Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
DANKE für Ihre Unterstützung außerhalb der Brutzeit
Es gibt seit einigen Jahren bei uns keine „falkenlose“ Zeit mehr. LISELOTTE und RUPERT, ja sogar ihr 2025-Nachwuchs, zeigen sich uns fast täglich. Sie sind Standvögel geworden und zeigen ihre Anwesenheit in unseren Kameras. Sie haben sich an die andauernde Beschallung von unten, jetzt durch den Weihnachtsmarkt, gewöhnt.
Ich darf heute wieder mit großer Freude, im Namen aller Besucher/-innen, mich für die treuen, verlässlichen finanziellen Zuwendungen bedanken:
Seit dem 1. August bis zum 1.Dezember sind wieder monatliche Spenden eingegangen: von Frau A.E M., vom Ehepaar H.und P.R. und Spenden von Herrn U.K. und Frau M. Sch.
Jung und Alt sind nun ganzjährig Standvögel
Herzlichen Dank für die jüngsten Einträge im Gästebuch! Sie belegen, dass LISELOTTE, RUPERT, aber auch der Nachwuchs aus 2025, nun ganzjährig in der Altstadt von Heidelberg leben. Es wundert mich nicht:
Ich befahre, oder werde gefahren, oft sogar zweimal, jeden Tag, die Uferstraße B 37 unten am Neckar. Inzwischen hat sich dort der Schwarm von Stadttauben, der in der Kernaltstadt um Heiliggeistkirche und „Alte Brücke“ lebt, wesentlich vergrößert! Ich schätze ihn zur Zeit auf etwa 50 Exemplare. (Kein Wunder bei der gestiegenen Zahl von Touristen, – nicht nur während des Weihnachtsmarkts! Zahlreiche „Flusstouristen“ kommen täglich mit dem Bus von Rheinschiffen, die in Speyer und Mannheim vor Anker liegen, zu einer kurzen Visite.)
So ist der Tisch für die Stadttauben reich gedeckt und die Falken haben keine Mühe, sich im „Schlaraffenland“ zu bedienen.
Ein Blick zurück
2004, wie lange ist das her! Damals schnitt ich, wohl wegen des ausdrucksvollen Porträts des jungen Falken, diesen Artikel aus der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
„Auch an unerwarteten Orten …“ , notierte man.

Kommt der Wanderfalke wieder auf die „Rote Liste“ der gefährdeten Arten?
Von der Jubiläumsveranstaltung „60 Jahre AGW in Baden Württemberg“ am Sonntag in Stuttgart, an der ich wegen Erkrankung nicht teilnehmen konnte, erreichen mich Grüße und Besorgnis erregende Informationen:
Der Bestand an Wanderfalken in Baden-Württemberg ist zurückgefallen auf den Stand der frühen 1990er- Jahre!
2022 gab es in Baden-Württemberg noch 250 Revierpaare mit 127 erfolgreichen Bruten, 2025 dagegen nur noch 200 Revierpaare mit 87 erfolgreichen Bruten!
Auch für RUPERT & LISELOTTE auf der Heiliggeistkirche trifft die erschreckende Entwicklung zu! Über lange Jahre hatten wir hier fast jedes Jahr Vierergelege und es flogen dann auch vier Jungfalken erfolgreich aus. Das geschah 2023 letztmals. Auch 2025 kamen bei uns nur zwei Jungfalken in die Luft.
Unterschiedliche Situation auf kurze Entfernung
Herzlichen Dank für die Berichte und Kommentare über das Vorkommen oder Verschwinden mancher Arten auch in geringer Distanz! Ich bleibe überrascht über die völlige Abwesenheit von Amseln in meiner Umgebung. Das habe ich noch nie erlebt. Rätselhaft, dass das nur wenige Kilometer entfernt, anders ist.
H5N1 bedroht auch die Wanderfalken auf Heiliggeist
Im Norden sind tausende Kraniche verendet. Seit einer Woche sehe ich auf meinem Balkon und im Garten keine Amsel. Erleben auch wir hier gerade ein Vogelsterben?
Tagebuchschreiber zurück, bleibt eingeschränkt
Nach einem Klinikaufenthalt mit OP bin ich zurück. Leider noch sehr geschwächt. Es wird lange dauern, bis ich wieder „der Alte“ sein werde. Die vielen guten Wünsche im Gästebuch haben mich sehr gefreut. Danke an M.H. als Vermittlerin!
Was gibt es vom Restei zu berichten?
Am 2. Mai konnten wir bei der Beringung von SONNI und ALBRECHT das Restei bergen und nachfolgend an das NABU-Vogelschutzzentrum übergeben.
Von dort erhalten wir vom Zentrumsleiter Dr. Daniel Schmidt-Rothmund die Information:
„Wir haben die Sendung gestern unbeschädigt erhalten und eben habe ich das intakte Ei präpariert. Es enthielt nur eine flüssige, amorphe, gelbe Masse, die leider kaum weitere Rückschlüsse zulässt, als dass das Ei nicht oder kaum entwickelt war und inzwischen autolytisch geworden ist. Jetzt können wir die Probe der LUBW zusenden und müssen leider warten, bis von dort Analyse-Ergebnisse veröffentlicht werden. Das kann leider länger dauern und erfolgt vermutlich nicht jeweils bezogen auf die einzelne Probe bzw. Örtlichkeit. Die Eischale wird diesen Herbst ans Rosenstein-Museum nach Stuttgart überstellt werden.“
Tagebuchautor unterwegs bis Anfang Oktober
„Machen wir`s den Schwalben nach…“, könnte ich aus der Operette „Czardasfürstin“ summen, den wir fahren – wie fast jedes Jahr im Herbst – 1 500 km gen Westen an den Atlantik in jene Gegend, welche unsere Vorfahren als das Ende der Welt finis terrae bezeichneten.
Wenn ich von dort am Abend gegen 22 Uhr auf dem Mobilphone in die Falken-Webcams schaue, ist es dann in Heidelberg bereits dunkel, aber in der südlichen Bretagne leuchtet die Abendsonne noch über dem Meer.
Ach, wie klein ist unsere Erde!
Mit scharfem Blick
prüft LISELOTTE die Einladung in den Nistkasten.
Danke, D.B.!

Herbstbalz beginnt
Am 12. September besuchen am Nachmittag RUPERT & LISELOTTE zweimal den Nistkasten. Diese Herbstbalz ist eine erste Überprüfung der beiden Falken für ihre ihre Paarbildung, an ihr Territorium und an den Nistplatz. RUPERT bringt bereits jetzt kleine Happen als „Brautgeschenk“. Es gibt noch keine Kopulationen.
Die eigentliche Balz wird erst im Februar-März 2026 stattfinden.
Danke, M.H.!


Das übliche Tagesgeschehen: Brutwechsel
Wie sich die Bilder gleichen!
Ich sinniere: Die beiden sind doch inzwischen ein erfahrenes Paar, kennen einander, kennen das Territorium. Eigentlich sollten sie, wie ihre Vorgänger, doch längs ein Vierergelege zustande bringen … Ich stoppe meine Gedanken: Natur richtet sich nicht nach menschlichen Vermutungen und Wünschen.
Danke, M.H.!

Brutwechsel mit Beuteübergabe
Danke, M.H.!

Einiges zum Ei
Die befruchtete Eizelle in eine Schalenhülle zu verpacken und außerhalb des Körpers der Mutter zu einem neuen Lebewesen zu formen, hat sich schon lange vor der Entstehung der Säugetiere bewährt. Das gab es schon bei den Sauriern. Die vollkommene Form eines Eies sorgt dafür, dass dieses zarte Gebilde – nur etwa 0,4 mm ist die Schale eines Wanderfalkenei dick – nicht unter dem Gewicht von LISELOTTE (etwa 900 g schwer, RUPERT etwa 700 g) zerbricht! Druck von außen hält die Schale gut stand. |
| Wohl aber kann – 2026 Mitte der Woche 16! – das zarte Schnäbelchen der Küken die Schale von innen öffnen! Atmungsaktiv wie unsere Anoraks oder Sportkleidung ist die Schale, Wasserdampf und Wärme werden hindurch gelassen, aber Bakterien bleibt der Weg nach innen versperrt! Die Schale besteht aus einer Lage von Calzitkristallen, die von etwa 7 500 Poren durchzogen ist, durch die der Gasaustausch (Sauerstoff rein- Kohlendioxyd raus) erfolgt. Nun wird diese Kalkschicht vom heran wachsenden Küken schon bald ausgedünnt, es braucht das Calcium für den Knochenaufbau. Wie LISELOTTE die braun-rote Färbung der Eischale bereits in der Schalendrüse ihres Eileiters aus der Kombination zweier Pigmente (Protophyrin und Biliverdin), die dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin verwandt sind, erzeugte, ist erstaunlich. Wie alle Eier der Wildvögel dient die Färbung der Anpassung an den Untergrund. (Vögel, die in Kolonien brüten, Pinguine z.B., erkennen ihr Ei an der individuellen Musterung wieder.) Das Spektrum der Farbe der Wanderfalkeneier reicht von gelblich-ocker bis rot-braun. Es gibt auch innerhalb des Geleges leichte Farbunterschiede: In diesem Jahr erscheinen mir die Eier wieder etwa gleich gefärbt. |
Ablösung
LISELOTTE fliegt ab, RUPERT bleibt.
Danke, M.H.!

Steinchen ziehen
eine häufige Beobachtung bei brütenden Falken.
Danke, M.H.!

Ein miteinander gut vertrautes Paar
Danke S.F.!
Hier ist sehr gut das „Einrütteln“ von LISELOTTE zu beobachten: Das sorgfältige „Einfädeln“ ihrer Fänge unter die Eier, damit die Brutflecken ihres Bauchs engen Kontakt mit dem Gelege aufnehmen.



