Nach unzähligen erfreulichen Nachrichten in zwanzig Jahren vom Nachwuchs der Heidelberger Wanderfalken habe ich gezögert, ob ich die folgende Information an unsere treuen Besucher/-innen hier veröffentliche. SABINE, weiblich, am 8. April nachts geschlüpft, am 30. April mit IC 8047 und Kennring RRD beringt, am 21. Mai um 5.43 Uhr erfolgreich ausgeflogen, lebt nicht mehr.

Am Freitag, 24. Mai – ich saß schon im TGV nach Paris – wurde SABINE von der “Berufstierrettung Rhein -Neckar” von einem Dach in der Altstadt Heidelbergs geborgen. Sie hatte sich so unglücklich im Dorn eines Taubenabwehrgitters verfangen, dass der rechte Lauf/Ständer (Tarsometatarsus)  gebrochen war. Der Jungfalke kam zunächst zu U.Jakob, Falknerei tinnunculus auf dem Königstuhl , Heidelberg, wo der gebrochene Lauf ruhig gestellt wurde, der Jungfalke genährt und in Dunkelheit gestellt sich beruhigte.

Die nächste Station für SABINE war die renommierte Vogel-und Reptilienpraxis Dr. Britsch in Karlsruhe, wo sie tierärztlich behandelt wurde. Zunächst waren die erfahrenen Veterinäre zuversichtlich, dass die komplizierte Fraktur ausheilen könnte. Das gelang nicht, der Falke konnte nicht mehr mit dem beeinträchtigten Fang zugreifen, eine Infektion im Gewebe kam dazu. So musste SABINE in der letzten Maiwoche eingeschläfert werden.

Dank gebührt Herrn Michael Sehr,Tierrettung Rhein-Neckar, Herrn Uwe Jacob, Falknerei tinnunculus, Heidelberg, dem Naturschutzbeauftragten ( Falkennamenspate 2013) Dr. Karl-Friedrich Raqué, Herrn Dr. Gerd Britsch und Team , Vogel – und Reptilienpraxis Dr. Britsch, Karlsruhe und weiteren Helfern.

Dank auch an unsere Spender/-innen, die es mir ermöglichen alle Kosten tragen zu können.

PS. In unserer Freude über dieses erfolgreiche Projekt zur Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in unserer Region vergessen wir, dass mehr als die Hälfte der ausgeflogenen Jungfalken das erste Lebensjahr nicht überleben! Das gilt weltweit und überrascht nicht, wenn wir an die sehr spezialisierte und risikoreiche Jagdtechnik des Wanderfalken denken. Die Fachliteratur nennt noch weitere natürliche Ausfälle im 2. Lebensjahr, erst dann meistert der Falkennachwuchs  sein Leben.