Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Wie in „alten Zeiten“ …
Wir freuen uns, dass RUPERT heute, wie vor einigen Jahren, im Nistkasten übernachtet hat und auch jetzt – im Nebel – am Nistkasten anwesend ist.
Gesättigt und aufmerksam
bleibt RUPERT im Eingang.


Erfreulicher Jahresbeginn
DAS sehen wir gerne und die Bilder stimmen uns hoffnungsvoll für eine neue Brutsaison! Wir sehen RUPERT am Nistkasten und erwarten weitere Sichtungen. Es ist nun die Zeit, wo die Terzel sehr aufmerksam den Nistplatz und das Territorium im Blick halten.
Bald beginnt die Balz!
Danke, D.B., M.H. und für weitere Meldungen!


Zum Jahresende: Dank und Gruß!
Die 26. Saison unseres Projekts „Natürliche Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ war leider auch 2025 nicht so erfolgreich wie in den Vorjahren. Der Besorgnis erregende schwache Bruterfolg entspricht auch den Daten an anderen Nistplätzen in Baden- Württemberg. Wieder kamen nur zwei Jungfalken, ALBRECHT und SONNI, aus unserem Nistkasten in die Luft, sie sind der 84. und 85. Jungfalke seit dem Jahr 2000 aus diesem Nistkasten. Die beiden sind ein weiterer Beitrag zum Artenschutz, denn zu Beginn stand der Wanderfalke noch auf der „Rote Liste“ der bedrohten Arten. (Ob er wieder in diese Liste aufgenommen werden muss?)
Auch für mich als „Hausmeister“ im Falkenzimmer der Turmspitze war es kein gutes Jahr. Krankheit beeinträchtigte seit Jahresmitte leider meine Aktivität als Dokumentar und Erklärer. Inzwischen geht es mir recht gut, – na ja, eher „altersgerecht“ passend – so dass ich weiter TAGEBUCH und GÄSTEBUCH betreuen werde.
Zum Jahreswechsel möchte ich ein herzliches „DANKESCHÖN!“ an die aktiven Mitarbeiter/- innen und an die Förderer/-innen der Heidelberger Wanderfalken richten:
Unser Dank geht erneut an unseren Webmaster T.J., an Pfarrer Dr. V.P., an die Damen im Pfarrbüro und an Hausmeister G.A. der Pfarrgemeinde Heiliggeist, an die Mitarbeiter/-innen des „Amt für Digitales und Informationsverarbeitung“ und des „Amt für Umwelt“ der Stadtverwaltung Heidelberg, an die Ehrenamtlichen des NABU Heidelberg für die Übernahme des „Sonderkonto Heiliggeist-Wanderfalken“der Website und die Kassenführung (A.K.) , an die Betreuer (Dr. E.S., Dr. A.H.) der “Nilgans-Abwehr“ im Nistkasten und an die tatkräftigen Helfer 2025 beim Reinigen und Pflegen oben am Nistkasten Dr. KF.R., A.K.,G.Str. und an den Beringer Dr.M.P., MdL Baden-Württemberg!
Herzlichen Dank an die treuen Spender- und Spenderinnen, die wieder den Livestream der drei Cams finanziert haben und an die Personen, die mir gelegentlich Fotos der Webcams zur Veröffentlichung überlassen haben.
Ich wünsche Ihnen, uns allen, ein gutes 2026!
Weihnachtsgruß 2025
In diesem Jahr fällt es mir schwer, Ihnen „Fröhliche Festtage!“ zuzurufen.
Ich übernehme – teilweise – was ich 2020 während des“Corona-lock -down“ als Weihnachtsgruß hier geschrieben habe!
Es passt auch in diesem Jahr.
„Trost und Ablenkung schenken uns ein wenig die Wanderfalken:
Gelassen stehen sie trotz Kälte, Wind und Regen auf der Anflugstange. Zuverlässig erscheint ZEPHYR in seiner „Herberge“, schläft ein, wacht auf und fliegt ab. Mit festem Griff hält der Falke im Eingang seine Position und pflegt dort in aller Ruhe und Sorgfalt ausgiebig seinen Körper. Er behält dabei seine Welt aufmerksam und neugierig im Blick. Ein großes Vergnügen für uns, wenn wir ZEPHYR – gelegentlich auch PALATINA – dabei über Cam 3 betrachten können, nicht wahr? Mit großer Sorgfalt und in partnerschaftlicher Eintracht werden sie in drei Monaten wieder ihre Küken aufziehen und in die weite Welt entlassen.
Können WIR vielleicht – auf unsere Weise – etwas davon übernehmen? Aufrechte Haltung „Komme, was wolle!“, Sorgfalt und Pflege für uns selbst, Augen auf für unsere Umwelt, Verantwortung für unsere Partner und Kinder. So leben, wie die Natur, das Schicksal, es für UNS vorgesehen hat.“
(Gängs Tagebuch, Weihnachten 2020)
Ich wünsche Ihnen für die Festtage 2025 und das kommende Jahr alles Gute!
DANKE für Ihre Unterstützung außerhalb der Brutzeit
Es gibt seit einigen Jahren bei uns keine „falkenlose“ Zeit mehr. LISELOTTE und RUPERT, ja sogar ihr 2025-Nachwuchs, zeigen sich uns fast täglich. Sie sind Standvögel geworden und zeigen ihre Anwesenheit in unseren Kameras. Sie haben sich an die andauernde Beschallung von unten, jetzt durch den Weihnachtsmarkt, gewöhnt.
Ich darf heute wieder mit großer Freude, im Namen aller Besucher/-innen, mich für die treuen, verlässlichen finanziellen Zuwendungen bedanken:
Seit dem 1. August bis zum 1.Dezember sind wieder monatliche Spenden eingegangen: von Frau A.E M., vom Ehepaar H.und P.R. und Spenden von Herrn U.K. und Frau M. Sch.
Jung und Alt sind nun ganzjährig Standvögel
Herzlichen Dank für die jüngsten Einträge im Gästebuch! Sie belegen, dass LISELOTTE, RUPERT, aber auch der Nachwuchs aus 2025, nun ganzjährig in der Altstadt von Heidelberg leben. Es wundert mich nicht:
Ich befahre, oder werde gefahren, oft sogar zweimal, jeden Tag, die Uferstraße B 37 unten am Neckar. Inzwischen hat sich dort der Schwarm von Stadttauben, der in der Kernaltstadt um Heiliggeistkirche und „Alte Brücke“ lebt, wesentlich vergrößert! Ich schätze ihn zur Zeit auf etwa 50 Exemplare. (Kein Wunder bei der gestiegenen Zahl von Touristen, – nicht nur während des Weihnachtsmarkts! Zahlreiche „Flusstouristen“ kommen täglich mit dem Bus von Rheinschiffen, die in Speyer und Mannheim vor Anker liegen, zu einer kurzen Visite.)
So ist der Tisch für die Stadttauben reich gedeckt und die Falken haben keine Mühe, sich im „Schlaraffenland“ zu bedienen.
Ein Blick zurück
2004, wie lange ist das her! Damals schnitt ich, wohl wegen des ausdrucksvollen Porträts des jungen Falken, diesen Artikel aus der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
„Auch an unerwarteten Orten …“ , notierte man.

Kommt der Wanderfalke wieder auf die „Rote Liste“ der gefährdeten Arten?
Von der Jubiläumsveranstaltung „60 Jahre AGW in Baden Württemberg“ am Sonntag in Stuttgart, an der ich wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte, erreichen mich Grüße und Besorgnis erregende Informationen:
Der Bestand an Wanderfalken in Baden-Württemberg ist zurückgefallen auf den Stand der frühen 1990er- Jahre!
2022 gab es in Baden-Württemberg noch 250 Revierpaare mit 127 erfolgreichen Bruten, 2025 dagegen nur noch 200 Revierpaare mit 87 erfolgreichen Bruten!
Auch für RUPERT & LISELOTTE auf der Heiliggeistkirche trifft die erschreckende Entwicklung zu! Über lange Jahre hatten wir hier fast jedes Jahr Vierergelege und es flogen dann auch vier Jungfalken erfolgreich aus. Das geschah 2023 letztmals. Auch 2025 kamen bei uns nur zwei Jungfalken in die Luft.
Unterschiedliche Situation auf kurze Entfernung
Herzlichen Dank für die Berichte und Kommentare über das Vorkommen oder Verschwinden mancher Arten auch in geringer Distanz! Ich bleibe überrascht über die völlige Abwesenheit von Amseln in meiner Umgebung. Das habe ich noch nie erlebt. Rätselhaft, dass das nur wenige Kilometer entfernt, anders ist.
H5N1 bedroht auch die Wanderfalken auf Heiliggeist
Im Norden sind tausende Kraniche verendet. Seit einer Woche sehe ich auf meinem Balkon und im Garten keine Amsel. Erleben auch wir hier gerade ein Vogelsterben?
RUPERT, wie in den Vorjahren
Er übernachtet wieder in der traditionellen Nordwestecke.
Danke, A. Sch.!

DAS macht uns Freude: Das Paar im Nistkasten
Danke, D.B.!


„Liebe“? Nein, Balz erscheint uns als als eine drohende Annäherung.
Die Balz im Kasteninneren ist ein notwendiger hoch ritualisierter Vorgang, auch wenn beide sich individuell kennen und mit dem Nistkasten auf Heiliggeist bereits seit 2024 vertraut sind.
RUPERT zeigt, sobald er LISELOTTE erblickt, den Ort an, den er zum Brüten und zur Aufzucht des Nachwuchses vorschlägt. Darüber entscheidet – wen wundert es? – LISELOTTE! Auch wenn die beiden in den beiden vergangenen Jahren jeweils Eltern von zwei Küken wurden, so verläuft die Anbahnung ihrer „Hochzeit“ auch 2026 nach einem strengen Ritual, das wir bei den vorausgegangenen Bruten ihrer Vorgänger seit 26 Jahren (!) staunend beobachten konnten.
Wie wird das –
auch 2026 – ablaufen?
Zunächst stürzt der kleinere Terzel –RUPERT – mit aufgeregten Lauten, etwa „Ack-Zick – Ock-Zick- I-Tchipp“, in den Nistkasten, gefolgt von LISELOTTE. (Diese erscheint uns durch die ihr nahe Cam 2 dann als besonders groß, das täuscht uns.)
Terzel RUPERT bezieht sofort Position an der Rückwand des Nistkastens und streckt sich nach vorn in eine waagrechte Position, sein Schnabel reicht fast bis zum Boden. So stehen sich beide Falken, heftig Laut gebend, aufgeregt gegenüber! Erst nach einigen Sekunden beruhigen sie sich und der Terzel „flieht“ geradezu rasch nach außen. Das Weibchen LISELOTTE bleibt zurück und beruhigt sich rasch.
Ich empfehle unseren neuen Gästen, dass Sie bei einem weiteren Besuch der beiden den Eintritt von LISELOTTE über Cam 1 beobachten, denn der Auftritt der weiblichen Falken ist spektakulär: LISELOTTE schreitet in einem wiegenden Pendelschritt – „tippy-toe gait“ -, nennen es die englischsprachigen Fachleute ( auf Zehenspitzen gehend) geradezu drohend auf ZEPHYR zu. Ihr Federkleid halten beide Falken eher locker gesträubt, sie machen sich groß, etwas hängende Flügel wären eher kindliche Signale.
Beide stehen sich nun sekundenlang, hoch erregt zirpend, tief gebeugt gegenüber. Oft berühren sich in dieser tief gestreckten Position ihre Schnäbel, als würden sie knabbern. Für unsere Augen fühlt sich RUPERT durch die pendelnd auf ihn zu schreitende LISELOTTE – „Paradeschritt“ schreiben Fachleute – bedrängt und – husch! – flitzt er bald, meist auf der rechten Seite (von uns gesehen), an dem größeren, stärkeren Weibchen vorbei und entflieht.
LISELOTTE beruhigt sich dann schnell, richtet sich auf, glättet ihr Gefieder, piepst vielleicht noch etwas und besichtigt das Kasteninnere.
Nun folgt oft das Bearbeiten des Untergrunds: Steinchen ziehen, Steinchen fressen, Boden mit dem Schnabel „pflügen“, Gefieder pflegen und schließlich Abflug. Das sehen wir auch bei RUPERT, wenn er allein im Kasten ist.
Nein, das Ritual hat nichts mit unserem menschlichen „Balzverhalten“ – also Liebe- zu tun! Wir sehen dominantes Auftreten und gleichzeitig besänftigende Signale („Scheinfüttern“) bei beiden.
Die fliegende Balz der beiden außen in der Luft können wir nicht zeigen. Hierbei „prüft“ LISELOTTE , ob ihr Partner sie und den Nachwuchs während der Brutzeit mit Nahrung versorgen kann.
Auch dieser Anblick ist für uns neu
Sonntag, 8. Februar, 2026:
Ein gesättigter Jungfalke aus der vergangenen Brut 2025 , erkenntlich am längs gestreiften, braunen Brustgefieder, besucht seine Geburtsstätte.
In den beiden Jahrzehnten zuvor war der Nachwuchs aus dem Vorjahr längst anderenorts.
Danke, H.K.!

Ein Heidelberger in den Niederlanden
In Weert, nahe Limburg, NL hat sich unser Terzel BENJAMIN aus dem Jahrgang 2022 mit der auf den Fotodokumenten deutlich ablesbaren Beringung S° RC – erneut verpaart und wird wohl wieder Vater werden.
Das schöne Foto von A.L. – herzlichen Dank! – zeigt rechts das Weibchen auf der oberen Plattform. Wie A.L. uns schreibt, hatte BENJAMIN im Kasten den Boden „gepflügt“ und will nun an seiner Partnerin vorbei das Weite suchen.

Ein “ Brautgeschenk“
Endlich ist ein Hinweis auf die Balz zu sehen.
Danke, H.K.!


