Das Falkenpaar: Jeden Tag zu sehen!
Danke, M.H.!

Danke, M.H.!

Es gibt keine“falkenlose“ Zeit mehr, so wie wir es in den ersten beiden Jahrzehnten unseres Projekts hier erlebten.
Wir gewöhnen uns daran, dass RUPERT & LISELOTTE täglich , sehr vertraut miteinander, den Nistkasten aufsuchen. Wir staunen, dass deren Verhalten jenem der Frühjahrsbalz ähnelt.
Danke, M.H.!


Wieder einmal suche ich in den Eintragungen in „Gängs Tagebuch“-Archiv der Vorjahre und finde passende Antwort:
„Immer wieder sind unsere Gäste – nun erneut in der wochenlangen heißen Trockenheit in Heidelberg – erstaunt, dass die Küken und Jungfalken während der langen Wochen ihrer Entwicklung im Nistkasten nichts getrunken haben. (Ich erinnere mich an eine Zuschrift, ich solle jetzt doch endlich ein Schälchen Wasser zum Trinken und Baden in den Nistkasten stellen. Und das Wasser dann bitte schön täglich erneuern.)
Ich werde nun nicht den Stoffwechsel der Greifvögel beschreiben – die Schüler staunten: „Oh, der Kot ist ja schneeweiß!“ – aber die schnelle Antwort heißt: Ja, ausgeflogene Wanderfalken trinken und baden!
2016 entstand ein sehr ansehnlicher Beitrag, der badende Jungfalken zeigt!
Auch in den nächsten Tagen soll es wieder in und um Heidelberg sehr heiß werden.
Wo werden sich sich LISELOTTE und RUPERT an den heißen Nachmittagen aufhalten? Vermutlich irgendwo im Schatten an einem ruhigen Ort. Nur am frühen Vormittag und am späten Abend können wir Vögel am Heidelberger Himmel entdecken. Dann werden auch die Falken wieder aktiv werden.
Hohe und niedrige Temperaturen gehören zum Leben der Wanderfalken. Es gibt sie in der baumlosen Arktis, also z.B. in Grönland und auch in den heißen Zonen Afrikas. Wanderfalken leben auf allen Kontinenten, mit Ausnahme der Antarktis. Sie sind Opportunisten, die sich gut an die – von ihnen gewählte – Umgebung anpassen. Hitze oder Kälte sind weniger wichtig, ein breites Nahrungsangebot an Vögeln und geeignete Nistmöglichkeiten sind von höherer Bedeutung.
Der Jungfalke BENJAMIN mit dem Kennring S°RC aus unserem Jahrgang 2022 lebt auf der St. Martinuskerk, in den Niederlanden, östlich von Antwerpen und hat in diesem Jahr drei Küken gezeugt und zum Ausfliegen gebracht!
Danke, A.L.!
Korrektur: 4 Eier, zwei Jungfalken flogen aus.
Danke, D.B.!

Oft denke ich:“ Same procedure as every year!“ – es kann mich hier doch NICHTS mehr überraschen! Ich kenne das „Jahr der Falken“. Heute werde ich, wieder einmal – wie erfreulich! -über unbekanntes Verhalten belehrt.
DAS IST NEU!
Unser Blick geht immer wieder – ungläubig – auf die Zeitmessung in der oberen Leiste: Das ist kein Foto, RUPERT & LISELOTTE stehen heute wie in Trance dicht beieinander!
Wir kennen solche Treffen aus der Balz im Frühjahr, da geschehen sie in großer Eile und der Terzel geht dem Weibchen – nach seiner Einladung an den Nistplatz – eilig aus dem Weg und verlässt nach wenigen Sekunden, fast furchtsam, den Kasten.
Nie in 25 Jahren sahen wir das Paar Ende Juni gemeinsam im Kasten!
Das Thermometer zeigt heute z.Zt. im Schatten 28° C, dort oben ist es jetzt noch heißer! Warum treffen sich die beiden nicht drüben in der Schlossruine an einem schattigen Ort?Warum stehen sie solange in diesem Backofen?
Ein merkwürdiges, sonderbares Verhalten zur falschen Zeit, ich kann es nicht erklären.
Danke, S.F und für weitere Meldungen!
Seltsam! Das Paar „turtelt“, als wäre im Juni Balzzeit!
Danke, H.K.!

Mich erreicht die Anfrage, wie es dort oben um den Kasten aussieht.
Dort ist es eng, halbdunkel, im Winter kalt, im Sommer heiß! Der Wind bläst viel Staub in denTurm.
Über den Köpfen der Putztruppe steht auf zwei Balken der schwere Nistkasten, dessen Ausgang ins Freie links liegt. Die Leiter zur Kastenklappe ist links zu erkennen.
An der Kastenwand ist über dem Warnschild mit dem roten Kreis die Klappe zu erkennen, die wir nach oben hochziehen, und mit einer Schnur befestigen. Durch diese Öffnung greifen wir in das Innere, um z.B. die Küken zur Beringung zu greifen oder den Nistkasten zu reinigen.
Manchmal ist es günstig, wenn man, wie ich, klein und gelenkig ist:
Das untere Foto stammt aus dem Jahr 2011, als ich – Donnerwetter! – zum Malen und Reinigen in den Nistkasten kroch! In der Rückwand entdecke ich auf dem 14 Jahre alten Foto die Glasscheibe, hinter der die damalige Cam 1, groß und schwer, im Turminneren befestigt war.
2025

2011
Wir haben es nicht vergessen!
Als wir heute vormittag den Nistkasten öffneten, lag in der vorderen Ecke unter dem Federnmüll noch das 3.Ei, das LISELOTTE nachts am 16. März, mit einer Woche Verspätung, gelegt hatte! Schon damals war es fraglich, ob noch darus ein drittes Küken schlüpfen könne.
Erfreulicherweise habe ich bereits damals eine kleine, ausgepolsterte Plastikdose für die heutige Gelegenheit vorbereitet und heute Vormittag zur Hand.
Das Restei wird nun an Dr. Daniel Schmidt, Leiter des NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen , gesandt werden. Es wird geöffnet und untersucht werden:
War es befruchtet? Sind Rückstände von Pestiziden o.ä. aus der Nahrung von LISELOTTE festzustellen?
Leider war ich heute am Nistkasten zu beschäftigt, um ein Foto vom Restei in seiner hübschen Verpackung zu machen.
Deshalb ein Foto der fleißigen Akteure die zwei Stunden lang eine unangenehme und mühsame Arbeit leisteten:
von links:
Günther Str., NABU-HD Vors. & Pate Andreas K., Naturschutzbeauftragter HD & Pate Karl-Friedrich R. und Tagebuchschreiber & „Falkenzimmer“-Hausmeister Hans-Martin Gäng
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G
Als wir heute um 9.25 Uhr , aus wichtigem Grund, den Nistkasten öffneten, wurde das sofort bemerkt. Es tut sich zur Zeit etwas auch außen, es herrscht reger Flugverkehr und Falken sind dauernd am und um den Turm.
Danke, D.B.!
