Als Namen für den neuen Brutpartner der Heidelberger Wanderfalkin namens Liselotte schlage ich hiermit „Ginkgo“ oder alternativ auch „Gingko“ vor.
Dieser Vorschlag beruht auf folgendem Sachverhalt:
Der sog. Goldfruchtbaum stammt aus Ostasien; sein voller chinesischer Name lautet in lateinischer Umschrift Ginkgo Biloba oder als Kurzform Ginkgo.
Ein Exemplar dieser in Europa lediglich als Zierbaum angepflanzten Baumart befand sich bereits zu Goethes Zeiten im Heidelberger Schloßgarten, also auf der Terrasse des vormaligen berühmten sog. Hortus Palatinus.
Aus Anlaß seiner wiederholten, jeweils mehrwöchigen Aufenthalte in Heidelberg pflegte Goethe regelmäßig mit seiner damaligen Muse namens Marianne von Willemer, der Ehefrau des ihm in Freundschaft verbundenen Frankfurter Bankiers namens Johann Jakob Willemer, spazierengehenderweise die romantische Heidelberger Schloßruine zu besuchen sowie den mittlerweile ebenso romantischen Heidelberger Schloßgarten.
Veranlaßt durch diese gemeinsamen Spaziergänge, sind in den Jahren 1815 bzw. 1816 mehrere Gedichte entstanden, welche Veröffentlichung gefunden haben in der Goetheschen Gedichtsammlung namens West-Östlicher Divan.
Eines der bekanntesten dieser Gedichte mit Bezug auf Heidelberg ist das sog. Ginkgo-Biloba-Gedicht, welches im September des Jahres 1815 verfaßt wurde, und welches aufgrund der ungewöhnlichen Blattform des Ginkgo-Baumes die Frage zum Gegenstand hat, ob es sich „um ein lebendig Wesen“ handelt, „das sich in sich selbst getrennt“ oder „zwei, die sich erlesen, daß man sie als eines kennt?“.
Im Gegensatz zur Aussage der dritten Strophe des einschlägigen Gedichtes wäre das gespaltene Blatt des Ginkgo-Baumes im vorliegenden Falle der Paarbildung zwischen den beiden Wanderfalken ein eindrucksvolles Symbol dafür, daß nur der Zusammenschluß zweier sich ergänzender Hälften zu einem Ganzen neues Leben ermöglicht, welches letztlich an die Stelle tritt des alten und somit dieses ersetzt.
Administrator-Antwort von: Hans-Martin Gäng
Danke! Auch für die ausführliche Begründung. Ich bin noch am Überlegen.
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