Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
LISELOTTE heute nicht ganz entspannt
Danke, K.!
Aufmerksame LISELOTTE! Auf wen, auf was?
Danke M.H.!


LISELOTTE im Nebel
Danke, K.!
Geduld, Geduld …
beginnt die Arie Nr.35 in der“Matthäuspassion“ von J.S. Bach, – unten im Kirchenraum bestimmt oft erklungen. Diese haben wir, denn noch ist LISELOTTE im Bereich der Balzzeit. Erinnern wir uns doch an das plötzliche Verschwinden von PALATINA gegen Ende Februar. 2023. Sofort stand ein neues Weibchen LISELOTTE bereit, diesen Nistplatz zu übernehmen.
Dass nun ein neuer Terzel die Nachfolge von ZEPHYR antritt. ist wahrscheinlich. Auffallend ist das alltägliche unruhige Verhalten von LISELOTTE. Üblich ist in dieser Balzphase, dass der Terzel der Partnerin einige mögliche Nistplätze durch Anfliegen und gemeinsame Besuche empfiehlt. Heute und hier ist es eher umgekehrt.
Könnte es sein, dass ein neuer Terzel, z. B. gegenüber am Schloss, LISELOTTE bereits täglich in eine von ihm gewählte Nische zu locken versucht?.Er dagegen unseren Nistkasten keineswegs anfliegen will? (Als wir 2015 den Eingang in den Nistkasten mit Stangen verengten um den Einflug durch die dicken Nilgänse zu behindern, weigerte sich der Terzel tagelang – im Gegensatz zum Falkenweibchen – hinein zu schlüpfen. Erst nachdem wir eine Stange entfernt hatten gewöhnte er sich daran.)
Danke, M.H.!


Keine Neuigkeiten zu vermelden
Danke, K.!
LISELOTTE am Aschermittwoch/Valentinstag
Danke, K.!
Nun wird es laut werden
In diesen Minuten setzt sich der Fastnachtszug in Heidelberg mit 89 Wagen im Westen in Bewegung. Er wird wohl, von vielen zehntausenden von Besuchern gefeiert, in zwei Stunden an seinem Ziel, – na wo wohl?- , auf dem Marktplatz zu Füßen der Heiliggeistkirche enden. Es wird bestimmt laut werden, LISELOTTE wird, gemeinsam mit den Tauben auf dem Marktplatz, für heute den Flugverkehr dort einstellen.
(Soeben über die Mikrophone von Cam 1und 2 geprüft: Bereits jetzt – 14.10 Uhr – ist dort Remmidemmi.)


BENJAMIN aus 2022 lebt und balzt in den Niederlanden
Es gibt auch gute Nachrichten! Von uns seit langem erwartet, erhalte ich erstmals Nachricht über einen Jungfalken aus unserem Nistkasten. Auf der St. Martinuskerk in Weert, NL – östlich von Antwerpen – zeigt die Webcam einen balzenden Terzel mit der Ringnummer S JRC am rechten Fang. Das dortige Weibchen ist nicht beringt.
Danke, C.! (via De Mortel en andere slechtvalken)
LISELOTTE stumm am gleichen Tag am Abend
Danke, K.!
LISELOTTE am 8. Februar
Das ist eine deutliche Aufforderung! Aber an wen?
Danke, M.T.!
Wie gehen die Falken mit dem Ei um?
Die Eltern halten das Gelege auf der notwendigen Temperatur, die für die Entwicklung der Embryonen notwendig ist, also etwa 34° – 38° C. Das bedeutet, dass die Körpertemperatur der Altvögel an den Brutflecken am Bauch hoch ist. Vor allem heute Nacht, als die Temperatur nur knapp über 0° C lag und dort oben ein scharfer Wind blies.
Die Eier müssen regelmäßig ab und zu bewegt werden, damit nicht immer die gleiche Stelle der Schale “beheizt” wird. Die Hagelschnüre kennen wir alle vom rohen Hühnerei, nicht wahr? Die beiden ineinander verdrehten Eiweißstränge sorgten dafür, dass die wichtige Keimscheibe auf dem Dotter immer nach oben – zu den beiden warmen Brutflecken an Bauch der brütenden Falken – gerichtet bleibt. Wir können über die Kastenkamera manchmal beobachten, wie die Falken mit der Schnabelspitze die Eier sorgsam bewegen und dabei darauf achten, dass jedes Ei seine notwendige Portion Wärmenachschub erhält. Aber selbstverständlich immer unter dem Falkenkörper im Warmen bleibt.

Wie werden die beiden Eier ausgebrütet?
Beide Falken haben auf der unteren Bauchseite zwei Stellen, die in der Brutzeit ( nur dann) – hormonell gesteuert – besonders stark mit warmem Blut durchströmt werden. Es sind dort sogar einzelne Flaumfedern ausgefallen, damit die Eischalen in direkten Kontakt mit der Bauchhaut des Falken kommen. Das Federkleid, das die Vögel so trefflich gegen Kälte und Nässe isoliert, soll das jetzt und hier nun nicht leisten! (Vor wenigen Tagen sah ich RUPERT vor Kälte und Nässe geschützt im strömenden Regen bei 4° C auf der Stange ruhen.)
Um ein gleichmäßiges Bebrüten der beiden Eier, hier in diesem Kasten waren es bisher – seufz! – meist vier! – zu erreichen, werden die Eier etwa alle ein bis zwei Stunden mit dem Schnabel gewendet. Nach unseren Beobachtungen, seit 25 Jahren hier aufgezeichnet, geschieht das vor allem in den ersten Wochen der Brut, in denen der Embryo besonders schnell wächst. Beim Wenden der Eier wechseln die Falken auch die eigene Position mit einer Vierteldrehung, wobei sie immer – zumindest mit einem Auge – den Nistkasteneingang im Auge haben.
Gegen Ende der Brutzeit werden die Eier nicht mehr so oft gewendet, in den letzten Tagen vor dem Schlupf überhaupt nicht mehr, denn das Küken bringt sich dann selbst im Ei in die Position um die Eischale aufzudrücken!
Es kommt nun eine, für die Falken und uns, langweilige Zeit: Wir können beim Brutwechsel beobachten, wie die Eltern ihre großen Fänge vorsichtig “einfädeln”, sich niederlassen und sich dann mit ihren Brutflecken im Bauchgefieder sorgfältig dicht über das Gelege “einrütteln”. (Bei – nur – zwei Eiern 2025 ist das leicht zu leisten.) Dann legen LISELOTTE & RUPERT flach darüber und dösen oder schlafen. Ihre Flügel und der Körper halten das Gelege eng zusammen und erhalten so die Wärme. Nachts übernimmt immer LISELOTTE das Brüten.
RUPERT und LISELOTTE in Aktion
In meinem „Tagebuch“ vom 20.Februar 2025 habe ich bereits über den komplizierten Balanceakt der Kopulation geschrieben:
Nach der Punktlandung auf dem bewegten Rücken von LISELOTTE:
- RUPERT muss die nadelspitzen Klauen seiner Fänge einrollen um seine Partnerin nicht zu verletzen!
- RUPERT muss sich für die Samenübergabe zwei-drei Sekunden stabil halten .
Diese Akte haben die beiden in den letzten Tagen häufig vollzogen. In diesem perfekten Foto sehen wir, dass RUPERT mit geballten Fängen alles richtig macht.
Wie bereits im Vorjahr, werden wir 2025 – trotz der häufigen und geglückten Akte – hier höchsten zwei Jungfalken erleben.
Warum das so ist, weiß ich nicht.
Danke, M.H.!

Gewölle sind „Speiballen“
Gestern wunderten sich viele Besucher/-innen über ein anhaltendes Recken, Strecken und Würgen bei RUPERT. Das war ein natürlicher und notwendiger Vorgang. Falken und Eulen haben keine Zähne zum Kauen, also müssen sie Unverdauliches (Federn,Knochen) wieder hinaus speien. Das“Gewölle“ wird im Magen mit Schleim umhüllt und hinaus gewürgt. Nachts sind diese rundlich-ovalen Speisereste im UV-Licht gut im Nistkasten als schwarze Reste erkenntlich.

Danke, M.H.!

Das zweite Ei
wurde am 8. März 2025 um 18.57 Uhr gelegt.
Herzlichen Dank für die Meldungen!

Einiges zum ersten Ei
So ein einsames Wanderfalkenei ist nicht spektakulär. Es ist etwa so groß und schwer wie mein Frühstücksei, s.u. Es wiegt etwa 45,5 g (Ratcliffe,1993), die Schale wiegt etwa 3,8 g.
Ein Vierergelege, wie es in den Vorjahren in Heidelberg üblich war, wiegt dann etwa 182 g , das ist etwa 17 % des Gewichts von LISELOTTE. Eine große Leistung in diesen Tagen!
Passt das zum heutigen Frauentag?

