Heute hängen die Wolken tief über dem Heidelberger Himmel und es regnet ununterbrochen. Kein Vogel ist zu sehen, schon gar nicht oben im freien Luftraum, in dem die Wanderfalken bevorzugt jagen.

Nein, die Falken werden auch heute nicht hungern.

Wie fast alle Beutegreifer haben auch ZEPHYR & PALATINA irgendwo in dunklen Ecken Depots angelegt, in denen sie – wenige  – Beutereste auf Vorrat halten. Dort werden sie sich heute bedienen und den “Tag ohne Vögel”  überleben.

Vermutlich hat jeder der beiden Falken ein oder mehrere Depots zur Verfügung. Sie bemühen sich, diese diskret aufzusuchen. Denn andere Greifvögel, aber auch die zahlreichen Rabenkrähen und Möwen unserer Stadt, könnten sich dort als Schmarotzer bedienen. Selbst der Partner/ die Partnerin soll sich nicht daraus bedienen.

Wo sind diese Depots? Vermutlich in Nischen der Schlossruine oder in einer Felswand im Neckartal. Sie werden blitzschnell angeflogen und ebenso verlassen, damit sie möglichst “geheim” bleiben.

Es gibt auch in unserem Nistkasten ein – von außen nicht sichtbares – Depot:  Die südöstliche Ecke, die wir über Cam 1 rechts im Kasteninneren sehen. Dort deponierte das Falkenpaar in den Vorjahren gelegentlich Beutereste. Wenn ein Falke den Nistkasten betrat, schaute er meist als erstes kurz nach links in diese Ecke. Auch ausgeflogene Jungfalken, die im Juni noch – selten – zurück in den Nistkasten kamen, schauten zunächst in diese Ecke: Es könnte ja noch ein Happen vorhanden sein.

Foto vom Mai 2020:

PALATINA atzt einen Jungfalken, der längst selbst die von der Mutter eingetragene Beute zerlegen und verzehren könnte. Er lässt sich gerne füttern.

Für unsere neuen Gäste zeigt PALATINA hier ihre charakteristische Nacken-Halsseite, die sich von ZEPHYR unterscheidet, zudem sehen wir an ihrem linken Fang die rötliche Beringung. ZEPHYR ist nicht beringt.

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