Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

24.Mai, 2026

Auch MANADUN ist ausgeflogen!

1 Kommentar

Ihr Verhalten hat uns ihren Abflug bereits gestern Abend angedeutet, nicht wahr?
Um 5.26 Uhr, diese Uhrzeit ist typisch für einen Erststart, hat sie dann den Absprung gewagt.
HERZLICHEN DANK an die zahlreichen Meldungen via „Gästebuch“!
Nun hoffen wir, dass das TRIO sich auf dem Balkon der benachbarten Jesuitenkirche versammelt, von den Eltern mit Nahrung gut versorgt und ausgebildet wird. (Siehe meine Tagebucheinträge aus den Vorjahren!)
Bestimmt sehen wir die Jungfalken bei Kurzbesuchen im Nistkasten wieder!

23.Mai, 2026

MANADUN – Allein zu Haus

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Dieser Jungfalke ist zu bedauern. Er hörte gestern Abend die vergeblichen Bettelrufe seines Bruders HORUS, der auf dem Dach neben dem Hotel Ritter stand, sah aber auch immer wieder seine Eltern – im Schleichflug – mit Beute in ihren Fängen, ohne zu landen, am Nistkasten vorbei ziehen. Auf diese Weise versuchen die Eltern den Nachwuchs aus dem komfortablen „Heim“ zu zwingen.
(Irgendwie kommt mir jedes Jahr unser Elternverhalten mit unseren Menschenkindern in den Sinn.)

Heute habe ich MANADUN im Nistkasten beobachtet, wie sie in allen Ecken nach Nahrung suchte, schließlich sich wieder zum Schlaf legte.

22.Mai, 2026

Gute Nachrichten

3 Kommentare

Siehe Gästebuch mit herzlichem Dank! Auch ich entdeckte am Abend nahe des Haupteingangs der Kirche rechts vom Hotel Ritter einen Jungfalken auf dem Hausdach, der jämmerlich rief, wenn er einen Elternteil am Himmel erblickte.

19.Mai, 2026

Bald steht das Trio außen

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auf der Anflugstange und trainiert durch regelmäßiges und anhaltendes Flügelschlagen die Muskulatur. Die Augen sind meist nach oben auf nahende Eltern und spätere Beutevögel gerichtet.

8.Mai, 2026

Blick auf die Vorjahre anstelle aktueller Beschreibung

1 Kommentar

Ich werde in nächster Zeit häufig außerhalb von Heidelberg sein und deshalb keine tagesgenauen Kommentare und Bilder des Geschehens hier veröffentlichen können.

Meine Abwesenheit bedeutet nur eine geringe Beeinträchtigung für die lesefreudigen Besucher/-innen.
„Same procedure as every year!“, erinnern wir aus „Dinner for One“, nicht wahr?

In vielen Vorjahren habe ich das Geschehen im Nistkasten ausführlich erklärt! So finden Sie in „Gäng`s Tagebuch- Archiv“ z. B . in den Mai-Monaten 2024/25 viele Erläuterungen.

Hans-Martin Gäng

5.Mai, 2026

Herzlichen Dank!

1 Kommentar

an unseren Webmaster T.J. für die schnelle Hilfe nach der „blauen“ Einfärbung meines Tagebuchs!
Ohne seine Arbeit seit 25 Jahren hätten die Heidelberger Wanderfalken keine Öffentlichkeit gefunden.

Wie schön, dass uns bei Problemen immer wieder schnelle Hilfe zuteil wird!

PS. Nein, ICH war gestern Nachmittag nicht „blau“! 🙂

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Und wie schnell ist der Wanderfalke im Sturzflug?

Diese Frage ist noch beliebter als die vorausgehende, aber auch sehr umstritten. Die Schätzungen der Fachleute reichen von vorsichtigen 250 km/Std. (Dieter Rockenbauch, 2002) bis zu 480 km/Std.(White et al. 2002). Theoretisch könnte ein Vogel von der Größe und Tropfenform eines senkrecht herabstoßenden Wanderfalken etwa 365 bis 381 km/Std. erreichen (Orton, 1975), die Anziehungskraft auf einen 500-g-Terzel könnte diesen auf 90 m/sec und ein 1100-g-Weibchen auf 100 m/sec beschleunigen (Tucker et al. 1998).

Das sind theoretische Überlegungen!

Denn so gesehen könnte ja ein Steinadler mit 4 000 g bis 5 000 g Gewicht dann aber noch schneller herabstürzen? Ist das so? Es ist viel Spekulation in solchen Überlegungen, genaue und überprüfte Messungen scheinen zu fehlen. Mit offenem Mund konnte auch ich (in sieben Jahrzehnten!) nur sehr selten mit dem Feldstecher beobachten, was Menschen seit Jahrtausenden am Wanderfalken fasziniert:

Der Falke beschleunigt anfänglich den senkrechten Sturzflug zusätzlich mit energischen Flügelschlägen! Von diesen ersten Sekunden findet man im Internet viele Filmaufnahmen (z.B. Falke verfolgt Federspiel aus der Hand eines fallenden Fallschirmspringers). Welch ein Anblick muss das für den Falken sein, wenn beim “stoop” (engl.) auf einen Beutevogel, ihm dann die Erdoberfläche gewissermaßen entgegen rast! Wie kann er dabei die Augen offen halten? Wie behält er die Beute im Blick? Wie kann er dabei mit den „Mesken“, den besonders harten “Daumenfedern” am Handgelenk seiner Flügel, seinen Zielflug steuern? Was wäre, wenn er in diesem Tempo mit einem größeren Insekt zusammenstoßen würde, oder ein Staubkorn sein Auge treffen würde?

Natürlich verliert man als Zuschauer/Kameramann den herabrasenden Punkt schnell aus dem Feldstecher/Sucher. Setzt man den Feldstecher/Kamera ab und erblickt dann mit den suchenden Augen – hoffentlich! – den “zusammengefalteten” Falken – wie aus dem Erdboden nach oben geschossen – ohne Flügelschlag senkrecht nach oben zur Beute rasen, ahnt man die Rasanz eines solchen Sturzes in Form einer Parabel. (Hier als geometrische Form genannt, nicht als Literaturform.)
Der Falke muss seinen Sturzflug abbremsen, bevor er den Beutevogel schlägt! Er dreht dabei den senkrechten Sturz in eine Aufwärtsbewegung. Erst im letzten Augenblick öffnet der Falke Flügel und Stoß um zu bremsen und korrigieren und und ergreift den Beutevogel.
Selbstverständlich schlägt er seinen Beutevogel auch – von hinten oben herabstoßend- mit einem heftigen Schlag seiner zusammengeballten Fänge.

16. Juli 2026|0 Kommentare

Der schnelle Wanderfalke

Das werde ich oft gefragt: Ist der Wanderfalke der am schnellsten fliegende Vogel? So steht es in den Medien und man liest es in Vogelbüchern und es ist eine der häufigsten Fragen, die man mir stellt: Wie schnell fliegt der Wanderfalke?

So genau weiß man das nicht und ich halte auch wenig von solchen Rekorden und Vergleichen.

Ich greife auf eine Veröffentlichung (2018) zurück, jene von Giacomo del’Omo, der dem römischen Wanderfalken-Terzel SETI 2017 einen GPS-Sender auf den Rücken befestigen konnte und so Daten sammeln konnte :

SETI ruhte 90% des Tages und flog mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h. Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag bei ihm bei 192 km/h, wobei wohl die GPS-Messung an ihre Grenzen kam. Was finde ich in der Fachliteratur?

Die Geschwindigkeit im Horizontalflug beträgt beim Wanderfalken etwa 64 bis 88 km/Std. (White et al. 2002). Die höchste Geschwindigkeit eines wilden Wanderfalken, der im Horizontalflug flach über der arktischen Tundra jagte, wurde mit Zielfolgeradar aus einem nachfolgenden Hubschrauber mit 113 km/Std. gemessen (White und Nelson, 1991). Ken Franklin (1999) erwähnt einen menschengeprägten Wanderfalken, der einem Kleinflugzeug mit 120 km/Std. Fluggeschwindigkeit in 3.659 m Flughöhe folgen konnte. FRITZ, ein Vorgänger unseres Terzels RUPERT, trug – leider! – mehrfach auch sehr schnell fliegende und flinke Vögel wie Mauersegler in unseren Nistkasten ein. Die englischsprachige Literatur zum Wanderfalken schätzt die Höchstgeschwindigkeit im Horizontalflug zwischen 110 und 120 km/Std. Ein flügelschlagender Wanderfalke ist also etwa so schnell wie ein Gepard, der bei der Jagd in der flachen Serengeti für wenige Sekunden diese Geschwindigkeit erreichen kann.

16. Juli 2026|0 Kommentare

Ist schon Herbstbalz? 🙂

Beide Altfalken zeigen sich im Nistkasten und schieben bereits – zur Probe – eine Nistkuhle!
Selbstverständlich ist das noch außerhalb der Balz-und Brutzeit und dient der Paarbindung.
Ich erinnere, dass ich in vergangenen Sommermonaten gelegentlich das Paar auch gemeinsam „schweimen“ = kreisend sich vom Wind hoch tragen lassen, sah. Wir freuen uns zu sehen, dass RUPERT & LISELOTTE eine stabile Partnerschaft zeigen.

Danke, H.K.!

16. Juli 2026|0 Kommentare
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