Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

12.Jan., 2023

Eine sehenswerte Demonstration von ZEPHYR!

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Ein sichtlich munterer Wanderfalke zeigt heute seine erstaunliche Beweglichkeit und Körperbeherrschung: Mit seinem Schnabel erreicht er mühelos, auch bei kräftigem Wind,  standfest jede Stelle seines Körpers. Wieder einmal sehen wir, wie wichtig die Pflege seines Gefieders ist. Bei allem Eifer vergeht kaum eine Sekunde, in der er seine Umgebung aus den Augen verlieren könnte. Unaufhörlich beobachtet er den Himmel.

Ach, könnten wir seine Körperbeherrschung auch bei seinem Flug beobachten!  Alle diese Verdrehungen und akrobatischen Bewegungen kann er ja mit Flügeln und Stoß im freien Luftraum in weit höherer Gelenkigkeit bei rasender Geschwindigkeit ausführen. Aber unsere Augen und selbst Hochleistungskameras mit größter und schneller Anpassung der Schärfentiefe können das bis heute nicht leisten. (Dazu müsste eine unsichtbare und lautlose Drohne ihn begleiten können.) Alle Filmaufnahmen, die ich kenne, zeigen uns nur – WUSCH! – in Sekundenbruchteilen kurze Momente des Falkenflugs.

Ja, jetzt  beginnt die Zeit, in der sich das Heidelberger Paar ZEPHYR & PALATINA nun Tag für Tag näher kommen wird. Bald sehen wir beide gemeinsam im Nistkasten!

Danke, K.!

9.Jan., 2023

So ruhen Beutegreifer

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Es ist nicht so, dass Greifvögel viel Zeit für die Jagd benötigen. Nicht nur die Löwen in der Savanne ruhen für viele Stunden im Schatten, auch Wanderfalken ruhen die längste Zeit. Allerdings, wie wir über die Cam 3 gut mitverfolgen können, beobachten sie nahezu unaufhörlich ihr Umfeld. Sekundenschlaf, wir erkennen das an der weißen Nickhaut, die sich als zusätzliche Augenlid über die schwarzen Augen schiebt, reicht ZEPHYR zur Erholung.

Danke K,!

9.Jan., 2023

Wanderfalken gibt es nicht überall

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Man lernt ja nie aus!  Auch ich habe hier gelegentlich aus der Vielzahl meiner Bücher entnommen und hier notiert: „Wanderfalken gibt es in allen Kontinenten, mit Ausnahme der Antarktis.“ Das ist, wie ich soeben aus einem jüngst erschienen Wanderfalkenbuch entnehme, nicht richtig!

Es gibt keine Wanderfalken in Island. (Es kann nicht am kühlen Wetter liegen, denn dort brütet der Gerfalke und der Merlin.) Auch in Neuseeland gibt es keine Wanderfalken, aber es gibt sie in Australien, Melanesien und Polynesien. Wanderfalken fehlen auf Färöer, Madeira, Galapagos, Seychellen und weiteren Inseln, obwohl andere Inseln – die oft weit entlegener sind – von Wanderfalken besiedelt sind. Merkwürdig, so schreiben die Autoren, ist, dass Gebiete in Südamerika, die von ziehenden nordamerikanischen Wanderfalken beflogen werden, nicht zu Brutgebieten wurden. (Selbstverständlich ist damit nicht das riesige Amazonasbecken gemeint.)

Es gibt noch viel zu erforschen.

6.Jan., 2023

Wanderfalken in Vogelsammlungen

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Ich habe hier schon oft Beiträge geschrieben über „Wanderfalken in …“ z. B. in der Kunst, in Museen, Architektur, Musik, Film, Oper, Krimis …

In der FAZ vom 3. Januar 2023, S. 10,  fand ich in der Besprechung dieses Buches  – s.u. – durch Kai Spanke interessante Details. Das Buch berichtet von den Präparaten der Vögel und von Eiersammlungen in fünf Museen. Diese verfügen über tausende von ausgestopften, das Gefieder oft mit hochgiftigem Arsen bestäubten, Vögeln und zahllosen Eiern. Das Ziel war: möglichst viele Arten! Die größte Sammlung ist wohl im englischen Tring: Dort sammelten  der Brite W. Rothschild und  der Deutsche E. Hartert dreihunderttausend Vogelbälge!

(Ich selbst sah 1986 bei der 800-Jahr-Feier der Heidelberger Universität auf der Südempore der Heiliggeistkirche bei der Ausstellung zur „Bibliotheca Palatina“ neben der Leihgabe des Vatikans ( Falkenbuch Kaiser Friedrich II.) das schöne Präparat eines Wanderfalken aus dem Besitz der Zoologischen Sammlung der Heidelberger Universität. Wo mag es jetzt sein? Die Sammlungsräume wurden vor einigen Jahren  zu Laboren umgewidmet.)

Das Bemühen der Sammler, möglichst komplette Jahrgänge von Vögeln und Gelegen anzulegen, wurde in nachfolgenden Zeiten für die Wissenschaft wichtig!

„Das zeigt die Geschichte um das Insektizid DDT: Vor siebzig Jahren brachen die Bestände des Wanderfalken auf der Nordhalbkugel plötzlich ein, weil die Eierschalen der Greifvögel immer dünner wurden. In den Museumsbeständen lagerten allerdings ganze ´Zeitreihen von Falkeneiern´, deren Schalen sich auf Dicke und DDT-Gehalt untersuchen ließen. Das Ergebnis war eindeutig:“Je mehr DDT, desto dünner die Schalen“ Das Gift wurde verboten, die Populationen erholten sich.“ . schreibt der Rezensent Kai Spanke.

 

6.Jan., 2023

ZEPHYR übernachtet nun auf der Anflugstange

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Wir freuen uns, dass ZEPHYR den Schrecken der Silvesternacht nun überstanden hat. Er hat das ja seit 2018 erlebt. Ob er sich daran erinnert, dass dieser Schock sich nur wenige male im Jahr ereignet? Die „Schlossbeleuchtungen“ mit Feuerwerk im Sommer finden ja ebenfalls vor seiner „Haustür“ statt.

Ich sehe das nicht gerne, dass er nun bereits die dritte Nacht so exponiert – und von weitem erkennbar – dort außen schläft. Wir haben einige Paare des UHU in der Nähe. Sowohl an der Bergstraße entlang der Rheinebene, aber auch  im Neckartal. Der Uhu beginnt bereits jetzt mit der Balz und brütet auch vor dem Wanderfalken.  Es gibt im Internet nächtliche Aufnahmen von Webcams: Sie zeigen, wie der Uhu blitzartig Beutevögel aus Felswänden  im Vorbeiflug „abpflückt“.  Das könnte auch bei uns geschehen,  der Uhu wird auch im unmittelbaren Stadtgebiet von Heidelberg gehört und gesehen.

Danke, K.und O.S.!

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Balz am frühen Vormittag des 27. Februar

Endlich sehen wir am richtigen Ort ein lang erwartetes Balzritual von RUPERT & LISELOTTE!  Groß und dominant sehen wir LISELOTTE – 10 cm näher an Cam 2 stehend als RUPERT erscheint sie uns noch etwas größer als sie ist. In die Ecke gedrängt sehen wir RUPERT, der gleich „flüchten“ wird.

Wie mir Augenzeuginnen mitteilen, war es LISELOTTE, bereits im Kasten stehend, die ihren Partner zum Eintreten aufforderte. In dieser Reihenfolge haben wir das hier noch nie beobachtet.

Wie schön, dass es jedes Jahr hier Neues zu sehen und zu berichten gibt!

Danke, D.B., A.L. und andere!

27. Februar 2024|0 Kommentare

Rupert, noch sehr zögerlich

Wir sehen wieder den „Rollentausch“: Aus langen Vorjahren erinnern wir, dass der Terzel als erster das Innere des Nistkastens aufsucht, das Weibchen ihm folgt. Beide standen sich dann gegenüber, der Terzel an der Rückwand, das Weibchen im „drohenden“ Wiegeschritt auf den Terzel zuschreitend, beide tief gebeugt in flacher Haltung, heftig „ackzickend“, der Terzel verlässt nach wenigen Sekunden, dem Weibchen ausweichend, geradezu fluchtartig den Nistkasten. Das Weibchen beruhigt sich, verbleibt im Nistkasten, zieht Steinchen oder setzt sich zur Probe in die bereits mehrfach ausgeschobene Mulde.

2924 sehen wir LISELOTTE, nicht sonderlich erregt „ackzickend“, in gebeugter Haltung an der Rückseite des Kastens stehen, links außen steht RUPERT  – für LISELOTTE nicht sichtbar – nicht sonderlich interessiert! Selbstverständlich hört er das abnehmende „Ackzicken“ von LISELOTTE. Etwa bei 3.44 erscheint LISELOTTE im Eingang, RUPERT nimmt sofort die geduckte „unterwürdige“ Haltung an, folgt aber nicht in das Innere. Er wandert bei 5.58  etwas unbeholfen auf die rechte Seite und streicht ab. (Wir können dabei gut seine quer gestreifte Vorderseite sehen, ein Erkennungsmerkmal für RUPERT.) Später folgt ihm LISELOTTE .

Verkehrte Welt? Frühstadium der Balz? Nun ja. Wir werden sehen, wie sich das hier entwickelt. Die wesentlichen „Stationen“ der Balz spielen sich weit oben in der Luft zwischen den beiden ab.

Tipp für unsere neuen Gäste:

Die Musterung des Federkleids der Vorderseiten erinnern! Ebenso bei beiden Falken die Ausprägung der seitlichen „Bartstreifen“/Hals-Rückenbereich einprägen! Vor allem die unterschiedliche Größe beachten: L ist größer als R !)

Danke, K.!

26. Februar 2024|1 Kommentar
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