LISELOTTE am 6.April
Noch ist sie munter und beschäftigt sich mit „Steinchen ziehen“,eine beliebte Beschäftigung bei brütenden Wanderfalken. Die kommende Nacht wird erstmals nach langen Frostnächten frostfrei bei 5° C sein.
Danke,K.!
Noch ist sie munter und beschäftigt sich mit „Steinchen ziehen“,eine beliebte Beschäftigung bei brütenden Wanderfalken. Die kommende Nacht wird erstmals nach langen Frostnächten frostfrei bei 5° C sein.
Danke,K.!
Es ist der Stoß der brütenden Falken, der jedes Jahr uns zur Ansicht einen Kreis in den Bodenbelag zieht. Denn die Falken bleiben nicht unbewegt liegen, sondern drehen sich regelmäßig – etwa alle 15-20 Minuten – etwas weiter. Dadurch verändert sich auch die Position der vier Eier unter ihnen, die somit gleichmäßig und rundum mit Wärme versor
gt werden. (Wir erinnern die TV-Dokumentationen von Pinguinen im -30° C-kalten Polarwind, auch dort müssen die außenstehenden Küken im dicht gedrängten Inneren des Kreises aufgewärmt werden.
Die Falken haben beim Brüten ihre Schwanzfedern „zum Abdichten“ abgesenkt, damit keine Wärme entweicht. Das ist bei den tiefen Temperaturen, heute früh -2°C , wichtig. (Zudem herrscht, z.Zt. wie wir gestern und vorgestern beim abendlichen Konzertbesuch des „Heidelberger Frühling“ in der Altstadt fröstelnd bemerkten, dort ein strammer Ostwind, der in den Nistkasten gerichtet ist.)
(Heute noch eine kleine Lehrer-Scherzfrage! „Warum fressen Eisbären keine Pinguine?“ MEINE Schüler/-innen wussten das. 🙂
Danke, K.!
Heute, bei kaltem ( um 10 Uhr 9° C) Wetter, ist etwa die Hälfte der Brutzeit vergangen. Die Entwicklung der Embryos ist weit fortgeschritten. Beide Altfalken erfüllen ihre Aufgabe offensichtlich perfekt. ZEPHYR versorgt LISELOTTE mit Nahrung, das können wir nicht über die Kameras zeigen. Vor allem am frühen Vormittag, wenn LISELOTTE zu ihrem Bewegungsflug einige Zeit unterwegs ist, wird sie dem Terzel bereits in der Luft, oder an einer gemeinsamen Warte (Treffpunkt in der Schlossruine oder auf einer Felskanzel) die Beute abnehmen. Oder sie bedient sich aus einem Depot, in dem beide Falken bereits gerupfte Beutevögel diskret (Krähen!) abgelegt haben.
Oft werde ich gefragt, wer gerade auf dem Gelege liegt. Das ist jetzt recht einfach zu beantworten. Die längste Zeit, vor allem in der Nacht, bebrütet LISELOTTE das Gelege. Sie ist etwa ein Drittel (lat. Tertium) größer als der Terzel ZEPHYR und verfügt so über ihre Körpermasse über die stärkere Heizkraft. Selbstverständlich hat man die Brutdauer an manchen Nestkästen genau protokolliert. (Weil ich gerade in London war, zeige ich hier aus dem 2022 erschienenen Buch The peregrine Falcon von Richard Sale und Steve Watson eine Grafik aus S. 207) :

Auf der unteren Linie sehen wir die Daten vom 6. März 2022 (1.Ei) bis zum 16. April 2022 im Nistkasten auf dem Charing Cross Hospital, London bis zum Schlupf eines Kükens am 16. April gegen 18 Uhr. Auf der senkrechten Achse links sehen wir die Uhrzeit, wann die vier Eier gelegt wurden. Aus den drei weiteren Eier (gelb notiert) schlüpften leider keine Küken.
Achten Sie nun auf die Farben: GRÜN = nicht bebrütet, BLAU = Terzel brütet, ROT = Weibchen brütet. Diese Tabelle entspricht auch unseren Erfahrungen. Leider hat niemand bei uns je die Brutzeiten so penibel notiert.
Danke, K.!
bin ich bis 31. März nicht in Heidelberg. Es gibt also für einige Tage hier nichts zu lesen.Eine gute Zeit wünscht Hans-Martin Gäng!
Alles geht seinen Gang. Es gibt nichts zu berichten oder zu schulmeistern. Auffallend ist in diesen Tagen nur, dass sich – im Vergleich zu allen Vorjahren – die Nestgrube um zwei Handbreit in Richtung Rückwand verlagert hat. Aber das ist ja nicht gerade sensationell.

Nun ist die Falkenfamilie auch wieder präsent im Heidelberger Rathaus! Unten auf dem Podest (gefertigt von dem Namenspaten R.R.) mit einem „belehrenden“ Poster über Wanderfalken, darüber die aktuelle Datenlage, dann – wir sind stolz! – eine Urkunde (Dreimal wurde unser Projekt bei der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ausgezeichnet.) und natürlich die drei Webcams auf einem Bildschirm (gespendet von der Namenspatin S.M.) zum Miterleben.
Daneben, zum Mitnehmen, ein ausführliches Informationsblatt! Alles prima zusammen getragen und aktualisiert von Frau C.H. vom Umweltamt der Stadtverwaltung. So ist das Familienleben der Falken auch vor deren „Haustür“, wie vor den Corona-Jahren, wieder präsent. Wenn ich in das Rathaus komme, werfe ich immer einen Blick nach rechts: Fast immer stehen Menschen davor und die Gästeführer weisen auch die Touristengruppen auf „Heidelbergs Maskottchen“ ( so Alt-OB Beate Weber, 2005). Und zum Nachlesen gibt es das Infoblatt.
Danke, C.H.!

ist selbstverständlich nicht möglich. Aber man weiß von geöffneten und erforschten Eiern anderer Arten, z.B. von Hühnern, dass bereits am zweiten Tag der Brut die Embryonalentwicklung in hohem Tempo einsetzt. Heute, eine Woche nach Brutbeginn, könnte man bereits die Anlage des Herzens, des Gehirns und Rückenmarks, der Venen und Verdauungsorgane erkennen. All das entsteht aus der Energie des Dottervorrats.
Ja, es ist ein Wunder, das uns nachdenklich und demütig macht …
Es ist am und im Nistkasten in dieser Phase der Brutzeit recht ruhig. Die Ablösung von LISELOTTE durch ZEPHYR vollzieht sich rasch und ohne laute Äußerungen. Die beiden wollen nun wenig Aufmerksamkeit von anderen Greifvögeln („Störfalken“, also andere Wanderfalken, die das Territorium und den Nistkasten übernehmen wollen, -oder gar der nahe lebende und brütende Uhu!) auf sich ziehen. Deshalb steht nun auch keiner der beiden demonstrativ – und bisher uns über Cam 3 zur Freude – auf der Anflugstange. Die Altfalken kommen und gehen – nein, sie fliegen ab – so rasch wie möglich.
Wir sehen keine „Turteleien“ der Balz mehr, auch kein Dominanzverhalten bei LISELOTTE und Demutsverhalten bei ZEPHYR. Im Zentrum des Falkenlebens steht jetzt das Bebrüten des Geleges. Mit der Ablage der Eier und der Ansicht der Eier hat sich bei beiden Falken deren Hormonspiegel stark verändert: Die Testosteronwerte sind bei beiden zurückgegangen, der Spiegel des Hormons Prolaktin dagegen angestiegen.
Danke, M.H.!


Danke, K.!