Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Ein “ Brautgeschenk“
Endlich ist ein Hinweis auf die Balz zu sehen.
Danke, H.K.!

Wir warten auf die Balz.
Die Balzsaison 2026 wird mit einer sorgfältigen Prüfung des zukünftigen „Kinderzimmers“ beginnen:
Wenn es keine neue Verpaarung geben sollte, wird RUPERT als Terzel – für unsere neuen Gäste: der männliche Falke – dem Weibchen LISELOTTE den bewährten, inzwischen traditionellen – Nistplatz aus dem Jahr 1999 im Turm der Heiliggeistkirche anbieten.
Er wird sie mit kleinen „Brautgeschenken“ , also Beuteresten, zur Kirche, zum Nistkasten locken. Denn die Falkenweibchen bestimmen das zukünftige Geschehen!
(Wir denken: Das ist doch nicht notwendig, LISELOTTE ist doch seit 2023 Revierbesitzerin, sie kennt doch das ALLES längst! Ist das notwendig?)
Ja, es ist ein notwendiges Ritual!
LISELOTTE vergewissert sich in den nächsten Wochen, ob ihr Nistplatz auch 2026 passend ist und ob ihr Partner geeignet ist, sie und den Nachwuchs in diesem Jahr während der Brut und Aufzucht zu versorgen. (Es ist durchaus möglich, dass ein neues, stärkeres Falkenweibchen LISELOTTE verdrängt, oder ein neuer Terzel auftritt!)
Ob hier, mit diesem höchst erfolgreichen Nistkasten, weitere Nistplätze angeboten und geprüft werden? Auch das ist möglich!
Ganz nah, auf gleicher Höhe, mit noch besserer Aussicht, gibt es einige – mit unseren Menschenaugen bewertet – gut geeignete Nischen in der Nordfront der Schlossruine!
Zuletzt, vor unserem Projekt, brüteten 1953 letztmals Wanderfalken an der Südseite der Schlossruine im „Krautturm“, dessen abgesprengte Wand halb im Burggraben liegt. (Heute wird dieses Bruchstück jeden Tag hundertfach von Touristen fotografiert.)
Ob RUPERT seine Partnerin auch zu solchen geeigneten Plätzen in der Schlossruine leitet? Wir wissen es nicht.
Wir hoffen beide Falken gemeinsam wieder in diesem Nistkasten zu sehen!
Sowohl RUPERT, wie auch LISELOTTE prüfen – nach ihrem Balzritual im Kasten – einzeln die Seitenwände und Decke mit den Augen und mit Schnabel und Fängen den Untergrund: Sie“pflügen“ geradezu mit dem Schnabel ringsum den Sand. Beide legen sich auch flach mit der Brust in den Untergrund und schieben mit den Fängen den Sand nach hinten. Wir nennen das „Probe sitzen“. In eine flache Grube wird LISELOTTE dann Anfang März die Eier legen.
Das „Nest“ wird bei den Falken nicht mit isolierenden Federn oder Pflanzenmaterial gepolstert. Sie brüten auf „nacktem“ Boden.
LISELOTTE am 26. Januar
Danke, M.H.!

Jungfalke aus 2025
Morgenbesuch eines satten Jungfalken.
Danke, M.H.!

Sorge um die Wanderfalken auch jenseits des Rheins
So nah ist uns die Pfalz und doch schauen wir selten über den Rhein hinüber!
Herzlichen Dank deshalb an A.K., der uns auf einen Bericht der Zeitung „Die Rheinpfalz“ vom 23. Januar 2026 hinweist!
Dort lesen wir:
„Gerade mal elf Wanderfalken wurden im vergangenen Jahr in der Südwestpfalz und Südpfalz ausgebrütet und erfolgreich bis zum Ausflug gebracht. … Im Vorjahr waren es 13 Jungvögel – in richtig guten Jahren bis zu 50, in normalen Jahren rund 30.“
Der „Arbeitskreis Wanderfalkenschutz“ der Pfalz zählt neben dem Uhu auch Marder und Waschbär zu den aktuellen Bedrohungen. Auch die Vogelgrippe H5N1 und die noch jungen und unerfahrenen Falkenpaare könnten zu dem Besorgnis erregenden Rückgang geführt haben.
Ich ergänze:
Auch bei uns breitet sich zunehmend der Waschbär als “ Fressfeind“ für Vogelbruten aus.
„Speisekammer“ wurde geleert
und niemand hat es dokumentiert.

Speisekammer wurde aktiviert
Erstaunlich, wie seit zwei Jahrzehnten, mit wechselnden Paaren der Altfalken, die Südostecke des Nistkastens als Vorratskammer genutzt wird.
Eine bemerkenswerte Tradition! Warum ist das so? Ich kann es nicht erklären.
Danke für den Hinweis, O.Sch.!

Wie in „alten Zeiten“ …
Wir freuen uns, dass RUPERT heute, wie vor einigen Jahren, im Nistkasten übernachtet hat und auch jetzt – im Nebel – am Nistkasten anwesend ist.
Gesättigt und aufmerksam
bleibt RUPERT im Eingang.


Erfreulicher Jahresbeginn
DAS sehen wir gerne und die Bilder stimmen uns hoffnungsvoll für eine neue Brutsaison! Wir sehen RUPERT am Nistkasten und erwarten weitere Sichtungen. Es ist nun die Zeit, wo die Terzel sehr aufmerksam den Nistplatz und das Territorium im Blick halten.
Bald beginnt die Balz!
Danke, D.B., M.H. und für weitere Meldungen!


Zum Jahresende: Dank und Gruß!
Die 26. Saison unseres Projekts „Natürliche Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ war leider auch 2025 nicht so erfolgreich wie in den Vorjahren. Der Besorgnis erregende schwache Bruterfolg entspricht auch den Daten an anderen Nistplätzen in Baden- Württemberg. Wieder kamen nur zwei Jungfalken, ALBRECHT und SONNI, aus unserem Nistkasten in die Luft, sie sind der 84. und 85. Jungfalke seit dem Jahr 2000 aus diesem Nistkasten. Die beiden sind ein weiterer Beitrag zum Artenschutz, denn zu Beginn stand der Wanderfalke noch auf der „Rote Liste“ der bedrohten Arten. (Ob er wieder in diese Liste aufgenommen werden muss?)
Auch für mich als „Hausmeister“ im Falkenzimmer der Turmspitze war es kein gutes Jahr. Krankheit beeinträchtigte seit Jahresmitte leider meine Aktivität als Dokumentar und Erklärer. Inzwischen geht es mir recht gut, – na ja, eher „altersgerecht“ passend – so dass ich weiter TAGEBUCH und GÄSTEBUCH betreuen werde.
Zum Jahreswechsel möchte ich ein herzliches „DANKESCHÖN!“ an die aktiven Mitarbeiter/- innen und an die Förderer/-innen der Heidelberger Wanderfalken richten:
Unser Dank geht erneut an unseren Webmaster T.J., an Pfarrer Dr. V.P., an die Damen im Pfarrbüro und an Hausmeister G.A. der Pfarrgemeinde Heiliggeist, an die Mitarbeiter/-innen des „Amt für Digitales und Informationsverarbeitung“ und des „Amt für Umwelt“ der Stadtverwaltung Heidelberg, an die Ehrenamtlichen des NABU Heidelberg für die Übernahme des „Sonderkonto Heiliggeist-Wanderfalken“der Website und die Kassenführung (A.K.) , an die Betreuer (Dr. E.S., Dr. A.H.) der “Nilgans-Abwehr“ im Nistkasten und an die tatkräftigen Helfer 2025 beim Reinigen und Pflegen oben am Nistkasten Dr. KF.R., A.K.,G.Str. und an den Beringer Dr.M.P., MdL Baden-Württemberg!
Herzlichen Dank an die treuen Spender- und Spenderinnen, die wieder den Livestream der drei Cams finanziert haben und an die Personen, die mir gelegentlich Fotos der Webcams zur Veröffentlichung überlassen haben.
Ich wünsche Ihnen, uns allen, ein gutes 2026!
Weihnachtsgruß 2025
In diesem Jahr fällt es mir schwer, Ihnen „Fröhliche Festtage!“ zuzurufen.
Ich übernehme – teilweise – was ich 2020 während des“Corona-lock -down“ als Weihnachtsgruß hier geschrieben habe!
Es passt auch in diesem Jahr.
„Trost und Ablenkung schenken uns ein wenig die Wanderfalken:
Gelassen stehen sie trotz Kälte, Wind und Regen auf der Anflugstange. Zuverlässig erscheint ZEPHYR in seiner „Herberge“, schläft ein, wacht auf und fliegt ab. Mit festem Griff hält der Falke im Eingang seine Position und pflegt dort in aller Ruhe und Sorgfalt ausgiebig seinen Körper. Er behält dabei seine Welt aufmerksam und neugierig im Blick. Ein großes Vergnügen für uns, wenn wir ZEPHYR – gelegentlich auch PALATINA – dabei über Cam 3 betrachten können, nicht wahr? Mit großer Sorgfalt und in partnerschaftlicher Eintracht werden sie in drei Monaten wieder ihre Küken aufziehen und in die weite Welt entlassen.
Können WIR vielleicht – auf unsere Weise – etwas davon übernehmen? Aufrechte Haltung „Komme, was wolle!“, Sorgfalt und Pflege für uns selbst, Augen auf für unsere Umwelt, Verantwortung für unsere Partner und Kinder. So leben, wie die Natur, das Schicksal, es für UNS vorgesehen hat.“
(Gängs Tagebuch, Weihnachten 2020)
Ich wünsche Ihnen für die Festtage 2025 und das kommende Jahr alles Gute!
Das übliche Tagesgeschehen: Brutwechsel
Wie sich die Bilder gleichen!
Ich sinniere: Die beiden sind doch inzwischen ein erfahrenes Paar, kennen einander, kennen das Territorium. Eigentlich sollten sie, wie ihre Vorgänger, doch längs ein Vierergelege zustande bringen … Ich stoppe meine Gedanken: Natur richtet sich nicht nach menschlichen Vermutungen und Wünschen.
Danke, M.H.!

Brutwechsel mit Beuteübergabe
Danke, M.H.!

Einiges zum Ei
Die befruchtete Eizelle in eine Schalenhülle zu verpacken und außerhalb des Körpers der Mutter zu einem neuen Lebewesen zu formen, hat sich schon lange vor der Entstehung der Säugetiere bewährt. Das gab es schon bei den Sauriern. Die vollkommene Form eines Eies sorgt dafür, dass dieses zarte Gebilde – nur etwa 0,4 mm ist die Schale eines Wanderfalkenei dick – nicht unter dem Gewicht von LISELOTTE (etwa 900 g schwer, RUPERT etwa 700 g) zerbricht! Druck von außen hält die Schale gut stand. |
| Wohl aber kann – 2026 Mitte der Woche 16! – das zarte Schnäbelchen der Küken die Schale von innen öffnen! Atmungsaktiv wie unsere Anoraks oder Sportkleidung ist die Schale, Wasserdampf und Wärme werden hindurch gelassen, aber Bakterien bleibt der Weg nach innen versperrt! Die Schale besteht aus einer Lage von Calzitkristallen, die von etwa 7 500 Poren durchzogen ist, durch die der Gasaustausch (Sauerstoff rein- Kohlendioxyd raus) erfolgt. Nun wird diese Kalkschicht vom heran wachsenden Küken schon bald ausgedünnt, es braucht das Calcium für den Knochenaufbau. Wie LISELOTTE die braun-rote Färbung der Eischale bereits in der Schalendrüse ihres Eileiters aus der Kombination zweier Pigmente (Protophyrin und Biliverdin), die dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin verwandt sind, erzeugte, ist erstaunlich. Wie alle Eier der Wildvögel dient die Färbung der Anpassung an den Untergrund. (Vögel, die in Kolonien brüten, Pinguine z.B., erkennen ihr Ei an der individuellen Musterung wieder.) Das Spektrum der Farbe der Wanderfalkeneier reicht von gelblich-ocker bis rot-braun. Es gibt auch innerhalb des Geleges leichte Farbunterschiede: In diesem Jahr erscheinen mir die Eier wieder etwa gleich gefärbt. |
Ablösung
LISELOTTE fliegt ab, RUPERT bleibt.
Danke, M.H.!

Steinchen ziehen
eine häufige Beobachtung bei brütenden Falken.
Danke, M.H.!

Ein miteinander gut vertrautes Paar
Danke S.F.!
Hier ist sehr gut das „Einrütteln“ von LISELOTTE zu beobachten: Das sorgfältige „Einfädeln“ ihrer Fänge unter die Eier, damit die Brutflecken ihres Bauchs engen Kontakt mit dem Gelege aufnehmen.

