Hallo Herr Gäng,
nach allem was ich hier auf Ihrer Seite lernen durfte, schlagen Wanderfalken ihre Beute nur in der Luft. Die Stadt Neuss beabsichtigt nun, Wanderfalken zur Vertreibung/Vergrämung von Gänsen einzusetzen. Der Grund für die Überlegung: anderenorts habe man damit Möwen bekämpft und vertrieben. Mit Gänsen, die die Parkwiesen belagern, dürfte das m. E. kaum klappen. Was sagen Sie dazu? Mit freundlichen Grüßen Peter Finn
Administrator-Antwort:
Ich stimme Ihnen zu, das wird nicht klappen! Besitzt die Stadt Neuss abgerichtete Wanderfalken? Nein. Fast alle Gänserarten sind zu groß, zu schwer, zu aggressiv und gehören nicht zum Beutespektrum des Wanderfalken. Vor dem Schnabel der Heidelberger Wanderfalken leben unten auf den Neckarwiesen hunderte von Nilgänsen, Kanadagänsen, Schwanengänsen mit ihren Küken, noch nie wurde eine Gans vom Wanderfalken erbeutet, der nur kleine und mittelgroße Vögel hoch in der Luft schlägt! Im Gegenteil: Nilgänse haben in Heidelberg mehrere Turmfalken aus deren Nistplätzen verdrängt, selbst unser Wanderfalkenpaar konnte 2015/16 nur mit Mühe ihren Nistkasten gegen die Nilgansattacken verteidigen.
Wir erhalten oft Anfragen in diesem Sinn. dDe elektronische Nilgansabwehr, die uns die Universität Bonn gebaut und installiert hat, funktioniert nur in einem begrenzten Raum, nicht auf einer Wiese.
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