsack den Turm verlässt, trägt er diesen lässig in der linken Hand.
selbstverständlich als Beifahrer, werfe ich gegen 10.40 Uhr von der B 37 auf Höhe der Alte Brücke einen Blick zur Turmspitze. Auf dem südlichen Arm des Turmkreuzes steht ein Wanderfalke. Ob Alt oder Jung, kann ich auf die Schnelle und die Distanz nicht feststellen. Die Turmspitzen der beiden Hauptkirchen der Altstadt Heidelbergs bleiben in den nächsten Wochen Dreh-und Angelpunkt der Falkenfamilie.
Ich möchte mich, nachdem wir nun hier auf der Website wohl kaum noch eine(n) vom diesjährigen QUARTETT sehen werden, herzlich bedanken! Zuvörderst bei den Helfern im Hintergrund: Den Technikern in der Datenverarbeitung der Stadtverwaltung, die uns einen störungsfreien Zugang ermöglichten, dem Webmaster und dem Videostreamings, der Pfarrei Heiliggeist , dem Umweltamt, dem NABU Heidelberg und dem NABU Baden-Württemberg.
Ein großes Dankeschön wieder an die Spenderinnen und Spender, die das Projekt finanzieren! Ebenso DANKE an die zahlreichen Gäste, die mich in dieser Saison mit Fragen und Anmerkungen täglich beschäftigt haben. Ic habe gelegentlich daran gedacht, das Gästebuch einzustellen. Ich sehe in dieser Saison, dass eine große Mehrheit mit diesem Forum freundlich und sachlich zurecht kommt. So behalten wir es bei.
Sehr schön fand auch ich, dass wir in dieser – für uns Menschen – so schlimmen und beängstigenden Zeit, hier eine OASE einer ruhigen, nicht störenden Natur zeigen konnten: Leben entsteht und wächst, Eltern sorgen für den Nachwuchs, es gibt Momente der Freude und der Sorge, unabhängig von unseren Nöten und Problemen. Das Leben geht weiter!
Das Leben geht auch auf dieser Website weiter.
Wie in den Vorjahren, laufen die Cams ganzjährig und ganztägig, auch wenn erst im September /Oktober ZEPHYR zur Schlafenszeit wieder im Nistkasten erscheinen wird. Mein Tagebuch führe ich, wie in den Vorjahren fort. Ganz bestimmt nicht in der Häufigkeit der letzten Monate, aber es gibt immer wieder etwas aus der Wanderfalken-Szene zu berichten. Falls mir nichts einfallen wird, werde ich zurück in meine Aufzeichnungen der letzten 20 Jahre blättern und Wichtiges neu einstellen. Als ehemaliger Lehrer weiß ich , dass Wiederholung von Wissenswertem nicht schadet..
Wir freuen uns an den ersten Rückmeldungen aus der Altstadt. Um 9 Uhr stand ein Jungfalke auf dem Umlaufbalkon, der z.Zt. noch nicht für die Besucher zugänglich ist, ein weiterer Jungfalke stand auf dem Geländer des Kapellchen auf der Spitze der Welschen Haube des Heiliggeistkirchturms.
Selbstverständlich besteht noch für einige Tage die Gefahr, dass ein Jungfalke unten auf der Straße, oder im Gewirr der engen Altstadt sich – z.B. – auf einem Dach in einem Taubenschutzgitter (wie im vergangenen Jahr) , Schneefanggitter oder Zaun verfängt. Aber mit jeder Stunde, in der mich kein Notruf erreicht, wird die Lage für die Falken und unsere Nerven erträglicher. Die vergangenen 20 Jahre erinnern uns, dass die jungen Falken sehr schnell lernen sich in ihrer Welt über unseren Köpfen einzurichten.
Selbstverständlich sind sie noch mindestens zwei-drei Wochen völlig von ihren Eltern abhängig, die sie mit Nahrung versorgen werden.
Danke, C,!
