ARTEMIS in der Hand
von Dr. KFR.

von Dr. KFR.

„Da kommt endlich der Hausmeister des Falkenzimmers! Wurde aber auch Zeit!“
Hätte die Bruchpilotin eine menschliche Stimme, hätte sie mir das zugerufen. Gemeinsam mit Dr. KFR habe ich heute Nachmittag den notgelandeten Falken geborgen. Er ließ sich im Innenhof der Universität mühelos greifen, es ist ja nicht zum ersten mal , dass wir das tun müssen.
DANKE an die Hausmeister der Universität, die uns informiert haben. Dank an Dr. KF R. und den Hausmeister der Kirche G.A. , beides erfahrene und engagierte Namenspaten.

Danke für die Meldungen!
DAS hatten wir in 20 Jahren noch nicht!
Der Erstflug der Jungfalken ging immer nach unten, z.B. häufig auf das Kirchendach oder auf Dächer der umliegenden Häuser. ARTEMIS ist auf das Geländer des schmalen Umgangs des Kapellchens, also des Turmaufsatzes auf dem Turmhelm, hinauf geflattert!
Sie steht also nun etwa 5 m höher als der Nistkasten! Das Innere des Kapellchens ist mit Blech abgedeckt, man kann da als Mensch nicht hinein. innen auf dem Blech ist ein Rupf- und Kröpfplatz der Altfalken, den die ausgeflogenen Jungfalken jedes Jahr schnell entdecken.
Das Geländer, auf dem nun ARTEMIS, nass mit Flaumkrönchen auf dem Scheitel, bis morgen ruhen wird, ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. In den nächsten Wochen werden auf diesem Geländer wir Heidelberger bald mehrere Falken stehen sehen.
Danke, S.F.!
!
Danke, M.H.!

denkt jetzt manche(r) von uns! So ganz allein ohne die Geschwister! Und wo bleibt die Nahrung? Und das auch noch bei immer wieder einsetzendem Starkregen!
Jeder gestartete Jungfalke bleibt zunächst dort stehen, wo er gelandet ist. Er hofft vergeblich, dass ihm dort weiter Nahrung geliefert wird. Er beobachtet, dass seine Eltern mit Beute den Turm anfliegen und erlebt, dass er nun zu der angebotenen Beute dort oben FLIEGEN muss! Das schafft er – der Hunger treibt ihn dazu – dann spätestens nach 20 Stunden. (Es kann gut sein, dass ARTEMIS sich auch morgen noch an ihrem jetzigen Standort aufhält! Vorher wird der ausgeflogene Jungfalke jämmerlich, dennoch vergeblich, schreien! Hinauf, zurück, in den Nistkasten hat noch kein Jungfalke beim Zweitflug geschafft. Die Zweitlandung, meist auf der nahen Jesuitenkirche, oder auf einem anderen Hausdach schafft er dann schon ganz gut. Bereits am zweiten, dritten Tag fliegen die Jungfalken sehr geschickt und auch die Notlandung auf dem Boden kommt nicht mehr vor.
Vielleicht kommt aber ARTEMIS übermorgen, wenn sie bereits sicher fliegen und LANDEN kann, in den Nistkasten zurück, Denn sie erinnert sich, dass es dort immer etwas zu futtern gab. (Siehe SOPHIE 2020!)
(Die Rabenkrähen der Altstadt, erfahrene Kenner der Heiliggeist-Wanderfalken, lieben es geradezu, beim Erststart eines Jungfalken diesen durch gemeinsame Attacke zu Boden zu drücken!) Ich hoffe, dass ich nicht wieder einen Bruchpiloten einfangen und auf den Turm setzen muss.
Siehe auch meine Erläuterung zu einem Kommentar von Klaus P. zu meinem vorausgehenden Eintrag!
Falls ARTEMIS noch unter ihm auf dem Umlaufbalkon steht, sieht er sie von der Stange aus nicht! Aber wie in jedem Jahr, haben die Eltern in diesen Tagen den Nachwuchs mit scharfem Blick unter Kontrolle. Wir haben mehrfach erlebt, dass ein Falkenkind in der engen Altstadt in einem Hof, auf der Straße gelandet war und ein Elternteil immer wieder kontrollierend – in großer Höhe – darüber flog.
Danke, M.H.

Von D.K. – danke!- erhalte ich die Nachricht: „Ein Jungvögel sitzt eben auf dem Geländer des Umlaufbalkons.“
Dort ist der Jungfalke – ARTEMIS? – sicher, denn der Turmaufstieg ist noch nicht für Besucher freigeben. Er steht so auch hoch genug, um beim Zweitstart einen erhöhten Landepunkt zu finden.
Denn: Fliegen können die Jungfalken bereits, nur das Landen müssen sie noch lernen.
Da wären wir jetzt gerne vor Ort, um das zu beobachten! Wir würden z.B. vom Umlaufbalkon des Kirchturms die Dachlandschaft absuchen, wo der Erststarter abgeblieben ist.
Nun sind wir auf Beobachtungen von Bewohnern der Altstadt angewiesen!
Danke, C.!
Heuete vormittag gegen 7 Uhr konnten wir noch auf VIER zählen, nun ist ein Jungfalke – wer? – abgeflogen. Sowohl die frühe Uhrzeit, wie auch der vermutlich wenig spektakuläre Absprung, ist ganz normal. Nur selten hat ein(e) Zuschauer(in) das mit einem Foto belegen können.
Nun heißt es, für den Mutigen/die Mutige, eine erfolgreiche erste Landung zu erhoffen!

