2020

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12. Mai, 2020

Was sind die spannendsten Beobachtungen?

Von |2020-05-12T11:56:30+02:0012. Mai 2020|Tagebucheintrag|4 Kommentare

Dieses Jahr werde ich die verblüffendsten Szenen nicht beobachten können, denn die – dank CORVID-19 ausgedünnten und auf Abstand gestellten  – Tische und Stühle der Cafés auf dem Marktplatz werden wohl immer besetzt sein.

Manchmal stehen die vier  Jungfalken – in den letzten Tagen vor ihrem Ausfliegen – gemeinsam außen auf der Anflugstange. Wenn ich in den Vorjahren während dieser Phase gelegentlich unten auf dem Marktplatz beim Eisbecher saß, spielte sich manchmal das ab:

Vier Jungfalken “gieren” gleichzeitig und recken die Köpfe. Sie haben Mutter oder Vater im Anflug mit Beute in den Fängen entdeckt! Der Altfalke kommt – fast immer – in einer großen Kurve einschwenkend über das Palais Boisseré und Rathausdach direkt auf den Nistkasten zugeflogen! Sofort erhebt sich großes Geschrei, Menschenköpfe schauen suchend zum Himmel und Turm.

Am späten Nachmittag steht dann die Sonne direkt hinter dem Kirchturm! Der in beträchtlichem Tempo herbei rauschende Falke fliegt also die letzten 50 m direkt auf die Sonne zu und fliegt auf den letzten 20 m zur Anflugstange plötzlich in den schwarzen Schlagschatten des Turms. Was bedeutet das für seine Augen und sein Gehirn?

Jeder unserer Besucher kennt diese Situation am Nachmittag von den Bildern der Webcam 3, die etwa in gleicher Position wie der anfliegende Falke – 6 m tiefer auf dem Sterbeglöckchenturm des Kirchendachs  – zum Nistkasten zielt! Denn  in diesen langen Minuten versagt die teure Optik! Gleichzeitig direkt in Richtung grelles Sonnenlicht und in den schwarzen Schatten filmen, das kann die Kamera nicht, auch unsere Menschenaugen versagen bei dieser Aufgabe! Auch wir brauchen einige Zeit um unseren Blick vom hellen sonnigen Himmel zum Blick in das schwarze Gully-Loch anzupassen, in das wir gerade unseren Autoschlüssel fallen ließen …

Kein Problem für die Falken! Deren Augen können offensichtlich blitzschnell umschalten! Grell hell, – nun dunkel! Absolut sicher bremst der Falke in Sekundenbruchteilen seinen Flug ab, findet die Lücke über den vier kreischenden und flatternden Jungfalken, die  den Eingang blockieren, und “plumpst” mit der Beute in den Fängen in den Nistkasten.

Das sind AUGENBLICKE, die mich sprachlos machen! Was müssen die Falkenaugen, das kleine Gehirn, die Nerven, die Muskeln, die Flügel, der Stoß, die Fänge in Sekundenbruchteilen verarbeiten! Am liebsten würde ich – über den Eisbecher hinweg tastend  – Beifall klatschen.

Und statt sich PALATINA – eine Sekunde, liebe Kinder, bitte! – etwas entspannen könnte, fallen die Jungfalken sie sofort aggressiv an: ICH! ICH! Her damit! Weg mit Dir!

12. Mai, 2020

Morgensonne nach kalter Nacht

Von |2020-05-12T11:29:19+02:0012. Mai 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

1999 gab ich dem ersten Wanderfalken, der hier seinen Nistplatz fand, den Namen AURORA, weil die Turmspitze von Heiliggeist einer der ersten von der Sonne beschienenen Orte der Heidelberger Altstadt ist. Heute war die Morgensonne im Nistkasten und auf der Anflugstange sehr willkommen, denn es war nur 4° C bis spät in den Vormittag.

 

Danke, K.!

11. Mai, 2020

Mutiger Ästling

Von |2020-05-11T15:09:37+02:0011. Mai 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Heike (s. Gästebuch) dokumentiert, wie SOPHIE im strömenden und kalten Regen  tapfer die Halterung der Anflugstange auf der Nordseite – von uns gesehen rechts –  erklimmt und wieder auf die Schwelle zurück kehrt.

Wir wundern uns jedes Jahr, dass die Jungfalken völlig schwindelfrei sind und sich geschickt und vorsichtig bewegen. Bei der Beringung am 24.April waren wir uns nicht ganz sicher, ob S GC ein kräftiger Terzel oder ein schwaches Weibchen ist. Nun hat es den Anschein SOPHIE könnte ein Terzel sein. (Bevor Verwirrung herrscht: Mit den Namen ehren wir Menschen, den Falken und auch mir ist es wurscht, ob der Name zum Geschlecht des Falken passt! Es ist auch – für mich – verflixt schwer, das Geschlecht eines Falkenkükens flink zu bestimmen. )

 

11. Mai, 2020

Das muss noch wachsen!

Von |2020-05-11T11:13:11+02:0011. Mai 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Wir Menschen staunen, wie schnell die Flügel gewachsen sind. Vergleichen wir aber die Schwingen fer Jungfalken mit jenen ihrer Eltern, so erkennen wir, dass die Federn sich noch nicht zu einer tragenden Fläche schließen. Da fehlt noch einiges an Wachstum und Verhaken der Strahlen in den einzelnen Federn.

Danke, K.!

11. Mai, 2020

Wie Schneegestöber

Von |2020-05-11T11:05:31+02:0011. Mai 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

wirbeln die Flaumfedern, die sich die Jungfalken in den letzten Tagen mehr und mehr aus dem jugendlichen Federkleid heraus geschnäbelt haben, durch den Nistkasten.

Fliegen/Flattern-Üben steht jetzt täglich und häufig auf dem Trainingsplan des QUARTETTS . Erst wenn die Kraft der Brustmuskeln ausreicht, etwa  hundert Meter zu fliegen und dabei – bitte schön! – OBEN zu bleiben und NICHT auf dem Erdboden/Straßenpflaster zu landen, – erst dann wollen wir von Euch hier Abschied nehmen.

Die Terzel sind immer die ersten, welche den Nistkasten verlassen. Die größeren und schwereren Schwestern bleiben oft noch einige Tage länger. Wir sind gespannt!

Danke, K.!

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