Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
LISELOTTE, eine „Stubenhockerin“
Wir sind es seit zwei Jahrzehnten gewohnt, dass jedes Falkenjahr im Heiliggeistkirche-Nistkasten – trotz aller Routine – uns immer wieder neue Erlebnisse und Kenntnisse über Wanderfalken liefert. Es ist keine Neuigkeit, dass Wanderfalken täglich für lange Zeiten auf von ihnen bevorzugte Warten ( Felsen, Baumäste), hohe Gebäude) ruhen, Ausschau halten, verdauen und ausgiebig ihr Gefieder pflegen. In den Vorjahren sahen wir in den Sommermonaten und im Frühherbst tagsüber nur ganz selten einen Kurzbesuch eines Falken. Auch die Übernachtungen von ZEPHYR begannen erst vor drei Jahren.
Nun sehen wir hier täglich aus nächster Nähe die Wanderfalken!
Danke, M.H. und K.!
Alles wieder im normalen Alltags-und Nachtbetrieb im und am Nistkasten
Beide Falken sind wieder regelmäßig auf der Anflugstange und im Nistkasten zu sehen, gut so. Sehen wir bei dem nächtlichen Infrarotbild die Augen von LISELOTTE als weiße Flecken, dann hat sie die Nickhaut (ein inneres Augenlid) beider Augen geschlossen und schläft. Meist sehen wir, dass sie auch nachts im dunklen Nistkasten oft wach ist, ihr Gefieder pflegt und nur für kurze Phasen tief schläft.
Danke, D.B. und K.!
links (Südseite) LISELOTTE und rechts (Nordseite) ZEPHYR
Man kann die beiden an Kopf und Größe recht gut unterscheiden, nicht wahr?

LISELOTTE an einem sehr heißen Nachmittag
Aber auch unter dem heißen Schieferdach findet sie keine Abkühlung. Falls sie kühlen Schatten suchen würde, fände sie diesen sekundenschnell drüben in der Schlossruine in vielen dunklen schattigen Nischen. Wieder einmal lernen wir, dass Tiere ganz anders „ticken“ als wir Menschen.
Mein zweiter Blick auf die Szene zeigt, dass LISELOTTE in aufrechter Haltung recht aufmerksam das Äußere im Auge behält.Vielleicht werden zu dieser Zeit die Seilverbindungen zwischen den beiden Kirchtürmen abgebaut.
Danke, K.!
Turmbesucher
Wir lesen mit Erleichterung – DANKE für die kontrollierenden Einträge in das Gästebuch! – dass die Falken diese Eingriffe in ihren Luftraum und auf ihre Kirchtürme offensichtlich misstrauisch, aber tolerant, zur Kenntnis genommen haben.
Ein interessantes und – alles in allem – lehrreiches Vorkommnis für unser Lernen über das Verhalten wild lebender Wanderfalken in einer Stadt. ZEPHYR & LISELOTTE zeigen sich als belastbar und bleiben hartnäckig an ihrem Nistplatz!
Falls jemand von unseren Gästen auch heute Zeit & Lust hat, das Verhalten des Paars zu kontrollieren: Um 12.30 Uhr und um 16 Uhr sind die Akrobaten mit Musik erneut zwischen den Türmen unterwegs. Dauer: jeweils ca. 35 Minuten. Am frühen Nachmittag sind LISELOTTE & ZEPHYR meist unterwegs.
Aber bei welcher Annäherung und an welchem Datum ist deren Grenzbelastung so stark, dass sie endgültig diesen Nistplatz verlassen und fortan wegbleiben?
Erfahrene Betreuer/-innen von Nistplätzen wild lebender Wanderfalken an Felsen kennen das! (Ich erlebte das z.B. in den 1960-er bis 1990er-Jahren an einem still gelegten Steinbruch. Wir hatten in dessen Steilwand die traditionelle Brutnische – auf`s Feinste und erfolgreich – optimiert: Den Boden eingetieft, trocken gelegt und gegen den Zugang der dort lebenden Marder gesichert. Ein Abrollen des Geleges oder ein Abrutschen der Küken mit einem kleinen Wall nach außen verhindert, störender Aufwuchs gerodet u.s.w. Dennoch verließ das Paar aus unbekannten Gründen diese „optimale“ Stelle und zog Dutzende von Metern entfernt in eine andere Nische, die feucht, nicht mardersicher und – nach unserer Meinung! – ungeeignet war. Tatsächlich kam es dann dort zu Brutausfällen.)


Beide Falken am und im Nistkasten
Sie sind nicht entspannt, sondern eher argwöhnisch nach außen orientiert. Ihre Präsenz freut uns.
Danke, K. und M.H.!
Wanderfalken reagieren sensibel auf Annäherung
wenn ein Eindringling in ihren nahen Lebensraum eindringt. Vor allem während der der Brut – und Aufzuchtzeit. So passt die Nachricht über den Preisträger Jack Zhi beim Wettbewerb „Bird Photographer of the Year 2023“ – über 20 000 Bewerbungen, mit einem Wanderfalkenfoto aus Südkalifornien gut zu meinen vorausgegangenen Tagebucheinträgen!
Wir sehen ein Wanderfalkenweibchen, das einen riesigen braunen Pelikan (Pelecanus occidentalis) – mit Kopfgriff – nahe des Falkenbrutplatzes attackiert Der Falke will den Eindringling nicht nur vertreiben, sondern beabsichtigt mehr ….
Also DAS wünschen wir morgen und übermorgen für die Artisten auf keinen Fall!
Ein Eingriff in die nahe Lebenswelt der Wanderfalken
… bereits am Tag vor dem genehmigten Spektakel! Das widerspricht einschlägigen Vorschriften des Artenschutzes,- ein Ärgernis, wenn nicht mehr!
Danke, M.H.!

Weitere vier Aktionen und Show-Business über den Falken
Erstaunlich, auf welche Ideen man kommt, noch mehr Besucher in die längst überfüllte und überlaufene Heidelberger Altstadt zu locken!
An zwei Tagen wird zwischen den beiden Kirchtürmen von Heiliggeistkirche und Jesuitenkirche auf 250 Meter Länge in 50 Meter Höhe eine 2,5 Zentimeter breite „Slackline“ gespannt, damit belgische Artisten zweimal täglich, begleitet von der Musik eines eigens entworfenen Saiteninstruments, ihr Können zeigen. „Der Altstadt-Himmel wird zur Bühne“ titelt unsere Lokalzeitung. Gefördert werden die Aktionen von der Stadt über das Projekt „Mittendrinnenstadt“.
Ach, wenn es doch „drinnen“- also unten auf Dachhöhe geschähe!
Wieder einmal stehen Denkmalschutz und Artenschutz in zweiter Reihe. Ich habe deshalb die beiden Pfarrgemeinden und das Umweltamt der Stadtverwaltung gestern schriftlich dringend gebeten, “ … während der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit der Wanderfalken auf dem Turm der Heiliggeistkirche, also jährlich Mitte Januar bis Ende Mai, solche optisch und/oder akustisch störenden Veranstaltungen im nahen Bereich der Heiliggeistkirche/Marktplatz … nicht zu gestatten.“
Wir hatten am 2. Juni 2018 erlebt, wie die Wanderfalken panisch und aggressiv reagierten, als ein noch nicht flügger Jungfalke im Nistkasten stand und im engeren Luftraum über der Heiliggeistkirche eine Drohne kreiste. (Siehe „Gängs Tagebuch- Archiv, 2.Juni 2018!)

LISELOTTE steht ausnahmsweise auf der Südseite
Wie man in den letzten Tagen sehen konnte, steht am Nachmittag die Sonne hinter dem Turm, die Cam 3 filmt dann in den Schatten und ist geblendet.
Danke, K.!
Liselotte ist wieder zu bewundern
4.September, 13.28 Uhr: DANKE an den Paten B.P. für die Cam 3 Einstellung!
Danke, M.H.!
ZEPHYR übt für die Nestgrube
Danke, M.H.!

Neugieriger Besuch am Abend
Danke, H.K.!

RUPRECHT auf der Turmspitze
Heute Nachmittag ging ich mit Mobilphone über den Marktplatz. Die Anwesenheit von RUPRECHT ist wohl rund um die Uhr festzustellen.

Vor der Balz
Wie jedes Jahr sind wir „Falkenfans“ ungeduldig.
Auch 2025 erreichen mich Anfragen nach dem Verbleib von LISELOTTE. Was steht in den Fachbüchern über das Verhalten im Januar? Wie verknüpfen wir das Verhalten der Falken in den Felswänden mit dem Auftritt unseres Paars im Turm? Ich versuche, das knapp darzustellen:
In freien Natur: Die Terzel bieten in der Vorbalz den Weibchen einige geeignete Nistplätze zur Auswahl an. Hoppla! DAS entfällt hier! Der Nistkasten in diesem Turm hat sich seit 25 Jahren für mehrere Paarverbindungen als geeignet bewährt. RUPERT wird LISELOTTE keinen weiteren Nistplatz , z.B. in der nahen und durchaus geeigneten Schlossruine, zeigen, denn wir sehen ihn nun täglich hier zugange.
LISELOTTE wird, wie ihre Vorgängerinnen AURORA, JETTA, PALATINA, sich mit dem Terzel, 2025 RUPERT, etwa ab Ende Februar zur Balz im Inneren des Nistkastens einfinden! Das rituelle Verhalten der beiden wird dann wieder sehr interessant werden.
Schnappschuss vom 7. Januar 2025: links LISELOTTE, rechts RUPERT

RUPERT kümmert sich um das Innere des Kastens
Ein typisches Verhalten vor Beginn der Balz.


RUPERT bleibt nachts wieder im Kasten
Danke, M.H.!

Endlich mal wieder eine gute Nachricht
Ich habe die Freude, wieder einmal DANK sagen zu dürfen für die verlässliche, treue Unterstützung bei der Finanzierung unseres Projekts! Vom Namenspaten 2024 und Vorsitzenden des NABU Heidelberg Andreas Kellner habe ich heute zum Jahreswechsel Nachricht über neun Überweisungen erhalten.
Zuvörderst darf ich meinen großen Dank an Herrn Kellner ausdrücken, der neben seinen weiteren Aufgaben für den NABU Heidelberg, mir im vergangenen Jahr die große Last der bisher alleinigen Verantwortung für dieses Projekt von meinen Schultern genommen und auf den NABU Heidelberg übertragen hat.
Eine Spende von 100 EURO erreichte uns aus dem Nachlass von Albrecht Spatzier, der 1999 mit Reinhard Reetz unseren Nistkasten gebaut hatte. Spenden erreichte uns von Frau AR.M, erneut vom Ehepaar H.und P.R., von Herrn B.K., eine weitere von Frau AR.M., von Frau M.H. Sch., eine weitere vom Ehepaar.H. und P.R., von Frau I.Sch. und Herrn C. St.!
Im Namen von allen Besucherinnen und Besuchern: DANKE! Sie haben geholfen, dass dieses Projekt auch zukünftig finanziell auf stabiler Grundlage ruht.
Trauer um Falkenpate aus 2008
Gerd Ludwig, rechts stehend, ist gestorben. Er förderte über zwei Jahrzehnte mit unermüdlichen Engagement unser Projekt in der IT der Stadtverwaltung und vermittelte uns weitere Förderer und Sponsoren. Neben ihm steht Jürgen Reinhard, ebenfalls Namenspate 2008, der unser Projekt bei der Stiftung Schönau betreute. Die Stiftung ist für die Heiliggeistkirche als Gebäude zuständig. Auch Jürgen Reinhard ist leider bereits vor Jahren verstorben. Ohne die Unterstützung dieser beiden Männer wäre unser Projekt bereits vor zwei Jahrzehnten beendet worden.
Foto: Marion Geib, 08.05.2008
