Januar 2023

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24. Jan., 2023

Die Wartezeit überbrücken 2: Wanderfalken als Schiffspassagiere

Von |2023-01-24T10:55:46+01:0024. Januar 2023|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Es sind nur die jungen Wanderfalken, die sich Partner und Territorium suchen oder arktische Falken, die in südlichen Gebieten- z.B. am Mittelmeer oder Mittelamerika – überwintern, die ihren Namen zu Recht tragen: Diese wandern! (ZEPHYR & PALATINA bleiben in unserer Region.)

Dass sie dabei oft weite Strecken über dem Meer zurücklegen, ist erstaunlich und bemerkenswert.  Dass  Wanderfalken dabei zeitweise Schiffe als Parkplatz zum Rasten und Ausruhen nutzen, war schon den Menschen im 13. Jahrhundert auffällig.

Hier ein Bild aus der Handschrift Kaiser Friedrich II. „de arte venandi cum avibus“, – Von der Kunst mit Vögeln zu jagen- (um 1240), das als sehr wertvolle Kopie (als Kriegsbeute vor 400 Jahren in den Vatikan gebracht) auf der Empore der Heiliggeistkirche lag:

In einem neuen Buch, The Peregrine Falcon von R.Sale und S.Watson, finde ich auf S. 369 ein Foto von A. Stafford: Migrating North American juvenile Peregrines resting on a ship moored 40-45 km off the Mexican coast in the western Gulf of Mexico:  Erstaunlich, dass sich auch junge Wanderfalken als Schwarm zusammen finden, um gemeinsam zu wandern. Es gibt an der Ostküste der USA und weiter südlich Vogelbeobachtungspunkte, an denen Ornithologen und Vogelfreunde die wandernden Vögel beobachten und zählen. Ich erinnere, dass dort an manchen Tagen hunderte von ziehenden Wanderfalken aus dem Norden Kanadas und Grönland gezählt wurden, z.B. San Pedro Island, Belize in der Karibik.

Ähnlich auch entlang der Westseite der amerikanischen Kontinente, von Alaska bis Chile.

23. Jan., 2023

Die Wartezeit überbrücken

Von |2023-01-23T11:40:34+01:0023. Januar 2023|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Erst etwa in einem Monat wird es hier spannend werden und erst dann werden uns die drei Cams wieder gut unterhalten.

Diese alte Postkarte aus dem Verlag Quelle & Meyer GmbH,Wiebelsheim habe ich vor einiger Zeit als Geschenk erhalten : Der Titel unten und auf der Rückseite lautet Wanderfalk, Falco germanicus (Erlanger) Diese  Zeichnung stammt aus O. Kleinschmidt „Die Raubvögel der Heimat“, Leipzig 1934 .  

Heute sagen wir Wanderfalke, Falco peregrinus und Greifvögel, denn diese Falken rauben ja nichts.

 

23. Jan., 2023

Lahnen

Von |2023-01-23T11:24:11+01:0023. Januar 2023|Tagebucheintrag|0 Kommentare

nennt man  diesen Laut, mit denen Wanderfalken Verbindung zueinander halten. Sie lahnen mit diesem lang gezogenen „Gää!“ während der Balzzeit.  Zu diesem Kontaktlahnen gehört ein Sichtkontakt zwischen den beiden. Vor 50 Jahren hörte ich diesen Laut mit Freude in einem stillen Talende im Nordschwarzwald: Über 300 m Distanz  – jenseits des Tales – unterhielt sich so das Paar. Heuteverdeutlicht ZEPHYR so seiner Partnerin, dass er am Turm präsent ist. Vermutlich steht sie gleichzeitig drüben auf der Schlossruine.

Danke, O.Sch.!

23.1.23

 

18. Jan., 2023

PALATINA im Nistkasten

Von |2023-01-18T16:41:43+01:0018. Januar 2023|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Das gehört für PALATINA an den Anfang der Balz & Brut: Kontrolle der Unterlage für die künftige Nestmulde im gesamten Bodenbereich.. Als nächstes werden wir beobachten können, wie sie sich niederlässt und mit ihren Fängen nach hinten eine Vertiefung in den Sand schiebt. Sicher an der traditionellen Position Mitte, hinten. Als nächstes Verhalten werden wir ihr Probesitzen und Drehen in der Mulde sehen können.

Auch ZEPHYR und seine Vorgänger zeigten ein solches Verhalten: Das war zu Beginn unserer nahen Beobachtung durch die Webcam vor zwei Jahrzehnten überraschend und für viele unerwartet und  unbekannt. (Selbst in neuen Büchern über den Wanderfalken wird das ausschließlich den Weibchen zugeschrieben.)

Auf dem unteren Foto ist gut die ideale Körperform eines Falken zu  betrachten, von oben sehen wir sie selten.

Danke, M.H.!

16. Jan., 2023

Die Balz beginnt ZEPHYR als „Poser“.

Von |2023-01-16T12:44:45+01:0016. Januar 2023|Tagebucheintrag|1 Kommentar

In der ersten Phase der Balz, die nun allmählich beginnt, zeigt der Terzel, so nennt man die männlichen Falken,  durch enge Kreisflüge, die ihn bis in große Höhe tragen  –  gefolgt von  „stoops“ (engl.) – das sind auffällige Sturzflüge –  weiblichen Wanderfalken, die in der Nähe sind:  “ Hier biete ich als Partner einen geeigneten Nistplatz an!“

Bei ZEPHYR & PALATINA, die seit 2017 eine vertraute und erfolgreiche  Paarbindung zeigen, ist diese erste Phase des „Posen“, so wie wir das ja auch  bei unserer Spezies kennen,  wohl nur eine kurze gegenseitige Überprüfung. Die beiden lebten die letzten sechs Monate getrennt, nun dulden sie sich gegenseitig in Heidelberg. Als stabiles Territorialpaar werden sie nun einen anderen Wanderfalken, gleich ob männlich oder weiblich, der in ihrer Nähe (Altstadt von Heidelberg) auftaucht, gemeinsam aus ihrem Territorium vertreiben. Das gilt selbst für ihren eigenen Nahwuchs aus 2022. (In den Vorjahren erhielt ich gelegentlich Ende Januar/Februar  telefonisch Kenntnis von „lautstarken Luftkämpfen“ von zwei Wanderfalken über der Altstadt.)

Die Wiedervereinigung zwischen PALATINA & ZEPHYR erfolgt nun durch gemeinsame Flüge mit virtuosen „stoops“, die als Scheinangriffe aufeinander erfolgen: Oft wird sich ein Falke dabei auf den Rücken rollen und dem anderen Falken die Fänge entgegen strecken. Gelegentlich verhaken sich die Fänge und beide Falken purzeln übereinander,  alles in beträchtlicher Höhe und bei hohem Tempo! Ich  habe das in fünf Jahrzehnten nur wenige male beobachten können, ein unvergessliches Spektakel!

Es folgt dann die Phase, in der ZEPHYR seiner Partnerin Beute anbieten wird und sich diese im Flug entwenden lässt. So zeigt er PALATINA, dass er sie in Zukunft bei der Brut und Aufzucht des Nachwuchses versorgen kann.

 

12. Jan., 2023

Eine sehenswerte Demonstration von ZEPHYR!

Von |2023-01-13T09:09:17+01:0012. Januar 2023|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Ein sichtlich munterer Wanderfalke zeigt heute seine erstaunliche Beweglichkeit und Körperbeherrschung: Mit seinem Schnabel erreicht er mühelos, auch bei kräftigem Wind,  standfest jede Stelle seines Körpers. Wieder einmal sehen wir, wie wichtig die Pflege seines Gefieders ist. Bei allem Eifer vergeht kaum eine Sekunde, in der er seine Umgebung aus den Augen verlieren könnte. Unaufhörlich beobachtet er den Himmel.

Ach, könnten wir seine Körperbeherrschung auch bei seinem Flug beobachten!  Alle diese Verdrehungen und akrobatischen Bewegungen kann er ja mit Flügeln und Stoß im freien Luftraum in weit höherer Gelenkigkeit bei rasender Geschwindigkeit ausführen. Aber unsere Augen und selbst Hochleistungskameras mit größter und schneller Anpassung der Schärfentiefe können das bis heute nicht leisten. (Dazu müsste eine unsichtbare und lautlose Drohne ihn begleiten können.) Alle Filmaufnahmen, die ich kenne, zeigen uns nur – WUSCH! – in Sekundenbruchteilen kurze Momente des Falkenflugs.

Ja, jetzt  beginnt die Zeit, in der sich das Heidelberger Paar ZEPHYR & PALATINA nun Tag für Tag näher kommen wird. Bald sehen wir beide gemeinsam im Nistkasten!

Danke, K.!

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