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11. Apr., 2020

Sorge um das vierte Küken

Von |2020-04-11T15:28:14+02:0011. April 2020|Tagebucheintrag|3 Kommentare

Wir konnten, dank der guten und ausführlichen Dokumentationen  – nochmals DANKE an die Einsenderinnen! –  am 6. bis zum 7. April sehen, dass die drei Geschwister gut versorgt wurden. Das vierte Küken, immerhin vier und zwei Tage später geschlüpft, hatte – nun am zweiten Tag seines Lebens –  im Nistkasten mehrfach buchstäblich das Nachsehen! Aber auch das vierte Küken lebt und wächst.

Grundsätzlich wird in der Natur jener Nachwuchs bevorzugt versorgt, der am stärksten bettelt! Es ist in Notzeiten  –  bei Nahrungsmangel – sinnvoll, dass nur die kräftigsten Jungtiere überleben. Dann bleiben die zuletzt geschlüpften (geborenen) Nesthäkchen in ihrer Entwicklung zurück und werden häufig von ihren Nestgeschwistern verspeist! Dieses Phänomen, bei Adlern und Falken durchaus häufig, nennt man Kainismus, nach der biblischen Geschichte von Kain & Abel. (Nachzulesen z. B.  in dem von mir empfohlenen Buch von Michael Wink “Ornithologie für Einsteiger”, wo auf S. 262 dieser Tod der drittgeborenen Eleonorenfalken beschrieben ist.) Kein Dokumentarfilm über den Steinadler verzichtet – von dramatischer Musik untermalt – auf die Tatsache , dass das zweite Adlerküken fast immer  immer im Magen des erstgeschlüpften Kükens endet. Man vermutet, dass dieser Kainismus auch etwas mit Nahrungsmangel zu tun haben könnte.

Dagegen Heidelberg! Hier wimmelt es geradezu in unmittelbarer Nähe von Kleinvögeln (Nahrung der ersten Wochen) und Tauben. ZEPHYR & PALATINA haben keinerlei Mühe, Nahrung zu beschaffen.  So wurden wir in den voraus gegangenen Jahren Augenzeugen, dass auch das gefährdete vierte Küken seinen Entwicklungsrückstand gut machen konnte.

Auch das 69. Küken in diesem Nistkasten wird nicht verhungern.

Und erneut: Bitte lesen Sie meinen Tagebucheintrag vom 30.April 2018 , s. Tagebuch Archiv

10. Apr., 2020

Frühstück für vier Schnäbel

Von |2020-04-10T09:08:17+02:0010. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Um 7.05 Uhr erhebt sich – noch etwas schläfrig-unbeholfen? – PALATINA, geht zur hauseigenen Vorratskammer und beginnt den Nachwuchs zu füttern. Wir zählen 1-2-3 runde Köpfe und erkennen das vierte, bereits durch die Wärme der Mutter und Geschwister abgetrocknete und flauschige, vierte Küken! Eine große Freude für uns in einer Zeit, die uns Menschen Sorgen bereitet!

Ja, das vierte Küken wird sich nun hinten anstellen müssen! Es wird keineswegs bevorzugt werden. In fünf-sechs Wochen, wenn wir die drei Großen nicht mehr vom Kleinen  im Nistkasten unterscheiden können.  Dieses Küken wird dann wahrscheinlich sogar der aggressivste Jungfalke sein, der uns dann durch seine groben „Tischsitten“ und „schlechtes Benehmen“ gegenüber seinen Geschwistern auffallen wird.  Diese egoistischen Eigenschaften muss er sich nun schnell  angewöhnen, wenn er nicht hungern will.

Für unsere neuen Besucher/-innen, die sich sorgen, empfehle ich im Tagebuch-Archiv: 30.04.2018 „Alle werden satt“ zu lesen.

Danke, C.!

10. Apr., 2020

Das vierte Küken ist geschlüpft

Von |2020-04-10T08:45:36+02:0010. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Nun ist die Heidelberger Wanderfalkenwelt wieder in Ordnung! Wohl um Mitternacht vom 9. April zum 10. April wurde eine halbe Eischale vor PALATINA entdeckt, ein Beweis, dass das vierte Küken geschlüpft sein muss.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH an Simone, Denise und Gabriele, die  – mit eulenscharfen Augen, Pardon! – für uns Schläfer/-innen aufgepasst haben!

HERZLICHEN DANK für alle Meldungen im Gästebuch, als der Tagebuchschreiber noch im Bett döste!

 

9. Apr., 2020

Und wann ist der Schlupf aus dem vierten Ei?

Von |2020-04-09T11:41:47+02:0009. April 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Das fragen wir uns alle. Nach unserer Erfahrung ist der heutige Tag wohl die letzte Möglichkeit. Nach kalter Nacht und kaltem Vormittag werden die Altfalken nun nicht mehr intensiv brüten, sondern legen – buchstäblich – das Gewicht nun auf auf das Hudern. Also das Bedecken und Warmhalten der immer größer werdenden Küken. Dabei hat der kleinere ZEPHYR nun zunehmend Schwierigkeiten.

Wir können nicht in das vierte Ei schauen. Ist es überhaupt befruchtet? Hat sich ein Embryo entwickelt? Gab es in den entscheidenden Stunden vor dem Schlupf  Probleme? Wir werden das nicht erfahren. Beim ersten Schlupf 2000 war ich, durch ein Ein-Cent-großes Spionloch  der Kastenseitenwand spähend, dabei, als ein Küken schlüpfte, sich bewegte und AURORA es unter sich zurecht schob. Aber nach einer weiteren halben Stunde wurde AURORA unruhig, erhob sich und berührte mit dem Schnabel das  noch immer feuchte Küken. Auch ich, der so etwas zum ersten mal sah, erkannte sofort: Es ist tot!  AURORA trug das tote Küken dann im Schnabel fort, kam zurück und brütete die beiden verbliebenen Eier erfolgreich aus.

Zweimal habe ich ein solches „taubes“ Restei entnehmen können. Selbstverständlich blitzschnell bei Abwesenheit  der Altfalken und bei tiefschlafenden Küken. Es war in den Jahre, als die Wissenschaftler sehr interessiert waren, Rückstandsanalysen auf Pestizide durchzuführen.

Falls heute kein Schlupf erfolgt, werden die Altfalken das Ei auf die Seite rollen lassen und nicht weiter beachten. Nach einiger Zeit wird es dann verschwunden sein. 2013 wurde JETTA beobachtet, wie sie das Ei öffnete und den Embryo nach außen davon trug. Wahrscheinlich auch verzehrte.  Auch die Eischalen, die jetzt noch zu sehen sind, werden von den Altfalken verzehrt werden. In der Natur gibt es keinen Müll.

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