Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Auch das ist neu
Seit zwei Jahrzehnten brüteten und huderten die Wanderfalken in der Mitte des hinteren Kastenbodens: AURORA, JETTA, PALATINA. Fütterungen waren mit Cam 1 gut zu beobachten. In diesem Jahr wanderte LISELOTTE mit Gelege und nun mit Nachwuchs Richtung Rückwand. Uns gefällt das nicht.
Das vierte Küken ist 12.40 Uhr geschlüpft!
Nun ist das Quartett in bester Heidelberger Tradition komplett. Danke für die schönen Informationen!
8.40 Uhr: Wärmepyramide beim Trio und „Pick“ am vierten Ei
Das sieht ganz gut aus, was wir am Ende dieser Atzung zu sehen bekamen. Wir sahen nicht, wieviel Nahrung an die Küken gegeben wurde. Das Abschirmen der Szene nach außen ist ein gutes Zeichen, ebenso die Lieferung eines bereits gerupften Kleinvogels – Amsel? – durch den routinierten ZEPHYR. Ich sehe auch mit Freude, dass die Schlupfdaten dicht beieinander liegen. Das erspart uns Zuschauer /innen viele zukünftige Sorgen um das jüngste Küken, das zunächst von den älteren Geschwistern bei den Fütterungen zurück gedrängt werden wird. Fröhlichen Gruß aus dem sonnigen Marseille!
Das dritte Küken
Ist heute um 6.10 Uhr geschlüpft ! Danke für die Nachrichten!
Werden beide Küken gefüttert?
Ich kann das aus der Entfernung nicht kontrollieren und bitte um Information über das Gästebuch. Herzlichen Dank! HMG
Entscheidend wird die erste Fütterung sein
Es ist das erste Küken, das auf dem Rücken liegt und von der Mutter nicht erkannt wird. Sie wird auf den geöffneten Schnabel und das Gieren der Küken reagieren. Wenn das erste Küken so liegen bleibt, wird es nicht erkannt und nicht gefüttert werden.
Das erste Küken sieht nicht gut aus
Ich mache mir Sorgen.9.07 Uhr: Es bewegt sich doch selbstständig! Prima. Wird aber nicht gehudert. LISELOTTE ist wohl doch noch unerfahren. Wurden die beiden schon gefüttert? Auch das wäre jetzt nötig.
Das zweite Küken schlüpfte um 8.24 Uhr
ZEPHYR half beim Entfernen der Schalenhälften.
Das erste Küken ist heute geschlüpft
Danke für die Nachricht! Wir haben lange warten müssen, auch ich wurde ein wenig ungeduldig. Nun hoffe ich, dass das Küken bald geatzt/gefüttert wird. Und dass ihm bald die Geschwister folgen, damit die Konkurrenz unter ihnen beim Wachsen nicht zu groß wird.
Gruß aus Marseille, Frankreich!
Nicht in Heidelberg
bin ich in dieser Woche, sondern etwa 1 000 km südlich in der Sonne. Ich kann von meinem Mobiltelefon leider die mir freundlich zugesandten Fotos/Videos – Danke wieder für diese treuen Dienste! – nicht auf die Website einbauen, erst nach Rückkehr am Wochenende. Anderes funktioniert wohl.
Eine weiter spannende Zeit wünsche ich unseren Gästen, heute bereits über 3 800, mit freundlichem Gruß! HMG
ZEPHYR wird von LISELOTTE abgelöst
Nein, noch ist kein „Pick“ erkennbar. Aber bald …
Danke, M.H.!
! 

Brutwechsel am 14. April
Danke, M.H.!


Entspannt und gelassen
sind wir heute am Abend in der Abendsonne durch Heidelberg gefahren, wo zehntausende von Menschen sich am Neckar auf das Feuerwerk gegen 22.15 Uhr freuen. Alt & Jung der Heiliggeist-Wanderfalken werden dann von ihren Ruheplätzen abfliegen und das Weite suchen. Prima, dass sie bereits seit einer Woche gut unterwegs sind.
Nein, wir wissen nicht wo sie sich in der Nacht aufhalten. Wahrscheinlich auf dem Turm der nahen Jesuitenkirche oder in der Schlossruine.
Auch der „Dicke Turm“ der Schlossruine ist nun hell beleuchtet, denn im halb offenen Innenraum finden wieder die jährlichen Theateraufführungen statt. Sechs-sieben Reihen übereinander sitzen die Zuschauer und schauen hinunter auf die Spielfläche. Oder hinaus über die Stadt in den Abendhimmel, eine großartige Aussicht!
Einmal beobachtete ich dort während einer Aufführung, wie trotz der Scheinwerfer unten, über uns ein Wanderfalke seinen Schlafplatz hoch oben im Turminneren anflog.
Hurra! Wetterfeste Jungfalken sind wohlauf!
J.und N. – herzlichen Dank! – berichten uns im „Gästebuch“ – siehe dort!- dass die beiden Jungfalken gut unterwegs sind. Wie erhofft, pendeln sie, begleitet von einem Elternteil zwischen den Türmen der Heidelberger Altstadt. (Ideal ist 2024, dass der Turmumlaufbalkon der Heiiggeistkirche zur Zeit gesperrt ist. So können ANDREAS & JOHANN sich dort und auf dem Umlaufbalkon der „Schwesterkirche “ ungestört aufhalten. Dort ist der Umlaufbalkon nicht öffentlich zugänglich.)
Der Zeitpunkt des Erststarts von ANDREAS & JOHANN am Freitagabend mit nachfolgendem anhaltenden Starkregen gefiel uns gar nicht. Heute sind in unserer Lokalzeitung dramatische Foto-Aufnahmen des nahen Flusses zu betrachten! Sein keltischer Name NECKAR bedeutet “ der Wilde“ und so benimmt er sich auch seit Tagen. (Von der Anflugstange des Nistkasten hätten die beiden Jungfalken ohne Flügelschlag in die etwa 100 Meter entfernten wilden Fluten „segeln“ können. Sie hätten das nicht überlebt.)
Wieder einmal ist alles gut gegangen. RUPERT & LISELOTTE hatten in den vergangenen Tagen auch keine Probleme den Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen. Nun sind die beiden Jungfalken schon seit drei Tagen unterwegs, sie können inzwischen geschickt fliegen und sicher landen.
Mein Foto aus 2023 – ! – zeigt die beschriebene Situation: Wir haben den notgelandeten ICARUS am 4. Juni 2023 auf die Brüstung des Umlaufbalkons der HEILIGGEISTKIRCHE gestellt, damit er zum Zweitstart den „Falkenfamilien-Treffpunkt“, das ist die Turmspitze der nahen JESUITENKIRCHE im Hintergrund, sieht und erreicht.
Das gelang ihm dann – wie vielen seiner Vorgänger und nun auch den Nachfolgern in 2024 – in einem Flug ohne Bodenlandung und mit perfekter Landung in der Höhe.

Beide Jungfalken am 30.Mai gestartet
Wie ich in den Einträgen im Gästebuch lese, sind ANDREAS und JOHANN fast gleichzeitig ausgeflogen! Da ich z.Zt. für einige Tage nicht in Heidelberg bin, kann ich keine weiteren Angaben machen. Vermutlich sind sie beide noch in der Nähe der Heiliggeistkirche.
Wenn auch z.Zt. das feuchte Wetter nicht ideal ist.,werden die beiden hoffentlich zum Zweitstart gut in die Luft kommen.
Danke, A.Sch. und an andere für eines der letzten Fotos!

Restbeute wird von den Altfalken entfernt
Danke, M.H.!

Was ist der auslösende Moment zum ersten Start?
Es ist der Hunger! Die Eltern liefern nun seltener Nahrung.
Wir können, falls wir uns auf dem Marktplatz aufhalten, heute und in den nächsten Tagen RUPERT oder LISELOTTE mit Beute in den Fängen im Schleichflug um den Turm kreisen sehen. Sie provozieren damit die bettelnd rufenden Jungfalken und locken sie so zum Abflug.
Meist erfolgt der Erstflug am frühen Vormittag. Oft sind es die Terzel, die vor den Weibchen starten. Hier in Heidelberg war es auch gelegentlich umgekehrt.

Uns Menschen erscheint das Verhalten von RUPERT und LISELOTTE nicht mehr so intensiv und eifrig, wie wir das in den ersten Wochen zu erkennen glaubten. Denn wir betrachten sie mit unserem menschlichem Blick und neigen dazu, bei ihnen ebenfalls – irgendwie – menschliche Eigenschaften zu erkennen.
Ich erinnere wieder einmal: Wir dürfen unsere Verhaltensmuster nicht bei Tieren erwarten! Deren Verhalten ist geprägt von Mustern, die vom Überlebenserfolg seit Jahrmillionen geprägt wurden. So sind die Jungfalken auch in diesem Jahr im Nistkasten nun bestens ernährt und wiegen jetzt etwa 700 g (Terzel), und 900 g (Weibchen). Für ihr Leben, zunächst Überleben, sind sie gut ausgestattet. Aber die Sterblichkeit junger Wanderfalken ist in den ersten Lebensmonaten hoch!
„Babyspeck“
Diese Bezeichnung für das Aussehen der beiden Jungfalken ist nicht freundlich, hat aber einen wahren Kern. Beide haben nun – kurz vor dem Ausfliegen – ein Gewicht (Masse), das jenem der Eltern gleicht! (Die Optik der Cam 1 vergrößert uns die nahe stehenden Jungfalken, so sieht der etwas entfernter stehende erwachsene Altfalke größer aus als er ist.)
Selbstverständlich beherrschen die Jungfalken nun die anstrengende Technik der Nahrungsaufnahme: Mindestens mit einem Fang die Beute festhalten, also mit diesem auf dem runden Vogelkörper balancieren, dessen Federn entfernen, den Schnabel an der richtigen Stelle einhaken, mit großem Krafteinsatz nach oben und hinten Fleischstücke abreißen, mit dem Schnabel portionieren, auch große und sperrige Teile schlingen … Alles in größter Eile, denn das Geschwister hat ebenfalls Hunger! Oft versperrt man der Konkurrenz die Sicht, stellt sich quer, zerrt die Beute zurück oder „mantelt“ – indem man mit den Fittichen die Sicht und den Zugriff versperrt. Das gilt auch gegenüber den Eltern.
Wir erinnern uns an „unappetitliche“ Szenen der Vorjahre, als sogar vier Jungfalken um die Nahrung kämpften.
