Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Herzliche Einladung bleibt weiter unbeantwortet
Auch heute ist LISELOTTE sehr aktiv. Ein Hinweis, dass sie einen anderen Falken beobachtet. Leider wissen wir nicht, was sich zur Zeit in der Luft abspielt …
Danke, D.B.!


LISELOTTE ist wohl mit einem anderen Wanderfalken zugange
Einladung zur Balz? Wir warten auf einen gemeinsamen Besuch zweier Falken im Nistkasten …
Danke, K.!
Hoffen und warten
Wieder einmal beginnt eine neue Saison mit einer unerwarteten Lage. Bisher waren wir es gewöhnt, dass der Terzel in den späten Januartagen/frühen Februartagen besonders eifrig im Nistkasten tätig war, dann in zunehmender Häufigkeit das Falkenweibchen in den Nistkasten einlud. Das Weibchen verharrte dann noch einige Zeit im Nistkasten und überprüfte die Nestmulde. Besonders interessant fanden wir das Balzritual der beiden beim gemeinsamen Eintreffen in den Kasten.
Darauf warten wir nun gespannt und etwas besorgt.
Wir sehen jeden Abend LISELOTTE ankommen, an der Rückwand die Nacht verbringen und morgens in der Dämmerung abstreichen. Tagsüber, so berichtet man mir und auch ich konnte es gelegentlich sehen, steht sie lange Zeit oben auf dem Turmkreuz. ZEPHYR, seit 2017 hier anwesend, wurde seit 9. Januar 2024 nicht mehr am oder im Kasten beobachtet. Tagsüber, besonders am Vormittag, kommt und geht LISELOTTE häufig, schaut lebhaft und ruft. Ihre Lautgebung ist ein Anzeichen, dass sie einen Partner sieht. (Es könnte auch sein, dass ihre Präsenz, ihre Starts und Landungen, sich gegen die z.Zt. in der Nähe recht aktiven Nilgänse richtet.)
Nein, ich mache mir – noch – keine Sorgen um diese Saison. Es sind z.Zt. bestimmt einige nicht- verpaarte Wanderfalkenterzel auf der Suche nach Partnerin und Territorium unterwegs. Das Neckartal und die nahe Rheinebene sind traditionell von Vögeln stark beflogene Gebiete. 2023 wurde die abgängige PALATINA Ende Februar auch sofort durch ein neues Falkenweibchen – LISELOTTE – ersetzt.
Dieser Nistplatz, dieses Territorium, diese hübsche LISELOTTE findet bestimmt das Interesse eines neuen munteren Terzels, nicht wahr?
Es wird allmählich interessanter
Ob sie die Beute als „Brautgeschenk“ übernommen hat?
Danke K. u, M.H. und H.K.!
LISELOTTE ruft
Das ist ein gutes Anzeichen. Wanderfalken rufen nur, wenn sie einen Partner/-in im Blick haben.
Danke, M.H.!

125 Jahre NABU
Heute, vor 125 Jahren, gründete Lina Hähnle (1851-1941) in Stuttgart den BfV (Bund für Vogelschutz), 1966 in DBV ( Bund für Vogelschutz) umbenannt, 1990 im Zug der Wiedervereinigung in Nabu (Naturschutzbund) benannt. Mit 900 000 Mitgliedern ist er größte Umweltverband in Deutschland. Auch unser Projekt segelt seit 2005 unterdieser Flagge. Falls es in diesem Jahr zu einer Brut auf Heiliggeist kommen wird, werde ich einen Jungfalken LINA benennen. Noch besucht LISELOTTE allein den Nistkasten, … „but it takes two to Tango!“
Danke, K.!
Wo bleibt ZEPHYR?
Erstmals und letztmals in diesem Jahr konnten wir am 4. Januar registrieren, dass ZEPHYR seine Partnerin LISELOTTE in den Nistkasten lockte. Also das zeigte, was wir Ende Januar- Anfang Februar jährlich als Beginn der Balz zu sehen gewohnt sind. 2024 sehen wir – bis jetzt – leider immer nur LISELOTTE jede Nacht und auch immer wieder am Tag auf der Anflugstange. Ich sah sie auch mehrfach auf der Turmspitze stehen, wenn ich in den letzten Wochen über den Marktplatz ging.
Nein, ich mache mir noch keine Sorgen.
Falls ZEPHYR , wie PALATINA 2023, nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer – in Heidelberg anwesend wäre, würde er wohl bald durch einen Neuzugang eines Terzels ersetzt werden. Wir werden genau hinschauen, falls wir einen zweiten Falken bei LISELOTTE sehen! Ist es ZEPHYR oder ein Nachfolger?
Mulde schieben und „Steinchen-ziehen“
DAS werden wir nun oft von beiden Falken – beobachten können. Gut, dass ich die Nestgrube schon „vorbereitet“ habe …
Danke, M.H.!

Nun aber bitte stubenrein bleiben!
Unsere höchst positiven Erfahrungen mit diesem Nistkasten, – 81 ausgeflogene Jungfalken in 23 Jahren -, führe ich auch auf die sorgfältige Reinigung und die jährlich erneuerte Bodenschicht zurück. Wir beobachten vor der Balz und vor der Eiablage, dass beide Altfalken die Seitenwände, die Decke und vor allem den Boden sorgfältig prüfen. Manchmal pflügen sie geradezu mit ihrem Schnabel den Boden. In den Felswänden, die ich in den 1960-er-bis 1990-er Jahre beobachtete, wechselte das territoriale Paar oft die Rampe/Nische aus uns nicht erklärbaren Gründen. Vielleicht lag es am Untergrund, wobei in der Natur der Wind zumindest die Federn davon weht. Hier und heute habe ich Federn, Gewölle, Kotreste, verkrusteter Sand entfernt und etwa 5 kg frischen Kies aufgetragen.
Wie schön, dass vor einigen Monaten ein beträchtlicher Vorrat, der für einige Jahre reicht, von starken Kräften aus dem „Arbeitskreis Greifvögel“ des NABU Heidelberg mühsam hoch getragen wurde. (Nein, ich habe nicht gefroren, denn es sind ja über 200 Stufen hoch zu steigen, bis ich am Kasten stand.)
Danke, M.H. für den Schnappschuss!

Auch LISELOTTE ist eine Spätaufsteherin
Danke, K. und M.H.!
Die tägliche Hauptmahlzeit von LISELOTTE
wurde im Nistkasten verzehrt. Es gefällt mir nicht, dass jetzt schon der Boden des Nistkastens nicht mehr so sauber ist, wie im Sommer! Der Rest der Taube wurde davon getragen und wird wohl unweit in einem Depot (Schlossruine?) verwahrt.
Danke, K., M.H., S.F. und H.K.!
Auch BENJAMIN (*2022) bemüht sich wieder
2024 konnte in den Niederlanden die Ringe (S RC ) eines Terzels abgelesen werden, der am 29.April 2022 auf Heiliggeist beringt wurde und von mir den Namen BENJAMIN erhalten hatte. Er sorgte bereits 2024 auf der St. Martinuskerk in Weert, NL – östlich von Antwerpen – für Nachwuchs und wird es wohl 2025 leisten.
Danke, A.L.!
Quelle: live.netcamviewer.nl

Munteres Treiben für kommenden Nachwuchs
Da auch bei den monogamen Wanderfalken alle möglichen Variationen (Bigamie, Inzest, Polygamie, Polyandrie) gelegentlich/selten vorkommen, ist es sinnvoll, dass RUPERT durch häufiges Kopulieren SEINE Spermien in LISELOTTE deponiert: Pro Kopulation zwischen 100 000 und 1,6 Millionen Spermien, die einige Tage aktiv in LISELOTTE gespeichert werden können. So erhöht er die Weitergabe seiner Gene, falls seine Partnerin sich nun auch noch mit einem weiteren Terzel paaren würde.
Das indiskrete Schauspiel, das sich z.Zt. häufig abspielt, lässt uns hoffen: Morgen könnte vielleicht das zweite Ei gelegt werden!
Und bei diesem eifrigen Einsatz könnte 2025 vielleicht mal wieder eine Viererbrut ausfliegen …
Danke, M.H.!


LISELOTTE kommt, RUPERT geht
Es wird deutlich, wer „das Sagen“ in dieser Partnerschaft hat.
Danke, M.H.!



Stillleben am 7.März 2025
Das erste Ei liegt in mitten eines Tohuwabohu und erinnert an Stillleben auf Gemälden oder an manches Kinderzimmer. Wir sehen neben dem Ei eine hübsche Mauserfeder, Kotspuren , Leichtgewichtiges, das vom Ostwind eingeblasen wurde, sauberer und verschmutzter Kies und allerlei Unkenntliches.
Als ich aufwachte, war es in Heidelberg 3° C und RUPERT schlief neben dem Ei. Nachtfrost wäre nun nicht günstig.

Ist das nicht gefährlich für das Ei?
Es liegt allein im Nistkasten und es war heute Nacht -1°C, vielleicht sogar noch kälter, dort oben. Aber erst nach der Ablage des vorletzten Ei beginnen die Falken mit dem Brüten.
Hier im Kasten liegt das Ei in Sicherheit. Würde es sichtbar auf einem Felsband oder ein einer Nische liegen, könnte es von Krähen entdeckt werden und wäre verloren. Dort würden die Eltern das Gelege aber im Blick halten und verteidigen.
Zwischen dem ersten und den hoffentlich nachfolgenden Eiern liegt ein Abstand von zwei bis zweieinhalb Tagen.

Das erste Ei!
Wurde in der Nacht vom 5. auf den 6. Märzgelegt. Herzlichen Dank für die Meldungen!
Wir sehen heute Vormittag einen aufgeregten RUPERT, der sich mit „Brutversuch“, und „Steinchen-ziehen“ beschäftigt.

