In Heidelberg ist es eigentlich täglich möglich einen Wanderfalken zu sehen. Oft  hält ein Altfalke – vor allem in den  in den Morgenstunden – Wache auf der Turmspitze von Heiliggeist. Dort erkennt man leicht an der gedrungenen, rundköpfigen Silhouette, die sich nicht bewegt und oft lange am gleichen Fleck ruht, den Wanderfalken. Ob es PALATINA oder der etwas kleinere ZEPHYR ist, kann ich mit “unbewaffnetem” Auge nicht erkennen. Wenn sie beide gleichzeitig dort stehen – ganz selten nebeneinander, immer auf dem Doppelkreuz in der Höhe versetzt (Terzel meist oben) – , dann erkenne ich sie auch individuell an der Größe. Wie bei allen Greifvögeln ist das Männchen, der Terzel, etwa ein Drittel (lat. tertium) kleiner als das Falkenweib. Falkner und Vogelkundler sagen  hier “Weib ” und nicht Weibchen. Im Flug zeigen Wanderfalken ein charakteristisches Bild, das kann man aus jedem Vogelbuch sich einprägen. Hier in Heidelberg sehen wir den Falken oft in großen Kreisen – möglichst vom Talwind getragen – über der Altstadt aufsteigen und meist über das Neckartal, den Bergen in großer Höhe entschwinden. Jetzt, bei den Sommerfestspielen des Städtischen Theaters im Turminneren des in der Mitte senkrecht abgesprengten “Dicker Turm” sahen,  wir im Publikum sitzend, in mehreren Jahren bei Einbruch der Dämmerung gelegentlich  einen Wanderfalken zur Nachtruhe einschweben. Die sechs, sieben Zuschauerreihen übereinander mit vielen Menschen im Turminneren, Musik, Scheinwerfer störten ihn nicht!

Während der Balz zeigen uns die beiden Falken mit ihrem lautstarken Lahnen/Rufen  und Geschrei, wo sie gerade über unseren Köpfen zugange sind. Ist das Wetter entsprechend, so sitzt man unten auf dem Marktplatz beim Kaffee, Kuchen, Eisbecher, Cocktail  und weiß gar nicht, wohin man schauen soll. Auf die Passanten/-innen  oder nach oben zum Turm? Einen Feldstecher dabei zu haben (für die Falken, nicht für menschliche Schönheiten) , ist natürlich immer zu empfehlen. Hier zwei Fotos, die mir mit dem Mobilphone gelangen.

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