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25. Feb., 2024

Nachtrag zum Namenspaten

Von |2024-02-25T13:08:34+01:0025. Februar 2024|Informationen, Tagebucheintrag|0 Kommentare

Ein großartiges Porträt unten, nicht wahr? Noch heute bleibt – insbesondere das weibliche Publikum, – fasziniert davor stehen!

Links der 19-jährige Karl-Ludwig,  rechts der 17-jährige RUPERT.

Ihr Vater Kurfürst Friedrich V., der Winterkönig, hatte als Protestant die Königswürde im katholischen Böhmen angenommen, verliert die Schlacht am WeißenBerg am 8.11.1620, General Tilly erobert und zerstört 1622 Heidelberg. Die Familie trifft 1621 bei Onkel Maurits von Oranien in Den Haag ein. Die Mutter Elizabeth geb. Stuart, nun bald Witwe muss ihre 13 Kinder allein erziehen, ausbilden lassen und unterbringen. Einige sterben bald, andere machen Karriere. Alle sind hochgebildet, auch RUPERT spricht, Holländisch, Deutsch, Englisch, lernt auch Latein und Griechisch. Er ist zeitlebens an Kunst und Technik interessiert. Am Hof ihres Onkels King Charles I. lassen die Brüder „es krachen“, genießen für einige Zeit ein Leben, wir würden sagen, als Playboys. RUPERT kämpft für Charles I. wird  abgesetzt, verbannt, lebt drei Jahre als Gefangener, sein Cousin König Charles II. ruft ihn wieder als Militär zurück . Er kämpft als Korsar gegen England, später als Admiral für England. Er leitet Sklavenschiffe aus Afrika in die Karibik, er wird Statthalter/Verwalter der Hudson Bay Company im heutigen Kanada, zuständig für den ergiebigen Pelzhandel im riesigen  „Ruperts Land“, er stellt der Royal Society in London zahlreiche Erfindungen vor. Er ist zuletzt Gouverneur von Windsor Castle und Chef der Royal Navy.

Anton van Dyck, Karl-Ludwig und Ruprecht von der Pfalz, Louvre, Paris

25. Feb., 2024

RUPERT ist der Name des neuen Terzels

Von |2024-02-25T10:50:18+01:0025. Februar 2024|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Wie beim Kreuzworträtsel oder ChatGPT:

“ Nenne mir Namen für einen männlichen Heidelberger Wanderfalken,  der zum Namen des Weibchen Liselotte passt, – aber bitte schön! –  mit Lokalkolorit und historischem Hintergrund, gut auszusprechen für unsere ortsfremden, der deutschen Sprache unkundigen Website-Besucher. Dieser Name wird dem neu hier residierenden Falken etwa 8-10 Jahre zugewiesen!“

Nichts leichter als das.

Wanderfalke in HEIDELBERG – Heidelberg! Ah! Das Schloss kennt jeder auf der Welt – Die Falken auf Heiliggeist, 9 Altfalken, 81 Jungfalken seit 1999 haben die optimale Aussicht auf diese Ikone Heidelbergs – Wer residierte auf dem Schloss? Pfalzgrafen! Prinzen! Kurfürsten! – Deren Namen, am häufigsten Ruprecht! Elf mal! – Geht nicht, hatten wir doch schon 2002 als Namen für ein Falkenküken (nach Kurfürst Ruprecht III. 1352-1410, der zum König Ruprecht I. wurde, sein Grabstein liegt unten im Chor der Heiliggeistkirche) – Dann nehmen wir den jüngsten Ruprecht aus dieser Elferreihe, den  letzten Pfälzer Ruprecht !  – Dieser verbrachte sein ganzes Leben im englischen Sprachraum, kam als Teenager an den Hof seines Onkels King James I. -„What`s your name? -Ruprecht – What? Roop-retched?-Your name is now RUPERT!“ – Prince Rupert, 1619-1682, count Palatine, macht in London Karriere: Lord High Admiral der Royal Navy und in der Westminster Abbey begraben . Er ist der Onkel von Elisabeth-Charlotte, 1652-1722 von uns geehrt als Falke LISELOTTE, passt!

Also RUPERT Ein auffallend schöner, viel geliebter Prinz, auch von seiner Nichte Liselotte bei seinen seltenen Heidelberg-Visiten verehrt.

Rupert, Prince Palatine, Detail aus dem wunderschönen Doppelporträt  Karl-Ludwig und Ruprecht von der Pfalz, von Anton van Dyck, Blickfang im Louvre, Paris

24. Feb., 2024

„Name ist Schall und Rauch“

Von |2024-02-24T19:37:11+01:0024. Februar 2024|Tagebucheintrag|0 Kommentare

heißt es bei Goethe (Faust I). Als Initiator dieses Projekts zur natürlichen Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg vor 25 Jahren habe ich mir das Privileg angeeignet die NAMEN der brütenden Wanderfalken zu bestimmen. Ebenso die Namen der Küken nach deren Beringung. Selbstverständlich in Rücksprache mit vertrauten Personen, nach Beratung und Abwägung. Auch, in den knappen ersten Jahren auf Bitte, gegen (hohe) Spende für die Übertragungskosten und Kameras

In den letzten Tagen sind bei mir 8 (acht) Namensvorschläge eingegangen. (Einen habe ich reserviert für den Namen eines Kükens aus 2024 oder des nächsten Revierterzels.) Es bleibt bei meinem Gusto und Vorlieben: Ein Namen aus der Heidelberger Geschichte oder ebbes Mythologisches aus der griechisch-römischen Antike.

Also für 2024 bitte keine Vorschläge für diesen Terzel. Namensvorschläge  dann gerne im Mai, falls es zur Brut und Aufzucht kommt, für den Nachwuchs.

(Morgen nenne ich den Namen, es war heute ein langer Tag für mich.)

24. Feb., 2024

Nicht alles entscheidet LISELOTTE !

Von |2024-02-24T19:03:28+01:0024. Februar 2024|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Sorry. Da habe ich gestern in meiner Belehrung wieder einmal zu schnell fabuliert! Also Korrektur: Nicht ALLES entscheidet das Falkenweibchen. Balz- und Brutverhalten werden durch HORMONE bestimmt! – Huch! – Schon wieder nur halbe Wahrheit. Die Ausschüttung der Hormone wird von der Tageslänge – äh! – vom Sonnenlicht, wie sagt man heute, „getriggert“ …

Ich halte mich besser mit solchen Dingen zurück, bin ja schon längs pensioniert. Gibt ja auch Lexika für die Gäste. Ach nein, das ist ja jetzt Wikipedia .

 

23. Feb., 2024

Wie gehen die beiden Falken jetzt miteinander am Himmel um?

Von |2024-02-23T18:05:29+01:0023. Februar 2024|Tagebucheintrag|0 Kommentare

„Was wäre, wenn LISELOTTE jetzt noch einem oder mehreren männlichen Wanderfalken begegnen würde?“ fragt N.W. über eMail. „Wie würde sie sich entscheiden? Für wen?“

Bei den Greifvögeln sind die Weibchen größer und schwerer als die Männchen (Terzel). Sie müssen ja in kurzer Zeit mehrere Eier produzieren, diese ausbrüten und dann die Jungvögel  lange Zeit ernähren und anlernen. Wanderfalken sind Beutegreifer, also „gut bewaffnet“ und leben keineswegs als eng vertrautes Paar. (Unser menschliches Verhalten, z.B. „Liebe, Treue, Trauer „sind hier nicht angebracht.)

Auch in der Balz, so habe ich das vor einigen Jahrzehnten in freier Natur beobachtet, halten die Terzel zunächst deutlich „respektvollen“ Abstand zu den Weibchen, machen sich durch „Lahnen“ , also Rufe dem Weibchen bemerkbar und zeigen dann „was sie können“. Die Weibchen prüfen die Tauglichkeit des Terzels als zukünftigen Versorger: „Kann er mich während der Brut mit Beute versorgen, wenn ich die Eier bebrüte und keine Zeit für die Jagd habe? Kann er mich und dann vier Küken ernähren?“ = „Heidelberger Standard“

Diese Überprüfung und Annäherung erfolgt jetzt durch gemeinsame Flüge mit virtuosen „stoops“ (Sturzflügen), die als Scheinangriffe aufeinander erfolgen: Oft wird sich ein Falke dabei auf den Rücken rollen und dem anderen Falken die Fänge entgegen strecken. Gelegentlich verhaken sich die Fänge und beide Falken purzeln übereinander, alles in beträchtlicher Höhe und bei hohem Tempo! Ich  habe das in fünf Jahrzehnten nur wenige male beobachten können, ein unvergessliches Spektakel! Allmählich nähert sich das Paar an, sitzen/stehen dann gemeinsam auf einem Felsen oder Ast, aber auch dann steht der Terzel meist höher und auf Distanz, wie ich oft beobachtet habe.  Die Terzel spüren, dass sie an Kraft und Masse nicht mit den Weibchen konkurrieren können. Die kleineren Terzel sind jedoch wendiger im Flug als die Weibchen.   Kämpfen die Weibchen mit einem anderen Weibchen um das Territorium, so halten sich die Terzel auf Abstand und beteiligen sich nicht!  (Auch das wurde in Heidelberg mehrfach beobachtet.) Wanderfalken „kuscheln“ nicht miteinander. In 24 Jahren hat hier das Falkenpaar nur zweimal gemeinsam im Nistkasten übernachtet.

Es folgt die Phase, in der der Terzel seiner Partnerin Beute anbieten wird oder sich diese im Flug entwenden lässt. So zeigt er LISELOTTE , dass er sie in Zukunft bei der Brut und Aufzucht des Nachwuchses versorgen kann.

Grundsätzlich entscheidet ALLES, was wir hier über die Cams sehen dürfen, das Falkenweibchen!

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