2023

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1. Mai, 2023

Werden das blaue Federn?

Von |2023-05-01T15:59:22+02:0001. Mai 2023|Tagebucheintrag|1 Kommentar

Nein. In den grau-weißen Pelzdunen  entdecken wir die ersten Ansätze von den zukünftigen Federn.

Man nennt sie Blutkiele, weil sie bei Verletzung leicht bluten. Es sind die bläulich glänzenden Hornscheiden der Hautzapfen, die jetzt bei den Küken an den Flügeln und am Stoß sichtbar werden. Bald wird diese Hornhülle an der Spitze eintrocknen und es erscheint dann – Tag für Tag länger werdend – die zunächst noch eingerollte Federfahne, die sich schließlich zur Fläche einer Feder entrollt. Der Blutkiel schiebt dabei die Dune aus ihrer Federtasche hinaus. Oft bleiben diese hellgrauen Dunen noch einige Zeit an der Spitzen der neuen Federn hängen, was den jungen Falken viel Gelegenheit zum Gebrauch der Schnäbel bieten wird. (Selbst wenn die Jungfalken ausfliegen, hängen ihnen noch manchmal diese kleinen, weißen Dunenreste auf dem Scheitel!) Überhaupt ist Gefiederpflege, bereits jetzt beginnend, eine der Hauptbeschäftigungen – auch der Altfalken -, wenn diese entspannt auf ihren Warten, z.B. der Turmspitzen oder auf der Schlossruine, sitzen.

29. Apr., 2023

Der „Weiße Klumpen“ bewegt sich nicht nur wenn Nahrung kommt

Von |2023-04-29T10:29:21+02:0029. April 2023|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Wir beobachten, 11 Tage nach dem Schlupf, dass in dem unübersichtlichen weißen Fleck immer Bewegung zu sehen ist. Wenn die Eltern abwesend sind, suchen die Küken – trotz Frühlingstemperatur von 12° C heute –  Wärme, in dem sie sich zur Wärmepyramide zusammenstellen oder zusammenlegen. Das ist auch nachts zu beobachten, denn weder die Mutter, erst recht nicht der Vater, können den rasch wachsenden Nachwuchs noch unter sich bergen. Die Pelzdunen der Kleinen schützen zwar Rücken, Kopf und Flanken, nicht aber die Brust, Kehle und Bauch.

Geschickt setzen die Küken bereits jetzt das „Allzweckwerkzeug“ der Vögel, den Schnabel, ein. Wenn auch die Beinmuskulatur noch schwach entwickelt ist, so können sie sich schon ein wenig bewegen und ihre Position  in der Gruppe wechseln. Denn in der Mitte ist es am wärmsten. Allerdings wird man dort fortlaufend  von den Geschwistern bedrängt. Bald werden wir sehen, dass sich ein mutiges Kind für Momente von den Geschwistern trennt. Der Kopf der Küken erreicht, von den auf kurze Sicht schon sehr gut funktionierenden Augen geleitet, zielgenau die begehrten Nahrungshappen. So greifen Küken, die von den Geschwistern vom fütternden Schnabel der Eltern fern gehalten werden, gelegentlich frustriert dies oder das Federchen vom Boden auf. Gestern Nachmittag sah ich den Versuch, den Happen noch schnell aus dem Schnabel des Nachbarn zu stehlen. Bei der Fütterung versuchen sie bereits jetzt selbst etwas von der Beute zu zupfen.

26. Apr., 2023

Die Küken sind nicht mehr weiß wie Schnee

Von |2023-04-26T14:51:16+02:0026. April 2023|Tagebucheintrag|2 Kommentare

Das ist nicht der Staub, der sich – bei jedem Besuch dort oben staune ich darüber, wieviel der Neckarwind dort hinein bläst – der das Flaumgefieder allmählich einfärbt. Das Federkleid der Kleinen wird sich nun dramatisch verändern. Was  wir nun sehen nennen die Ornithologen „Pelzdunen“.

Es gibt uns Gelegenheit, darüber nachzudenken, was da gerade entsteht:

 Woher weiß der Quadratmillimeter Haut, dass dieser Federkeim sich zur harten, langen Feder einer Handschwinge– die äußerste mit der Nr.10. sogar mit einer markanten Einbuchtung auf der Innenfahne – entwickeln soll und woher weiß der andere Quadratmillimeter Haut am Unterbauch, dass seine Federkeime kurze, weiche Flaumfedern herstellen soll? Nach dem zukünftigen Zweck und Ort der einzelnen Feder hat sich jetzt schon bei den Nestlingen entschieden, wie jede einzelne Feder demnächst aussehen wird. Das ist in jeder einzelnen Zelle von Anfang an “einprogrammiert”!  Wenn Ende Mai die fertige Feder ausgeschoben und funktionsfähig ist, braucht dieses tote, verhornte Gebilde, das so unendlich wichtig für das zukünftige Falkenleben ist, keine Blutzufuhr mehr, keinen Sauerstoff mehr und keine Nährstoffe mehr!

Das ist für die warmblütigen Vögel von Vorteil: Der Vogelflügel ist ein schmales Knochenbündel mit wenig Fleisch dran, das von einer leichten und hoch spezialisierten Tragfläche aus toter Substanz überkleidet ist. (Deshalb haben die Altfalken, wenn sie größere Vögel als Beute mitbringen, fast ausnahmslos die Flügel bereits abgeknipst: Ist ja eh nichts dran und sie stören beim Transport!)

Fledermäuse mit durchbluteten Tragflächen müssen viel mehr Energie in ihren Flug investieren. Kein Wunder, dass Vögel uralte und sehr erfolgreiche Bewohner dieser Erde sind.

Hier einige Mauserfedern der erwachsenen Falken, die ich bei Reinigung des Nistkastens fand.

24. Apr., 2023

Auch ZEPHYR geht gut mit dem Nachwuchs um

Von |2023-04-24T17:07:30+02:0024. April 2023|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Wir sehen, wie sich der Nachwuchs  in diesem Jahr – noch – sehr manierlich aufführt. Der Vater reizt mit seinen Lauten das Köpfchen-Heben und das Schnabel-Öffnen an. Bald sind alle satt und legen sich nieder. Bemerkenswert auch, wie ZEPHYR dem vorderen Küken ein winziges Nahrungsteil vom Körper entfernt: In derWelt der Beutegreifer wird fast alles verzehrt.

Danke,  C., A.L. und M.H.!

 

23. Apr., 2023

Sonntag, 23. April, 13.48 Uhr

Von |2023-04-23T15:23:12+02:0023. April 2023|Tagebucheintrag|1 Kommentar

Die Küken werden täglich etwa 4 bis 6 mal mit Nahrung versorgt. Bisher waren es Kleinvögel, die dafür – vor allem von ZEPHYR – erbeutet wurden. Das schnelle Wachstum des Quartetts erfordert nun auch größere Beutevögel, z.B. Tauben. Diese gibt es in großer Zahl.  Das Atzen der Küken erfolgt immer in rasendem Tempo und ist für die Eltern eine anstrengende Aktion: Sie halten die Beute mit beiden Fängen fest und haben dadurch einen instabilen Stand. Das Abreißen der Federn und des Fleisches erfordert große Kraft. Blitzschnell entscheidet dann der Falke: Ist der Happen groß, verschlingt er ihn selbst, ist der Happen klein, so wird er  – mit wenig Geduld – angeboten. Bald werden die Küken auch – für uns unappetitliche – Happen, also Federn, Knochen, ganze Vogelfüße annehmen und mühsam verschlingen.

Danke, S.H.!

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