Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Kastenbesuch von RUPERT
Für uns, die wir oft Schwierigkeit haben die beiden Falken individuell zu erkennen, sind die ersten Sekunden dieser Aufzeichnung eine gute Gelegenheit, RUPERT zu identifizieren. Es ist die charakteristische Ausprägung seines Federkleids im Kopf-, Hals-, Brustbereich, sie untersch
eidet sich deutlich von der bei LISELOTTE!
Sind beide im Nistkasten, so ist RUPERT deutlich kleiner als LISELOTTE. Steht ein Falke jedoch nah an den Kamera, so erscheint er uns dort größer, als er ist. (Den entfernter stehende Falke zeigt die Kamera etwas kleiner.)
Die Stimmlage, – heute piepst er, von RUPERT ist heller, als jene von LISELOTTE. Seine Vorderseite ist fast durchgängig ein leuchtendes Weiß und quergestreift (Alterskleid), bei LISELOTTE erkennen wir an der Brust noch längliche dunkle Tropfen im Brustgefieder, sie ist 2021 an unbekanntem Ort geboren. Alle Altfalken (Eltern) auf Heiliggeist stammen aus der freien Natur, wurden nicht angesiedelt, sondern kamen aus eigenem Entschluss. Es sind wild lebende Vögel.
Danke, K.!
Am Morgen und am Abend
wird nun gebalzt.
Danke, M.H.!
!
Balzritual im Nistkasten
LISELOTTE war zuerst im Nistkasten, RUPERT folgte. Beide „ak-zickend“ in flacher Haltung, LISELOTTE nähert sich RUPERT im „Wiegeschritt“ – was ziemlich bedrohlich wirkt , Kopf drehen, eventuell schnäbeln, RUPERT geht, LISELOTTE „regt sich ab“ und verbleibt noch einige Zeit im Kasten.
Danke, D.B.!


Nun wird das „Nest“ vorbereitet
Danke, K.!
LISELOTTE kümmert sich um die Nestmulde
Danke, M.H.!


Balz am frühen Vormittag des 27. Februar
Endlich sehen wir am richtigen Ort ein lang erwartetes Balzritual von RUPERT & LISELOTTE! Groß und dominant sehen wir LISELOTTE – 10 cm näher an Cam 2 stehend als RUPERT erscheint sie uns noch etwas größer als sie ist. In die Ecke gedrängt sehen wir RUPERT, der gleich „flüchten“ wird.
Wie mir Augenzeuginnen mitteilen, war es LISELOTTE, bereits im Kasten stehend, die ihren Partner zum Eintreten aufforderte. In dieser Reihenfolge haben wir das hier noch nie beobachtet.
Wie schön, dass es jedes Jahr hier Neues zu sehen und zu berichten gibt!
Danke, D.B., A.L. und andere!

Wann ist RUPERT der einladende Falke?
Danke, K.!
LISELOTTE lädt ein
Danke, K.!
Rupert, noch sehr zögerlich
Wir sehen wieder den „Rollentausch“: Aus langen Vorjahren erinnern wir, dass der Terzel als erster das Innere des Nistkastens aufsucht, das Weibchen ihm folgt. Beide standen sich dann gegenüber, der Terzel an der Rückwand, das Weibchen im „drohenden“ Wiegeschritt auf den Terzel zuschreitend, beide tief gebeugt in flacher Haltung, heftig „ackzickend“, der Terzel verlässt nach wenigen Sekunden, dem Weibchen ausweichend, geradezu fluchtartig den Nistkasten. Das Weibchen beruhigt sich, verbleibt im Nistkasten, zieht Steinchen oder setzt sich zur Probe in die bereits mehrfach ausgeschobene Mulde.
2924 sehen wir LISELOTTE, nicht sonderlich erregt „ackzickend“, in gebeugter Haltung an der Rückseite des Kastens stehen, links außen steht RUPERT – für LISELOTTE nicht sichtbar – nicht sonderlich interessiert! Selbstverständlich hört er das abnehmende „Ackzicken“ von LISELOTTE. Etwa bei 3.44 erscheint LISELOTTE im Eingang, RUPERT nimmt sofort die geduckte „unterwürdige“ Haltung an, folgt aber nicht in das Innere. Er wandert bei 5.58 etwas unbeholfen auf die rechte Seite und streicht ab. (Wir können dabei gut seine quer gestreifte Vorderseite sehen, ein Erkennungsmerkmal für RUPERT.) Später folgt ihm LISELOTTE .
Verkehrte Welt? Frühstadium der Balz? Nun ja. Wir werden sehen, wie sich das hier entwickelt. Die wesentlichen „Stationen“ der Balz spielen sich weit oben in der Luft zwischen den beiden ab.
Tipp für unsere neuen Gäste:
Die Musterung des Federkleids der Vorderseiten erinnern! Ebenso bei beiden Falken die Ausprägung der seitlichen „Bartstreifen“/Hals-Rückenbereich einprägen! Vor allem die unterschiedliche Größe beachten: L ist größer als R !)
Danke, K.!
Nachtrag zum Namenspaten
Ein großartiges Porträt unten, nicht wahr? Noch heute bleibt – insbesondere das weibliche Publikum, – fasziniert davor stehen!
Links der 19-jährige Karl-Ludwig, rechts der 17-jährige RUPERT.
Ihr Vater Kurfürst Friedrich V., der Winterkönig, hatte als Protestant die Königswürde im katholischen Böhmen angenommen, verliert die Schlacht am WeißenBerg am 8.11.1620, General Tilly erobert und zerstört 1622 Heidelberg. Die Familie trifft 1621 bei Onkel Maurits von Oranien in Den Haag ein. Die Mutter Elizabeth geb. Stuart, nun bald Witwe muss ihre 13 Kinder allein erziehen, ausbilden lassen und unterbringen. Einige sterben bald, andere machen Karriere. Alle sind hochgebildet, auch RUPERT spricht, Holländisch, Deutsch, Englisch, lernt auch Latein und Griechisch. Er ist zeitlebens an Kunst und Technik interessiert. Am Hof ihres Onkels King Charles I. lassen die Brüder „es krachen“, genießen für einige Zeit ein Leben, wir würden sagen, als Playboys. RUPERT kämpft für Charles I. wird abgesetzt, verbannt, lebt drei Jahre als Gefangener, sein Cousin König Charles II. ruft ihn wieder als Militär zurück . Er kämpft als Korsar gegen England, später als Admiral für England. Er leitet Sklavenschiffe aus Afrika in die Karibik, er wird Statthalter/Verwalter der Hudson Bay Company im heutigen Kanada, zuständig für den ergiebigen Pelzhandel im riesigen „Ruperts Land“, er stellt der Royal Society in London zahlreiche Erfindungen vor. Er ist zuletzt Gouverneur von Windsor Castle und Chef der Royal Navy.
Anton van Dyck, Karl-Ludwig und Ruprecht von der Pfalz, Louvre, Paris

RUPERT inspiziert das „Kinderzimmer“
Danke, M.H.!



Die Küken sind ergraut

Als die beiden Küken vor 10 Tagen uns vor die Augen kamen, waren diese blütenweiß. Nun sind sie nicht etwa schmutzig, sondern sie tragen bereits ihr zweites Federkleid!
Es sind nun die grauen PELZDUNEN, welche die beiden Küken wärmen.

Die Oberhaut der Vögel ist von unserer Haut völlig verschieden, sie erinnert uns an deren Abstammung von den Saurieren.Bei uns Menschen wird die Hornsubstanz der Oberhautzellen, das Keratin, fortlaufend abgestoßen und von innen erneuert. Als Schuppen auf unseren Schultern, als Hornhaut an unserer Fußsohle und Handinnenflächen, als Haare und Finger- und Zehennägel werden diese abgestorbenen Zellen von nachwachsenden lebenden Zellen verdrängt und als tote Substanz nach außen geschoben.
Die Oberhaut der Vögel bildet Federn aus. Bei der Vogelfeder wird zunächst im Schutz einer Hornhülle (Blutkiel) ein kompliziert eingerolltes „Gebäude“ gebildet, das sich dann zu einer verhornten und hochspezialisierten Federfahne entfaltet,wenn diese Hornscheide aufsplittert. Denn jede Feder dient, je nach ihrer Lage am Falkenkörper, ganz bestimmten Zwecken und wird erst nach der Mauser völlig erneuert! Die harten Armschwingen von LISELOTTE und RUPERT unterscheiden sich völlig von ihrem weichen Bauchgefieder.
Bei unseren Küken formen sich diese „Federorgane“ nun aus. Blutkiele, weil sie bei Verletzung leicht bluten, heißen die bläulich glänzenden Hornscheiden der Zapfen, die nun am Stoß und an den Flügeln bald sichtbar werden. Dann werden diese Hornzapfen an der Spitze eintrocknen und es erscheint die zunächst noch eingerollte Federfahne, die sich allmählich zur Fläche entrollt. Dabei wird die Pelzdune aus ihrer Hauttasche ausgeschoben.
Das „niedliche“ Aussehen der beiden Küken ändert sich nun rasch und sie werden uns bald nicht mehr so „gefallen“ wie bisher. Vor allem ihre tierischen „Tischsitten“ und ihr „Benehmen“ wird uns gar nicht gefallen!
Alles hat einen Preis.
Liebe Gäste!
Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder an dem Einblick in „Wildes Leben in der Stadt“.
Sie wissen oder ahnen, wieviele Stunden Arbeit und welch großer ehrenamtlicher Einsatz dazu notwendig sind, das kostenlos Ihnen zur Verfügung zu stellen. Dank von meiner Seite wieder an die vielen Mitarbeiter im Hintergrund, in meinen Jahresrückblicken habe ich diese oft aufgezählt.
Dank an Sie, liebe Gäste, für Ihre Mitarbeit durch Zusendung von Fotos und Videos und Beiträgen im Gästebuch.
Wir finden auch 2025 großes Interesse: Es gab z.B. im April täglich bis zu 4.800 Zugriffe auf die Cams und mein Tagebuch! (Auch außerhalb der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit zählen wir täglich mehrere hundert Zugriffe auf unsere Website.)
Wieder gibt es treue und aufmerksame Gäste, die dieses Projekt mit Spenden – siehe Titelseite! – finanzieren. Ohne diese kleinen und großen Spenden gäbe es diese Website nicht!
Für die ersten Monate in diesem Jahr sage ich HERZLICHEN DANK an Frau Anne M., an Frau Barbara H., an Herrn Jochen Sch., erneut an das Paar H.und P.R., an das Paar E.und I.? -danke für Ihr Lob!, erneut an Frau A.M., an Herrn H.G., an Herrn Schw.,an Herrn M.R., erneut an das Paar H.und.P.R., an Frau K.B., erneut an Frau A.M., an Frau J.B., erneut am das Paar H.und P.R., erneut an Frau A.M und an das Paar H.und P.R. im April!
(Ich konnte heute leider einige Namen auf dem Ausdruck des Sonderkonto “ für Heiliggeist Wanderfalken“ beim NABU Heidelberg nicht vollständig entziffern.)
Dominanz des Falkenweibchens
ist wieder einmal deutlich zu sehen.
Danke, M.H.!


Das dritte Ei wurde entsorgt
Am Ostermontag , 17.24 Uhr, wurde das dritte Ei in das „Depot“ am südlichen Nistkasteneingang transportiert. Wir hoffen, dass wir dieses Restei bei der Beringung bergen können.
Danke, S.F und an I.L.!

Zwei Küken sind leicht zu versorgen
Danke, M.H.!

