Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Das vierte Ei am 18. März um 13. 22 Uhr
Den scharfen Augen und der Aufmerksamkeit unserer Gäste verdanken wir diese Dokumentation des vierten Ei! Die Bewegungen von LISELOTTE und das feucht schimmernde 4. Ei, das noch eine andere Färbung zeigt, beweisen das.
Danke, K. und an andere Meldungen!
SO haben wir hier noch nie eine Ablösung beim Brüten gesehen!
„Diese Interaktion finde ich interessant… Bei PALATINA hat ZEPHYR immer ganz schnell das Weite gesucht.“, kommentiert S.F. – Danke für diesen Mitschnitt! – diesen Brutwechsel.
Seit 22 Jahren kennen wir diese Szene: Der Terzel brütet, das Weibchen kommt. Terzel erhebt sich, manchmal etwas zögerlich und langsam. Weibchen kommt im Wiegeschritt in gebeugter Haltung zum Gelege. Das ist, ich habe das kürzlich zum Balzverhalten der beiden hier bereits notiert, eine Imponier-und Drohhaltung des dominanten Weibchens, die der Terzel ebenfalls flach geduckt mit gesenktem Kopf – als Demutshaltung – spiegelt. Bei ihm fehlt das drohende Auf-sie Zugehen.
Heute geht das junge Weibchen LISELOTTE nicht sofort zum Gelege, weicht nicht zurück, sondern verharrt lange in Drohhaltung auf der Stelle, bis ZEPHYR dann doch- sie rasch umgehend – „die Fliege“ macht. Interessant auch, wie die beiden akustisch kommunizieren (wie man heute sagt.) ZEPHYR piepst, LISELOTTE knarrt.
Die gleiche Brutablösung „Weibchen kommt/Terzel geht“ haben wir hier immer in Sekundenschnelle gesehen, s. „Gängs Tagebuch- Archiv“ Märzmonate der Vorjahre! Damals suchten die Terzel geradezu fluchtartig das Weite.
Wie interpretieren wir Menschen diese Paarbeziehung?
Wechsel beim Brüten
Danke, K.!
Das dritte Ei am 16. März nachts
Danke an S.F. und andere!

Das sieht schon etwas nach BRÜTEN aus
Wenn ich ehrlich bin, würde ich – heute noch – gerne die beiden Eier unbedeckt sehen, obwohl es heute früh noch nahe 0° C kalt war. Aber beide Falken, soeben um 9.30 Uhr ZEPHYR, liegen ziemlich fest auf dem Gelege! Wenn sie sich dabei fest und energisch darüber „einrütteln“, ist es BRÜTEN, falls der Falke nur locker darauf ruht, ist es noch „WARM halten„. Brüten heißt also: Wärmezufuhr!
Beobachten wir also aufmerksam das Niederlassen und ggf. das Einrütteln!
Zunächst warten wir aber geduldig auf ein drittes , -ja ,auf ein viertes Ei!
Beide Falken haben auf der unteren Bauchseite eine Stelle, die Fachbücher schreiben: eine paarige, also doppelte Stelle, die jetzt – natürlich hormonell gesteuert – besonders stark mit warmem Blut durchströmt wird! Es sind dort sogar einzelne Flaumfedern ausgefallen, damit die Eischalen in direkten Kontakt mit der Haut des Falken kommen. Das Federkleid, das die Vögel so trefflich gegen Kälte und Nässe isoliert, soll das jetzt und hier nun nicht leisten! Im Gegenteil! Um ein gleichmäßiges Bebrüten aller Eier – hier in diesem Kasten waren es ja meist vier! – zu erreichen, werden die Eier etwa alle ein bis zwei Stunden mit dem Schnabel gewendet. Nach unseren Beobachtungen, seit 2000 hier aufgezeichnet, geschieht das vor allem in den ersten Wochen der Brut, in denen der Embryo besonders schnell wächst. Beim Wenden der Eier wechseln die Falken auch die eigene Position mit einer Vierteldrehung, wobei sie immer – zumindest mit einem Auge – den Nistkasteneingang im Auge haben. Gegen Ende der Brutzeit werden die Eier nicht mehr so oft gewendet, in den letzten Tagen vor dem Schlupf überhaupt nicht mehr, denn das Küken bringt sich dann selbst in die Position um die Eischale aufzudrücken!
Wir können beim Brutwechsel nun gut beobachten, wie die Eltern ihre großen Fänge vorsichtig “einfädeln”, sich niederlassen und sich dann sorgfältig dicht über das Gelege “einrütteln”. Erst dann legen sie sich flach darüber und dösen oder schlafen. Ihre Flügel und der Körper halten das Ganze eng zusammen und erhalten so die Wärme. Es ist etwa zu 80% das Weibchen LISELOTTE, das brütet, die Brutflecken am Bauch von ZEPHYR sind nur schwach ausgebildet. Er allein könnte das Gelege nicht ausbrüten. Nachts wird immer LISELOTTE auf dem Gelege schlafen.
Noch hat LISELOTTE Zeit
für eine Lieblingsbeschäftigung aller Wanderfalken, seit 23 Jahren während dieser Phase der Brutzeit, im Nistkasten: „Steinchen-ziehen“ und „Boden-pflügen„. Wir werden das auch bald bei der Brut sehen, LISELOTTE wird das auch im Liegen machen. Warum, ist mir nicht klar. Langeweile? Prüfung und Kontrolle des Untergrunds?
Ja, aber selten: Das Schlucken von kleinen Steinchen. Bei anderen Vogelarten, Körner- und Samenfresser, ist das verständlich. Wir kennen es von den dicken Muskelpaketen, wenn wir einen Hühner- oder Gänsemagen auf dem Küchentisch klein schneiden. Aber Wanderfalken als Fleischfresser? Sie verzehren ihre Beutevögel restlos bis auf deren große Knochen und Federn. Brauchen sie irgendwelche Mineralien aus dem Sand? Nahrungsergänzungsmittel?
Danke, M.H.!

„Mit dem Schnabel, nicht mit dem Fang!
schiebt man das Ei unter sich!“ , möchten wir LISELOTTE zurufen.
Bald wird sie uns diese Methode zeigen.. Seit Millionen von Jahren können das Vögel.
Danke, D.B
.
Das zweite Ei am 13.März gegen 11.20 Uhr
Wie erwartet, sehen wir ein bereits getrocknetes zweites Ei! Nun wird LISELOTTE bald lernen, auch zwei Eier zu bedecken.
Danke, C.!
“For some must watch, while some must sleep“
heißt es im „Hamlet“ (W. Shakespeare). Es fällt mir auf und es gefällt mir, dass in diesem Jahr die jungen Eltern auch in dieser Aufzuchtphase sehr aufmerksam sind, den Nistkasten auch ohne Nahrung immer wieder aufsuchen. Wir wissen aus den Vorjahren, dass seit der Eiablage bis zum Ausfliegen der Küken immer ein Elternfalke aus der Distanz den Nistkasteneingang im Blick hat. (Vermutlich von der Schlossruine aus und jenseits des Tales vom Ast eines hohen Baumes.) Dass LISELOTTE am Nachmittag des 9. Mai – im Gegensatz zum Vorjahr – die Beringung der Küken in der Endphase bemerkte und entsprechend aufgeregt reagierte, war nicht schlimm. Die Küken und sie haben sich schnell beruhigt. Aber wir konnten am Abend des 9. Mai und am Folgetag beobachten, dass LISELOTTE sehr aufmerksam die Wände, Decke und Boden prüfte.
Danke, A. Sch.!



Heiliggeistfalken sind „swift“ und sahen unten viele „Swifties“ kommen
Ich habe es in den ersten Jahren dieses Projekts manchmal erlebt:
Ich stand oben am Nistkasten an den „Spionlöchern“, unten auf dem Marktplatz war es, was selten ist, sehr ruhig. Und ich konnte, als Liebhaber von Orgelmusik, insbesondere von Johann Sebastian Bach, leise von unten die Orgel hören, wenn der Organist mit „vollem Werk“ große Register nutzte. Manchmal erkannte ich , dort oben lauschend, sogar das Präludium, Fuge oder Choralvorspiel.
Am Sonntag konnten die Wanderfalken oben im Turm vielleicht Songs von TAYLOR SWIFT hören, die Falken sind selbst „swift“ (Englisch: schnell flink).
Dargeboten und theologisch im Text erläutert wurden die Lieder in einem – sehr gelobten – Gottesdienst von Pfarrer V.P. ( Namenspate von 2019) und von der Sängerin Tine Wiechmann und einer Musikgruppe.
Der Gottesdienst wurde wiederholt. Es kamen zweimal je 600 Besucher, es bildeten sich lange Schlangen unten auf dem Marktplatz.
Danke, A.L. und RNZ v. 13.05.2024, S. 3


Namen & Kennringe
Ich habe am 9. Mai vergessen, die Kennring-Ziffern den Namen der Küken zuzuordnen!
SX/Y gehört zu ANDREAS und TN/A zu JOHANN
Danke für den Hinweis, M.H.!

Noch stehen Alt & Jung friedlich beieinander
Danke, A. Sch.!

Nun beschleunigt sich die Entwicklung der Küken
Ihre Beweglichkeit wächst täglich, ihr Sehvermögen wird schärfer.
Danke, A.Sch.!


In tiefer Dunkelheit
Wie jede Nacht, sehen wir LISELOTTE beim Nachwuchs. Cam 2 zeigt das auch bei völliger Dunkelheit im Nistkasten uns über Infrarotlicht. Ihr inneres Augenlid sehen wir weiß leuchten, also schläft auch sie in diesem Augenblick. Aber oft ist sie auch nachts – zeitweilig – hellwach.
Danke, A.Sch.!


