Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2026-05-05T11:06:18+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

8.Juli, 2026

Vom notgelandeten Jungfalken zum erfolgreichen Vogeljäger

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Wir haben auch in der Saison 2026 beobachten können, dass der Nachwuchs vieles – gewissermaßen automatisch vorhanden – von einem Tag auf den anderen beherrschte: Kopf heben, Schnabel aufsperren, Bettelrufe, Drängeln, Beutereste festhalten und selbst Essbares abreißen, hüpfen, zielgerichtet zugreifen, mit den Flügeln schlagen, – ja sogar das Fliegen, auch wenn der Erststart misslingt!
Alles ist angeborenes Verhalten und gehört zur Grundausstattung wie Federkleid und Schnabel.

Ende Mai 2026 begann die Zeit des Lernens, der Nachahmung, der Jagd! Das geht nicht als „home- schooling“, sondern war eine Open-Air-Veranstaltung, die nur Menschen in Heidelbergs Altstadt gelegentlich verfolgen konnten.
Es war für RUPERT & LISELOTTE die anstrengendste Periode bei der Aufzucht des Trio, die nun zu Ende geht. Der Nachwuchs 2026 ist nun selbständig und „ausgebildet“ unterwegs
Die Jungfalken wurden noch lange geduldet. Sie standen/ruhten auch lange Zeit des Tages an einem sicheren hohen Ort. Vor allem in den letzten Wochen der großen Hitze! Sie kehrten von ihren Flügen immer wieder in die Altstadt zurück.
Dieses Verhalten geht nun zu Ende.

Rückblickend, ich war längere Zeit nicht in Heidelberg:
Wie erfolgte im Juni ihre „Schulung“, ihr Training?

Schon am frühen Vormittag erblickte das TRIO vom traditionellen Standort auf der nahen Jesuitenkirche aus, ein mit Beute herbei fliegendes Elternteil, flogen ihm entgegen und verfolgten es hartnäckig.RUPERT und LISELOTTE gaben keineswegs die Beute großzügig preis! Oft stiegen sie im letzten Moment in die Höhe, drehten sich auf die Seite oder auf den Rücken zur Übernahme der Beute durch den Nachwuchs. Manchmal ließen sie die Beute auch aus großer Höhe fallen und hofften, dass die Jungfalken die zu Boden stürzende Beute noch im Luftraum ergreifen.
(Manchmal beobachten Augenzeugen – vom Bettelgeschrei aufmerksam , dass kurz vor dem Aufprall der Beute auf Hausdächern oder in den Neckar, – wie aus dem Nichts -, das andere Elternteil sehr tief herbei fliegend, den herab fallenden toten Vogel noch in der Luft ergreift und mit ihm wieder in die Höhe fliegt, verfolgt von den kreischenden Kindern! Auf ein Neues!)

In Menschensprache: “Fang mich doch! Nimm mir die Beute weg! Nein, ich gebe sie nicht freiwillig her! Du musst sie gegen Deine Geschwister verteidigen, sonst bleibst Du hungrig!” Das Lernziel ist, eine Beute im Flug den widerstrebenden Eltern zu entreissen. Meist von unten anfliegend, sich auf den Rücken drehend und mit ausgestreckten Fängen zugreifend!

Dann nichts wie weg mit der Beute, an einen sicheren Ort zum Kröpfen, meist verfolgt von den gierigen Geschwistern. Nur so – aus Hunger – lernen sie Schritt für Schritt, – nein, Flugangriff auf Flugangriff – selbst einen fliehenden Vogel zu greifen.Es dauert etwa einige Wochen, bis die Jungfalken das gelernt haben. Dann ziehen sie allmählich weitere Kreise um die Altstadt und wandern schließlich ab.

2026 haben wir leider keine neugierigen Besuche des Nachwuchses in den Nistkasten beobachtet. Aber RUPERT ist täglich anwesend.

2.Juli, 2026

RUPERT hat immer ein wachsames Auge

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auf den Flugverkehr am Himmel und auf den nahen Bereich in seinem Territorium. Wir hoffen, dass inzwischen der Nachwuchs gut unterwegs ist. Nachdem in den letzten Tagen bei den hohen Tagestemperaturen tagsüber kein Beutevogel am Himmel war, konzentrierte sich auch das Leben der Wildtiere auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden.

Danke, M.H.!

24.Juni, 2026

RUPERT trotzt der hohen Temperatur

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Danke, M.H.!

Im Nistkasten unter dem schwarzen Ziegeldach ist es nun sehr heiß!
Kein Wunder, dass RUPERT dort nur kurz kontrolliert. Für uns Menschen in Heidelberg sind heute 33° Celsius im Schatten nicht einfach auszuhalten. Vögel suchen sich jetzt selbstverständlich auch einen kühlen Ort und trinken viel.

19.Juni, 2026

Herzlichen Dank für eine schwierige und aufwändige Arbeit!

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Während meiner Abwesenheit hat ein erfahrenes Team den Nistkasten geleert, die Seitenwände gestrichen, den verschmutzten Bodenbelag entfernt und entsorgt, ein-zwei Eimer Kies-Sandgemisch eingetragen und die Eingangsklappe repariert. Diese Arbeiten mussten geplant, terminiert, mit den Akteuren koordiniert und mit der Pfarrei und Kirchendiener vereinbart werden. Dazu sind viele Telefonate und Absprachen notwendig.

Das geschah auch im 26. Jahr dieses Projekts in ehrenamtlicher Arbeit!

Eine großartige Leistung, für die ich mich herzlich bedanke!
HMG

3.Juni, 2026

Ich empfehle die Lektüre der vorjährigen Tagebuch-Einträge in Gängs Tagebuch-Archiv!

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Dort habe ich in den entsprechenden Monaten sehr ausführlich über das Leben der Jungfalken, ihre „Ausbildung“ durch die Eltern geschrieben.

Ich kann seit dem 4. Mai leider im neu installierten Website-Programm in „Gängs Tagebuch“ nur selten und mühsam einen Beitrag formulieren, bearbeiten, korrigieren und einstellen. (Wurde damals unsere Website gehackt ?)

Danke, M.H. für das aktuelle Foto von RUPERT!

24.Mai, 2026

Auch MANADUN ist ausgeflogen!

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Ihr Verhalten hat uns ihren Abflug bereits gestern Abend angedeutet, nicht wahr?
Um 5.26 Uhr, diese Uhrzeit ist typisch für einen Erststart, hat sie dann den Absprung gewagt.
HERZLICHEN DANK an die zahlreichen Meldungen via „Gästebuch“!
Nun hoffen wir, dass das TRIO sich auf dem Balkon der benachbarten Jesuitenkirche versammelt, von den Eltern mit Nahrung gut versorgt und ausgebildet wird. (Siehe meine Tagebucheinträge aus den Vorjahren!)
Bestimmt sehen wir die Jungfalken bei Kurzbesuchen im Nistkasten wieder!

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Interessante Morgenstunde

Die Nacht über schlief die Taube auf ihrem Ei.

Vor 8 Uhr muss RUPERT sein „Hausrecht“ durchgesetzt haben, denn – danke, H.K. u.a.! – der Falkenterzel war, nachdem er die Taube verscheucht hatte, auch auf Kontrolle im Kasteninneren zu sehen.

Ab etwa 7.45 Uhr entdeckte auch ich das Ei im Kasten, ohne Taube.

RUPERT, mit weiß-quer gebänderter Brust als erwachsener Falke gut erkennbar, stand außen auf der Anflugstange. Er hatte noch nicht „gefrühstückt“, der schlanke Hals verriet den leeren Kropf. Er war müde, immer wieder schlossen sich seine inneren weißen Augenlider (Nickhaut) für Sekunden. Seine Position erlaubte ihm den gleichzeitigen Blick in das Kasteninnere und auf die Außenwelt.

Sein Benehmen während der Viertelstunde, in der ich ihn beobachtete, erschien für uns Zuschauer seltsam, war aber ganz natürliches Verhalten:
Immer wieder streckte er seinen Kopf nach oben und öffnete dabei seinen Schnabel als würde er laut rufen. So versuchte er aus seinem Magen den „Speiballen“ auszuwürgen, um – als Voraussetzung für sein zukünftiges Frühstück – „Platz zu schaffen“. Nahrungsreste vom Vortag als „Gewölle“ auszuspeien ist alltägliche Prozedur für Greifvögel und Eulen.
(Wir erkennen die Gewölle oft auf dem Boden des Nistkastens als längliche schwarze Reste.)

Wir sind in dieser, eigentlich falkenlosen Zeit, gespannt, wie es dort oben weiter geht, nicht wahr?

06. August 2026|2 Kommentare

Taube gegen Falke

Eine interessante Entwicklung! Mir kommt immer wieder das Grimm`sche Märchen vom Wettlauf von Hase und Igel in den Sinn: „„Ick bün al dor!““- Ich bin schon da!

Wir wird das ausgehen? Wann wird die Brut beendet werden?

05. August 2026|0 Kommentare

Taubenalarm beendet?

Soeben erst nach Sonntagsausflug zurück in Heidelberg, sehe ich ein Taubenei in der Ecke. Hat RUPRECHT inzwischen wieder das Wohnrecht durchgesetzt?

03. August 2026|1 Kommentar
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