Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Das erste Ei!
Am frühen Morgen wurde das erste Ei gelegt und auch bereits gegen 3 Uhr fotografisch dokumentiert, Danke für die zahlreichen Informationen! Sehr erfreulich, dass wir nun wieder die Brut und Aufzucht beobachten können, ohne die Eltern zu stören! Zur Erinnerung und für unsere neuen Gäste: Erst ab dem zweitletzten Ei beginnt LISELOTTE mit dem Brüten! Jetzt muss das Ei noch nicht gewärmt werden! Keine Sorge, wenn es – oft lange Zeit – allein im Kasten liegt!
Pause in meinem Tagebuch
Ich bin bis zum 17.März nicht in Heidelberg, sondern unterwegs ohne die Möglichkeit Text & Bilder in meinem „Tagebuch“ zu veröffentlichen. Das Gästebuch kann ich über mein Mobilphone bedienen. Eine schöne Frühlingswoche wünscht
HMG
„Und wann sehen wir das erste Ei ?“
werde ich in diesen Tagen gefragt. (Selbstverständlich wissen wir, dass anderenorts bereits zwei und mehr Eier von den Brutpaaren gelegt wurden, aber hier gibt es nur Bilder und Texte zum Falkenleben von Heidelberg, weitere Angaben gingen in unerträgliche Breite!)
Tatsächlich ist die Eiablage auch in dieser Saison ein spannendes Thema! 2023 setzte ZEPHYR ab Ende Februar mit dem neuen Weibchen LISELOTTE flott die Balz in Gang: Die Ei-Ablagen 2023 geschahen hier am 10., 13.,16. und 18. März statt.
Wir sahen den neuen Terzel RUPERT hier erstmals am 21. Februar balzend, – allerdings zögerlich handelnd. Erst in den letzten Tagen sehen wir auch von ihm ein Verhalten, wie wir es hier seit zwei Jahrzehnten gewohnt sind. (Selbstverständlich ahnten wir beim „nervösen“ Verhalten von LISELOTTE vor seinem Auftritt, dass die beiden bereits vorher sich „aktiv“ begegneten.
So könnten wir 2024 WETTEN abschließen, wann wir hier das erste Ei ff. sehen werden. 🙂 ICH tippe auf Mittwoch 13. März.
Im Ernst:
Eiablage im Februar war in den letzten zwei Jahrzehnten sehr selten! Meist erfuhr ich aus Rom, Italien von den ersten- kameraüberwachten und gesendeten – Eiablagen in den ersten Märztagen. Heiliggeist, Heidelberg war oft bei den ersten Meldungen nördlich der Alpen.
Um den 18. März erfuhr ich meist von den ersten Sichtungen.
Inzwischen – Erwärmung des Weltklimas – erleben wir auch bei den Wanderfalken einen früheren Brutbeginn. Ein weiterer Beleg der weltweiten Veränderung an Land, im Meer, in der Artenvielfalt, – eine große, weltweite Sorge zu all den anderen schrecklichen Nachrichten, die uns erreichen.
Wir werden weiter, in unserem engen Lebensbereich, in dem wir aktiv handeln können, unser Leben verantwortlich gestalten. Also das sprichwörtliche „Apfelbäumchen pflanzen“, zunächst für uns Menschen, auch für die Natur, z.B. dem Artenschutz.
PS. Auch RUPERT zeigt, dass er eine Nestgrube ausscharren kann: Man(n) legt sich auf die Brust und tritt nach hinten den Kies zurück!
Danke, M.H.!

Na, so etwas!
Eine Kopulation! Aus ganz außergewöhnlicher Perspektive!
Das war immer amüsant in jenen sechs Jahren, als ich mit Schülerinnen und Schülern während der Balz-und Brutzeit hier den Nistkasten und die Aufzucht der Küken in einem Projekt betreute.
Da gab es jedes Jahr folgende Situation: Gekicher, Geschubse, Getuschel. Der oder die „Frechste“ wurde vorgeschickt: „Herr Gäng! Wie ist das,-äh- wie geht das mit dem -Äh- Sie wissen schon- bei den Vögeln beim Vögeln. Sorry.“ Alle Augen und Ohren richten sich auf mich. gespannte Aufmerksamkeit! Also eine pädagogische Sternstunde, na ja, Sternminuten, die man als Lehrer selten hat, prima!

„Vogelmännchen haben in der Regel keine äußeren Geschlechtsorgane, also unser Terzel hier hat keinen Penis. Der Terzel landet auf dem Rücken des Falkenweibchens, das seinen Stoß/Schwanz zu Seite dreht. Die beiden drücken ihre Kloaken aufeinander und so kommt das Sperma in das Falkenweibchen!
„Wie? Was? Auf`m Klo? " (Großes Staunen) "Kloake auf Kloake!" - "Was iss`n das?" - "K-L-O-A-K-E!" -??- "Das Gegenteil vom Schnabel!Anderes Ende." - Igitt! Oh! Pfui!" - "Ja, oft am Tag. Sache von Sekunden. Großes Geflattere und Geschrei."
Ein großer Balanceakt in diesen Tagen für RUPERT! Er kann nicht auf LISELOTTE landen wie auf der Anflugstange, die nadelspitzen Klauen seiner Fänge würden bei dem akrobatischen Anpassen der Hinterteile LISELOTTE verletzen! Also klappt er seine Klauen nach innen, macht gewissermaßen zwei Fäuste und versucht sich seitlich am Rücken des Weibchens festzuhalten und zu stabilisieren. Diese bringt ihren Körper dazu in eine waagrechte Ausrichtung. Kein Wunder also, dass die Kopulation eine kurze, wackelige Aktion ist, mit viel Geflatter.
Danke, H.K.!

Probe sitzen und Steinchen ziehen
Danke, M.H.!

Balz am 8. März
Links LISELOTTE, rechts RUPERT
Danke, M.H.!


Steinchen ziehen
LISELOTTE zeigt wie ihre Vorgängerinnen eine Tätigkeit, die uns Menschen geradezu als zwanghaft erscheint. Auch die Terzel zeigen diese „Bodenprüfung“. Wenn demnächst die Eier bebrütet werden, so werden wir wieder – amüsiert – zuschauen, wie LISELOTTE beim „Steinchen ziehen“ allmählich immer weiter vom Gelege rutscht und erst nach einigen Sekunden sich auf ihre Hauptaufgabe besinnt und zurück eilt.
Danke, M.H.!

Unbeholfene LISELOTTE
Am Abend des 5. März versuchte LIESELOTTE bei Dunkelheit, vermutlich im Direktflug, in den Nistkasten zu kommen und prallte wohl unsanft – siehe auch Eintrag im Gästebuch! – in die beiden Abwehrstangen 2015 installiert gegen die Invasionen der Nilgans. Offensichtlich hat sie sich nicht verletzt, aber es dauerte einige Sekunden, bis sie Boden unter den Fängen hatte. (Wir haben die beiden Stangen 2015 nach dem Einbau der Elektronischen „Nilgans-Abwehr“ im Eingang belassen, denn rings um Heidelberg, z.T. in wenigen hundert Metern Distanz, brütet und lebt auch der Uhu!) Damals zögerte der Terzel PERKEO einige Tage lang in den Nistkasten zu hüpfen, während PALATINA sofort hinein sprang. Erst nachdem wir eine senkrechte Stange entfernt hatten, gewöhnte sich der zaghafte PERKEO an die neue Situation.
Ich bin besorgt über LISELOTTE, denn sie zeigt mit ihrem Legebauch, dass sie – in unserer Sprache – „hochschwanger“ ist. Ich bin überrascht über diesen „Unfall“, denn Wanderfalken sind durchaus auch nachts aktiv: Wir können seit Jahren über das Infrarotlicht (im Kasten ist es für die Falken stockdunkel) von Cam 1 und 2 erkennen, dass die dort nächtigenden Falken (bisher ZEPHYR, nun LISELOTTE) nachts oft über lange Zeit putzmunter das Gefieder pflegen. (In Köln, London, New York jagen und erbeuten die Wanderfalken Vögel, die nachts über die Stadt ziehen. ) Wanderfalken sehen auch nachts sehr gut.
Danke, E. ScH.!
.
Balz im Nistkasten am 6. März
Danke M.H.!


Munteres Treiben für kommenden Nachwuchs
Da auch bei den monogamen Wanderfalken alle möglichen Variationen (Bigamie, Inzest, Polygamie, Polyandrie) gelegentlich/selten vorkommen, ist es sinnvoll, dass RUPERT durch häufiges Kopulieren SEINE Spermien in LISELOTTE deponiert: Pro Kopulation zwischen 100 000 und 1,6 Millionen Spermien, die einige Tage aktiv in LISELOTTE gespeichert werden können. So erhöht er die Weitergabe seiner Gene, falls seine Partnerin sich nun auch noch mit einem weiteren Terzel paaren würde.
Das indiskrete Schauspiel, das sich z.Zt. häufig abspielt, lässt uns hoffen: Morgen könnte vielleicht das zweite Ei gelegt werden!
Und bei diesem eifrigen Einsatz könnte 2025 vielleicht mal wieder eine Viererbrut ausfliegen …
Danke, M.H.!


LISELOTTE kommt, RUPERT geht
Es wird deutlich, wer „das Sagen“ in dieser Partnerschaft hat.
Danke, M.H.!



Stillleben am 7.März 2025
Das erste Ei liegt in mitten eines Tohuwabohu und erinnert an Stillleben auf Gemälden oder an manches Kinderzimmer. Wir sehen neben dem Ei eine hübsche Mauserfeder, Kotspuren , Leichtgewichtiges, das vom Ostwind eingeblasen wurde, sauberer und verschmutzter Kies und allerlei Unkenntliches.
Als ich aufwachte, war es in Heidelberg 3° C und RUPERT schlief neben dem Ei. Nachtfrost wäre nun nicht günstig.

Ist das nicht gefährlich für das Ei?
Es liegt allein im Nistkasten und es war heute Nacht -1°C, vielleicht sogar noch kälter, dort oben. Aber erst nach der Ablage des vorletzten Ei beginnen die Falken mit dem Brüten.
Hier im Kasten liegt das Ei in Sicherheit. Würde es sichtbar auf einem Felsband oder ein einer Nische liegen, könnte es von Krähen entdeckt werden und wäre verloren. Dort würden die Eltern das Gelege aber im Blick halten und verteidigen.
Zwischen dem ersten und den hoffentlich nachfolgenden Eiern liegt ein Abstand von zwei bis zweieinhalb Tagen.

Das erste Ei!
Wurde in der Nacht vom 5. auf den 6. Märzgelegt. Herzlichen Dank für die Meldungen!
Wir sehen heute Vormittag einen aufgeregten RUPERT, der sich mit „Brutversuch“, und „Steinchen-ziehen“ beschäftigt.


Geduld!
Anderenorts gibt es bereits volle Gelege, in Heidelberg kann das noch eine Woche dauern.
Denn wir sehen RUPERT auch heute noch in der Phase, in der der Terzel das Weibchen mit „Brautgeschenken“ zum Brutplatz lockt. Er zeigt damit der Partnerin, dass er in der Lage ist das brütende Weibchen und den Nachwuchs zu versorgen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für den Bruterfolg.
RUPERT und LISELOTTE lassen sich, wie in den Vorjahren, Zeit:
Im Vorjahr legte LISELOTTE am 13. und 15. März die beiden Eier, 2023 wurden die Eier am 10.,13.,16. und 18. März gelegt.
Danke, M.H.!




