Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

5.Mai, 2024

Tagebuchschreiber ist zurück

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Ich bin wieder zurück und freue mich, dass die Falkenfamilie, wie erwartet, gut zusammenlebt und der Nachwuchs wächst und gedeiht. Ich danke für die vielen Beiträge im Gästebuch, die täglich das Geschehen detailliert protokolliert haben.

Ich werde nun wieder das Tagebuch übernehmen und dort Besonderes und Wissenswertes kommentieren und zu erklären versuchen. Das ist vor allem an unsere neuen Gäste gerichtet.

Ab sofort werden wir hier also Selbstverständliches/Offensichtliches nicht mehr im Gästebuch veröffentlichen.

Ich bitte um Verständnis.

 

18.Apr., 2024

Pause im Tagebuch

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Vom 18. April bis zum 5. Mai bin ich nicht in Heidelberg, sondern jenseits der Alpen in hoffentlich wärmeren Gefilden. Wie immer bei meinen „Ausflügen“, kann ich von meinem Mobilphone nur eingeschränkt die Website mit Bemerkungen zum aktuellen Geschehen bedienen.

Ich empfehle – falls Sie meine Notizen vermissen – in den nächsten Tagen (Schlupf steht bevor) dann das Archiv in Gängs Tagebuch aufzusuchen. Dort habe ich in den Vorjahren interessante Hinweise zu den ersten „Mahlzeiten“ (Fütterung wäre nicht das ganz korrekte Wort) der winzigen Küken notiert. Diese erstaunlichen und schönen Szenen gehören jedes Jahr zu unseren emotionalen Höhepunkten der Saison.

Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie zur passenden Zeit auf unsere Lifecams kommen!

16.Apr., 2024

So schlüpfen die beiden Küken – bald – aus dem Ei!

1 Kommentar

Die beiden werden  bestimmt innerhalb von zwei Tagen nacheinander aus dem Ei gelangen. Ich habe bereits am 4. April 2024 hier notiert, dass sich das Küken in den letzten Tagen vor dem Schlupf in die geeignete Position im Ei gedreht hat: Der Körper liegt heute bereits im dickeren Ende der Schale, das Schnäbelchen also etwa in der Mitte – „Äquator“- des Eies.

Vor dem Schlupf durchbricht der Schnabel des Kükens die Membran zur Luftkammer  und das Küken kann dann erstmals atmen. Wenn dann der Sauerstoffvorrat zu Ende geht, bewegt das Küken die Nacken- und Beinmuskeln. Es streckt sich und bewegt sich etwas. Dabei durchlöchert der “Eizahn” auf dem Oberschnabel des Kükens die Eischale mehrfach – quasi am Äquator –  von innen. (Das ist selbstverständlich kein Zahn, sondern eine winzige, aber spitze Ausstülpung, – wirkt aber wie ein „Dosenöffner.“ Die kleine Spitze, die einem Zahn ähnelt, bildet sich nach dem Schlupf schnell zurück.)

Wir sehen, wenn wir Glück bei einer Drehung der brütenden LISELOTTE haben, dann eine kleine Öffnung den -„Pick!“ – (völlig falsches Wort! Es wurde gedrückt, nicht gepickt.) und ahnen dann, dass dieses Ei bald in zwei Hälften auseinander gedrückt werden wird. Dazu muss das Küken innen weitere „Picks“ um die „Äquatorlinie“ drücken, damit sich die Schale in zwei Hälften teilt. (Wir werden dann an den Schalenresten sehen, dass die Schale an der richtigen Stelle zerteilt/aufgebrochen wurde.) Als letzter Kraftakt drückt das Küken mit Nackenmuskeln und Beinchen die spitze Schalenhälfte weg. Plumps! Da liegt das kleines feuchtes Lebewesen! Es verschwindet sofort unter der wärmenden Mutter.

Der Zeitpunkt des Schlüpfens wird vom Sauerstoffbedarf des Kükens bestimmt, also dann, wenn seine aktive Atmung einsetzt! (Wie wird so etwas gesteuert? Es gibt so Vieles, was wir Laien nicht wissen.)

Dann kann das Küken erstmals die Heidelberger Luft atmen! Verpasst das Küken diesen Zeitpunkt, erstickt es. (Das habe ich im Jahr 2000 beim ersten Schlupf oben am Kasten, durch ein „Spionloch“spähend traurig miterlebt.)

LISELOTTE unterstützt keineswegs diese “Flucht aus dem Ei”, beantwortet jedoch manchmal das leise Piepsen aus dem Ei mit aufmunternden “Ack-Zick”-Lauten. (Es gibt Berichte, dass bereits vor dem Schlupf Mutter und Kinder miteinander akustisch kommunizieren. DAS könnte über unsere sensiblen Mikrophone von Cam 1 und Cam 2 zu hören sein.) Das feuchte, rosige und völlig erschöpft liegende Etwas wird unter der wärmenden Mutter sehr schnell getrocknet und sieht bereits nach wenigen Minuten als schneeweißes wolliges Kleinkind – na, ja! – irgendwie “süß” aus!

(Das “Kindchenschema” der Verhaltensforscher I.Eibl-Eibesfeld & K.Lorenz lässt grüßen!)

15.Apr., 2024

Ablösung zeigt Rangordnung

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LISELOTTE kommt und RUPERT gibt das Gelege frei. Die nahe Position von LISELOTTE zu Cam 2 lässt sie uns etwas größer erscheinen als sie ist. RUPERT umgeht schleunig das Weibchen. Wir freuen uns über das makellose Aussehen der beiden Eier und bewundern wieder einmal das schöne Federkleid der Eltern.

Danke, M.H.!

13.Apr., 2024

„Auf anderen Falken-Websites gibt es Bilder, aber wenig Informationen!“

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Das schrieb mir kürzlich ein Gast. Es gibt gibt inzwischen in Europa wohl über 100 Websites, allein in Deutschland etwa 25 ,die uns Einblicke in das Familienleben wild lebender Wanderfalken gewähren, ohne dass diese in ihrem Leben gestört oder gar gefangen gehalten werden.

Wenn ich es richtig sehe, ist in Heidelberg  „Gängs Tagebuch“ ein Alleinstellungsmerkmal. Selten macht sich anderenorts jemand die Mühe, mit einem „pädagogischen Zeigefinger“ gelegentlich Informationen zu liefern. Das liegt – leicht verständlich – an meinem Beruf, den ich in 42 aktiven Dienstjahren gerne ausgeübt habe.

Als wir 1999 dieses Projektmit Schülern (Jungen und Mädchen) und zwei Lehrern  begannen, war ich der Adressat vieler Fragen zu den Falken. “ Da müsst ihr/müssen wir gemeinsam in den Büchern und im Internet nachschauen! Ich bin kein Ornithologe, nicht einmal Biologielehrer“, war  fast immer meine Antwort. Aber auch: “ Da ihr ja nicht immer mit mir auf dem Turm seid, schreibe ich auf die Website, was ich allein im Turm und auf meinem Computer beobachte. Ich versuche, Euch auf der Website in einem „Tagebuch“ dies und das zu erklären!“

Als ich 2005 in den Ruhestand ging und dieses Projekt  zum NABU Heidelberg wanderte, wanderten die Fragen von Jung und Alt in das „Gästebuch „oder direkt an mich. Also weiterhin: „Einmal Lehrer, immer Lehrer!“

Noch heute nagt an mir der Zweifel: Ob das alles so stimmt, was ich als Laie mir flüchtig angelesen habe und hier notiere? Als ich einmal einem leibhaftigen Ornithologen gegenüber stand, fragte ich diesen nach seiner Beurteilung. „Ja, ich lese gelegentlich ihr Tagebuch“ sagte er, „Fachlich ist da manches nicht ganz in Ordnung, aber Sie sind ein guter Beobachter. Sie beschreiben das, was Sie sehen, recht zutreffend!“ Da war ich zufrieden und bin seither beruhigt !

Der Stauferkaiser Friedrich II., dessen wertvolles Falkenbuch, geschrieben vor 800 Jahren,  vor fast 400 Jahren ausgerechnet hier 50 m unter dem Nistkasten auf der Empore des Kirchenschiffs lag, nennt in seinem Vorwort, warum er dieses berühmte Buch verfasste: „Manifestare ea, quae sunt sicunt sunt.“ also: „Ich werde die Dinge darstellen, wie sie sind.“ DAS gefällt mir auch heute noch:  Natur, wie sie ist, zeigen  und beschreiben.

PS. In der langweiligen Wartezeit 2024 – noch etwa eine Woche bis zum Schlupf – eine Anekdote  zum Schmunzeln:

Vor einigen Jahren, als ich mit Freunden einen Schleiereulen-Nistkasten auf einem nahen Bauernhof, der auch als Reiterhof arbeitet, kontrollierte, rief mir eine Dame hoch zu Ross zu : „Hallo, Herr Gäng, ich war vor 20 Jahren an ihrer Schule!“ – „Habe ich Sie unterrichtet?“ -„Nein, Sie kamen als Rektor in unsere tobende Klasse, als einmal die Religionslehrerin nicht kam.“ – „Oh, ich habe euch dann in Religion unterrichtet? Katholisch oder evangelisch?“  – „Ja, das war super! Das erinnere ich noch heute, Sie haben uns was über Wanderfalken erzählt! “

9.Apr., 2024

Ein seltener Blick auf das Gelege

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Da es heute deutlich kühler als in den Vortagen ist, werden die Eier von RUPERT wieder sorgfältig „eingefädelt“, also unter das Bauchgefieder nahe an die z.Zt. stark durchbluteten Brutflecken an der Haut gebracht. LISELOTTE hat, wie jede Nacht seit der Ablage des zweiten Eies, ununterbrochen seit gestern Abend gebrütet. So unternimmt sie, wie jeden Vormittag,  bereits am frühen Morgen einen oder mehrere Bewegungsflüge. Ob sie selbst jagt und Beute macht, oder sich aus Depots, die von RUPERT und ihr angelegt wurden, bedient, wissen wir nicht. Das Nahrungsangebot ist  – selbst in nächster Umgebung –  hervorragend,. Wenn bald Küken und LISELOTTE zu versorgen sind, wird RUPERT das, wie seine Vorgänger, leisten .

 

Danke, M.D.!

8.Apr., 2024

Beim Verzehren der letzten Schokoladeneier

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in den letzten Tagen durch meine Enkelin, konnte ich es mir als Lehrer im Ruhestand nicht verkneifen, ihr – altersgerecht selbstverständlich in einfacher Sprache – das Wunder eines Vogeleies zu erklären.

Wie so vieles in der Natur, nehmen auch wir Erwachsene – z.B.  ein Ei –  meist ohne Staunen zur Kenntnis.

Im embryonalen Stadium haben Vögel noch zwei Eierstöcke, dann entwickelt sich aber meist nur der linke zu einem funktionierenden Organ. Bei manchen Vogelarten, wie beim Wanderfalken, entwickelt sich aber auch der rechte Eierstock und der rechte Eileiter.
Hormone, ausgelöst durch Tageslänge und Balz mit RUPERT, hatten sich bei LISELOTTE  zu Beginn der Balz die Eierstöcke vergrößert. In deren Inneren reiften nun von den etwa 4 000 potentiell vorhandenen Eizellen  einige – 2024  vier – in Follikeln. Die Hoden von RUPERT, nahe bei den Nieren liegend, hatten sich durch die Wirkung der Hormone FSH und LH enorm vergrößert. Beim Eisprung (Ovulation) wurde eine reife Eizelle aus dem Follikel in das schlauchförmige Ostium des Eileiters entlassen. Ciliar-Strömung trug die Eizelle in den Eileitertrichter (Infundibulum) wohin nach der Kopulation die Samenzellen RUPERTs gewandert waren. Dort fand die Befruchtung statt. Die nächste Station war die Magnum-Region, wo Eiklar und und Mineralstoffe gebildet werden.
In dieser Region des Eileiters verblieb das Ei etwa drei Stunden und es bildete sich das, was wir Eiweiß nennen. Das Ei passierte dann den Isthmus, wo die Eihüllen (innere und äußerer Schalenhaut) sich bilden, was etwa eine Stunde dauerte. Die nächste Station war der Uterus, in dem sich die Kalkschale bildet und Pigment in seinen arttypischen Mustern und Farben hinzugefügt wird. Die „Herstellung“ des Ei dauerte die längste Zeit!
Insgesamt sind es etwa 20 bis 26 Stunden, bis  das Ei dann die kurze Vagina passiert und über die Kloake  im Nistkasten abgelegt wird. Inzwischen schreitet parallel die Entwicklung des nächsten Eies voran. Hier in diesem Nistkasten sind es oft vier Eier.
Ein fünftes ist sehr selten. Wir freuen uns, wenn auch nur zwei gelegt werden.
Der Legevorgang erfolgt rasch und unauffällig. (Ich habe mehrfach über Cam 2 beobachtet, dass das ruhende Weibchen sich kaum bewegte und danach oft wieder „Steinchen“ zog oder das Gefieder pflegte.)
Der Bedarf an Kalzium war in diesen Tagen der Eibildung bei LISELOTTE sehr hoch und in ihrem Blut war der Kalziumspiegel z.Zt. etwa doppelt so hoch wie bei Säugetieren!
Bereits während der Balz hatte sie aus ihrer Nahrung Kalzium in ihren Schulterblättern und Beckenknochen “gebunkert”, das dann – hormonell gesteuert – über das Blut in die Eierstöcke – zur Eischalenbildung – transportiert wurde.
Genau dieser Vorgang wurde vor fünf Jahrzehnten durch DDT, seine Derivate und andere Pestizide, die über die Beutevögel aufgenommen wurden, bei Greifvögeln beeinträchtigt! Brüchige und zu dünne Eischalen führten zu dem weltweiten Rückgang auch der Wanderfalken, der heute überwunden ist.

Heute kommen andere Stoffe, die über die Nahrungskette in die Wanderfalken kommen,  in unseren sorgenvollen Blick: Furane, Glyphosat …

 

7.Apr., 2024

Frühlingswärme spart „Heizung“

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Am 5. April gab es am Vormittag auch in Heidelberg einen schnellen Temperaturanstieg. (Gegen 9 Uhr trug ich im Freien noch einen Pullover unter meinem Jacket, gegen 11 Uhr – mit einer Enkelin auf dem Spielplatz – weg mit Jacken und Pullovern!) Bald erreichten mich im Tagesablauf  besorgte Anfragen: “ Das Gelege liegt heute oft unbedeckt!“

Unter dem dunklen Schieferdach der Turmspitze erwärmte sich das „Falkenzimmer“ sehr schnell in der Sonne, nachdem in den Vortagen noch ein eisiger Ostwind in den Nistkasten blies.

(Ich stand in den ersten 2000-er Jahren oft dort oben an den  1-Cent-kleinen „Spionlöchern“ um das Brutverhalten zu beobachten. Oft habe ich dann sehr gefroren, einige Wochen später lagen die Küken dann in der Hitze platt im Nistkasten. Und ich eilte hinab zu einem kalten Getränk auf dem Marktplatz.

So ist es verständlich, dass LISELOTTE & RUPERT  ihr „langweiliges“ Brüten bei hohen Temperaturen unterbrechen.

Noch wissen wir nicht, ob beide Eier befruchtet wurden, wir müssen uns weiter gedulden.

 

Danke, M.H.!

4.Apr., 2024

Was geschieht nun in den beiden Eiern?

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Sie wurden bisher, wie wir beobachten konnten, nahezu ununterbrochen bebrütet. Wir konnten die beiden Eier nur beim Brutwechsel kurz betrachten. LISELOTTE & RUPERT haben die Brutzeit sehr gut bewältigt. Nun sind sie im Endstadium der Brut.

In den Eiern haben sich die befruchteten Eizellen zu Embryonen verwandelt. Der Nachwuchs in den Eiern ist heute – etwa drei Wochen nach der Ablage des zweiten Ei (Brutbeginn) – inzwischen fast ausgereift und nahezu vollständig entwickelt!

Nun dreht sich der Embryo bald in die richtige Position, um die Eischale demnächst zu sprengen.  Ein recht komplizierter Ablauf!

Etwa um den 26. Tag der Brutzeit, 2024 etwa am 20 April, wird der Embryo den Kopf nach rechts unten unter den rechten Flügelstummel drehen, so dass der Schnabel in Richtung der Luftkammer zeigt. (Die Luftkammer kennen wir aus dem hart gekochten Hühnerei.) Der Schnabel drückt so bereits dann gegen die Membran, die den Embryo noch von der Luftkammer trennt. So bewegt sich der Embryo allmählich in die Schlupfposition:

Der große Kopf wird am stumpfen Ende des Eies liegen und die Beine können sich in Richtung spitzes Ende strecken. (Dazu fehlt ihnen jetzt noch die Kraft.) Läge der Kopf im spitzen Ende des Eies, könnte der “Eizahn” auf dem Oberschnabel die Schale nicht am “Äquator”  öffnen. In den letzten Tagen vor dem Schlupf  ruht das Küken und sammelt seine Kräfte im Nackenmuskel, der die Schalenhälften beim Schlupf auseinander drücken muss. Seine Nahrung, die ihm im Dottersack mitgegeben wurde, hat der Embryo bereits nahezu aufgebraucht, der Kalk für seine zarten Knöchelchen kam aus der Eischale, die nun allmählich dünner geworden ist.

(Wir Ältere erinnern uns schaudernd an die 196o-er/1970-er Jahre, als Pestizide in der Nahrungskette der Greifvögel deren Eischalen so dünn werden ließ, dass diese unter dem Gewicht der brütenden Eltern zerbrachen.)

Der Weg von der befruchteten Eizelle zu einem Lebewesen, – hier bald zu einem winzigen weißen Piepmatz, ist für uns Miterlebende jedes Jahr ein wunderbares Erlebnis!

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In jedem „süßen“ Küken steckt ein kleiner  Saurier

Bald werden wir hier im Nestkasten – ich schreibe: Tischsitten, entdecken, die uns gar nicht gefallen werden! Manchmal mögen wir dann gar nicht zuschauen. Das blutige Verhalten erinnert uns an die Abstammung der Vögel.

Vor etwa 68 Millionen Jahren schlug ein Meteorit auf der Yucatan-Halbinsel im heutigen Mexiko ein. Eine Kettenreaktion aus einer Sonnenverdunkelung mit starker Erdabkühlung, sowie einem anschließenden Treibhauseffekt, führten schrittweise zum Aussterben der Dinosaurier.

Vögel sind Nachkommen einer Untergruppe der Dinosaurier, zu denen auch der berüchtigte Tyrannosaurus Rex gehörte.

Dagegen entwickelten sich erst vor etwa 2 Millionen Jahren unsere Vorfahren (Homo erectus). Aus ihm entstand der Homo heidelbergensis (vor 700 000 bis 300.000 Jahren)

 Ihm folgte Homo neanderthalensis (vor 130.000 bis 40.000) und Homo denisova (vor 30.000 bis 14.500 Jahren), dann endlich wir als Homo sapiens (seit etwa 300.000 Jahren)

Kurz und bündig: 

Vögel, mit ihren Vorläufern, gibt es schon sehr lange! Wir Menschen sind erst seit sehr kurzer Zeit auf Erden.

Und wir benehmen uns so, dass wir wohl bald wieder verschwinden werden.

29. April 2025|0 Kommentare

Die Küken sind ergraut

 

Als  die beiden Küken vor 10 Tagen uns vor die Augen kamen, waren diese blütenweiß. Nun sind sie nicht etwa schmutzig, sondern sie tragen bereits ihr zweites Federkleid!

Es sind nun die grauen PELZDUNEN, welche die beiden Küken wärmen.

Die Oberhaut der Vögel ist von unserer Haut völlig verschieden, sie erinnert uns an deren Abstammung von den Saurieren.Bei uns Menschen wird die Hornsubstanz der Oberhautzellen, das Keratin, fortlaufend abgestoßen und von innen erneuert. Als Schuppen auf unseren Schultern, als Hornhaut an unserer Fußsohle und Handinnenflächen, als Haare und Finger- und Zehennägel werden diese abgestorbenen Zellen von nachwachsenden lebenden Zellen verdrängt und als tote Substanz nach außen geschoben.

Die Oberhaut der Vögel bildet Federn aus. Bei der Vogelfeder wird zunächst im Schutz einer Hornhülle (Blutkiel) ein kompliziert eingerolltes  „Gebäude“ gebildet, das sich dann zu einer verhornten und hochspezialisierten Federfahne entfaltet,wenn diese Hornscheide aufsplittert. Denn jede Feder dient, je nach ihrer Lage am Falkenkörper, ganz bestimmten Zwecken und wird erst nach der Mauser völlig erneuert! Die harten Armschwingen von LISELOTTE und RUPERT  unterscheiden sich völlig von ihrem weichen Bauchgefieder.

Bei unseren Küken formen sich diese „Federorgane“ nun aus. Blutkiele, weil sie bei Verletzung leicht bluten, heißen die bläulich glänzenden Hornscheiden der Zapfen, die nun am Stoß und an den Flügeln bald sichtbar werden. Dann werden diese Hornzapfen an der Spitze eintrocknen und es erscheint die zunächst noch eingerollte Federfahne, die sich allmählich zur Fläche entrollt. Dabei wird die Pelzdune aus ihrer Hauttasche ausgeschoben.

Das „niedliche“ Aussehen der beiden Küken ändert sich nun rasch und sie werden uns bald nicht mehr so „gefallen“ wie bisher. Vor allem ihre tierischen „Tischsitten“ und ihr „Benehmen“ wird uns gar nicht gefallen!

25. April 2025|0 Kommentare

Alles hat einen Preis.

Liebe Gäste!

Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder an dem Einblick in „Wildes Leben in der Stadt“.

Sie wissen oder ahnen, wieviele Stunden Arbeit und welch großer ehrenamtlicher Einsatz dazu notwendig sind, das kostenlos Ihnen zur Verfügung zu stellen. Dank von meiner Seite wieder an die vielen Mitarbeiter im Hintergrund,  in meinen Jahresrückblicken habe ich diese oft aufgezählt.

Dank an Sie, liebe Gäste, für Ihre Mitarbeit durch Zusendung von Fotos und Videos und Beiträgen im Gästebuch.

Wir finden auch 2025 großes Interesse: Es gab z.B. im April täglich bis zu 4.800 Zugriffe auf die Cams und mein Tagebuch! (Auch außerhalb der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit zählen wir täglich mehrere hundert Zugriffe auf unsere Website.)

Wieder gibt es treue und aufmerksame Gäste, die dieses Projekt mit Spenden – siehe Titelseite! – finanzieren. Ohne diese kleinen und großen Spenden gäbe es diese Website nicht!

Für die ersten Monate in diesem Jahr sage ich HERZLICHEN DANK an Frau Anne M., an Frau Barbara H., an Herrn Jochen Sch., erneut an das Paar H.und P.R., an das Paar E.und I.? -danke für Ihr Lob!, erneut an Frau A.M., an Herrn H.G., an Herrn Schw.,an Herrn M.R., erneut an das Paar H.und.P.R., an Frau K.B., erneut an Frau A.M., an Frau J.B., erneut am das Paar H.und P.R., erneut an Frau A.M und an das Paar H.und P.R. im April!

(Ich konnte heute leider einige Namen auf dem Ausdruck des Sonderkonto “ für Heiliggeist Wanderfalken“ beim NABU Heidelberg nicht vollständig entziffern.)

23. April 2025|2 Kommentare

Das dritte Ei wurde entsorgt

Am Ostermontag , 17.24 Uhr, wurde das dritte Ei in das „Depot“ am südlichen Nistkasteneingang  transportiert. Wir hoffen, dass wir dieses Restei bei der Beringung bergen können.

Danke, S.F und an I.L.!

22. April 2025|1 Kommentar
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