“Wenn der Wanderfalke der schnellste Vogel ist, manche schreiben über 300 km/Std. im Sturzflug, wie kann er dann bremsen?”

Ich versuche – als Laie – zu antworten: Die Wanderfalken bremsen ihren Flug, indem sie ihre Schwanzfedern spreizen und so den Stoß – wie man bei den Falken den Schwanz nennt – auffächern. Sie drücken ihn gleichzeitig nach unten, so funktioniert er als Ruder und Bremse zugleich. Zudem öffnen die Falken behutsam und allmählich ihre im Sturzflug geschlossenen Flügel, stellen sie steiler an und senken deren Hinterkante. So wird der Sturz langsamer. Wenn das Tempo noch sehr hoch ist – man halte als (Beifahrer!) auf der Autobahn bei Tempo 150 km/Std. eine Handfläche zum Seitenfenster hinaus – können die Wanderfalken am Flügelbug kleine, harte Federn (Mesken/Daumenfittiche) aufstellen, welche einen Strömungsabriss auf der Flügeloberseite verhindern. Wenn wir beim  Landeanflug unserer Flugzeuge zum Fenster hinaus auf den Flügel schauen, sehen wir, dass der Mensch/Pilot ganz ähnlich die Fluggeschwindigkeit vermindert. Erst in den letzten Sekundenbruchteilen vor der Landung der Falken nutzen sie die gesamte Fläche der Flügel und des Schwanzes als Bremse. Dennoch staune ich jedesmal, wenn ich – vom Marktplatz aus – solche Landungen auf der Anflugstange beobachte. Die letzten 20 Meter von etwa 50 km/Std. auf Null. Ohne Genickbruch, ohne Stolpern, immer perfekt…