Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

25.Aug., 2025

Wanderfalke und Nilggans in einem wunderschönen Vogelbuch

0 Kommentare

Ich empfehle zur Lektüre ein großartiges Vogelbuch, das bereits 2018 erschienen ist.  Seinerzeit habe ich  – leider! – nur flüchtig jene Seiten gelesen, die den Wanderfalken und die Nilgans betreffen, da in diesem Buch die Wanderfalken auf der Heiliggeistkirche und unsere erfolgreiche Nilgans-Abwehr beschrieben werden. Nun lese ich das Büchlein mit zunehmender Begeisterung!

Der Verfasser stellt 32 Vogelarten in ausführlichen Porträts vor: Nicht nur ihre Biologie, sondern ihre Namen, ihre Darstellung in Mythologie, Märchen, Literatur, Kunst. Illustriert ist das handliche Buch mit wunderschönen Illustrationen von Paschalis Dougalis.

Ich finde hier Informationen, die ich bisher in meinen zahlreichen Vogelbüchern nicht gefunden habe.

Ulrich Schmid „Vögel zwischen Himmel und Erde“, NATURzeit, Franck-KosmosVerlag, Stuttgart ,

 

22.Aug., 2025

Vom Wildtier zum „Haustier“?

2 Kommentare

Wenn man 2025 das Leben der Heidelberger Heiliggeist-Wanderfalken verfolgt, könnte man schmunzelnd denken: Die Falken sind jeden Tag, rund um die Uhr, nun auch wieder nachts mit dem schlafenden RUPERT, anwesend!

Sieht man sie für kurze Zeit nicht im oder vor dem Kasten, so stehen sie auf der Turmspitze, oder -wie gestern um die Mittagszeit – auf der Spitze der nahen Jesuitenkirche, die nun wieder vom Baugerüst befreit, angeflogen wird..

Ja , seid ihr überhaupt noch „wilde“ Vögel? Ihr verhaltet euch ja wie unsere Hauskatzen, die mal kurz in den Garten gehen und wieder ins Haus zurückkehren.

Das sind selbstverständlich „ungehörige“ Gedanken von mir. Aber nach 25 Jahren, in denen die residierenden Falken sich ganz anders aufführten, damals monatelang unsichtbar für die drei Cams und uns unten als Fußgänger in der Altstadt waren, doch sehr bedenklich.

Wie kann man das erklären?

Kann ich nicht, muss man nicht. Freuen wir uns, dass es uns hier nicht langweilig wird.

Danke, M.H.!  : RUPERT am 22. August in Ruheposition: gefüllter Kropf, linker Lauf an den Körper gezogen, lockeres Gefieder, Blick auf das Geschehen am Himmel, alles o.k.

18.Aug., 2025

Heiße Tage und kalte Tage

2 Kommentare

Wenn es in Heidelberg – sehr selten – einmal sehr kalt ist, oder wenn es in Heidelberg, was immer häufiger ist, sehr heiß ist, fragen wir uns, wie  LISELOTTE & RUPERT mit ihrem diesjährigen Nachwuchs SONNI & ALBRECHT, der immer noch – nicht mehr lange! – in der Stadt weilt, mit der heißen Temperatur  – Stichwort Klimaveränderung – zurecht kommen.

Heute, am späten Vormittag (Danke M.H. für den Hinweis!) hielt sich ein Falke einige Zeit im Nistkasten auf. Unter dem dunklen Schieferdach ist es dort nun unerträglich heiß! Warum flüchtete er  für sein „Morgenschläfchen“ nicht in den kühlen Schatten drüben auf der Ostseite der Schlossruine?

Hitze und Kälte sind nicht allzu lebensbestimmend für Wanderfalken.

Denn Wanderfalken leben auf allen Kontinenten, mit der Ausnahme der Antarktis, die für Vogeljäger wohl nicht geeignet ist. Auch auf Island soll es keine Wanderfalken geben, obwohl dort Gerfalke (Falco rusticolus)  und Merlin (Falco columbarius) als „Kalt-Wetter-Falken“ leben!

Abgelegene Inseln im Pazifik oder Atlantik sollen ebenfalls frei von Wanderfalken sein. Wanderfalken leben und brüten z.B. auch in Sibirien und in eisfreien Zonen Grönlands, wo es nur kurze Sommer gibt. Ebenso durchfliegen Wanderfalken auch sehr heiße Wüstengebieten Afrikas und Arabiens. In Afrika brüten Unterarten des Wanderfalken.

Wanderfalken sind „Meister“ bei der Anpassung an ihre Umwelt!

Der Biologe Herbert Spencer hat im 19.Jahrhundert das „Überleben der Stärksten“ als ein Motor der Evolution bestimmt und Charles Darwin hat den Begriff in seinem Hauptwerk „Of Origin of Species“ populär gemacht.

Man spricht heute – ganz modisch – von einem „design“ der Arten und schreibt, dass die Anpassung, Ausbreitung und Bestand der Arten an ihre „ökologische Nischen“ stärker von „abiotischen Faktoren“, also Klimaschwankungen, Vulkanausbrüche, Erdbeben bestimmt wird als von „fitness“.

Die Erwärmung der Erde durch menschliche Einwirkung ist längst bewiesen und wie erfahren täglich aus den Medien, wie in den Meeren und auf dem Festland Arten in Richtung kältere Zonen abwandern.

Um die Wanderfalken in Mitteleuropa müssen wir uns wegen des Klimawandels nicht sorgen.

17.Aug., 2025

Herzlichen Dank!

0 Kommentare

Die „falkenlose“ Zeit außerhalb der Brut und Balz, so waren wir es zwei Jahrzehnte lang gewohnt, gibt es an diesem Nestort nicht mehr.

Wir sehen jeden Tag hier über die Webcams Alt & Jung der Heidelberger Wanderfalken. Das verdanken wir auch der treuen Unterstützung und finanziellen Förderung durch unsere Gäste.

Im August an Frau A.E.M. ein herzliches Dankeschön!

Foto aus 2004

Mehr Beiträge laden

Ach, ist das langweilig …

sagen die Kindern, die zur Zeit auf das Brutgeschehens schauen: „LISELOTTE schläft ja den ganzen Tag!“ Das weckt bei mir die Erinnerung an meinen früheren Beruf!

Beide Falken haben auf der unteren Bauchseite  zwei Brutflecken, die nun – natürlich hormonell gesteuert – besonders stark mit warmem Blut durchströmt werden! Es sind dort sogar einzelne Flaumfedern ausgefallen, damit die Eischalen in direkten Kontakt mit der Haut kommen. Das Federkleid, das  Vögel so gut gegen Kälte – heute früh in Heidelberg nur 3° C – und Nässe isoliert, soll eine Isolierung jetzt und hier am Falkenbauch nun nicht leisten!

Um ein gleichmäßiges Bebrüten aller Eier – hier in diesem Kasten waren es meist vier, nun nur noch drei – zu erreichen, werden die Eier etwa alle ein bis zwei Stunden mit dem Schnabel gewendet. Nach unseren Beobachtungen, hier seit 2000 , geschieht das vor allem in den ersten Wochen der Brut, in denen der Embryo besonders schnell wächst. Denn die Wärmezufuhr muss jedem Ei gleichmäßig zugeteilt werden!

Für den kleineren RUPERT ist es eine große Leistung die – hühnereigroßen – Eier unter sich zu bergen und gleichmäßig zu „bedienen“, wenn LISELOTTE  z.B. am frühen Morgen „Toilette“ macht, einen Bewegungsflug unternimmt, oder Nahrung, von RUPERT geliefert, irgendwo verzehrt. (Bis jetzt habe ich immer nur LISELOTTE auf dem Gelege gesehen.)

Beim Wenden der Eier wechseln die Falken auch die eigene Position etwa mit einer Vierteldrehung, wobei sie immer  – zumindest mit einem Auge – den Eingang des Nistkastens im Auge haben.

Gegen Ende der Brutzeit werden die Eier nicht mehr so oft gewendet, in den letzten Tagen vor dem Schlupf überhaupt nicht mehr, denn das Küken bringt sich dann selbst in die Position um die Eischale aufzudrücken zu können!

Wir können beim Brutwechsel gut beobachten, wie die Eltern ihre großen Fänge vorsichtig “einfädeln”, sich niederlassen und sich dann sorgfältig dicht über das Gelege “einrütteln”.

Erst dann legen sie sich flach darüber und dösen oder schlafen. In der Nacht wird immer LISELOTTE auf dem Gelege brüten. Ihre Flügel und der Körper halten das Ganze eng zusammen und erhalten so die Wärme.

Die Geduld und Sorgfalt von LISELOTTE  und RUPERT sind bewundernswert, nicht wahr? „It takes two to Tango“ , keiner der Altfalken könnte allein brüten und dann die Küken groß ziehen!

15. März 2026|0 Kommentare

Ausgeflogen

bin ich ab Mittwoch, 11.März bis Samstag, 14. März und kann voraussichtlich nicht während dieser Zeitspanne die Website über mein Mobilphone bedienen.

Karikatur aus „Titanic“, 1978

10. März 2026|0 Kommentare

Information für unsere neuen Gäste

LISELOTTE brütet hier und heute noch nicht, auch wenn es danach aussieht! Das Ei und die weiteren Eier, die sie im Abstand von etwa zwei Tagen legen wird, also vermutlich am Sonntag/Montag, am Dienstag/Mittwoch  und Freitag ff., werden abgelegt und warm gehalten.

Das Brüten, so schreiben die Fachleute, beginnt nach dem Ablegen des zweitletzten Eies, also in der kommenden KW11 oder KW 12.

 

07. März 2026|0 Kommentare
Mehr Beiträge laden
Nach oben