Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

30.Sep., 2024

Spinne und Falken, was geschieht weiter?

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Inzwischen haben wir alle – herzlichen Dank für die aufklärende und vernünftige Eintragung im Gästebuch! – neues Wissen und nun auch wochenlange Erfahrung mit dem Zusammenleben von harmloser Spinne (die UNS stört) mit den Falken (vor allem RUPERT) , die sichtlich „genervt“ vom Flattern der Spinnfäden waren.

Inzwischen haben die Falken sich daran gewöhnt. Beide zeigen sich im Kasten und RUPERT übernachtet häufig.

Wir Betreuer haben keine Gelegenheit, dort oben im Nistkasten „aufzuräumen“ und zu „putzen“. Das ist leicht gesagt, aber schwierig für mich und Helfer, das zu tun.

Die Falken haben sich, vor allem auch am vergangenen Wochenende, auch an den starken Dauerlärm unten auf dem Marktplatz gewöhnt. Dort bewegten in den letzten Tagen und Nächten sich zehntausende von Gästen beim „Heidelberger Herbst“! Es spielten in nächster Nähe lautstark mehrere Bands begleitet von Lightshows.

Sehr viele Menschen hatten Freude während dieser Tage.  Und ich bin immer wieder sehr erstaunt, dass die Falken sich an ALLES gewöhnen.  Für uns ist das erfreulich, denn wir werden in wenigen Monaten wieder Balz und Aufzucht – störungsfrei! –  erleben dürfen.

Ja, auch ich habe gemischte Gefühle, aber vertraue auf die Belastbarkeit der Falken und auf die hohe Attraktivität diese Brutplatzes.

30.Sep., 2024

Probleme mit der Website

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Leider hatten wir einige  technische Probleme  mit der Website. Nun sind diese hoffentlich behoben.

Ein großes Dankeschön an unseren Webmaster T.J.! Er musste viel Zeit und Mühe aufwenden.

30.Sep., 2024

Wie junge Wanderfalken lernen

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Ich entdecke in der Presse einen Artikel, der uns gefällt! Das preisgekrönte Foto zeigt das Federkleid eines jungen Wanderfalken. Wir erkennen die kleinen Steuerfedern (Mesken) an der Oberseite der Fittiche. Diese dienen der Steuerung beim rasanten Sturzflug, wenn der Falke wegen der hohen Geschwindigkeit noch nicht die Flügel und Stoß  zum Bremsen ausbreiten kann. Auf diesem schönen Foto sehen wir, wie der Falke mit Flügeln und Stoß eine „Vollbremsung“ ausführt.  Er wird den Schmetterling greifen und auch verzehren. Dass junge Wanderfalken zum Üben/Training  Insekten und fliegende Blätter greifen, habe ich in „Gängs Tagebuch – Archiv“ mehrfach notiert.

26.Sep., 2024

LISELOTTE am 26. September

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Inzwischen zeigt sie sich uns  – gut genährt – im Alterskleid. Sie ist, mit RUPERT, täglich hier zu sehen und wir erkennen so, dass sie diesen Brutplatz , trotz Spinne,  unter  Kontrolle hat. Wie von ihren Vorgängerinnen können wir für 2025 von diesem Paar wieder eine erfolgreiche Brut erwarten.

Danke, M.H.!

11.Sep., 2024

Herbstbalz am 10. September

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Es ist nicht einfach zu erkennen, wer RUPERT und wer LISELOTTE ist! Wer nahe an der Kamera steht, erscheint uns  groß, der Falke in der Ecke als klein. Wer hat wen in den Kasten gelockt?

Danke, M.H.

 

5.Sep., 2024

Falken und Spinnen

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Das  für die Falken unsichtbare IR-Licht zeigt – uns – dass heuer im Kasten auch  Spinnen leben. Ob das die Falken stört? Nein, wir können/werden das nicht beseitigen.

Danke, M.H.!

2.Sep., 2024

RUPERT prüft den Kastenboden

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Typisch für diese Jahreszeit.

Man nennt dies „Herbstbalz“. Sie dient der Festigung der Paarbeziehung. Die Bindung der Heidelberger Falken an diesen Brutplatz ist sehr stark. Wir sehen auch 2024 die beiden Revierfalken hier – einzeln – jeden Tag. Sie halten ihr Revier aufmerksam unter Kontrolle.  An dem „Luftverkehrskreuz“ Rheinebene mit Neckartal, wo sich der Turm der Heiliggeistkirche zentral wie eine Felsnadel erhebt, fliegen häufig einzelne  junge Wanderfalken vorbei, die auf der Suche nach einem Revier sind. Das Revier Heidelberg-Altstadt, das beidseitig des Tals Felswände, Ruheplätze (Warten) auf hohen Bäumen, in der Schlossruine, aufweist, ist für passierende Wanderfalken sehr attraktiv. Es gibt hier eine großen Zahl an Beutevögeln, die im engen Tal leicht zu erbeuten sind.

In den vergangenen Jahren erlebten wir – siehe  Gängs -Tagebuch (Archiv)  –  mehrfach heftige Kämpfe des Revierweibchens (AURORA, JETTA) mit jungen Weibchen, die dieses Territorium  übernehmen wollten. Es floss Blut, an anderen Orten wurden Falkenweibchen sogar getötet. Die Terzel halten sich bei solchen Kämpfen meist abwartend zurück  „Männer halt.“ war der Kommentar einer Besucherin.

Danke, MH.!

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Heute, Kinder, wird`s was geben …

Bereits jetzt zur Tagesmitte füllt sich die Altstadt, auf dem Neckar „parken“ die ersten Boote und Yachten, um gute Sicht auf das traditionelle „Feuerwerk & Schlossbeleuchtung“ zu haben, das ab 22 Uhr die Menschen erfreuen wird.

Es ist für die Wanderfalken, nun erstmals auch für ALBRECHT & SONNI – wie auch für Haustiere und Wildtiere in kilometerweitem Umkreis – ein großer Schrecken! In den ersten Jahren unseres Projekts zur Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg hatten wir große Sorgen, denn bei den mehrfachen „Schlossbeleuchtungen“ im Sommer hielten sich manchmal im Nistkasten noch nicht-flügge Jungfalken auf! Oder die Jungfalken waren kurz zuvor ausgeflogen und wir sorgten uns um sie.

Am nächsten Morgen war alles vergessen, denn Jung & Alt der Falkenfamilie waren zurückgekehrt und wohlauf.  So wird es auch morgen sein.

 

Foto: Heidelberg Marketing

07. Juni 2025|0 Kommentare

Vor dem Verzehr der Beute muss das Zugreifen geübt werden

Denn nur in den ersten Tagen nach dem Ausfliegen wird die Beute auf den Turmbalkon der Jesuitenkirche, oder in das „Kapellchen“ der Turmspitze von Heiliggeist geliefert.

Wie lernen das die Jungfalken?

Der Hunger zwingt sie zum frühen Entdecken der Eltern am Himmel, die in großer Höhe demonstrativ Beute herbeitragen. Die jungen Falken fliegen ihnen bettelnd rufend entgegen und versuchen ihnen – oft mit akrobatischen Flugbewegungen – die Beute zu entreißen. Vater oder Mutter machen die Beuteübertragung nicht leicht! Sie steigen ausweichend mit der Beute in den Fängen nach oben. Der hungrige Jungfalke muss im letzten Moment vor seinem Zugriff sich im Flug auf den Rücken legen und von unten nach der Beute greifen! Selbst wenn er Erfolg hat, entreisst sein Geschwister ihm oft die Beute!

Alles ist mit viel Geschrei und Hektik verbunden, auch bei dem nachfolgenden Verzehr auf den Kirchenbalkonen geht es rau und heftig zu. Vor allem, wenn es, wie in den Vorjahren,  ein QUARTETT von hungrigen Jungfalken miteinander kämpft!

Anfänglich lassen die Eltern ihre Beute auch absichtlich aus großer Höhe über den Jungfalken fallen, damit diese das Zugreifen lernen und üben. In den vergangenen beiden Jahrzehnten konnten wir mehrfach beobachten, dass dies schon nach wenigen Tagen  gelang.

Oft fliegt dann der andere Elternteil in tieferer Höhe , um die Beute noch vor dem Aufschlag auf dem Boden zu „retten“. Er kreist dann mit der Beute – vom hungrigen Nachwuchs verfolgt – hoch und wiederholt die Lektion. 2002 habe ich mit  Schülern/Schülerinnen vom „Stückegarten“ der Schlossruine aus einen solchen Unterricht minutenlang beobachten können. Ein unvergessliches Erlebnis!

(Aber es erreichen uns auch Meldungen von tot aufgefundenen, „enthaupteten“ Tauben, die in der Altstadt gefunden wurden, die den noch unerfahrenen Jungfalken aus den Fängen geglitten waren. Nein, die Jungfalken landen nicht auf dem Boden, um eine abgestürzte Beute aufzulesen.)

Es ist heute, zwei Wochen nach dem Ausfliegen, gut möglich, dass die Jungfalken schon selbst Beute greifen und töten können.

06. Juni 2025|0 Kommentare

Früher Besuch

Bereits um 7 Uhr besuchte heute ALBRECHT mit  gut ablesbarer Kennzeichnung T°HC den Nistkasten. Gut für unsere neuen Gäste zu erkennen sind die Kennzeichen eines jungenWanderfalken, die ich gestern beschrieben  habe: braunes Gefieder, längsgestreifte Brust.

Danke, D.B.!

04. Juni 2025|0 Kommentare
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