2020

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3. Okt., 2020

Wanderfalken in Büchern

Von |2020-10-03T15:45:28+02:0003. Oktober 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

„Können Sie mir etwas über Wanderfalken zum Lesen empfehlen?“ Falken in der Literatur? Na, klar gibt es das! Freunden und Freundinnen der Krimis fällt als erstes wohl Dashiell Hammett “Der Malteser Falke” ein. Näher an unseren Interessen liegt J. A. Baker “The Peregrine”, Collins, London 1967. Gibt es auch auf Deutsch: J. A. Baker “Ich folgte dem Falken”, Hoffmann und Campe, Hamburg 1969, neu übersetzt  und von vielen gelobt als J. A. Baker „Der Wanderfalke“ bei NATURKUNDEN NO. 10. Inspiriert wurde Baker wohl von Robert Murphy “The Peregrine Falcon”, The Riverside Press Cambridge 1963, gut illustriert. Beide schildern sehr romantisch das Leben wilder Wanderfalken.

Sie wollen nur ein Buch lesen, das nicht nur literarisch ist, sondern ALLES über Falken berichtet?

Da empfehle ich Helen Macdonald „Falke -Biographie eines Räubers“, C.H.Beck, 2017  (Mich ärgert im deutschen Titel der veraltete  Begriff „Räuber“ und empfehle die handliche englische Ausgabe „Falcon“, REAKTION Books, London, 2006 mit farbigen Bildern!)

Schließlich gibt es – für uns Heidelberger besonders zu kennen-  in der Manesse -Lieder-Handschrift ein reizendes Gedicht/Lied aus dem 12.Jahrhundert : Der von Kürenberg “Ich zoch mir einen valcken”. Es handelt von einem Falken, der wieder freigelassen wird (was bei arabischen Falknern guter Brauch ist) und ist selbstverständlich nicht ornithologisch gemeint, sondern beschreibt – seufz! – zwei getrennte Liebende!

2. Okt., 2020

„Haben Wanderfalken Spaß?“

Von |2020-10-02T16:14:26+02:0002. Oktober 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

wurde ich einmal von einer Schülerin – der Bau unseres Nistkastens und seine Betreuung waren von 1999 bis 2005  ein Projekt meiner Schule – gefragt. Das  war eine Frage jener Art, bei der man am liebsten schnipppisch antworten möchte: „Frag sie doch!“ oder „Keine Ahnung!“, aber als Lehrer sucht man bei jüngeren Schülern nach einer Antwort.

(Heute würde ich vielleicht antworten: „Frage ALEXA oder SIRI! Oder in meinem Auto :“He! Mercedes!“)

Man hat bei Keas, eine Papageienart in Neuseeland, oft beobachtet und auch dokumentiert, dass diese Vögel allerhand Schabernack treiben und dabei – auch für uns Menschen erkennbar – Spaß dabei haben. Es gibt in den Tiefen des Internets Filme, die zeigen  wie auch Raben (oder Krähen?)  auf dem Rücken liegend, schneebedeckte Dächer hinab rutschen, ganz ähnlich wie Menschenkinder. Nein, nicht wir! Wir rutschen auf Schlitten und von schneebedeckten Hängen.

Heute herrscht in Heidelberg ein überraschend kräftiger Ostwind, ein „Falkenwind“, wie ich das nenne. Ich konnte in den Vorjahren, auf dem Umlaufbalkon des Heiliggeist-Kirchturms stehend,  bei starkem Wind mehrfach beobachten, wie ein Wanderfalke vom Turm abflog und sich nach wenigen Flügelschlägen über der Talenge nahe der Neckarschleuse frontal in den Wind stellte.  Dann ließ er sich – ohne mit seinen Flügeln zu schlagen – in recht engen Schleifen in beträchtliche Höhe ziehen. Legte die Flügel zusammen und stürzte senkrecht hinab, steilte kurz vor der Wasserfläche wieder auf, ließ sich wieder vom Wind hoch tragen, um dann in einiger Entfernung wieder hinunter zu stürzen. Das war kein Jagdflug, sondern es sah – für meine Augen – aus, als hätte der Falke Freude/Spaß daran, mit dem Wind zu spielen.

29. Sep., 2020

Wanderfalken scheuen weder Nässe noch Kälte

Von |2020-09-29T16:37:17+02:0029. September 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

 

Da hatten wir vorgestern schon gehofft, wir könnten ab Monatsende September  wieder in jeder Nacht ZEPHYR  bei seinem nächtlichen Schlaf zusehen.

Nein,  nun übernachtet er wieder  im Freien. Vielleicht  in einer Nische im Dicke Turm der Schlossruine oder auf einem Baum oben im Wald mit guter Aussicht. Dass es dort z.Zt. kalt und nass ist, stört die Falken nicht.

(„It’s raining, It’s pouring, the old man is snoring“, erinnere ich gerade aus  einem Kinderreim. Nein, das tue ICH nicht, bin aber froh im Trockenen und Warmen zu sitzen.)

PALATINA & ZEPHYR nehmen auch in der kalten Jahreszeit täglich ein Bad, wozu sie  in den frühen Morgenstunden eine diskrete Stelle an einem Gewässer aufsuchen. Wo diese Stelle für die Heidelberger Wanderfalken zu finden ist, weiß ich nicht. In den Jahrzehnten, als ich im Nordschwarzwald einen der damals letzten Horste betreute, war das am Talgrund eine seichte Stelle in einem Bach, die sie – aufmerksam umher äugend – ausgiebig zum Bad nutzten. Genau so, wie wir das von den Spatzen kennen. Danach saßen die Falken – wie Kormorane – auf ihrem Lieblingsbaum (Warte) und ließen sich von Sonne und Wind trocknen.

An einem trockenen, sonnigen Tag vor einigen Jahren war ich überrascht, als PERKEO plötzlich in den Bildern der Cam 2 im Nistkasten mit feuchtem Kopf erschien, sich schüttelte und so noch einige Tropfen aus seinem Federkleid entfernte.

25. Sep., 2020

ZEPHYR bei der Körperpflege und rufend

Von |2020-09-25T17:12:45+02:0025. September 2020|Tagebucheintrag|1 Kommentar

Heute gibt es wieder Interessantes zu betrachten! Wir staunen über die Gelenkigkeit und das Geschick des Falken, der mit seinem Schnabel als Universalwerkzeug fast alle Körperregionen erreicht. Dabei unterbricht er die Pflege immer wieder um sich umzusehen. Das Federkleid hat eine wichtige Bedeutung für sein Leben, nicht nur als Wetterschutz, sondern auch für seinen Flug! Der Zustand seines Äußeren gibt seiner Partnerin Hinweise auf seine Gesundheit, Alter und Tauglichkeit als Partner.

Sehr schön, dass das Mikrofon der Kastenkamera die Laute seiner Rufe wiedergibt! Die Ornithologen bezeichnen diesen Laut – wir werden  bei anderen Gelegenheiten und Absichten andere Laute  hören – mit „Ack-Zick/Ock-Zick“. Auch wir verstehen das als Aufforderung/Einladung/Kontaktaufnahme.

Nun ja. Auf jeden Fall sehen wir an dem gerichteten Kopf, wem dieser Ruf gilt. Hoch oben kreist über ihm wohl PALATINA. „Schweimen“ nennen die Fachleute solche gemächlichen Runden, bei denen der Falke sich von der Thermik hoch tragen lässt oder mit alternierendem Flügelschlag Höhe gewinnen will. Nicht, um  davon zu fliegen, sondern um aus großer Höhe mit scharfem Blick sein Territorium oder Jagdgebiet im Blick zu haben.

 

Danke, C.! und Gästen!

24. Sep., 2020

“ Ich schau Dir in die Augen, Kleine!“

Von |2020-09-24T15:21:24+02:0024. September 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

soll Humphrey Bogart zu Ingrid Bergmann 1940 im Film „Casablanca“ als Trinkspruch gesagt haben …

Diese Kamerasequenz – Danke, F.! via de Mortel en andere slechtvalken – zeigt uns eindrücklich, was ein Wanderfalke, hier ZEPHYR, macht, wenn er – oft über lange Zeit – auf einer Warte ruht.

Vor Jahrzehnten, als ich an einem aufgelassenen Steinbruch im Nordschwarzwald mit Feldstecher oder Spektiv Wanderfalken nur auf große Entfernung beobachten konnte, dachte ich “ Der Falke döst vor sich hin …“

Die moderne Technik, – durch Ihre Spenden hier möglich! Danke! -, zeigt uns die unaufhörlichen Augenbewegungen ZEPHYRS. Er döst keineswegs, sondern kontrolliert und beurteilt seine Umgebung.

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