Gängs Tagebuch
Gängs Tagebuch2021-10-04T08:44:30+02:00

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.

9.Jan., 2026

Erfreulicher Jahresbeginn

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DAS sehen wir gerne und die Bilder stimmen uns hoffnungsvoll für eine neue Brutsaison! Wir sehen RUPERT  am Nistkasten und erwarten weitere Sichtungen. Es ist nun die Zeit, wo die Terzel sehr aufmerksam den Nistplatz und das Territorium im Blick halten.

Bald beginnt die Balz!

Danke, D.B., M.H. und für weitere Meldungen!

31.Dez., 2025

Zum Jahresende: Dank und Gruß!

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Die 26. Saison unseres Projekts „Natürliche Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ war leider auch 2025 nicht so erfolgreich wie in den Vorjahren. Der Besorgnis erregende schwache Bruterfolg entspricht auch den Daten an anderen Nistplätzen in Baden- Württemberg. Wieder kamen nur zwei Jungfalken, ALBRECHT und SONNI, aus unserem Nistkasten in die Luft, sie sind der 84. und 85. Jungfalke seit dem Jahr 2000 aus diesem Nistkasten. Die beiden sind ein weiterer Beitrag zum Artenschutz, denn zu Beginn stand der Wanderfalke noch auf der „Rote Liste“ der bedrohten Arten.  (Ob er wieder in diese Liste aufgenommen werden muss?)

Auch für mich als „Hausmeister“  im Falkenzimmer der Turmspitze war es kein gutes Jahr. Krankheit beeinträchtigte seit Jahresmitte leider meine Aktivität als Dokumentar und Erklärer. Inzwischen geht es mir recht gut, – na ja, eher „altersgerecht“ passend –  so dass ich weiter TAGEBUCH und GÄSTEBUCH betreuen werde.

Zum Jahreswechsel möchte ich ein herzliches „DANKESCHÖN!“ an die aktiven Mitarbeiter/- innen und an die Förderer/-innen der Heidelberger Wanderfalken richten:

Unser Dank geht erneut an unseren Webmaster T.J., an Pfarrer Dr. V.P., an  die Damen im Pfarrbüro und an Hausmeister G.A. der Pfarrgemeinde Heiliggeist, an die Mitarbeiter/-innen des „Amt für Digitales und  Informationsverarbeitung“ und des „Amt für Umwelt“ der Stadtverwaltung Heidelberg, an die Ehrenamtlichen des NABU Heidelberg für die Übernahme des „Sonderkonto Heiliggeist-Wanderfalken“der Website und die Kassenführung (A.K.) , an die Betreuer (Dr. E.S., Dr. A.H.) der “Nilgans-Abwehr“ im Nistkasten und an die tatkräftigen Helfer 2025 beim Reinigen und Pflegen oben am Nistkasten Dr. KF.R., A.K.,G.Str. und an den Beringer Dr.M.P., MdL Baden-Württemberg!

Herzlichen Dank an die treuen Spender- und Spenderinnen, die wieder den Livestream der drei Cams finanziert haben und an die Personen, die mir gelegentlich Fotos  der Webcams zur Veröffentlichung überlassen haben.

Ich wünsche Ihnen, uns allen, ein gutes 2026!

23.Dez., 2025

Weihnachtsgruß 2025

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In diesem Jahr fällt es mir schwer, Ihnen „Fröhliche  Festtage!“ zuzurufen.

Ich übernehme – teilweise – was ich 2020 während des“Corona-lock -down“   als Weihnachtsgruß hier geschrieben habe!

Es passt auch in diesem Jahr.

„Trost und Ablenkung schenken uns ein wenig die Wanderfalken:

Gelassen stehen sie trotz Kälte, Wind und Regen auf der Anflugstange. Zuverlässig erscheint ZEPHYR in seiner „Herberge“, schläft ein, wacht auf und fliegt ab. Mit festem Griff hält der Falke im Eingang seine Position und pflegt dort in aller Ruhe und Sorgfalt ausgiebig seinen Körper. Er behält dabei seine Welt aufmerksam und  neugierig im Blick. Ein großes Vergnügen für uns, wenn wir ZEPHYR – gelegentlich auch PALATINA – dabei über Cam 3 betrachten können, nicht wahr? Mit großer Sorgfalt und in partnerschaftlicher Eintracht werden sie in drei Monaten wieder ihre Küken aufziehen und in die weite Welt entlassen.

Können WIR vielleicht – auf unsere Weise – etwas davon übernehmen? Aufrechte Haltung „Komme, was wolle!“, Sorgfalt und Pflege für uns selbst, Augen auf für unsere Umwelt, Verantwortung für unsere Partner und Kinder. So leben, wie die Natur, das Schicksal,  es für UNS vorgesehen hat.“

(Gängs Tagebuch, Weihnachten 2020)

Ich wünsche Ihnen für die Festtage 2025  und das kommende Jahr alles Gute!

19.Dez., 2025

DANKE für Ihre Unterstützung außerhalb der Brutzeit

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Es gibt seit einigen Jahren bei uns keine „falkenlose“ Zeit mehr. LISELOTTE und RUPERT, ja sogar ihr 2025-Nachwuchs, zeigen sich uns fast täglich. Sie sind Standvögel geworden und zeigen ihre Anwesenheit in unseren Kameras. Sie haben sich an die andauernde Beschallung von unten, jetzt durch den Weihnachtsmarkt, gewöhnt.

Ich darf heute wieder mit großer Freude, im Namen aller Besucher/-innen, mich für die treuen, verlässlichen finanziellen Zuwendungen bedanken:

Seit dem 1. August bis zum 1.Dezember sind wieder monatliche Spenden eingegangen: von Frau A.E M., vom Ehepaar H.und P.R. und Spenden von Herrn U.K. und Frau M. Sch.

14.Dez., 2025

Jung und Alt sind nun ganzjährig Standvögel

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Herzlichen Dank für die jüngsten Einträge im Gästebuch! Sie belegen, dass LISELOTTE, RUPERT, aber auch der Nachwuchs aus 2025, nun ganzjährig in der Altstadt von Heidelberg leben. Es wundert mich nicht:

Ich befahre, oder werde gefahren, oft sogar zweimal, jeden Tag, die Uferstraße B 37 unten am Neckar. Inzwischen hat sich dort der Schwarm von Stadttauben, der in der Kernaltstadt um Heiliggeistkirche und „Alte Brücke“ lebt, wesentlich vergrößert! Ich schätze ihn zur Zeit auf etwa 50 Exemplare.  (Kein Wunder bei der gestiegenen Zahl von Touristen, – nicht nur während des Weihnachtsmarkts!  Zahlreiche „Flusstouristen“ kommen täglich mit dem Bus von Rheinschiffen, die in Speyer und Mannheim  vor Anker liegen, zu einer kurzen Visite.)

So ist der Tisch für die Stadttauben reich gedeckt und die Falken haben keine Mühe, sich im „Schlaraffenland“ zu bedienen.

30.Nov., 2025

Ein Blick zurück

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2004, wie lange ist das her! Damals schnitt  ich, wohl wegen des ausdrucksvollen Porträts des jungen Falken, diesen Artikel aus der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

„Auch an unerwarteten Orten …“ , notierte man.

 

11.Nov., 2025

Kommt der Wanderfalke wieder auf die „Rote Liste“ der gefährdeten Arten?

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Von der Jubiläumsveranstaltung „60 Jahre AGW in Baden Württemberg“ am Sonntag in Stuttgart, an der ich wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte, erreichen mich Grüße und Besorgnis erregende Informationen:

Der Bestand an Wanderfalken in Baden-Württemberg ist zurückgefallen auf den Stand der frühen 1990er- Jahre!

2022 gab es in  Baden-Württemberg noch 250 Revierpaare mit 127 erfolgreichen Bruten, 2025 dagegen nur noch 200 Revierpaare  mit 87 erfolgreichen Bruten!

Auch für RUPERT & LISELOTTE auf der Heiliggeistkirche trifft die erschreckende Entwicklung zu! Über lange Jahre hatten wir hier fast jedes Jahr Vierergelege und es flogen dann auch vier Jungfalken erfolgreich aus. Das geschah 2023 letztmals. Auch 2025 kamen bei uns nur zwei Jungfalken in die Luft.

11.Nov., 2025

Unterschiedliche Situation auf kurze Entfernung

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Herzlichen Dank für die Berichte und Kommentare über das Vorkommen oder Verschwinden mancher Arten auch in geringer Distanz! Ich bleibe überrascht über die völlige Abwesenheit von Amseln in meiner Umgebung. Das habe ich noch nie erlebt. Rätselhaft, dass das nur wenige Kilometer entfernt, anders ist.

9.Okt., 2025

Was gibt es vom Restei zu berichten?

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Am 2. Mai konnten wir bei der Beringung von SONNI und ALBRECHT das Restei bergen und nachfolgend  an das NABU-Vogelschutzzentrum übergeben.

Von dort erhalten wir vom Zentrumsleiter Dr. Daniel Schmidt-Rothmund die Information:

„Wir haben die Sendung gestern unbeschädigt erhalten und eben habe ich das intakte Ei präpariert. Es enthielt nur eine flüssige, amorphe, gelbe Masse, die leider kaum weitere Rückschlüsse zulässt, als dass das Ei nicht oder kaum entwickelt war und inzwischen autolytisch geworden ist. Jetzt können wir die Probe der LUBW zusenden und müssen leider warten, bis von dort Analyse-Ergebnisse veröffentlicht werden. Das kann leider länger dauern und erfolgt vermutlich nicht jeweils bezogen auf die einzelne Probe bzw. Örtlichkeit. Die Eischale wird diesen Herbst ans Rosenstein-Museum nach Stuttgart überstellt werden.“

 

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Pelzdunen

Als  die beiden ersten Küken vor 16 Tagen schlüpften, waren diese beiden blütenweiß. Inzwischen ist das Trio nicht etwa schmutzig, sondern die Küken tragen bereits ihr zweites Federkleid!

Es sind die grauen PELZDUNEN, welche die drei Küken wärmen.

Die Oberhaut der Vögel ist von unserer Haut völlig verschieden, sie erinnert uns an deren Abstammung von den Saurieren. Bei uns Menschen wird die Hornsubstanz der Oberhautzellen, das Keratin, fortlaufend abgestoßen und von innen erneuert. Als Schuppen auf unseren Schultern, als Hornhaut an unserer Fußsohle und Handinnenflächen, als Haare und Finger- und Zehennägel werden diese abgestorbenen Zellen von nachwachsenden lebenden Zellen verdrängt und als tote Substanz nach außen geschoben.

Die Oberhaut der Vögel bildet Federn aus. Bei der Vogelfeder wird zunächst im Schutz einer Hornhülle (Blutkiel) ein kompliziert eingerolltes  „Gebäude“ gebildet, das sich dann zu einer verhornten und hochspezialisierten Federfahne entfaltet,wenn diese Hornscheide aufsplittert. Denn jede Feder dient, je nach ihrer Lage am Falkenkörper, ganz bestimmten Zwecken und wird erst nach der Mauser völlig erneuert! Die harten Armschwingen von LISELOTTE und RUPERT  unterscheiden sich völlig von ihrem weichen Bauchgefieder.

Bei den drei 2026- Küken formen sich diese „Federorgane“ nun aus. Blutkiele, weil sie bei Verletzung leicht bluten, heißen die bläulich glänzenden Hornscheiden der Zapfen, die nun am Stoß und an den Flügeln bald sichtbar werden. Bald werden diese Hornzapfen an der Spitze eintrocknen und es erscheint die zunächst noch eingerollte Federfahne, die sich allmählich zur Fläche entrollt. Dabei wird die Pelzdune aus ihrer Hauttasche ausgeschoben.

Das „niedliche“ Aussehen der drei Küken ändert sich nun rasch und sie werden uns bald nicht mehr so „gefallen“ wie bisher. Vor allem ihre tierischen „Tischsitten“ und ihr „Benehmen“ wird uns gar nicht gefallen!

Auch 2026 bewundern wir die schnelle Entwicklung, nicht wahr?

27. April 2026|0 Kommentare

Wissen Besucher von Heidelberg, dass hier Wanderfalken leben?

Im Foyer des Rathauses am Marktplatz, mit Blick auf den Kirchturm, steht seit 25 Jahren ein Podest mit Monitor, auf dem das aktuelle Geschehen in der Turmspitze zu sehen ist. Darunter sind  aktuelle Daten nachzulesen, also Eiablage, Schlupf, Beringung, Namen und allgemeine Informationen. Die farbige Urkunde zeigt, dass wir mehrfach in der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet wurden. Weil neben dem Podest ein räumliches Modell der Heidelberger Altstadt zu sehen ist, versammeln sich hier viele Touristengruppen. Außerhalb der Balz-und Brutsaison läuft auf dem Monitor während der Öffnungszeiten des Rathauses eine ausführliche Bilderschau über Wanderfalken als Endlosband.

Dass man durch das Fenster daneben hinüber auf Kirche und Turm schauen kann, ist praktisch, führt aber manchmal zu Kopfschütteln: „So ein Quatsch! Das sind doch keine Wanderfalken, das sind Turmfalken, wenn sie da drüben im Turm leben!“

Herzlichen Dank an den Falkenpaten Benjamin Pf. und seine Helfer im „Amt für Digitales und Informationsverarbeitung der Stadtverwaltung,“ die diesen Monitor betreuen.

 

25. April 2026|0 Kommentare

Wärmepyramide oben, Sonnenbrillen unten

Am 23. April, um 11 Uhr über den Marktplatz: Noch sind keine neuen Schmeiss-Flecken am Kasteneingang zu sehen.

Für unsere neuen Gäste:

Schmeiss ist der weiße Kot der Falken. Wenn sich demnächst die Jungfalken außen auf der Anflugstange aufhalten, werden sie sich wenden um sich zu entleeren. Das hinterlässt Spuren.

23. April 2026|0 Kommentare

Warme Sonne, aber kalter Wind

Auch wir haben heute Nachmittag, trotz der strahlenden Sonne, vorzeitig den Balkon verlassen, der Wind ist uns zu kalt.

Das Trio im Falkenzimmer der Turmspitze ist inzwischen in einem Alter, in dem die Küken  nicht mehr rund um die Uhr von den Eltern gehudert und betreut werden. So sehen wir heute, wie jedes Jahr, die Wärmepyramide!

Die Küken stellen sie sich zu einer Pyramide zusammen und schützen so sie ihre kälteempfindlichen Vorderseiten. Der Flaum auf ihren Rücken schützt sie einigermaßen vor dem kalten Wind. Wird es später am Nachmittag dort oben warm, so liegen sie zwar dicht beisammen, dann aber flach wie ein weißer Fladen.

22. April 2026|0 Kommentare
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