2020

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16. Apr., 2020

Guten Appetit!

Von |2020-04-16T14:30:11+02:0016. April 2020|Tagebucheintrag|1 Kommentar

„Was gibt es heute zum Mittagessen?“ So fragen WIR uns gegenseitig. Bei Familie Wanderfalke gibt es immer das, was im Angebot reichlich vorhanden ist und was leicht zu erbeuten ist. Das ist – je nach Territorium – recht verschieden. An den Küsten der Welt jagen Wanderfalken Vogelarten, die an der Küste reichlich vorkommen, in den Städten jene Arten, die hier reichlich vorhanden sind. In den Fachbüchern, z.B. bei Rockenbauch, D.  „Der Wanderfalke in Deutschland“, Bs. 2, S. 904-948 (!) gibt es lange Beutelisten mit Dutzenden von Vogelarten. Sie zeigen, dass Wanderfalken Opportunisten sind, also sich sehr gut – wie wir – an das Marktangebot anpassen. An der Spitze der zahllosen Rupfungslisten in Baden-Württemberg stehen Drosseln und Arten ähnlicher Größe, es folgen Tauben, – vor allem während der Aufzucht der Küken, dann Stare, Amseln und Sperlinge.

Federn und Kopf werden entfernt, der Rest verzehrt.  Vollständig! Das Bild zeigt einen Beuterest, den die Heidelberger Wanderfalken aus dem Nistkasten trugen und fallen ließen. Das findet man häufig in der Nähe der Kirche. Wir erkennen den Schultergürtel einer Taube und das angeknabberte Kahnbein, – das auch wir kennen, wenn wir eine Hühnerbrust für unseren Teller aufteilen.

16. Apr., 2020

Weniger Schrecken für den Nachwuchs

Von |2020-04-16T10:35:03+02:0016. April 2020|Tagebucheintrag|1 Kommentar

Von tausenden Besuchern bewundert, von vielen Wild- und Haustieren und  den Heidelberger Wanderfalken gehasst: Die vier Schlossbeleuchtungen mit Riesenfeuerwerk, die jährlich  im Juni ff. stattfinden. Geschockt flüchten dann die Jungfalken mit ihren Eltern – wie auch an Silvester –  weit weg und kehren erst verzögert wieder zurück. Wie auch in unserem Leben: Was den einen erfreut, ist für den anderen lästig!

Rhein-Neckar-Zeitung vom 16. April 2020

15. Apr., 2020

Frühstück am 15. April

Von |2020-04-15T10:20:25+02:0015. April 2020|Allgemein, Tagebucheintrag|0 Kommentare

Nun werden von Tag zu Tag größere Nahrungsmengen benötigt und wir Zuschauer finden das nicht mehr so possierlich wie in der ersten Woche. Nun sehen wir den Hunger und die Gier des Nachwuchses. Das Leben der Küken und Eltern ist nur durch den – gewaltsamen – Tod anderer Vögel möglich. Wir sehen auch die Mühe der Eltern, die – leider – sich nicht mehr  die Zeit nehmen, vor dem Flug in den Nistkasten die Beute “ sauber“ zurecht zu richten.

Wieder schauen wir auf das vierte Küken, das zunächst gegen die deutlich größeren DREI keine Chance hat um an den Schnabel von PALATINA zu kommen. Wir sehen aber auch, dass satte Küken, deren Kropf gefüllt ist, sich abwenden und kaum noch auf das auffordernde Krächzen der Mutter reagieren. So kann sich das vierte Küken allmählich nach vorne drücken und wird – spätestens – bei der nächsten Atzung gefüttert werden, weil dann die Geschwister noch einigermaßen satt sein werden.

Wir sehen zu Beginn, dass ZEPHYR eine kleinere Beute gebracht hatte und mit dem Füttern begann. PALATINA ahnte, dass diese Beute wohl nicht ausreichen würde (wahrscheinlich ist dies die erste Mahlzeit heute) und entschied sich, selbst auf die Jagd zu gehen. Heute sind, wie mein Blick aus dem Fenster mir zeigt, – im Gegensatz zu uns Menschen – viele Vögel unterwegs, also ein schneller Jagderfolg möglich!

Danke, C. !

15. Apr., 2020

Hudern

Von |2020-04-15T10:14:21+02:0015. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Jetzt schlüpfen in vielen anderen europäischen Wanderfalken-Nistkästen die ersten Küken. Und unsere sind schon so gewachsen, dass sie gar nicht mehr komplett unter ihre Mutter passen.

Es kann ja nicht nur am warmen Klima der Kurpfalz liegen, dass 2019 und 2020 hier in Heidelberg zuerst geschlüpft wurde. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts waren meistens die Wanderfalken in Rom, Italien oder in Spanien und Südfrankreich deutlich vor den süddeutschen Terminen. Seltsam!

Video vom14. April

Danke, K.!

14. Apr., 2020

Aus Weiß wird Grau

Von |2020-04-14T09:48:35+02:0014. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Die Autos vor der Tür sind vom gelben Pollenstaub der Nadelbäume rings um Heidelberg gepudert. Im Nistkasten glaube ich jetzt schon einen leichten Grauschimmer im  Federkleid der Küken zu entdecken, der nicht von außen stammt. Ihr Federkleid besteht noch immer aus den schneeweißen Dunen mit denen sie das Ei verließen. Es wandelt sich nun zu den hellgrauen Pelzdunen, dem zweiten Federkleid in ihrem jungen Leben. Noch sehen die vier richtig kuschelig aus, das wird sich bald ändern. Jedes Jahr staunen wir über die rasante Entwicklung! Vor einer Woche schlüpften die ersten beiden. Alle vier können sich schon etwas vorwärts bewegen.

13. Apr., 2020

Zurücklehnen und sich freuen?

Von |2020-04-13T12:10:21+02:0013. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Wieder einmal verläuft die Brut und Aufzucht in dieser Saison wie im Bilderbuch: Verlässlich und ohne Auffälligkeiten oder gar Störungen. Wir schauen entspannt auf 2015/16 zurück (siehe Tagebuch-Archiv!), als wir durch das hartnäckige Eindringen von GOOSEZILLA (einem Nilganspaar vom Neckar ) in unseren Falkennistkasten das Ende der Heidelberger Wanderfalken auf Heiliggeist befürchten mussten. Mit unserer automatischen Nilgans-Abwehr im Nistkastendeckel (Bilderkennung & Alarm) wurde die Konkurrenz der zahlreichen Nilgänse in einer großartigen Aktion durch Elisabeth S., Akos .H., Reinhard R., und Studierende der Universität Bonn seither von Heiliggeist ferngehalten.

Dennoch drohen – auch in Heidelberg- immer Gefahren für Alt und Jung!

Nein, wir erlebten hier noch keinen Eierfraß durch das Falkenweibchen. Nein, hier gab es noch keine Brutaufgabe wegen Umverpaarung. Nein, hier gab es noch keinen Ausfall eines Elternteils. Hier gibt es keine Konkurrenz mit Kolkraben (Corvus corax) um den Brutplatz, wie ich es im Nordschwarzwald erlebte. Nein,  hier stört nicht der Klettersport, auch der Steinmarder kommt nicht als Eifresser zu Besuch.

Neben der Nilgans, die auch in diesem Jahr in Heidelberg bewährte TURMFALKEN- Nistplätze erobert oder es versucht, ist der Uhu (Bubo bubo) eine bleibende Gefahr! Diese schöne und große Eule lebt im gleichen Lebensraum mit den Wanderfalken. Auch der Uhu hat die natürlichen Felswände und Steinbrüche verlassen und brütet erfolgreich in Städten. Er brütet vor dem Wanderfalken und hat besonders großen Nahrungsbedarf für ihre Küken, wenn der Wanderfalke Küken versorgt. Die Zahl der Uhupaare hat nach einem ähnlichen Niedergang wie bei den Wanderfalken wieder zugenommen. Auch in Heidelberg und um Heidelberg gibt es Uhupaare, die in der Nacht auf Jagd gehen und auch immer wieder traditionelle Wanderfalkenhorste leeren können, sowohl Küken wie Altfalken überwältigen. Das könnte auch hier geschehen!

ZEPHYR und PALATINA könnten mit ihrer Beute auch Zecken, Milben, Vogelflöhe, Lausfliegen in den Nistkasten tragen. Wenn diese sich dann stark vermehren, kann das zum Tod der Küken führen. Häufig infizieren auch einzellige Parasiten, z.B. Trichomonaden („Gelber Knopf/Kropf“), den Rachen und Kropf  der Küken. Diese werden ebenfalls über die Beutevögel eingebracht.

Das alles ist natürliches Geschehen, in das wir nicht eingreifen werden!

(Mir fällt beim Schreiben  die Nachrichtenmeldung ein,  wo Menschen in das Brutgeschäft eingreifen. 2019 wurden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken (Haushuhn) geschreddert/vergast , weil wir nur weibliche Hennen benötigen.)

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