Mai 2020

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23. Mai, 2020

Resteverwertung und Müllbeseitigung

Von |2020-05-23T12:31:40+02:0023. Mai 2020|Tagebucheintrag|1 Kommentar

Da können wir Menschen von der Natur lernen. Dass SOPHIE, vielleicht auch die Geschwister, auf jeden Fall die Eltern, noch immer im Nistkasten eintreffen, hat einen Grund. Sie schauen dann als erstes nach links in die Depotecke (von Cam 1 aus gesehen: rechts am Ausgang).  Denn die Falken suchen nach Nahrungsresten in ihren Depots, bevor sie erneut auf Beutesuche fliegen.

Für unsere Augen sieht es jetzt auf dem Boden des Nistkastens aus „wie bei Hempels unterm Sofa“! Die sprichwörtliche „schwäbische Hausfrau“ in uns möge aber einen Vergleich  anstellen:

Im Nistkasten sehen wir jetzt den Müll der vergangenen 46 Tage des  sechsköpfigen Heidelberger Haushalts der Familie Z & P! Dieser Müll wird demnächst vom betagten Hausmeister (Wann geht der endlich in Rente?)  des Falkenzimmers des Anwesens  in einem einzigen Müllsack entsorgt werden. Nun bitte schön: Stellen wir uns doch die Müllmenge vor, die unser Haushalt in diesen 46 Tagen zur Beseitigung ansammelte!

Wir konnten in den letzten beiden Wochen beobachten, wie das QUARTETT konzentriert den Boden nach  Skelettresten absuchte und noch das letzte Fetzchen Nahrung abknabberte. ZEPHYR und PALATINA entfernten sorgfältig größere Beutereste. Was wir jetzt noch sehen, sind nur noch Federn. Wenn der „Hausmeister“  mit dem Müllsack den Turm verlässt, trägt er diesen lässig in der linken Hand.

 

23. Mai, 2020

Aus dem Auto

Von |2020-05-23T11:59:48+02:0023. Mai 2020|Tagebucheintrag|1 Kommentar

selbstverständlich als Beifahrer,  werfe ich gegen 10.40 Uhr von der B 37 auf Höhe der Alte Brücke einen Blick zur Turmspitze. Auf dem südlichen Arm des Turmkreuzes steht ein Wanderfalke. Ob Alt oder Jung, kann ich auf die Schnelle und die Distanz nicht feststellen. Die Turmspitzen der beiden Hauptkirchen der Altstadt Heidelbergs bleiben in den nächsten Wochen Dreh-und Angelpunkt der Falkenfamilie.

22. Mai, 2020

Time to say Good bye? Ja und nein.

Von |2020-05-22T15:08:10+02:0022. Mai 2020|Tagebucheintrag|6 Kommentare

Ich möchte mich, nachdem wir nun hier auf der Website wohl kaum noch eine(n) vom diesjährigen QUARTETT sehen werden, herzlich bedanken! Zuvörderst  bei den Helfern im Hintergrund: Den Technikern in der Datenverarbeitung der Stadtverwaltung, die uns einen störungsfreien Zugang ermöglichten, dem Webmaster und dem Videostreamings, der Pfarrei Heiliggeist , dem Umweltamt, dem NABU Heidelberg und dem NABU Baden-Württemberg.

Ein großes Dankeschön wieder an die Spenderinnen und Spender, die das Projekt finanzieren! Ebenso DANKE an die zahlreichen Gäste, die mich in dieser Saison mit Fragen und Anmerkungen täglich beschäftigt haben. Ic habe gelegentlich daran gedacht, das Gästebuch einzustellen. Ich sehe in dieser Saison, dass eine große Mehrheit mit diesem Forum freundlich  und sachlich zurecht kommt. So behalten wir es bei.

Sehr schön fand auch ich, dass wir in dieser – für uns Menschen – so schlimmen und beängstigenden Zeit, hier eine OASE einer ruhigen, nicht störenden  Natur zeigen konnten: Leben entsteht und wächst, Eltern sorgen für den Nachwuchs, es gibt Momente der Freude und der Sorge, unabhängig von unseren Nöten und Problemen. Das Leben geht weiter!

Das Leben geht auch auf dieser Website weiter.

Wie in den Vorjahren, laufen die Cams ganzjährig und ganztägig, auch wenn erst im September /Oktober ZEPHYR zur Schlafenszeit wieder im Nistkasten erscheinen wird. Mein Tagebuch führe ich, wie in den Vorjahren fort. Ganz bestimmt nicht in der Häufigkeit der letzten Monate, aber es gibt immer wieder etwas aus der Wanderfalken-Szene zu berichten. Falls mir nichts einfallen wird, werde ich zurück in meine Aufzeichnungen der letzten 20 Jahre blättern und Wichtiges neu einstellen. Als ehemaliger Lehrer weiß ich , dass Wiederholung von Wissenswertem nicht schadet..

22. Mai, 2020

Noch liegen kritische Tage vor den ausgeflogenen Falken

Von |2020-05-22T13:01:44+02:0022. Mai 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Wir freuen uns an den ersten Rückmeldungen aus der Altstadt. Um 9 Uhr stand ein Jungfalke auf dem Umlaufbalkon, der z.Zt. noch nicht für die Besucher zugänglich ist, ein weiterer  Jungfalke stand auf dem Geländer des Kapellchen auf der Spitze der Welschen Haube des Heiliggeistkirchturms.

Selbstverständlich besteht noch für einige Tage die Gefahr, dass ein Jungfalke unten auf der Straße, oder im Gewirr der engen Altstadt sich – z.B. – auf einem Dach  in einem Taubenschutzgitter (wie im vergangenen Jahr) , Schneefanggitter oder Zaun verfängt. Aber mit jeder Stunde, in der mich kein Notruf erreicht, wird die Lage für die Falken und unsere Nerven erträglicher. Die vergangenen 20 Jahre erinnern uns, dass die jungen Falken sehr schnell lernen sich in ihrer Welt über unseren Köpfen einzurichten.

Selbstverständlich sind sie noch mindestens zwei-drei Wochen völlig von ihren Eltern abhängig, die sie mit Nahrung versorgen werden.

 

Danke, C,!

 

21. Mai, 2020

Neues aus der Altstadt

Von |2020-05-21T11:26:31+02:0021. Mai 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Mich erreicht eine gute Nachricht aus der Altstadt:

„Ihre Vermutung stimmt natürlich: „das Riesenbaby Elizabeth“ hat auf dem protestantischen(?) Teil der Heiliggeistkirche AUSGIEBIG Ihre Notdurft hinterlassen und ist verschwunden. Wie Sie auch vermuten, kommen jetzt vermehrt „Hunger-Rufe“ von der Jesuitenkirche.“

Für NICHT-Heidelberger darf ich das launige Anschreiben  erklären:

Von 1706 bis 1936 wurde die Heiliggeistkirche gleichzeitig von zwei – damals einander nicht sonderlich zugetanen – Konfessionen genutzt: Mitten durch die Kirche ging eine Scheidemauer! Der Chor war katholisch, das Langhaus protestantisch!

 

 

 

21. Mai, 2020

No news are good news

Von |2020-05-21T09:52:37+02:0021. Mai 2020|Tagebucheintrag|0 Kommentare

Herzlichen Dank für die ersten Sichtungen, die mir über das Gästebuch und eMail gemeldet wurden!

ELIZABETH landete gestern um 5.53 Uhr nach ihrem „Sturzflug“ – wie einige ihrer Vorgänger/innen  – auf dem Kirchendach. Dort verbrachte sie den ganzen Tag und wohl auch die Nacht -„dicht an den Turm geschmiegt“, wie man mir mitteilt. Im Gegensatz zum Bruder FRIEDRICH im Nistkasten wird sie auf dem Dachfirst nicht mit Nahrung versorgt. Sie beobachtete aber während des 20. Mai ganztägig den Flug ihrer Eltern und Geschwister. Das erhöht den Druck zum Zweitstart.

Bestimmt ist ELIZABETH  heute vom Kirchendach ab- und weitergeflogen. Vielleicht auf ein Hausdach in der Altstadt oder gar auf die traditionellen Treffpunkte der Falkenfamilie, den Turm und die Frontfassade der nahen Jesuitenkirche oder die  vielfältige Fassade der Schlossruine. Bestimmt hat sie auch schon Alarmrufe und Attacken der Krähen erlebt.

FRIEDRICH startet heute oder morgen, vermute ich. Bestimmt bekommt er auch noch Nahrung von PALATINA.

Heidelbergs Altstadtbewohner bitte ich die Ohren zu spitzen. Das herzzerreißende Bettelgeschrei müsste die Standorte der  hungrigen Jungfalken anzeigen. Es ist durchaus auch schon möglich drei oder vier Wanderfalken am Himmel zu sehen, denn SOPHIE und OTTHEINRICH fliegen jetzt schon routiniert, schnell und hoch.

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