Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Brutwechsel am 8. April
Vermutlich dauert es noch eine Woche bis zum Schlupf des ersten Kükens.
Danke, M.H.!


Erinnerung beim Frühstück
Vor einigen Jahren erreichte mich die nahe liegende Kinderfrage, ob die Eier des Wanderfalken – „Entschuldigung, Herr Gäng!“- eventuell für uns Menschen „essbar“ wären!
Am 25. Mai 2005 konnten wir, wie 2025, ein Restei aus dem Nistkasten bergen. Wir sandten das Ei, wie damals alle aus baden-württembergischen Horsten geborgenen Resteier, über die AGW Baden-Württemberg (Fr.Schilling+) an das Pharmakologische Institut der Universität Freiburg i.Br. Dort wurde der Inhalt aufwändig auf Rückstände überprüft. (Ich erfuhr nicht, ob dieses Ei unbefruchtet war oder ob ggf. der Embryo sich nicht entwickelt hatte.)
Ich erfuhr allerdings bei der nachfolgenden Jahrestagung der AGW, dass die Messwerte dieser Resteier so hohe Rückstände an Derivaten von Pestiziden, Fungiziden etc. aus der Nahrungskette der Falken aufwiesen, dass diese Eier deshalb z.B. – ! – “ nicht zur Nahrungsaufnahme für den Menschen“ geeignet wären.
Auf die Idee, aus Wanderfalkeneier z.B. ein Omelett zu machen, kommt wohl niemand, denkt man.
Von wegen!
Der Naturforscher Charles Darwin (1809-1882), dem wir u.a. die Erkenntnisse zur Evolution verdanken, gehörte als junger Mann in London einem elitären Club junger Männer an, die sich das Ziel gesetzt hatten, jedes Tier einmal auf dem Teller zur Mahlzeit gehabt und verspeist zu haben. (Solche Ideen gibt es wohl nur in England! In Kreisen, in denen man nicht gezwungen ist für seinen Lebensunterhalt einen Beruf zu haben. Darwin lebte vom Vermögen seines Vaters.)
Irgendwo in Darwins Aufzeichnungen kann man lesen, es hätte „Eule“ zum Diner im Club gegeben.)
Wann sehen wir das erste Küken?
Auf den ersten Schlupf warten jedes Jahr unsere Besucher. Anfragen erreichen mich auch in diesem Jahr. Trotz unserer, nun 26 Jahre zurück reichenden Statistiken, bin ich dieses Jahr besonders neugierig.
Die Fachbücher schreiben, die Brut beginne erst nach der Ablage des zweitletzten Eies, also etwa am 9. März 2026. Wir haben aber in diesem Jahr beobachtet, dass LISELOTTE bereits nach der Ablage des ersten Eies am 6. März „fest saß“, es sah für uns (!) aus, als würde sie bereits brüten.
Ein Blick in unsere Datensammlung (DANK an E.S.!) zeigt, dass der erste Schlupf hier 38 bis 40 Tage nach der Ablage des ersten Eies erfolgte. Das wäre 2026 also etwa Mitte April in KW 16!
Wir sind gespannt!
Heute ist der 25. Tag nach Ablage des ersten Eies in einer Brutzeit, die in diesem Jahr in ziemlicher Kälte stattfand. Ich zitiere aus meinen Tagebucheinträgen der Vorjahre:
„In den Eiern haben sich die befruchteten Eizellen längst zu Embryonen verwandelt. Der Nachwuchs ist inzwischen fast ausgereift und nahezu vollständig entwickelt!
Nun dreht sich der Embryo bald in die richtige Position, um die Eischale demnächst zu sprengen. Ein recht komplizierter Ablauf!

Etwa um den 26. Tag der Brutzeit wird der Embryo den Kopf nach rechts unten unter den rechten Flügelstummel drehen, so dass der Schnabel in Richtung der Luftkammer zeigt. (Die Luftkammer kennen wir aus dem hart gekochten Hühnerei.) Der Schnabel drückt so bereits dann gegen die Membran, die den Embryo noch von der Luftkammer trennt. So bewegt sich der Embryo allmählich in die Schlupfposition:
Der große Kopf wird am stumpfen Ende des Eies liegen und die Beine können sich in Richtung spitzes Ende strecken. (Dazu fehlt ihnen jetzt noch die Kraft.) Läge der Kopf im spitzen Ende des Eies, könnte der “Eizahn” auf dem Oberschnabel die Schale nicht am “Äquator” öffnen. In den letzten Tagen vor dem Schlupf ruht das Küken und sammelt seine Kräfte im Nackenmuskel, der die Schalenhälften beim Schlupf auseinander drücken muss. Seine Nahrung, die ihm im Dottersack mitgegeben wurde, hat der Embryo bereits nahezu aufgebraucht, der Kalk für seine zarten Knöchelchen kam aus der Eischale, die nun allmählich dünner geworden ist.
(Wir Älteren erinnern uns an die 196o-er/1970-er Jahre, als Pestizide in der Nahrungskette der Greifvögel deren Eischalen so dünn werden ließ, dass diese unter dem Gewicht der brütenden Eltern zerbrachen.)“
Das übliche Tagesgeschehen: Brutwechsel
Wie sich die Bilder gleichen!
Ich sinniere: Die beiden sind doch inzwischen ein erfahrenes Paar, kennen einander, kennen das Territorium. Eigentlich sollten sie, wie ihre Vorgänger, doch längs ein Vierergelege zustande bringen … Ich stoppe meine Gedanken: Natur richtet sich nicht nach menschlichen Vermutungen und Wünschen.
Danke, M.H.!

Brutwechsel mit Beuteübergabe
Danke, M.H.!

Einiges zum Ei
Die befruchtete Eizelle in eine Schalenhülle zu verpacken und außerhalb des Körpers der Mutter zu einem neuen Lebewesen zu formen, hat sich schon lange vor der Entstehung der Säugetiere bewährt. Das gab es schon bei den Sauriern. Die vollkommene Form eines Eies sorgt dafür, dass dieses zarte Gebilde – nur etwa 0,4 mm ist die Schale eines Wanderfalkenei dick – nicht unter dem Gewicht von LISELOTTE (etwa 900 g schwer, RUPERT etwa 700 g) zerbricht! Druck von außen hält die Schale gut stand. |
| Wohl aber kann – 2026 Mitte der Woche 16! – das zarte Schnäbelchen der Küken die Schale von innen öffnen! Atmungsaktiv wie unsere Anoraks oder Sportkleidung ist die Schale, Wasserdampf und Wärme werden hindurch gelassen, aber Bakterien bleibt der Weg nach innen versperrt! Die Schale besteht aus einer Lage von Calzitkristallen, die von etwa 7 500 Poren durchzogen ist, durch die der Gasaustausch (Sauerstoff rein- Kohlendioxyd raus) erfolgt. Nun wird diese Kalkschicht vom heran wachsenden Küken schon bald ausgedünnt, es braucht das Calcium für den Knochenaufbau. Wie LISELOTTE die braun-rote Färbung der Eischale bereits in der Schalendrüse ihres Eileiters aus der Kombination zweier Pigmente (Protophyrin und Biliverdin), die dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin verwandt sind, erzeugte, ist erstaunlich. Wie alle Eier der Wildvögel dient die Färbung der Anpassung an den Untergrund. (Vögel, die in Kolonien brüten, Pinguine z.B., erkennen ihr Ei an der individuellen Musterung wieder.) Das Spektrum der Farbe der Wanderfalkeneier reicht von gelblich-ocker bis rot-braun. Es gibt auch innerhalb des Geleges leichte Farbunterschiede: In diesem Jahr erscheinen mir die Eier wieder etwa gleich gefärbt. |
Ablösung
LISELOTTE fliegt ab, RUPERT bleibt.
Danke, M.H.!

Steinchen ziehen
eine häufige Beobachtung bei brütenden Falken.
Danke, M.H.!

Ein miteinander gut vertrautes Paar
Danke S.F.!
Hier ist sehr gut das „Einrütteln“ von LISELOTTE zu beobachten: Das sorgfältige „Einfädeln“ ihrer Fänge unter die Eier, damit die Brutflecken ihres Bauchs engen Kontakt mit dem Gelege aufnehmen.
LISELOTTE will keine Ablösung
RUPERT wartet geduldig.
Danke, J.B.!

LISELOTTE kommt zurück
Wird sie ein viertes Ei legen?
Danke, D.B.!

Kurzbesuch von RUPERT
Danke, M.H.!


RUPERT ist täglich anwesend
Danke, M.H.!

Herzlichen Dank für eine schwierige und aufwändige Arbeit!
Während meiner Abwesenheit hat ein erfahrenes Team den Nistkasten geleert, die Seitenwände gestrichen, den verschmutzten Bodenbelag entfernt und entsorgt, ein-zwei Eimer Kies-Sandgemisch eingetragen und die Eingangsklappe repariert. Diese Arbeiten mussten geplant, terminiert, mit den Akteuren koordiniert und mit der Pfarrei und Kirchendiener vereinbart werden. Dazu sind viele Telefonate und Absprachen notwendig.
Das geschah auch im 26. Jahr dieses Projekts in ehrenamtlicher Arbeit!
Eine großartige Leistung, für die ich mich herzlich bedanke!
HMG
Tagebuchschreiber ist bis 20.Juni in Urlaub
Es gibt nichts Besonderes zu berichten. Der diesjährige Nachwuchs ist vermutlich gut unterwegs. Wieder empfehle ich in „Gängs Tagebuch Archiv“ der Vorjahre nachzulesen, was im Falkenleben gerade vor sich geht
RUPERT im Nistkasten
Danke, M.H.!


Ich empfehle die Lektüre der vorjährigen Tagebuch-Einträge in Gängs Tagebuch-Archiv!
Dort habe ich in den entsprechenden Monaten sehr ausführlich über das Leben der Jungfalken, ihre „Ausbildung“ durch die Eltern geschrieben.
Ich kann seit dem 4. Mai leider im neu installierten Website-Programm in „Gängs Tagebuch“ nur selten und mühsam einen Beitrag formulieren, bearbeiten, korrigieren und einstellen. (Wurde damals unsere Website gehackt ?)
Danke, M.H. für das aktuelle Foto von RUPERT!



