Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

18.Feb., 2026

RUPERT räumt auf

0 Kommentare

 

Diese Besuche bieten  Gelegenheit, sich die seitliche Kopf- und Halspartie des Besuchers einzuprägen, an denen die Falken individuell  zu erkennen sind. Die Bearbeitung des Bodens gehört zu den vorbereitenden  Aufgaben.

Danke, M.H.!

9.Feb., 2026

„Liebe“? Nein, Balz erscheint uns als als eine drohende Annäherung.

0 Kommentare

Die Balz im Kasteninneren ist  ein notwendiger hoch ritualisierter Vorgang, auch wenn beide sich individuell kennen und mit dem Nistkasten auf Heiliggeist bereits seit 2024 vertraut sind.

RUPERT zeigt, sobald er LISELOTTE erblickt, den Ort an, den er zum Brüten und zur Aufzucht des Nachwuchses vorschlägt. Darüber entscheidet – wen wundert es? – LISELOTTE! Auch wenn die beiden in den beiden vergangenen Jahren jeweils Eltern von zwei Küken wurden, so verläuft die Anbahnung ihrer „Hochzeit“ auch 2026 nach einem strengen Ritual, das wir bei den vorausgegangenen Bruten ihrer Vorgänger seit 26 Jahren (!) staunend beobachten konnten.

Wie wird das – auch 2026 – ablaufen?

Zunächst stürzt  der kleinere Terzel  –RUPERT – mit aufgeregten Lauten, etwa  „Ack-Zick – Ock-Zick- I-Tchipp“, in den Nistkasten, gefolgt von LISELOTTE. (Diese erscheint uns durch die ihr nahe Cam 2  dann als besonders groß, das täuscht uns.)

Terzel RUPERT  bezieht sofort Position an der Rückwand des Nistkastens und streckt sich nach vorn in eine waagrechte Position, sein Schnabel reicht fast bis zum Boden. So  stehen sich beide Falken, heftig Laut gebend, aufgeregt gegenüber! Erst nach einigen Sekunden beruhigen sie sich und der Terzel „flieht“ geradezu rasch nach außen. Das Weibchen LISELOTTE bleibt zurück und beruhigt sich rasch.

Ich empfehle unseren neuen Gästen, dass Sie bei einem weiteren Besuch der beiden den Eintritt von LISELOTTE über  Cam 1 beobachten, denn der Auftritt der weiblichen Falken ist spektakulär: LISELOTTE schreitet in einem wiegenden Pendelschritt – „tippy-toe gait“ -, nennen es die englischsprachigen Fachleute ( auf Zehenspitzen gehend) geradezu drohend auf ZEPHYR zu. Ihr Federkleid halten beide Falken eher locker gesträubt, sie machen sich groß,  etwas hängende Flügel wären eher kindliche Signale.

Beide stehen sich nun sekundenlang, hoch erregt zirpend, tief gebeugt gegenüber. Oft berühren sich in dieser tief gestreckten Position ihre Schnäbel, als würden sie knabbern. Für unsere Augen fühlt sich RUPERT durch die pendelnd auf ihn zu schreitende LISELOTTE – „Paradeschritt“ schreiben Fachleute – bedrängt und – husch! – flitzt er bald, meist auf der rechten Seite (von uns gesehen), an dem größeren, stärkeren Weibchen vorbei und entflieht.

LISELOTTE beruhigt sich dann schnell, richtet sich auf, glättet ihr Gefieder, piepst vielleicht noch etwas und besichtigt das Kasteninnere.

Nun folgt oft das Bearbeiten des Untergrunds: Steinchen ziehen, Steinchen fressen, Boden mit dem Schnabel „pflügen“, Gefieder pflegen und schließlich Abflug. Das sehen wir auch bei RUPERT, wenn er allein im Kasten ist.

Nein, das Ritual hat nichts mit unserem menschlichen „Balzverhalten“ – also Liebe-  zu tun! Wir sehen dominantes Auftreten und gleichzeitig besänftigende Signale („Scheinfüttern“) bei beiden.

Die fliegende Balz der beiden außen in der Luft können wir nicht zeigen. Hierbei „prüft“ LISELOTTE , ob ihr Partner sie und den Nachwuchs während der Brutzeit mit Nahrung versorgen kann.

8.Feb., 2026

Auch dieser Anblick ist für uns neu

0 Kommentare

Sonntag, 8. Februar, 2026:

Ein gesättigter Jungfalke aus der vergangenen Brut 2025 , erkenntlich am längs gestreiften, braunen Brustgefieder, besucht seine Geburtsstätte.

In den beiden Jahrzehnten zuvor war der Nachwuchs aus dem Vorjahr längst anderenorts.

Danke, H.K.!

 

7.Feb., 2026

Ein Heidelberger in den Niederlanden

2 Kommentare

In Weert, nahe Limburg, NL  hat sich unser Terzel BENJAMIN aus dem Jahrgang 2022  mit der auf den Fotodokumenten deutlich ablesbaren Beringung  S° RC  – erneut verpaart und wird wohl wieder Vater werden.

Das schöne Foto von A.L. – herzlichen Dank! –  zeigt rechts das Weibchen auf der oberen Plattform. Wie A.L. uns schreibt, hatte BENJAMIN im Kasten den Boden „gepflügt“ und will nun an seiner Partnerin vorbei das Weite suchen.

31.Jan., 2026

Wir warten auf die Balz.

0 Kommentare

Die Balzsaison 2026 wird mit einer sorgfältigen Prüfung des zukünftigen „Kinderzimmers“ beginnen:

Wenn es keine neue Verpaarung geben sollte, wird RUPERT als Terzel – für unsere neuen Gäste: der männliche Falke –  dem Weibchen LISELOTTE den bewährten, inzwischen traditionellen – Nistplatz  aus dem Jahr 1999 im Turm der Heiliggeistkirche anbieten.

Er wird sie mit kleinen „Brautgeschenken“ , also Beuteresten, zur Kirche, zum Nistkasten locken. Denn die Falkenweibchen bestimmen das zukünftige Geschehen!

(Wir denken: Das ist doch nicht notwendig, LISELOTTE ist doch seit 2023 Revierbesitzerin, sie kennt doch das ALLES längst! Ist das notwendig?)

Ja, es ist ein notwendiges Ritual!

LISELOTTE vergewissert sich in den nächsten Wochen, ob ihr Nistplatz auch 2026 passend ist und ob ihr Partner geeignet ist, sie und den Nachwuchs in diesem Jahr während der Brut und Aufzucht zu versorgen. (Es ist durchaus möglich, dass ein neues, stärkeres Falkenweibchen LISELOTTE verdrängt, oder ein neuer Terzel auftritt!)

Ob hier, mit diesem höchst erfolgreichen Nistkasten, weitere Nistplätze angeboten und geprüft werden? Auch das ist möglich!

Ganz nah, auf gleicher Höhe, mit noch besserer Aussicht, gibt es einige – mit unseren Menschenaugen bewertet – gut geeignete Nischen in der Nordfront der Schlossruine!

Zuletzt, vor unserem Projekt, brüteten 1953 letztmals Wanderfalken  an der Südseite der Schlossruine im „Krautturm“, dessen abgesprengte Wand  halb im Burggraben liegt. (Heute wird dieses Bruchstück jeden Tag hundertfach von Touristen fotografiert.)

Ob RUPERT seine Partnerin auch zu solchen geeigneten Plätzen in der Schlossruine leitet? Wir wissen es nicht.

Wir hoffen beide Falken gemeinsam wieder in diesem Nistkasten zu sehen!

Sowohl RUPERT, wie auch LISELOTTE  prüfen – nach ihrem Balzritual im Kasten – einzeln die Seitenwände und Decke mit den Augen und mit Schnabel und Fängen den Untergrund: Sie“pflügen“ geradezu mit dem Schnabel ringsum den Sand. Beide legen sich auch flach mit der Brust in den Untergrund und schieben mit den Fängen  den Sand nach hinten. Wir nennen das „Probe sitzen“.  In eine flache Grube wird LISELOTTE dann Anfang März die Eier legen.

Das „Nest“ wird bei den Falken nicht mit isolierenden Federn oder Pflanzenmaterial gepolstert. Sie brüten auf „nacktem“ Boden.

Mehr Beiträge laden

Wissen Besucher von Heidelberg, dass hier Wanderfalken leben?

Im Foyer des Rathauses am Marktplatz, mit Blick auf den Kirchturm, steht seit 25 Jahren ein Podest mit Monitor, auf dem das aktuelle Geschehen in der Turmspitze zu sehen ist. Darunter sind  aktuelle Daten nachzulesen, also Eiablage, Schlupf, Beringung, Namen und allgemeine Informationen. Die farbige Urkunde zeigt, dass wir mehrfach in der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet wurden. Weil neben dem Podest ein räumliches Modell der Heidelberger Altstadt zu sehen ist, versammeln sich hier viele Touristengruppen. Außerhalb der Balz-und Brutsaison läuft auf dem Monitor während der Öffnungszeiten des Rathauses eine ausführliche Bilderschau über Wanderfalken als Endlosband.

Dass man durch das Fenster daneben hinüber auf Kirche und Turm schauen kann, ist praktisch, führt aber manchmal zu Kopfschütteln: „So ein Quatsch! Das sind doch keine Wanderfalken, das sind Turmfalken, wenn sie da drüben im Turm leben!“

Herzlichen Dank an den Falkenpaten Benjamin Pf. und seine Helfer im „Amt für Digitales und Informationsverarbeitung der Stadtverwaltung,“ die diesen Monitor betreuen.

 

25. April 2026|0 Kommentare

Wärmepyramide oben, Sonnenbrillen unten

Am 23. April, um 11 Uhr über den Marktplatz: Noch sind keine neuen Schmeiss-Flecken am Kasteneingang zu sehen.

Für unsere neuen Gäste:

Schmeiss ist der weiße Kot der Falken. Wenn sich demnächst die Jungfalken außen auf der Anflugstange aufhalten, werden sie sich wenden um sich zu entleeren. Das hinterlässt Spuren.

23. April 2026|0 Kommentare

Warme Sonne, aber kalter Wind

Auch wir haben heute Nachmittag, trotz der strahlenden Sonne, vorzeitig den Balkon verlassen, der Wind ist uns zu kalt.

Das Trio im Falkenzimmer der Turmspitze ist inzwischen in einem Alter, in dem die Küken  nicht mehr rund um die Uhr von den Eltern gehudert und betreut werden. So sehen wir heute, wie jedes Jahr, die Wärmepyramide!

Die Küken stellen sie sich zu einer Pyramide zusammen und schützen so sie ihre kälteempfindlichen Vorderseiten. Der Flaum auf ihren Rücken schützt sie einigermaßen vor dem kalten Wind. Wird es später am Nachmittag dort oben warm, so liegen sie zwar dicht beisammen, dann aber flach wie ein weißer Fladen.

22. April 2026|0 Kommentare

Ein miteinander vertrautes Paar

Während der Aufzuchtphase ist die – sonst oft sichtbare – Aggressivität zwischen den beiden nicht vorhanden. Das ist sinnvoll, denn allein könnte ein Elternteil den  Nachwuchs nicht aufziehen.

Je nach Abstand erscheint der Falke, welcher der Kamera nahe steht,  größer als er ist. Links die große LISELOTTE, rechts der kleinere Terzel RUPERT.

PS. Kein „Kuss“, sondern Nahrungsübergabe!)

Danke, M.H. und an andere Gäste!

19. April 2026|0 Kommentare
Mehr Beiträge laden
Nach oben