In Heidelberg ist es ab Spätherbst gut möglich einen Wanderfalken zu sehen, denn dann hält PERKEO fast täglich – meist in den Morgenstunden – Wache auf der Turmspitze von Heiliggeist. Dort erkennt man leicht an der gedrungenen, rundköpfigen Silhouette, die sich nicht bewegt und oft lange am gleichen Fleck ruht, den Wanderfalken. Ob es PALATINA oder der etwas kleinere PERKEO ist, kann ich mit „unbewaffnetem“ Auge nicht erkennen. Wenn sie beide gleichzeitig dort stehen – ganz selten neben einander, immer auf dem Doppelkreuz in der Höhe versetzt (Terzel meist oben) – ,dann erkenne ich sie auch individuell an der Größe. Wie bei allen Greifvögeln ist das Männchen, der Terzel, etwa ein Drittel (lat. tertium) kleiner als das Falkenweib. Falkner und Vogelkundler sagen  hier „Weib “ und nicht Weibchen. Im Flug zeigen Wanderfalken ein charakteristisches Bild, das kann man aus jedem Vogelbuch sich einprägen. Hier in Heidelberg sehen wir den Falken oft in großen Kreisen – möglichst vom Talwind getragen – über der Altstadt aufsteigen und meist über das Neckartal, den Bergen in großer Höhe entschwinden. Bei den Sommerfestspielen des Städtischen Theaters im Turminneren des in der Mitte senkrecht abgesprengten „Dicker Turm“ sahen  wir im Publikum sitzend in mehreren Jahren bei Einbruch der Dämmerung lässig den Wanderfalken zur Nachtruhe einschweben. Die sechs, sieben Zuschauerreihen übereinander mit vielen Menschen im Turminneren, Musik, Scheinwerfer störten ihn nicht! Während der Balz zeigen uns die beiden Falken mit ihrem lautstarken Lahnen/Rufen  und Geschrei, wo sie gerade über unseren Köpfen zugange sind. Ist das Wetter entsprechend, so sitzt man unten auf dem Marktplatz beim Kaffee, Kuchen, Eisbecher, Cocktail  und weiß gar nicht, wohin man schauen soll. Auf die Passanten/-innen  oder nach oben zum Turm? Einen Feldstecher dabei zu haben (für die Falken, nicht für …) , ist natürlich immer zu empfehlen.

Das Foto aus den 1970- er Jahren zeigt meine Ausrüstung, um Wanderfalken „am Fels“ zu beobachten. Vom Auto bis zur Felswand benötigte ich ca. 30 Minuten. Das war ein schöner Ausgleich zum Berufsalltag und das Lauschen, Schauen und Spähen genoss ich liebsten allein .

 

 

.  

7