Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

25.Apr., 2025

Die Küken sind ergraut

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Als  die beiden Küken vor 10 Tagen uns vor die Augen kamen, waren diese blütenweiß. Nun sind sie nicht etwa schmutzig, sondern sie tragen bereits ihr zweites Federkleid!

Es sind nun die grauen PELZDUNEN, welche die beiden Küken wärmen.

Die Oberhaut der Vögel ist von unserer Haut völlig verschieden, sie erinnert uns an deren Abstammung von den Saurieren.Bei uns Menschen wird die Hornsubstanz der Oberhautzellen, das Keratin, fortlaufend abgestoßen und von innen erneuert. Als Schuppen auf unseren Schultern, als Hornhaut an unserer Fußsohle und Handinnenflächen, als Haare und Finger- und Zehennägel werden diese abgestorbenen Zellen von nachwachsenden lebenden Zellen verdrängt und als tote Substanz nach außen geschoben.

Die Oberhaut der Vögel bildet Federn aus. Bei der Vogelfeder wird zunächst im Schutz einer Hornhülle (Blutkiel) ein kompliziert eingerolltes  „Gebäude“ gebildet, das sich dann zu einer verhornten und hochspezialisierten Federfahne entfaltet,wenn diese Hornscheide aufsplittert. Denn jede Feder dient, je nach ihrer Lage am Falkenkörper, ganz bestimmten Zwecken und wird erst nach der Mauser völlig erneuert! Die harten Armschwingen von LISELOTTE und RUPERT  unterscheiden sich völlig von ihrem weichen Bauchgefieder.

Bei unseren Küken formen sich diese „Federorgane“ nun aus. Blutkiele, weil sie bei Verletzung leicht bluten, heißen die bläulich glänzenden Hornscheiden der Zapfen, die nun am Stoß und an den Flügeln bald sichtbar werden. Dann werden diese Hornzapfen an der Spitze eintrocknen und es erscheint die zunächst noch eingerollte Federfahne, die sich allmählich zur Fläche entrollt. Dabei wird die Pelzdune aus ihrer Hauttasche ausgeschoben.

Das „niedliche“ Aussehen der beiden Küken ändert sich nun rasch und sie werden uns bald nicht mehr so „gefallen“ wie bisher. Vor allem ihre tierischen „Tischsitten“ und ihr „Benehmen“ wird uns gar nicht gefallen!

23.Apr., 2025

Alles hat einen Preis.

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Liebe Gäste!

Wir freuen uns auch in diesem Jahr wieder an dem Einblick in „Wildes Leben in der Stadt“.

Sie wissen oder ahnen, wieviele Stunden Arbeit und welch großer ehrenamtlicher Einsatz dazu notwendig sind, das kostenlos Ihnen zur Verfügung zu stellen. Dank von meiner Seite wieder an die vielen Mitarbeiter im Hintergrund,  in meinen Jahresrückblicken habe ich diese oft aufgezählt.

Dank an Sie, liebe Gäste, für Ihre Mitarbeit durch Zusendung von Fotos und Videos und Beiträgen im Gästebuch.

Wir finden auch 2025 großes Interesse: Es gab z.B. im April täglich bis zu 4.800 Zugriffe auf die Cams und mein Tagebuch! (Auch außerhalb der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit zählen wir täglich mehrere hundert Zugriffe auf unsere Website.)

Wieder gibt es treue und aufmerksame Gäste, die dieses Projekt mit Spenden – siehe Titelseite! – finanzieren. Ohne diese kleinen und großen Spenden gäbe es diese Website nicht!

Für die ersten Monate in diesem Jahr sage ich HERZLICHEN DANK an Frau Anne M., an Frau Barbara H., an Herrn Jochen Sch., erneut an das Paar H.und P.R., an das Paar E.und I.? -danke für Ihr Lob!, erneut an Frau A.M., an Herrn H.G., an Herrn Schw.,an Herrn M.R., erneut an das Paar H.und.P.R., an Frau K.B., erneut an Frau A.M., an Frau J.B., erneut am das Paar H.und P.R., erneut an Frau A.M und an das Paar H.und P.R. im April!

(Ich konnte heute leider einige Namen auf dem Ausdruck des Sonderkonto “ für Heiliggeist Wanderfalken“ beim NABU Heidelberg nicht vollständig entziffern.)

22.Apr., 2025

Das dritte Ei wurde entsorgt

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Am Ostermontag , 17.24 Uhr, wurde das dritte Ei in das „Depot“ am südlichen Nistkasteneingang  transportiert. Wir hoffen, dass wir dieses Restei bei der Beringung bergen können.

Danke, S.F und an I.L.!

18.Apr., 2025

Größenvergleich

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Heute bot sich eine seltene Möglichkeit, die unterschiedliche Größe/Masse des Terzels und des Falkenweibchens  zu erkennen, denn beide stehen im gleichen Abstand zu Cam 2!  (Wenn die beiden längs aufgereiht, wie oft, im Blick der Cam 2 stehen, erscheint uns der nahestehende Falke immer riesig, der fernerstehende Falke als klein. )

Heute standen die beiden endlich einmal in gleicher Distanz zur Cam 2.!

Wir sehen links  RUPERT und rechts LISELOTTE. Wir sehen nun deutlich den Unterschied zwischen Terzel  (vom latein. tertium = Drittel) und dem größeren Weibchen. Der Terzel ist etwa ein Drittel kleiner/leichter als  das Falkenweibchen.

Beide wollen gleichzeitig die beiden Küken füttern (atzen), RUPERT bettelt und erhält einen Happen. Er entscheidet: Passend klein? – Wird den Küken gereicht!  Zu groß:  – Verschlingt er selbst!

Gestern Nachmittag konnte ich über Cam 1 beobachten, wie LISELOTTE in rasendem Tempo eine gelieferte Beute verzehrte. Sie hat nun keine Zeit selbst zu jagen. Nun muss sie, vor allem nachts, die beiden Küken hudern.

Dass RUPERT, ein guter Versorger ist, hat LISELOTTE im Februar-März überprüft. das fällt ihm nicht schwer. (Wir beobachten z.Zt. über der Stadt eine auffallend große Zahl von Tauben.)

Danke, M.H.!

17.Apr., 2025

Es wird kein drittes Küken geben

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Wie im Vorjahr, wird es auch in diesem Jahr „nur“ zwei Jungfalken geben. Der zeitliche Abstand zum Schlupf der beiden Küken ist für ein drittes zu groß. Die Picks, die wir am verbliebenen Ei zu erkennen glaubten, waren keine optischen Täuschungen.

Warum aus dem  dritten Ei nichts schlüpft, darüber wissen wir nichts. Ich hoffe, dass es bei der Beringung der beiden Küken geborgen werden kann. Wir werden das Restei dann untersuchen lassen.

LISELOTTE & RUPERT zeigten uns im März zwar viel an „Sex & Rock&Roll“, aber es reichte nicht für eine Viererbrut, so wie wir es hier über einen langen Zeitraum erleben konnten.

Es ist das vierte Jahr in Folge, dass der Bestand und der Bruterfolg der Wanderfalkenpaare  in Baden -Württemberg abnimmt! Es ist leider weltweit ein Einbruch des Bestands und der Reproduktion festzustellen.

Ursache ist vor allem die H5N1-Vogelepidemie, die sich weltweit ausbreitet. In Baden-Württemberg gab es 2024 keine Befunde  von H5N1 bei Wanderfalken, dennoch bemerken wir tiefgreifende Störungen!

Ich höre aus dem Nordschwarzwald, dass dort viele traditionelle Wanderfalkenbruten ausfallen. Die Brutplätze sind vom Uhu besetzt.  An drei traditionellen Wanderfalken-Brutplätzen, die mir dort über Jahrzehnte vertraut waren, sieht man keine Wanderfalken mehr!

Freuen wir uns deshalb an unserer 2025-er Brut, bei der wir wieder eine spannende Aufzucht miterleben dürfen!

16.Apr., 2025

„Hunger!“

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Die beiden Küken entwickeln sich sichtlich und werden gut genährt und gehudert. Wir warten gespannt auf die Entwicklung des dritten Ei.

Danke, D.B.!

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Erfreulicher Jahresbeginn

DAS sehen wir gerne und die Bilder stimmen uns hoffnungsvoll für eine neue Brutsaison! Wir sehen RUPERT  am Nistkasten und erwarten weitere Sichtungen. Es ist nun die Zeit, wo die Terzel sehr aufmerksam den Nistplatz und das Territorium im Blick halten.

Bald beginnt die Balz!

Danke, D.B., M.H. und für weitere Meldungen!

09. Januar 2026|0 Kommentare

Zum Jahresende: Dank und Gruß!

Die 26. Saison unseres Projekts „Natürliche Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ war leider auch 2025 nicht so erfolgreich wie in den Vorjahren. Der Besorgnis erregende schwache Bruterfolg entspricht auch den Daten an anderen Nistplätzen in Baden- Württemberg. Wieder kamen nur zwei Jungfalken, ALBRECHT und SONNI, aus unserem Nistkasten in die Luft, sie sind der 84. und 85. Jungfalke seit dem Jahr 2000 aus diesem Nistkasten. Die beiden sind ein weiterer Beitrag zum Artenschutz, denn zu Beginn stand der Wanderfalke noch auf der „Rote Liste“ der bedrohten Arten.  (Ob er wieder in diese Liste aufgenommen werden muss?)

Auch für mich als „Hausmeister“  im Falkenzimmer der Turmspitze war es kein gutes Jahr. Krankheit beeinträchtigte seit Jahresmitte leider meine Aktivität als Dokumentar und Erklärer. Inzwischen geht es mir recht gut, – na ja, eher „altersgerecht“ passend –  so dass ich weiter TAGEBUCH und GÄSTEBUCH betreuen werde.

Zum Jahreswechsel möchte ich ein herzliches „DANKESCHÖN!“ an die aktiven Mitarbeiter/- innen und an die Förderer/-innen der Heidelberger Wanderfalken richten:

Unser Dank geht erneut an unseren Webmaster T.J., an Pfarrer Dr. V.P., an  die Damen im Pfarrbüro und an Hausmeister G.A. der Pfarrgemeinde Heiliggeist, an die Mitarbeiter/-innen des „Amt für Digitales und  Informationsverarbeitung“ und des „Amt für Umwelt“ der Stadtverwaltung Heidelberg, an die Ehrenamtlichen des NABU Heidelberg für die Übernahme des „Sonderkonto Heiliggeist-Wanderfalken“der Website und die Kassenführung (A.K.) , an die Betreuer (Dr. E.S., Dr. A.H.) der “Nilgans-Abwehr“ im Nistkasten und an die tatkräftigen Helfer 2025 beim Reinigen und Pflegen oben am Nistkasten Dr. KF.R., A.K.,G.Str. und an den Beringer Dr.M.P., MdL Baden-Württemberg!

Herzlichen Dank an die treuen Spender- und Spenderinnen, die wieder den Livestream der drei Cams finanziert haben und an die Personen, die mir gelegentlich Fotos  der Webcams zur Veröffentlichung überlassen haben.

Ich wünsche Ihnen, uns allen, ein gutes 2026!

31. Dezember 2025|2 Kommentare

Weihnachtsgruß 2025

In diesem Jahr fällt es mir schwer, Ihnen „Fröhliche  Festtage!“ zuzurufen.

Ich übernehme – teilweise – was ich 2020 während des“Corona-lock -down“   als Weihnachtsgruß hier geschrieben habe!

Es passt auch in diesem Jahr.

„Trost und Ablenkung schenken uns ein wenig die Wanderfalken:

Gelassen stehen sie trotz Kälte, Wind und Regen auf der Anflugstange. Zuverlässig erscheint ZEPHYR in seiner „Herberge“, schläft ein, wacht auf und fliegt ab. Mit festem Griff hält der Falke im Eingang seine Position und pflegt dort in aller Ruhe und Sorgfalt ausgiebig seinen Körper. Er behält dabei seine Welt aufmerksam und  neugierig im Blick. Ein großes Vergnügen für uns, wenn wir ZEPHYR – gelegentlich auch PALATINA – dabei über Cam 3 betrachten können, nicht wahr? Mit großer Sorgfalt und in partnerschaftlicher Eintracht werden sie in drei Monaten wieder ihre Küken aufziehen und in die weite Welt entlassen.

Können WIR vielleicht – auf unsere Weise – etwas davon übernehmen? Aufrechte Haltung „Komme, was wolle!“, Sorgfalt und Pflege für uns selbst, Augen auf für unsere Umwelt, Verantwortung für unsere Partner und Kinder. So leben, wie die Natur, das Schicksal,  es für UNS vorgesehen hat.“

(Gängs Tagebuch, Weihnachten 2020)

Ich wünsche Ihnen für die Festtage 2025  und das kommende Jahr alles Gute!

23. Dezember 2025|0 Kommentare

DANKE für Ihre Unterstützung außerhalb der Brutzeit

Es gibt seit einigen Jahren bei uns keine „falkenlose“ Zeit mehr. LISELOTTE und RUPERT, ja sogar ihr 2025-Nachwuchs, zeigen sich uns fast täglich. Sie sind Standvögel geworden und zeigen ihre Anwesenheit in unseren Kameras. Sie haben sich an die andauernde Beschallung von unten, jetzt durch den Weihnachtsmarkt, gewöhnt.

Ich darf heute wieder mit großer Freude, im Namen aller Besucher/-innen, mich für die treuen, verlässlichen finanziellen Zuwendungen bedanken:

Seit dem 1. August bis zum 1.Dezember sind wieder monatliche Spenden eingegangen: von Frau A.E M., vom Ehepaar H.und P.R. und Spenden von Herrn U.K. und Frau M. Sch.

19. Dezember 2025|0 Kommentare

Jung und Alt sind nun ganzjährig Standvögel

Herzlichen Dank für die jüngsten Einträge im Gästebuch! Sie belegen, dass LISELOTTE, RUPERT, aber auch der Nachwuchs aus 2025, nun ganzjährig in der Altstadt von Heidelberg leben. Es wundert mich nicht:

Ich befahre, oder werde gefahren, oft sogar zweimal, jeden Tag, die Uferstraße B 37 unten am Neckar. Inzwischen hat sich dort der Schwarm von Stadttauben, der in der Kernaltstadt um Heiliggeistkirche und „Alte Brücke“ lebt, wesentlich vergrößert! Ich schätze ihn zur Zeit auf etwa 50 Exemplare.  (Kein Wunder bei der gestiegenen Zahl von Touristen, – nicht nur während des Weihnachtsmarkts!  Zahlreiche „Flusstouristen“ kommen täglich mit dem Bus von Rheinschiffen, die in Speyer und Mannheim  vor Anker liegen, zu einer kurzen Visite.)

So ist der Tisch für die Stadttauben reich gedeckt und die Falken haben keine Mühe, sich im „Schlaraffenland“ zu bedienen.

14. Dezember 2025|0 Kommentare
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