Diese Jahr fällt mir auf, dass PALATINA und PERKEO in den letzten Wochen häufig am Nistkasten auf der Anflugstange stehen. Vielleicht ist das erneute Auftreten der Nilgans an der Alte Brücke dafür verantwortlich? Wir erinnern uns, dass wir 2015 und 2016 mit dem nahen Nilganspaar große Probleme hatten, die dann aber mit wunderbarer Hilfe – Frau Dr. S. Herr Dr. A.H. und Studierenden der Universität Bonn sei Dank! – gelöst werden konnten. Heute, gegen 10 Uhr  sehe ich aus dem Autofenster direkt an der Alte Brücke das dort nistende Schwanenpaar, aber auch – zu meinem Entsetzen  – ein Nilganspaar, das direkt  neben dem brausenden Verkehr der B 37 auf dem Bürgersteig ein etwa zwei Wochen altes Gössel begleitet! Einen Kilometer weiter, nahe der Psychiatrie spaziert das nächste Nilganspaar mit zwei Gösseln auf der Wiese zum Neckar! (Dort hatten Nilgänse vor einigen Jahren das im Dach der Albertkirche – seit Jahrzehnten nistende -Turmfalkenpaar  vertrieben, das erst zurück kommen konnte, nachdem unsere Heiliggeist-Wanderfalkenpaten V.V. und R.R. mit einer Stange das Einflugloch stark verkleinert hatten.)
Im Heft 2.17 von NATURSCHUTZ heute des NABU im Artikel „Natur in Bewegung, Neubürger in der Tier-und Pflanzenwelt“ auf S. 11 lese ich: “ Erfolgreiche Neubürger, aber keine Problemarten, gegen die man vorgehen müsste: Gottesanbeterin, Mandarinente, Nilgans, Feuerlibelle und Amerikanische Kiefernwanze.“ Dazu exemplarisch ein Foto eines Nilganspaares.
Die Nilgans ist keine Problemart?
Da bin ich ganz anderer Meinung als der NABU, dem ich (über seinen Vorgänger DBV) bereits seit mehr als fünf Jahrzehnten als Mitglied angehöre! Die Nilgans gefährdet massiv heimische Arten, das können wir in Heidelberg – und andere in ganz Europa – belegen. In ihrem Territorium duldet sie keine anderen brütenden Vögel, nicht nur am Wasser, auch in hoch gelegenen Felsen, Bäumen, Gebäuden. Sie zerstört deren Gelege, ertränkt deren Küken und setzt sich massive auch gegen Greifvögel durch.
Vor 14 Tagen wurde ich von SPIEGEL-TV angerufen, das einen Film zur Nilgansproblematik  vorbereitet, um von unseren Erfahrungen in Heidelberg zu berichten. Am Freitag, 12. Mai, 19.45-20.15 Uhr zeigt ARTE einen TV-Bericht „Die Nilgänse kommen- Europas ungebetene Gäste“. Ich zitiere aus DER SPIEGEL, 19/2017, S. 26 “ Sie hinterlassen in öffentlichen Grünanlagen Kot, verunreinigen Badeseen und bevölkern zu Hunderten Äcker und Auen: Die aus Afrika stammenden Nilgänse breiten sich ungehindert in Deutschland aus. Landwirte und Kommunen scheinen machtlos.“
In einem benachbarten Bundesland, nicht allzu weit von uns, wurde 2017 wieder ein Wanderfalkengelege von einem eindringenden Nilganspaar zertrampelt. Dort wird.  wie andere Beispiele zeigen, das Wanderfalkenpaar nicht mehr brüten!
Wir können in Heidelberg auf eine innovative, elektronische Weise das konkurrierende Nilganspaar – gemeinsam mit PERKEO & PALATINA  – vom Wanderfalken-Nisplatz auf der Heiliggeistkirche fern halten, ohne gegen die strengen und zu beachtenden Bestimmungen des Tier- und Artenschutzes zu verstoßen.
 

One Comment

  1. Brigitte 9. Mai 2017 at 17:56 - Reply

    Das ist ja unglaublich ! Von diesen Problemen haben wir noch nie gehört..
    Hier in Oberbayern gibt es eine rasch wachsende Gänsegemeinde an den Seeen die zu erheblichen Verschmutzungen der Gewässer und der Wiesen beiträgt und vor allem im Sommer dafür sorgt ,daß das Wasser der Gewässer enorm belastet ist.

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