Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

9.März, 2025

Gewölle sind „Speiballen“

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Gestern wunderten sich viele Besucher/-innen über ein anhaltendes Recken, Strecken und Würgen bei RUPERT. Das war ein natürlicher und notwendiger Vorgang. Falken und Eulen haben keine Zähne zum Kauen, also müssen sie Unverdauliches (Federn,Knochen) wieder hinaus speien. Das“Gewölle“ wird im Magen mit Schleim umhüllt und hinaus gewürgt. Nachts sind diese rundlich-ovalen Speisereste im UV-Licht gut im Nistkasten als schwarze Reste erkenntlich.

Danke, M.H.!

8.März, 2025

Einiges zum ersten Ei

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So ein einsames Wanderfalkenei ist nicht spektakulär. Es ist etwa so groß und schwer wie mein Frühstücksei, s.u. Es wiegt etwa 45,5 g (Ratcliffe,1993), die Schale wiegt etwa 3,8 g.

Ein Vierergelege, wie es in den Vorjahren in Heidelberg üblich war, wiegt dann etwa 182 g , das ist etwa 17 % des Gewichts von LISELOTTE. Eine große Leistung  in diesen Tagen!

Passt das zum heutigen Frauentag?

7.März, 2025

Auch BENJAMIN (*2022) bemüht sich wieder

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2024 konnte in den Niederlanden die Ringe (S RC ) eines Terzels  abgelesen werden, der am 29.April 2022 auf Heiliggeist beringt wurde und von mir den Namen BENJAMIN erhalten hatte. Er sorgte bereits 2024 auf der St. Martinuskerk in Weert, NL – östlich von Antwerpen –   für Nachwuchs und wird es wohl 2025 leisten.

Danke, A.L.!

Quelle: live.netcamviewer.nl

7.März, 2025

Munteres Treiben für kommenden Nachwuchs

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Da auch bei den monogamen Wanderfalken alle möglichen Variationen (Bigamie, Inzest, Polygamie, Polyandrie) gelegentlich/selten vorkommen, ist es sinnvoll, dass RUPERT durch häufiges Kopulieren SEINE Spermien in LISELOTTE deponiert:  Pro Kopulation zwischen 100 000 und 1,6 Millionen Spermien, die einige Tage aktiv in LISELOTTE gespeichert werden können. So erhöht er die Weitergabe seiner Gene, falls seine Partnerin sich nun auch noch mit einem weiteren Terzel paaren würde.

Das indiskrete Schauspiel, das sich z.Zt. häufig abspielt, lässt uns hoffen: Morgen könnte vielleicht das zweite Ei gelegt werden!

Und bei diesem eifrigen Einsatz könnte 2025 vielleicht mal wieder eine Viererbrut ausfliegen …

Danke, M.H.!

7.März, 2025

Stillleben am 7.März 2025

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Das erste Ei liegt in mitten eines Tohuwabohu und erinnert an Stillleben auf Gemälden oder an manches Kinderzimmer. Wir sehen neben dem Ei eine hübsche Mauserfeder, Kotspuren , Leichtgewichtiges, das vom  Ostwind eingeblasen wurde, sauberer und verschmutzter Kies und allerlei Unkenntliches.

Als ich aufwachte, war es in Heidelberg 3° C und RUPERT  schlief neben dem Ei. Nachtfrost wäre nun nicht günstig.

 

6.März, 2025

Ist das nicht gefährlich für das Ei?

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Es liegt allein im Nistkasten und es war heute Nacht -1°C, vielleicht sogar noch kälter, dort oben. Aber erst nach der Ablage des vorletzten Ei beginnen die Falken mit dem Brüten.

Hier im Kasten liegt das Ei in Sicherheit. Würde es sichtbar auf einem Felsband oder ein einer Nische liegen, könnte es von Krähen entdeckt werden und wäre verloren.  Dort würden die Eltern das Gelege aber im Blick halten und verteidigen.

Zwischen dem ersten und den  hoffentlich nachfolgenden Eiern liegt ein Abstand von zwei bis zweieinhalb Tagen.

6.März, 2025

Das erste Ei!

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Wurde in der Nacht vom 5. auf den 6. Märzgelegt. Herzlichen Dank für die Meldungen!

Wir sehen heute Vormittag einen aufgeregten RUPERT, der sich mit „Brutversuch“, und „Steinchen-ziehen“ beschäftigt.

5.März, 2025

Geduld!

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Anderenorts gibt es bereits volle Gelege, in Heidelberg kann das noch eine Woche dauern.

Denn wir sehen RUPERT auch heute noch in der Phase, in der der Terzel das Weibchen mit „Brautgeschenken“ zum Brutplatz lockt. Er zeigt damit der Partnerin, dass er in der Lage ist das brütende Weibchen und den Nachwuchs zu versorgen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für den Bruterfolg.

RUPERT und LISELOTTE lassen sich, wie in den Vorjahren, Zeit:

Im Vorjahr legte LISELOTTE am 13. und 15. März die beiden Eier, 2023 wurden die Eier am 10.,13.,16. und 18. März gelegt.

Danke, M.H.!

4.März, 2025

Insiderwissen

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„O.K“. schreiben mir Gäste, „wir verstehen, dass es auf dieser Website  ausschließlich um die Heidelberger Wanderfalken geht. Aber zu gerne würden wir über Bruterfolge anderenorts mehr erfahren.“

Nun denn: Ich nenne meine Quelle, die Informationen aus aller Welt zusammenfasst.

Nestkalenders – Google Sites

2.März, 2025

Wann werden wir 2025 das erste Ei sehen?

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Bald!

In diesem Jahr wurden bereits am 27.Februar in Liempde, NL und am 28. Februar in Plock,  Pl das erste Ei gelegt. Am 2. März wurde auch in Fellbach, Baden -Württemberg das  erste Wanderfalkenei der Saison 2025 gelegt.

(Ich verzichte darauf, nun fortan weitere Gelege anderenorts  zu notieren und ich berichte, wie in den Vorjahren, nun wieder ausschließlich über Heidelberg!

Eiablage im Februar war in den letzten zwei Jahrzehnten sehr selten! In den Vorjahren erfuhren wir meist aus Rom, Italien von den ersten – kameraüberwachten und gesendeten – Eiablagen in den ersten Märztagen. Heidelberg war damals oft bei den ersten Meldungen nördlich der Alpen. Das hat sich im letzten Jahrzehnt geändert!

(Es soll ja noch immer Menschen geben, die nicht an den Klimawandel glauben!)

Als ZEPHYR & PALATINA im Jahr 2018 erstmals gemeinsam balzten, waren erst am 15., 17.,19. und 22. März Eier im Nestkasten. . Die Ornithologen Mearns & Newton (1988) haben Wanderfalkenbruten im südlichen Schottland über neun Jahre erforscht: Ältere Weibchen legten im Schnitt 8 Tage früher als junge, noch unerfahrene Weibchen. Auch die Zahl der Eier der erfahrenen älteren Weibchen waren höher. 

LISELOTTE erscheint uns auch in diesem Jahr leider noch nicht als erfahrenes Weibchen.

Es ist weiterhin bei uns, wie immer, nicht langweilig!

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Kommt der Wanderfalke wieder auf die „Rote Liste“ der gefährdeten Arten?

Von der Jubiläumsveranstaltung „60 Jahre AGW in Baden Württemberg“ am Sonntag in Stuttgart, an der ich wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte, erreichen mich Grüße und Besorgnis erregende Informationen:

Der Bestand an Wanderfalken in Baden-Württemberg ist zurückgefallen auf den Stand der frühen 1990er- Jahre!

2022 gab es in  Baden-Württemberg noch 250 Revierpaare mit 127 erfolgreichen Bruten, 2025 dagegen nur noch 200 Revierpaare  mit 87 erfolgreichen Bruten!

Auch für RUPERT & LISELOTTE auf der Heiliggeistkirche trifft die erschreckende Entwicklung zu! Über lange Jahre hatten wir hier fast jedes Jahr Vierergelege und es flogen dann auch vier Jungfalken erfolgreich aus. Das geschah 2023 letztmals. Auch 2025 kamen bei uns nur zwei Jungfalken in die Luft.

11. November 2025|0 Kommentare

Unterschiedliche Situation auf kurze Entfernung

Herzlichen Dank für die Berichte und Kommentare über das Vorkommen oder Verschwinden mancher Arten auch in geringer Distanz! Ich bleibe überrascht über die völlige Abwesenheit von Amseln in meiner Umgebung. Das habe ich noch nie erlebt. Rätselhaft, dass das nur wenige Kilometer entfernt, anders ist.

11. November 2025|3 Kommentare

Was gibt es vom Restei zu berichten?

Am 2. Mai konnten wir bei der Beringung von SONNI und ALBRECHT das Restei bergen und nachfolgend  an das NABU-Vogelschutzzentrum übergeben.

Von dort erhalten wir vom Zentrumsleiter Dr. Daniel Schmidt-Rothmund die Information:

„Wir haben die Sendung gestern unbeschädigt erhalten und eben habe ich das intakte Ei präpariert. Es enthielt nur eine flüssige, amorphe, gelbe Masse, die leider kaum weitere Rückschlüsse zulässt, als dass das Ei nicht oder kaum entwickelt war und inzwischen autolytisch geworden ist. Jetzt können wir die Probe der LUBW zusenden und müssen leider warten, bis von dort Analyse-Ergebnisse veröffentlicht werden. Das kann leider länger dauern und erfolgt vermutlich nicht jeweils bezogen auf die einzelne Probe bzw. Örtlichkeit. Die Eischale wird diesen Herbst ans Rosenstein-Museum nach Stuttgart überstellt werden.“

 

09. Oktober 2025|5 Kommentare

Tagebuchautor unterwegs bis Anfang Oktober

„Machen wir`s  den Schwalben nach…“, könnte ich aus der Operette „Czardasfürstin“ summen, den wir fahren – wie fast jedes Jahr im Herbst – 1 500 km gen Westen an den Atlantik in jene Gegend, welche unsere Vorfahren als das Ende der Welt finis terrae bezeichneten.

Wenn ich von dort am Abend gegen 22 Uhr auf  dem Mobilphone in die Falken-Webcams schaue, ist es dann in Heidelberg bereits dunkel, aber in der südlichen Bretagne  leuchtet die Abendsonne noch über dem Meer.

Ach, wie klein ist unsere Erde!

18. September 2025|2 Kommentare
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