Pass auf, dass Du nicht von PALATINA hinweg gefegt wirst!
Ach, nein! Wahrscheinlich reicht da ein kurzer Scheinangriff, und Turmfalken sind geschickte Flieger.
Danke, K.!
Ach, nein! Wahrscheinlich reicht da ein kurzer Scheinangriff, und Turmfalken sind geschickte Flieger.
Danke, K.!
betrachtet das nasse und kalte Heidelberg. Sie wird wohl wieder hier übernachten.


Das ist wieder einmal ein Tag zum erstaunten Kopfschütteln! Ich grübele: Lesen Falken mein Tagebuch oder meine Gedanken? Gestern verglich ich in meinem Tagebucheintrag die beiden – sehr verschiedenen – Arten und prompt zeigen sich uns heute beide zum direkten Vergleich. Gestern Abend PALATINA auf der Anflugstange und heute morgen zwei Turmfalken!
Danke , A.Sch.!

Oft verwechseln Menschen, die mich ansprechen, Falco peregrinus und Falco tinnunculus, also den Wanderfalke mit dem Turmfalken. „Herr Gäng, wie geht es den Turmfalken auf Heiliggeist?“ Wenn ich dann antworte, dass es dort keine Turmfalken gibt und es richtig stelle, erhalte ich meist die Antwort „Ach, das ist doch dasselbe! Falken, die auf einem Turm leben, sind Turmfalken.“
Nun ja. Ich verzichte dann meist auf die Belehrung, dass es zwei völlig verschiedene Vogelarten sind.
Hier und heute erlaube ich mir doch mal wieder eine Lektion:
Wanderfalken sind weniger mit Greifvögeln verwandt, sondern eher mit Papageien und Sperlingsvögeln! (Nein, ich scherze nicht!)
An der Universität Heidelberg gibt es selbstverständlich intensive Forschung, aktuell z.B. zu Covid-19 bei Kindern. Es gibt hier auch intensive Forschung zur Evolution der Vögel.
Die DNA-Analysen von Zellen unserer Wanderfalkenküken haben dazu beigetragen! In einigen der vergangenen Jahre haben Mediziner bei der Beringung der Jungfalken auf Heiliggeist Gewebeproben – nicht nur wegen der Vogelgrippe – entnommen. Über das Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie IPMB der Universität erfuhren wir bereits 2012 von Prof. Dr. Michael Wink die erstaunlichen Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung (Forschungsmagazin Ruperto Carola 1/12, S. 36 ff. www.uni-heidelberg.de/presse/ruca):
Sie ist bereits an einer neuen Nistmulde interessiert.
Danke, H.Sch.
!

Danke, K.!


Ja, ist denn schon wieder Balzzeit?
Wir konnten es bereits im Gästebuch lesen, hier sehen und hören wir ein Verhalten der beiden, das wir eigentlich immer nur im FEBRUAR sehen!
Das ist erstaunlich und passt gar nicht in die Zeit, an der anderenorts die Küken der Wanderfalken noch weiß & kuschelig in den Nistkästen sitzen oder gerade erst beringt werden.
Danke, K.!
Diese Frage ist noch beliebter als die vorausgehende, aber auch sehr umstritten. Die Schätzungen der Fachleute reichen von vorsichtigen 250 km/Std. (Dieter Rockenbauch, 2002) bis zu 480 km/Std.(White et al. 2002). Theoretisch könnte ein Vogel von der Größe und Tropfenform eines senkrecht herabstoßenden Wanderfalken etwa 365 bis 381 km/Std. erreichen (Orton, 1975), die Anziehungskraft auf einen 500-g-Terzel könnte diesen auf 90 m/sec und ein 1100-g-Weibchen auf 100 m/sec beschleunigen (Tucker et al. 1998).
Das sind wohl theoretische Überlegungen!?
So gesehen könnte ja ein Steinadler mit 4 000 g bis 5 000 g Gewicht dann aber noch schneller herabstürzen? Ist das so? Es ist also Spekulation in solchen Überlegungen, genaue Messungen scheinen noch immer zu fehlen. Mit offenem Mund konnte auch ich (in fünf Jahrzehnten!) nur selten mit dem Feldstecher beobachten, was den Menschen seit Jahrtausenden am Wanderfalken fasziniert: Der Falke beschleunigt anfänglich den senkrechten Sturzflug zusätzlich mit energischen Flügelschlägen! Von diesen ersten Sekunden findet man im Internet Filmaufnahmen (z.B. Falke verfolgt Federspiel aus der Hand eines fallenden Fallschirmspringers). Welch ein Anblick muss das für den Falken sein, wenn beim “stoop” auf einen Beutevogel, ihm dann die Erdoberfläche entgegen rast! Wie kann er dabei die Augen offen halten? Wie behält er die Beute im Blick? Wie kann er dabei mit den Mesken, besonders harten “Daumenfedern” am Handgelenk seiner Flügel, seinen Zielflug steuern? Was wäre, wenn er in diesem Tempo mit einem größeren Insekt zusammenstoßen würde, ein Staubkorn sein Auge treffen würde?
Natürlich verliert man als Zuschauer/Kameramann den herabrasenden Punkt schnell aus dem Feldstecher/Sucher. Setzt man den Feldstecher/Kamera ab und erblickt dann mit den suchenden Augen – hoffentlich – den “zusammengefalteten” Falken – wie aus dem Erdboden geschossen – ohne Flügelschlag senkrecht nach oben zur Beute rasen, ahnt man die Rasanz einer solchen Parabelflugs. Erst im letzten Augenblick öffnet der Falke Flügel und Stoß zum Bremsen und Korrigieren und schlägt mit zusammen geballten Fängen die Beute und ergreift diese. Ein ganz erstaunliches Naturerlebnis, jedem Vogelfreund zu wünschen, so etwas beobachten zu können…
(Bereits jetzt, mit einer Woche Flugerfahrung, zeigen die Jungfalken rasante, geradezu akrobatische Flugbewegungen. Kein Wunder´, bei diesem „Vogel der Vögel“ ( Konrad Lorenz), dem Inbegriff der Vogelwelt!
So steht es in den Medien und man liest es in Vogelbüchern und es ist eine der häufigsten Fragen, die man mir stellt: Wie schnell fliegt der Wanderfalke?
So genau weiß man das nicht und ich halte auch wenig von solchen Rekorden und Vergleichen.
Ich greife auf die jüngsten Veröffentlichung (2018) zurück, jene von Giacomo del’Omo, der dem römischen Wanderfalken-Terzel SETI 2017 einen GPS-Sender auf den Rücken befestigen konnte und so Daten sammeln konnte :
SETI ruhte 90% des Tages und flog mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h. Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag bei ihm bei 192 km/h, wobei wohl die GPS-Messung an ihre Grenzen kam. Was fand ich 2004 bei einer Suche in der Fachliteratur?
Die Geschwindigkeit im Horizontalflug beträgt beim Wanderfalken etwa 64 bis 88 km/Std. (White et al. 2002). Die höchste Geschwindigkeit eines wilden Wanderfalken, der im Horizontalflug flach über der arktischen Tundra jagte, wurde mit Zielfolgeradar aus einem nachfolgenden Hubschrauber mit 113 km/Std. gemessen (White und Nelson, 1991). Ken Franklin (1999) erwähnt einen menschengeprägten Wanderfalken, der einem Kleinflugzeug mit 120 km/Std. Fluggeschwindigkeit in 3.659 m Flughöhe folgen konnte. FRITZ, ein Vorgänger unseres Terzels ZEPHYR, trug – leider! – mehrfach auch sehr schnell fliegende und flinke Vögel wie Mauersegler in unseren Nistkasten ein. Die englischsprachige Literatur zum Wanderfalkeschätzt die Höchstgeschwindigkeit im Horizontalflug zwischen 110 und 120 km/Std. Ein flügelschlagender Wanderfalke ist also etwa so schnell wie ein Gepard, der bei der Jagd in der flachen Serengeti für wenige Sekunden diese Geschwindigkeit erreicht.
Nein, alle paar Wochen müssen wir das lesen!
Menschen schießen – als Sport? aus Langeweile? aus Lust am Töten? – Vögel vom Himmel… Bevorzugt Greifvögel. Meist im Vereinigten Königsreich.
Widerlich! Beschämend! Pfui!
A ‚beautiful‘ peregrine falcon was shot dead in a West Yorkshire town centre on Saturday.
Foto: Halifax Courier
