Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

15.März, 2026

Ach, ist das langweilig …

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sagen die Kindern, die zur Zeit auf das Brutgeschehens schauen: „LISELOTTE schläft ja den ganzen Tag!“ Das weckt bei mir die Erinnerung an meinen früheren Beruf!

Beide Falken haben auf der unteren Bauchseite  zwei Brutflecken, die nun – natürlich hormonell gesteuert – besonders stark mit warmem Blut durchströmt werden! Es sind dort sogar einzelne Flaumfedern ausgefallen, damit die Eischalen in direkten Kontakt mit der Haut kommen. Das Federkleid, das  Vögel so gut gegen Kälte – heute früh in Heidelberg nur 3° C – und Nässe isoliert, soll eine Isolierung jetzt und hier am Falkenbauch nun nicht leisten!

Um ein gleichmäßiges Bebrüten aller Eier – hier in diesem Kasten waren es meist vier, nun nur noch drei – zu erreichen, werden die Eier etwa alle ein bis zwei Stunden mit dem Schnabel gewendet. Nach unseren Beobachtungen, hier seit 2000 , geschieht das vor allem in den ersten Wochen der Brut, in denen der Embryo besonders schnell wächst. Denn die Wärmezufuhr muss jedem Ei gleichmäßig zugeteilt werden!

Für den kleineren RUPERT ist es eine große Leistung die – hühnereigroßen – Eier unter sich zu bergen und gleichmäßig zu „bedienen“, wenn LISELOTTE  z.B. am frühen Morgen „Toilette“ macht, einen Bewegungsflug unternimmt, oder Nahrung, von RUPERT geliefert, irgendwo verzehrt. (Bis jetzt habe ich immer nur LISELOTTE auf dem Gelege gesehen.)

Beim Wenden der Eier wechseln die Falken auch die eigene Position etwa mit einer Vierteldrehung, wobei sie immer  – zumindest mit einem Auge – den Eingang des Nistkastens im Auge haben.

Gegen Ende der Brutzeit werden die Eier nicht mehr so oft gewendet, in den letzten Tagen vor dem Schlupf überhaupt nicht mehr, denn das Küken bringt sich dann selbst in die Position um die Eischale aufzudrücken zu können!

Wir können beim Brutwechsel gut beobachten, wie die Eltern ihre großen Fänge vorsichtig “einfädeln”, sich niederlassen und sich dann sorgfältig dicht über das Gelege “einrütteln”.

Erst dann legen sie sich flach darüber und dösen oder schlafen. In der Nacht wird immer LISELOTTE auf dem Gelege brüten. Ihre Flügel und der Körper halten das Ganze eng zusammen und erhalten so die Wärme.

Die Geduld und Sorgfalt von LISELOTTE  und RUPERT sind bewundernswert, nicht wahr? „It takes two to Tango“ , keiner der Altfalken könnte allein brüten und dann die Küken groß ziehen!

10.März, 2026

Ausgeflogen

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bin ich ab Mittwoch, 11.März bis Samstag, 14. März und kann voraussichtlich nicht während dieser Zeitspanne die Website über mein Mobilphone bedienen.

Karikatur aus „Titanic“, 1978

7.März, 2026

Information für unsere neuen Gäste

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LISELOTTE brütet hier und heute noch nicht, auch wenn es danach aussieht! Das Ei und die weiteren Eier, die sie im Abstand von etwa zwei Tagen legen wird, also vermutlich am Sonntag/Montag, am Dienstag/Mittwoch  und Freitag ff., werden abgelegt und warm gehalten.

Das Brüten, so schreiben die Fachleute, beginnt nach dem Ablegen des zweitletzten Eies, also in der kommenden KW11 oder KW 12.

 

6.März, 2026

As Time goes by

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heißt es im Filmklassiker Casablanca. Ich erinnere mich an Zeiten, als das Heidelberger Paar mit den Brutpaaren in Rom, Italien die ersten Gelege in den von Webcams überwachten Nistkästen zeigte.

Das hat sich sehr geändert.

 

6.März, 2026

DAS 1. Ei in der Saison 2026

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wurde gegen 16.39 Uhr gelegt, exakt wie im Vorjahr! Dieses Jahr nicht im hinteren Bereich des Nistkastens, sondern eher in der Mitte?

Ich selbst konnte es noch nicht sehen, aber DANK und  Dokumentation vieler Augenzeuginnen!

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Auch MANADUN ist ausgeflogen!

Ihr Verhalten hat uns ihren Abflug bereits gestern Abend angedeutet, nicht wahr?
Um 5.26 Uhr, diese Uhrzeit ist typisch für einen Erststart, hat sie dann den Absprung gewagt.
HERZLICHEN DANK an die zahlreichen Meldungen via „Gästebuch“!
Nun hoffen wir, dass das TRIO sich auf dem Balkon der benachbarten Jesuitenkirche versammelt, von den Eltern mit Nahrung gut versorgt und ausgebildet wird. (Siehe meine Tagebucheinträge aus den Vorjahren!)
Bestimmt sehen wir die Jungfalken bei Kurzbesuchen im Nistkasten wieder!

24. Mai 2026|1 Kommentar

MANADUN – Allein zu Haus

Dieser Jungfalke ist zu bedauern. Er hörte gestern Abend die vergeblichen Bettelrufe seines Bruders HORUS, der auf dem Dach neben dem Hotel Ritter stand, sah aber auch immer wieder seine Eltern – im Schleichflug – mit Beute in ihren Fängen, ohne zu landen, am Nistkasten vorbei ziehen. Auf diese Weise versuchen die Eltern den Nachwuchs aus dem komfortablen „Heim“ zu zwingen.
(Irgendwie kommt mir jedes Jahr unser Elternverhalten mit unseren Menschenkindern in den Sinn.)

Heute habe ich MANADUN im Nistkasten beobachtet, wie sie in allen Ecken nach Nahrung suchte, schließlich sich wieder zum Schlaf legte.

23. Mai 2026|0 Kommentare

Gute Nachrichten

Siehe Gästebuch mit herzlichem Dank! Auch ich entdeckte am Abend nahe des Haupteingangs der Kirche rechts vom Hotel Ritter einen Jungfalken auf dem Hausdach, der jämmerlich rief, wenn er einen Elternteil am Himmel erblickte.

22. Mai 2026|3 Kommentare
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