Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Ob früh, ob spät
Das Falkenpaar hat den Nistkasten fest im Griff!
Danke, M.H.!


Wird LISELOTTE zu einem “ Haustier“?
Am 14. Juli war LISELOTTE bereits um 19 Uhr im Nistkasten. Sie beschäftigte sich ausgiebig mit „Steinchen ziehen“ und intensiver Gefiederpflege. Wie immer, blieb sie sehr aufmerksam auf de Außenwelt.
Wir freuen uns täglich an ihrem guten Aussehen.
Danke, M.H.

Weniger Nachwuchs , weniger Freude
Dennoch hat unser Sonderkonto „für Heiligeist-Wanderfalken“ beim NABU Heidelberg im Mai und Juni wieder Spenden erhalten!
Seit meinem letzten DANKESCHÖN Anfang Mai kamen hinzu Spenden von Herrn J-J.B., von Frau M.U.S., erneut vom Ehepaar P.und H.R., von Frau Dr. S.R.K., zweimal von Frau A.E,M.,von Herrn P.F., von U. und S.C., erneut von H.und P.R., eine dritte Spende von Frau A.E.M. und von eine von Frau C.U.!
So können wir uns mit einem finanziellen „Pölsterchen“ auf die kommende Saison freuen. Die „dankbare“ ? LISELOTTE zeigt sich nun auch in der – eigentlich falkenlosen Zeit – täglich oder nächtlich im Nistkasten. Gut so.
.
HERZLICHEN DANK an die treuen Spenderinnen und Spender!
Das Paar begrüßt sich im NIstkasten.
Dieser Anblick ist für uns zu dieser Jahreszeit ganz ungewohnt.
PS. Ich weiß nicht, wer und wann dort oben das Objektiv reinigen kann.
Danke, M.H.!

Die treue LISELOTTE
Sie war heute fast den ganzen Tag über am Nistkasten. Sie hatte auch, außen auf der Anflugstange stehend, übernachtet.
Danke, M.H.!

Langschläferin LISELOTTE am 28. Juni
Erst um 9.56 Uhr verließ sie den Nistkasten.
Danke, M.H.!


RUPERT & LISELOTTE
Ja, ist denn schon Zeit zur Balz?

JOHANN zu Besuch
Danke, A.L.!


Wo kann man jetzt Wanderfalken in Heidelberg sehen?
Gestern ging ich an der Jesuitenkirche, seit zwei Jahrzehnten Treffpunkt der Heiligeist-Wanderfalken, vorüber. Ein Jungfalke flog den Umlaufbalkon an, landete auf dem Fries (Unterkante) des steinernen Geländers und schlüpfte durch die Pfeiler.
Erst zuhause sehe ich auf dem Mobilphonefoto, dass etwa auf der Mitte des Umlaufbalkons ein Altfalke steht.


Fantastische Vögel ganz in der Nähe der Wanderfalken
In der Nähe von Heiliggeist freuen wir uns z.Zt. an anderen hübschen Vögeln: „Tierische Gefährten-Fantastische Kreaturen“, Ausstellung im Völkerkunde – Museum Heidelberg
GARUDA, 20.Jhdt. , Bali Holz
Das schlangentötende Wesen gilt als das Reittier des Gottes Vishnu, ist halb Mensch, halb Adler, Götterbote ( wie in der europäischen Kultur Apollo)
Wunderschön: Schmuckfedern des Agantusfasans, 20.Jhdt. (Ostkalimantan, Indonesien)
Vom dritten Vogel habe ich mir nichts gemerkt …



Das Falkenauge 2
Kann ich davon ausgehen, dass die geneigten Leserinnen und Leser in der Schule aufgepasst haben? Wie bitte? Nur manchmal? – So,so! Dann muss ich die außergewöhnliche Sehkraft des Wanderfalken etwas ausführlicher erklären. WIR stellen das Bild auf unserer Netzhaut scharf, in dem ein Muskelring um unseren elastischen Linsenkörper diesen zusammen drückt – dann sehen wir einen nahen Gegenstand scharf – oder wenn diese Muskeln erschlaffen, unsere Linse flacher und größer wird – dann sehen wir einen fernen Gegenstand scharf. Das misst der Optiker in Dioptrien (reziproker Wert der Brennweite in Meter), also 1 Dioptrie fokussiert ein Objekt in 1 Meter Entfernung, 2 Dioptrien fokussiert in 1/2 m Entfernung u.s.w. Als Kleinkind haben wir 13,5 Dioptrien und erkennen auch kleinste Gegenstände, sind wir 4o Jahre, sind es meist nur noch 6 Dioptrien und wir greifen zur Brille, wenn wir Kleingedrucktes lesen wollen. Wanderfalken können zusätzlich – wie Crampton erforscht hat – mit einem weiteren Muskelring auch die Hornhaut krümmen und verfügen somit über ein zweites Instrument zum Fokussieren. |
Warum sehen die Falkenaugen manchmal weiß aus?

Foto: M.H. 13.06.2025
Wanderfalken schützen ihre Augen – wie fast alle Greifvögel und Eulen – durch ein weiteres Lid, sie besitzen zusätzlich eine Nickhaut. Manchmal können wir das auch hier beobachten, wenn sich diese von unten nach oben über das Falkenauge schiebt. Sie reinigt durch die Befeuchtung die darunter liegende Hornhaut in regelmäßigen Abständen und schützt vor dem Austrocknen des Auges.
Das Falkenauge 1

Im spektakulärem Sturzflug – die Worthälfte -“flug” ist falsch, es ist ja ein Sturz mit angelegten Flügeln – , den sie auf den ersten Dutzend Metern mit kräftigen Flügelschlägen noch beschleunigen, rasen sie in außerordentlich hohem Tempo nach unten!
Man kann gelegentlich auch hier in Heidelberg diesen “stoop” – wie die Angelsachsen sagen – beobachten. Nein, beobachten können wir ihn nicht! Auch einen solchen Stoß zu filmen ist nahezu unmöglich, selbst das Internet kann mit Videos/Filmen kaum aufwarten …
Denn unser langsames Auge – auch der Sucher von Hochgeschwindigkeitskameras – verliert den rasenden schwarzen Punkt, sieht ihn – wenn wir aufmerksam sind – manchmal nach 2 -3 Sekunden tiefer und weit entfernt wieder zur charakteristischen Falkensilhouette aufsteilen: “Ah, da ist der Wanderfalke wieder!” Selten nur habe ich den erfolgreichen Zugriff beobachten können, dagegen viele Fehlstöße! Auch dem Falken fliegen die Tauben nicht in den Schnabel … (Wir kennen das als Sprichwort “Glaubst Du wirklich, hier fliegen einem die gebratenen Tauben in den Mund?”)
(Denn erfahrene Tauben, selbst hervorragende Flieger mit Rundumblick, kippen im letzten Augenblick seitlich ab und retten sich nach unten.)
RUPERT noch immer in der „Vaterrolle“?
Er zeigt ein Verhalten – Nistkastenbesuche, Mulden schieben – , das wir bisher noch nicht nach dem Ausfliegen der Jungfalken beobachten konnten.
Auch im 25. Jahr wird es hier nicht langweilig. Immer wieder sehen wir Neues.


Heute, Kinder, wird`s was geben …
Bereits jetzt zur Tagesmitte füllt sich die Altstadt, auf dem Neckar „parken“ die ersten Boote und Yachten, um gute Sicht auf das traditionelle „Feuerwerk & Schlossbeleuchtung“ zu haben, das ab 22 Uhr die Menschen erfreuen wird.
Es ist für die Wanderfalken, nun erstmals auch für ALBRECHT & SONNI – wie auch für Haustiere und Wildtiere in kilometerweitem Umkreis – ein großer Schrecken! In den ersten Jahren unseres Projekts zur Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg hatten wir große Sorgen, denn bei den mehrfachen „Schlossbeleuchtungen“ im Sommer hielten sich manchmal im Nistkasten noch nicht-flügge Jungfalken auf! Oder die Jungfalken waren kurz zuvor ausgeflogen und wir sorgten uns um sie.
Am nächsten Morgen war alles vergessen, denn Jung & Alt der Falkenfamilie waren zurückgekehrt und wohlauf. So wird es auch morgen sein.
Foto: Heidelberg Marketing

Vor dem Verzehr der Beute muss das Zugreifen geübt werden
Denn nur in den ersten Tagen nach dem Ausfliegen wird die Beute auf den Turmbalkon der Jesuitenkirche, oder in das „Kapellchen“ der Turmspitze von Heiliggeist geliefert.
Wie lernen das die Jungfalken?
Der Hunger zwingt sie zum frühen Entdecken der Eltern am Himmel, die in großer Höhe demonstrativ Beute herbeitragen. Die jungen Falken fliegen ihnen bettelnd rufend entgegen und versuchen ihnen – oft mit akrobatischen Flugbewegungen – die Beute zu entreißen. Vater oder Mutter machen die Beuteübertragung nicht leicht! Sie steigen ausweichend mit der Beute in den Fängen nach oben. Der hungrige Jungfalke muss im letzten Moment vor seinem Zugriff sich im Flug auf den Rücken legen und von unten nach der Beute greifen! Selbst wenn er Erfolg hat, entreisst sein Geschwister ihm oft die Beute!
Alles ist mit viel Geschrei und Hektik verbunden, auch bei dem nachfolgenden Verzehr auf den Kirchenbalkonen geht es rau und heftig zu. Vor allem, wenn es, wie in den Vorjahren, ein QUARTETT von hungrigen Jungfalken miteinander kämpft!
Anfänglich lassen die Eltern ihre Beute auch absichtlich aus großer Höhe über den Jungfalken fallen, damit diese das Zugreifen lernen und üben. In den vergangenen beiden Jahrzehnten konnten wir mehrfach beobachten, dass dies schon nach wenigen Tagen gelang.
Oft fliegt dann der andere Elternteil in tieferer Höhe , um die Beute noch vor dem Aufschlag auf dem Boden zu „retten“. Er kreist dann mit der Beute – vom hungrigen Nachwuchs verfolgt – hoch und wiederholt die Lektion. 2002 habe ich mit Schülern/Schülerinnen vom „Stückegarten“ der Schlossruine aus einen solchen Unterricht minutenlang beobachten können. Ein unvergessliches Erlebnis!
(Aber es erreichen uns auch Meldungen von tot aufgefundenen, „enthaupteten“ Tauben, die in der Altstadt gefunden wurden, die den noch unerfahrenen Jungfalken aus den Fängen geglitten waren. Nein, die Jungfalken landen nicht auf dem Boden, um eine abgestürzte Beute aufzulesen.)
Es ist heute, zwei Wochen nach dem Ausfliegen, gut möglich, dass die Jungfalken schon selbst Beute greifen und töten können.


Das misst der Optiker in Dioptrien (reziproker Wert der Brennweite in Meter), also 1 Dioptrie fokussiert ein Objekt in 1 Meter Entfernung, 2 Dioptrien fokussiert in 1/2 m Entfernung u.s.w. Als Kleinkind haben wir 13,5 Dioptrien und erkennen auch kleinste Gegenstände, sind wir 4o Jahre, sind es meist nur noch 6 Dioptrien und wir greifen zur Brille, wenn wir Kleingedrucktes lesen wollen. Wanderfalken können zusätzlich – wie Crampton erforscht hat – mit einem weiteren Muskelring auch die Hornhaut krümmen und verfügen somit über ein zweites Instrument zum Fokussieren.