Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

2.Juni, 2023

Alles ist gut mit FORTUNA

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FORTUNA wurde heute Vormittag  in der Steingasse – nahe dem Aufenthaltsort von FORTUNA seit Mittwochabend  – aufgefunden und – an U.J., Leiter der Falknerei „Tinnunculus,“ Heidelberg, Königsstuhl übergeben. Mit dem Heidelberger Naturschutzbeauftragten und Falkenpaten 2013  Dr. K.F.R. konnte ich FORTUNA am Nachmittag abholen: Falkner  U.J. beruhigte uns, was die fehlende Nahrungsaufnahme seit Mittwoch angeht, ihr Gewicht betrug nun über 900 g . Ihr Gesundheitszustand ist perfekt. Wir freuten uns über ihr Temperament bei der Übergabe und wie 2019 setzten wir FORTUNA auf der Scheffelterrasse des Schlossgartens in die Freiheit!

2.Juni, 2023

Eltern haften für die Kinder!

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Gibt es noch diese Schilder an Baustellen?

Die Altfalken, Eltern der Erststarter, haben ihre Kinder in festem Blick! Oft haben wir beobachtet, dass ein Altfalke immer wieder den Standort des „Bruchpiloten“ überflog, als wolle er ihm die Abflugrichtung zeigen.

Im Jahr 2000 landete ein Erststarter in etwa vier Meter Höhe auf dem Hauptportal der Heiliggeistkirche, davor eine enge Gasse mit zweistöckigen Häusern hinunter zum Neckar. Der Falke stand dort seit dem frühen Morgen bis zum nächsten Tag. Wir beobachteten mehrfach, wie AURORA langsam in ziemlicher Höhe exakt die Linie dieser Gasse hinunter zum Neckar flog, als wolle sie ihrem Kind zeigen: „Flieg so, damit du in den freien Himmel kommst!“ Diese Linie flog sonst nie ein Falke! Vor einigen Jahren griff U.J. von der Falknerei „Tinnunculus“ einen „Bruchpiloten“ in der Altstadt auf. Als er ihn mir übergab, damit ich ihn wieder auf den Umlaufbalkon der Heiliggeistkirche aussetzen konnte, hatte sich eine Gruppe Passanten um uns gebildet, denen wir Rede und Antwort gaben. Zweimal flog dabei PALATINA laut schimpfend über uns hinweg. Sie hatte den Erstflug, die Landung ihres Kindes auf dem Boden und unseren Zugriff beobachtet.

Ich bin fest davon überzeugt, dass LISELOTTE und ZEPHYR wissen, wo STEFAN, MIREILLE und FORTUNA z.Zt. stehen.

Foto ( M.Preusch, 2000) aus D. Rockenbauch, „Der Wanderfalke in Deutschland“, Band 2 S. 992: (Leider in schlechter Qualität und falschem Text)

Links hinter dem Wasserspeier, der „Erststarter“,  auf dem Giebel rechts eine neugierige Haustaube

 

2.Juni, 2023

FORTUNA

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Dass der zuerst ausgeflogene Jungfalke seit Mittwochabend keinen Zweitstart unternimmt, macht auch mir etwas Sorgen. Der Schock, dass der Erstflug nach wenigen Sekunden endet und der erste Flug keineswegs so mühelos-endlos – wie von der Anflugstange seit langen Tagen betrachtet –  möglich ist, wurde von fast allen Startern hier, aber auch in freier Natur, erlebt und bewältigt.

Aus meinen ersten Dekaden der Beobachtung von startenden Wanderfalken an einem ehemaligen Steinbruch erinnere ich, dass diese „Bruchpiloten“ mühsam zu Fuß in die Felswand durch Gebüsch und Geröll  in die Höhe zurück kletterten, um  aus der Höhe den Zweitstart anzugehen. Oder sie waren in einer Fichte gelandet, flatterten kletternd auch dort möglichst weit nach oben und verharrten dort noch oft einen weiterenTag.

Hier an der Heiliggeistkirche, endete häufig der Erstflug nach 20 m auf dem Kirchendach. Auch dort rutschten die Jungfalken, mit ihren Krallen vergeblich Halt suchend, das Dach hinab bis zum Schneefanggitter oder gar in die Dachrinne. Meist gelang es ihnen, nach mehreren Versuchen, die Dachschräge hinauf zum waagrechten Draht des Blitzableiters auf dem Dachfirst hoch zu flattern. Das unangenehme Geräusch ihrer Klauen, wenn sie erneut die Schräge hinab glitten, habe ich noch im Ohr. (Wie die langen Fingernägel meiner Schülerinnen auf der Wandtafel!)  „Flieg` doch! Heb` doch ab!“, ruft man dann.  Nein, erneut balancierten sie auf dem Blitzableiterdraht des Dachfirsts entlang mit sehnsüchtigem Blick hoch zum Nistkasten, wo doch immer Nahrung geliefert wurde.

Wenn ich mich richtig erinnere, waren diese Dachfalken aber nach einer Nacht am Folgetag entflogen …

1.Juni, 2023

“ Erkennen sich die ausgeflogenen Jungfalken?“

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werde ich gefragt. Nun ist zunächst jeder Jungfalke in einer völlig neuen und unbekannten Umgebung: Auf dem Kirchendach? In der Regenrinne eines Hauses in der nahen Umgebung? In einem Hinterhof gelandet, und von hohen Hauswänden umgeben? Oder bereits in der sicheren Höhe der Kirchtürme? Das gab es in den Vorjahren.

Nach der ersten Landung bleiben die Jungfalken oft lange am gleichen Ort und hoffen, dass sie dort – wie gewohnt – von den Eltern versorgt werden. Es wurde in Heidelbergs Altstadt noch nie beobachtet, dass ein Jungfalke an seinem ersten Landeplatz von den Eltern geatzt wurde. Die ausgeflogenen Jungfalken landen dann bereits nach dem zweiten oder dritten Flug auf dem Umlaufbalkon der nahen JESUITENKIRCHE, oder deren Dach oder Eingangsfassade, in beträchtlicher Höhe!

Das ist der traditionelle Treffpunkt für etwa zwei Wochen. Ebenso die Turmspitze der Heiliggeistkirche.

Also: JA, die jungen Falken erkennen ihre Eltern am Flug und erkennen sich auch gegenseitig. Aber das aggressive Verhalten gegenüber den Eltern und Geschwistern, das wir in diesem Jahr im Nistkasten selten sahen, wird nun zunehmen.

Mit dem Blick auf die Türme der beiden Kirchen können die Altstadtbewohner hoffentlich bald wieder zählen: 1-2-3-4 – Altfalke? Da die ausgeflogenen Falken noch für lange Tage vollständig abhängig von ihren Eltern sind, kann man nun auch viel Geschrei hören. Man nennt dies Zeit Bettelflugphase. Nach dem zweiten, dritten Start landen die Jungfalken recht sicher. Wir staunen  auch, dass sie nach zwei, drei Tagen bereits wunderbar fliegen: Schnell und zielstrebig, gerne in großen und auch mal engen Kreisen die Thermik nutzend, gerne auf die Geschwister oder andere Vögel herabstoßend, selbst fliegende Blätter von Bäumen oder größere Insekten versuchen sie zu haschen. Selbstverständlich noch mit wenig Erfolg, aber rasend schnell lernend.

Ja, schade, dass das alles nur selten zu beobachten ist.

 

 

1.Juni, 2023

41 Tage ff., das passt zu unseren Tabellen

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Für die beiden Erststarter FORTUNA & STEFAN sind 41  Tage vergangen, seit sie aus dem Ei schlüpften. Wir „rechnen“ mit unserer Erfahrung im Schnitt mit 43 Tagen, plus oder minus zwei bis drei Tagen, Nestlingszeit. So sind wir optimistisch, dass auch die beiden Geschwister – hoffentlich! – in den nächsten beiden Tagen flügge werden.

Erinnern wir uns an das Aussehen vor 41 Tagen? Damals so und heute so!

1.Juni, 2023

Ein guter Tagesbeginn!

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Köstlich, teilnehmen zu dürfen, wie ein mutiger STEFAN sich tapfer in die Luft wirft! Es sieht im Video so aus, als wären den Geschwistern MIREILLE & ICARUS  geradezu etwas verlegen. Aber sie werden bald folgen!

Danke, T., D.B. und A.L.!

https://c.web.de/@309597729745535461/W79NcxaQSOCvhQpvNECg9w

31.Mai, 2023

Von einem Extrem ins andere

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Ich war heute am Nachmittag mal wieder in der Altstadt, ging über den nahezu – von der Gastronomie –  voll bestuhlten Marktplatz, staunte über die große Zahl der Touristen, so dass ich kaum einen Blick nach oben werfen konnte. Wenn ich es richtig an einer Apotheke ablesen konnte, war es im Schatten dort  unten 28° C.  Dann ist es oben unter dem dunklen Schieferdach  im Falkenzimmer, im Nistkasten, furchtbar heiß! Kein Wunder, dass das Quartett schon am Vormittag platt am Boden lag und nun in der Luft außen steht. (Ich erinnere mich, dass ich dort oben  oft jämmerlich gefroren habe.)

Danke, M.H.!

31.Mai, 2023

„Irokesenflaum“

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Darf ich das noch schreiben, oder ist das eine zu tadelnde kulturelle Anmaßung?

Die Scheitelfront auf dem Schädel ist eine Stelle im Gefieder, welche die Jungfalken mit ihren Klauen kaum erreichen können. Es ist wohl an ihrem Federkleid die einzige Stelle, die sie nicht mit Klaue und Schnabel pflegen können. Für uns Beobachter/innen  ist der Verlust dieses allerletzten Federflaums – „Gone with the Wind“, wir erinnern Buch und Film – ein Zeichen: DU BIST NUN EIN FALKE!

Nun fliege aber auch wie ein Falke davon!

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Wo kann man jetzt Wanderfalken in Heidelberg sehen?

Gestern ging ich an der Jesuitenkirche, seit zwei Jahrzehnten Treffpunkt der Heiligeist-Wanderfalken, vorüber. Ein Jungfalke flog den Umlaufbalkon an, landete auf dem Fries (Unterkante) des steinernen Geländers und schlüpfte durch die Pfeiler.

Erst zuhause sehe ich auf dem Mobilphonefoto, dass etwa auf der Mitte des Umlaufbalkons ein Altfalke steht.

21. Juni 2024|1 Kommentar

Fantastische Vögel ganz in der Nähe der Wanderfalken

In der Nähe von Heiliggeist freuen wir uns z.Zt. an anderen hübschen Vögeln:  „Tierische Gefährten-Fantastische Kreaturen“, Ausstellung im Völkerkunde – Museum Heidelberg

GARUDA,  20.Jhdt. , Bali Holz

Das schlangentötende Wesen gilt als das Reittier des Gottes Vishnu, ist halb Mensch, halb Adler, Götterbote ( wie in der europäischen Kultur Apollo)

Wunderschön: Schmuckfedern des Agantusfasans, 20.Jhdt. (Ostkalimantan, Indonesien)

Vom dritten Vogel habe ich mir nichts gemerkt …

 

 

19. Juni 2024|0 Kommentare

Bettelflugperiode

Wir haben beobachtet, dass die beiden Küken bereits im Nistkasten selbständig die eingetragene Beute zerreißen, auch die Federn ausrupfen konnten. Die Eltern haben bis zum Ausfliegen  die Jungfalken dennoch weiter  gefüttert. (Vielleicht ein Schutz, damit die Jungfalken sich in ihrer Gier bei ihren Raufereien um die Beute nicht gegenseitig verletzen?) Übrigens: Es kam beim Kampf um die Beute nie zu Verletzungen durch ihre bereits scharfen Schnäbel und spitze Krallen!

Noch sieht es schlimm im Nistkasten aus. LISELOTTE stört sich nicht daran.

Wir konnten  sehen, das sich die Küken bereits in den ersten Tagen – bemühten,  wie die Eltern in deren Alltag, den Kot weit von sich zu spritzen. In den Felsenwänden gingen diese Kotspritzer nach unten hinab. An solchen weißen Stellen erkennen wir als Wanderer in der Natur die Schlaf- und Nistplätze von Greifvögeln. Hier im Nistkasten sind diese Hinterlassenschaften nicht vom Sturm und Regen zu beseitigen. Das Entfernen der Federreste, das Eintragen einer neuen Bodenschicht, das Streichen der Wände wird  bald das Hauspersonal übernehmen.

Die beiden Jungfalken sind noch einige Wochen von der Nahrungszufuhr durch die Eltern abhängig, auch wenn ihnen bereits jetzt das Ergreifen eines unvorsichtigen, unerfahrenen Vogels gelingen sollte.

Entsprechend spielen sich z.B. auf der nahen Jesuitenkirche, deren Balkon nicht von Menschen betreten wird, dramatische Szenen ab: Mit viel Geschrei und Gezerre versuchen die Jungfalken, die eingetragene Beute für sich allein zu reservieren. Schon heute werden sie den Eltern, deren Anflug sie bereits aus weiter Entfernung erkennen, entgegen fliegen und werden – selbstverständlich gegen deren Widerstand – versuchen, bereits hoch in der Luft die Beute abzujagen! Meist steigt der Elternvogel mit der Beute beim Zusammentreffen mit den Jungfalken nach oben, lässt auch gelegentlich die Beute fallen, sodass die Jungen den fallenden Beutevogel greifen können. Oder auch  – noch nicht.

 

Dann kommt ihnen der andere Elternteil zuvor, ja selbst der liefernde Altfalke stürzt beschleunigend herab, überholt die Jungfalken und greift die Beute erneut!  Die wertvolle Beute soll nicht zum Boden fallen.

Das sind Fähigkeiten, die ANDREAS & JOHANN nun lernen:  „Wie ergreife ich als Wanderfalke die Beute im Flug und verteidige sie?“

Dieses Üben und Lernen ist  angeboren. Die Jungfalken üben das Greifen auch an Laubblättern, die der Wind in die Luft trägt, an Großinsekten, an Flugsamen der Bäume, die ihnen der Wind bei ihren Flügen entgegen wirbelt, aber auch in spektakulären „Scheinangriffen“ auf das Geschwister, das sich mit ihnen am Himmel tummelt. Diese Angriffe üben sie auch an anderen Vögeln, die ihnen begegnen. Die zahlreichen Krähen und Tauben am Altstadthimmel weichen den ungeübten Jungfalken – noch  – lässig aus.

DAS sind aufregende Szenen, die wir leider nicht zeigen können!

14. Juni 2024|2 Kommentare

Morgenschläfchen

Danke, M.H.!

15° C  und Regen, das ist kein Wetter um zu fliegen und zu jagen! Das zweite Augenlid, die Nickhaut, zeigt uns, dass LISELOTTE schläft.

 

14. Juni 2024|0 Kommentare
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