Wanderfalken schlagen als Beute fast ausschließlich Vögel, die sie – meist aus großer Höhe in hoher Geschwindigkeit herabstoßend – mit beträchtlicher Wucht mit geballten Fängen schlagen, so dass diese taumeln. Oder sie ergreifen den Beutevogel – meist von hinten oder unten “aus dem toten Winkel” heran schießend mit ihren großen Fängen (Hände, sagen die Fachleute dazu). Unmittelbar darauf – noch hoch in der Luft – töten sie ihre Beute durch Genickbiss, b.z.w. trennen den Kopf ab. Sie nehmen- wie alle Beutegreifer (siehe aktuell:Wolf!) – jene Beutetiere, die sie ohne großen Energie – und Zeitaufwand greifen können. Deshalb heißen sie GREIFvögel, man sagt nicht mehr Raubvögel. Sie rauben ja nicht  wie ein Bösewicht, sondern ernähren sich von jener Nahrung, die für sie seit Jahrmillionen die Natur vorgesehen hat.
Wanderfalken haben eine große Bandbreite an Vogelarten die sie als Nahrung erbeuten. Je nach Lebensort (Binnenland, Küste) greifen sie Vögel, die dort häufig sind. Das hat man oft und an vielen Orten dokumentiert. Ich nenne  deshalb hier nur Zahlen aus Baden Württemberg (D.Rockenbauch, 2002) erfasste an 22 670 Beuteresten  eine Artenzahl von 185 verschiedenen Vogelarten! Nur jetzt, wenn die Küken einen sehr hohen Nahrungsbedarf haben, stehen Tauben auf den Rupfungslisten! Es ist auch keineswegs so, dass Beutegreifern “die gebratenen Tauben wie im Schlaraffenland” in den Schnabel fliegen.Es gibt zahlreiche Dokumentationen, dass bei erfolgreichen Jagdflügen des Wanderfalken einige Fehlstöße voraus gehen. Selbstverständlich gibt es auch Spezialisten, die sich an einen kopfstarken Taubenschlag bedienen. Auch für Greifvögel gilt: Die Zahl der Beutetiere reguliert die Zahl der Beutegreifer und nicht umgekehrt. (Einer meiner ehemaligen Schüler, der beruflich viel in Afrika ist, berichtete mir, er habe in wildreichen Savannen oft stark abgemagerte Löwen gesehen. ) Es gibt Dokumentationen, die zeigen, das Wanderfalken auch schwebende Libellen greifen! Sie nehmen, was sich anbietet, auch kleinste Happen.
Mit der Beute fliegt der Wanderfalke an seinen Rupfplatz, wo er die Beute passend für den Transport präpariert. Dabei würden die Flügel des Beutevogels stören, also weg damit, ist ja eh kein Fleisch dran. Meist wird auch noch das Großgefieder der Beute entfernt. Dann erst fliegt ZEPHYR oder PALATINA den Nistkasten an oder ein Depot, wo die Beute versteckt wird.

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